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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 12. Jun 2026, 11:32
von thuja thujon
Traubenteilen ist doch aber ein berühmter Arbeitsschritt, da wurde doch wie viel Marketing gemacht für qualitativ hochwertige Weine. Immer die Bilder vom Winzer der mit der spitzen Leseschere durch den Wingert geht und Trauben teilt. Macht heute kaum noch einer, kann man auch mit Kulturführung und besseren Klonen regeln.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 12. Jun 2026, 21:47
von Amur
Wenn Bilder helfen, bitte:
Hier die Einset Seedless. Die hat einiges an Blütenständen. Zur Zeit blühen sie.
Das ist die Kischmisch zitronii. Die hat viel später ausgetrieben. Von daher glaube ich nicht an ein Frostproblem. Sonst hätte die andere noch viel mehr Schäden.
Die einzelnen Triebe sind viel stärker im Wachstum und sind längerals die der Einset seedless. Gut haben ja auch keine Fruchtstände

Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 13. Jun 2026, 09:36
von thuja thujon
Ok, ich denke die Zitronii macht keine Gescheine, weil sie mehr oder weniger aus basalen Augen austreibt. Die sind bei manchen Sorten erstaunlich unfruchtbar.
Ich sehe nicht eine lang angeschnittene Ertragsrute, sondern Chaoserziehung. Man kann sich auch den Ertrag beim Winterschnitt wegschneiden, Chaoserziehung ist besonders anfällig für sowas, weil der klare Pflanzenaufbau fehlt. Da fangen die Leute an zu schnippeln und das passiert meist ohne Ziel.
Da hilft umbauen auf Stamm mit Kopf, Zapfen und Ertragsrute, klares, jedes Jahr wiederkehrendes Prinzip, einfach zu erlernen.
Der Wuchs der Zitronii ist übrigens normal, diese ewig langen Internodien der Osteuropäischen Wuchermonster sind bekannt und bei den mehr amerikanisch geprägten Sorten nicht so zu finden, sieht man auch an der Einsett, die ist vom Wuchs nah dran an Europäerreben.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 13. Jun 2026, 09:51
von cydorian
Amur hat geschrieben: ↑12. Jun 2026, 21:47
Die einzelnen Triebe sind viel stärker im Wachstum und sind längerals die der Einset seedless. Gut haben ja auch keine Fruchtstände
In der Mitte gibts mehrere Blätter, die gewellt aussehen. Sieht insgesamt etwas mastig aus. Wohl (zu) guter Boden. Lass die K.Z. ruhig etwas länger wachsen, die friert bei mir immer weiter zurück (egal welchen Behang sie hatte), sie hat etwas Probleme mit der Holzreife. Und nimm das Thema echten Mehltau ernst.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 13. Jun 2026, 17:18
von Amur
Chaoserziehung ist gut
2024 wurden sie gepflanzt. Sie entwickelten in dem Jahr so gut 1m lange Triebe. Die hab ich im Frühjahr, als sie tatsächlich wieder austrieben nochmal etwas zurück genommen. Ich hab so lang gewartet weil ich schon mehrere Anläufe mit Trauben gemacht hatte, aber die meist nicht mal den ersten Winter überstanden. Nachdem die Winter nun ja schon lange recht harmlos sind hab ich es jetzt nochmal probiert.
2025 dann ein Austrieb der fast so aussah wie dieses Jahr. Die ganze Fläche Anfang Juni schon recht grün. Eher weiter, weil ich meine der Hagel war im Juni und hat mehr oder weniger alles zusammen gehauen. Egal ob Trauben, Obst oder Gemüse. Wir waren zwar nicht mitten drin (kam sogar im Fernsehen als es so 2km westlich Häuser übel zugerichtet hatte) aber für das meiste war das Jahr gelaufen. So auch für die Reben. Sie trieben nochmal aus und 5 Träubchen blieben sogar dran.
Dieses Jahr hab ich dann schon ne Menge raus genommen, sonst wären sie schon oben auf dem Dach vom Schuppen.
Für nächstes Jahr schau mer mal.Bei der Kischmisch haben ein paar Blätter wohl braune Flecken. Denen schien die vergangene Nasskalte Woche mehr geschadet zu haben als der E.S.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 14. Jun 2026, 13:27
von Starking007
Chaoserziehung - würde ich auch sagen.
Ein Trieb hoch, nix in Bodennähe. Diesen Trieb stark erziehen.
Dann Seitentriebe (wenn Begrünung erwünscht) waggerecht und nicht schief und krumm und doppelt.
Eine Blüte pro Neutrieb. Neutriebe mininmal in Handspreite Abstand.
Das ist eine Empfehlung, nicht der Weisheit letzter Schluß.
