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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 9. Aug 2026, 13:20
von thuja thujon
cydorian hat geschrieben: ↑9. Aug 2026, 13:17Schön, dass das Zeug weg ist. Sowohl Klone als auch viele der gepflanzen Rebsorten sind seit den späten 1960er Jahren massgeblich von den jeweiligen Weinbauschulen gewählt und gefördert, darunter ist unglaublich viel Schrott und Sackgassen, die tragen Mitverantwortung für die Misere jetzt. Zuckergehalt und Hocherträge, das waren die Hauptziele. Und was anderes als Wein existierte für die auch nicht mehr.
Chardonnay gehört da aber nicht dazu. Und um hohe Zuckergehalte gehts schon lange nicht mehr bei den Winzern, es werden schon lange eher die leichten Weine gemacht. Siehe auch