Manche lieben es wenn die Spatzen viele Brutmöglichkeiten haben.....
Am Winter lag es hier in Nordostbayern (!) noch nie!!!
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 14. Jun 2026, 15:06
von cydorian
Das ist alles überhaupt kein Problem. Nichts lässt sich so gut umbauen und neu führen wie Reben. Eine neue Erziehung: Abschneiden und Neutriebe neu führen. Herrlich im Vergleich zu Kernobst.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 14. Jun 2026, 15:36
von Kürbisprinzessin
cydorian hat geschrieben: ↑14. Jun 2026, 15:06
Das ist alles überhaupt kein Problem. Nichts lässt sich so gut umbauen und neu führen wie Reben. Eine neue Erziehung: Abschneiden und Neutriebe neu führen. Herrlich im Vergleich zu Kernobst.
Auch viel einfacher als Kindererziehung


Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 15. Jun 2026, 06:26
von Starking007
Für beides gilt: Strenge Erziehung mit trotzdem Liebe lohnt sich.
Kernobst:
Einer meiner alten Lehrmeister hatte einst den Lehrberuf Obstbaumschneider, ausgeübt in Südtirol und Frankreich. Der lehrte mich wenn keine ordentliche Krone da ist, nimm die Motorsäge, schneid alles ab und veredele eine neue Krone rein. Zu wenig Äste: Motorsäge am Stamm entlang streifen, dann kommen neue. Usw.
Wer wagt - gewinnt.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 15. Jun 2026, 07:32
von thuja thujon
Hagel braucht natürlich niemand. Der darf aber die Erziehung nicht behindern. Wenn die Triebe geschädigt sind, taugen sie natürlich nicht mehr als Ertragsrute, dann auf Zapfen schneiden und im Jahr drauf erst wieder eine lange Ertragsrute.
Auf keinen Fall sollte der Winterschnitt ausbleiben und früh im Sommer geschnitten werden, damit sie nicht wuchert.
Winterschnitt, etwa 90% wegschneiden, klare Regel für das kommende Jahr definieren. zB Ersatzzapfen plus Ertragsrute. Eigentlich einfach. Alles weg bis auf ein Trieb Stammnah auf 2 Augen, ein Trieb darüber auf 10 oder 12 und später überzählige Triebe ausbrechen. Im Weinberg in der 100m Zeile passiert das in weniger als einer Minute pro Rebe. Wenn hagelgeschädigt dauert es zwei Minuten, weil man erst die Ertragsrute suchen, prüfen und auswählen muss.
Foto von gestern, Stammah Zapfen (vom Blatt verdeckt), dann Ertragsrute mit dem diesjährigen Austrieb mit den Trauben.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 16. Jun 2026, 21:54
von Starking007
Heute endlich die Venus in Schlußform gebracht.
Laubengang mit schön paralellen Trieben, in 2 Wochen werden sie den Boden erreicht haben.
Diesmal wirklich streng geschnitten, alle Handspreite ein Trieb, pro Trieb eine Traube ohne Schulter.
3 x 2 Trauben am Trieb.
Morgen folgt die Terrasse, da macht Begrünung 80% aus.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 17. Jun 2026, 10:08
von thuja thujon
Hört sich gut strukturiert und sauber erzogen an. Da wirds auch beim Schnitt im Winter keine Überraschungen oder Fragen geben, sondern man kann das in ein paar Minuten erledigen.
Die Schulter bei den Trauben lasse ich übrigens eher dran, schneide oft nur die Spitze weg. Die reift als letztes, so lange sich die Schulter nicht abquetscht kann sie bleiben. Dichtbeerige Sorten können da Probleme machen, dann weg damit. Die meisten Sorten sind aber doch lockerbeerig genug, dass es keine Matsche im Herbst gibt.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 17. Jun 2026, 13:28
von Starking007
Ich tüte ja alles ein, die Schulter macht Platzprobleme und ist auch später drann.
Winterschnitt gibt es hier nicht, der Laubfall im Herbst erzwingt das Zusammenfegen,
da gehen die Schnittabfälle in einem Zug mit weg. Zweimal kehre ich nicht!
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 21. Jun 2026, 22:55
von thuja thujon
Ich werde die Tage Trauben ausdünnen.
Gerade im Minimalschnitt hängt ziel zu viel, da kommen wohl 70% runter.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 26. Jun 2026, 17:01
von thuja thujon
Chardonnay bei 43°C im Schatten der Traubenzone. Das wird Qualitätsprobleme geben (Säureabbau).
Die gelben Blätter zeigen Hitze- und Trockenstress, genauso wie die kerzengerade Ausrichtung der Triebspitzen. Aktuell verdunstet er etwa 2 Liter pro Tag bzw die muss ich nachfüllen, damit der Topf nicht austrocknet.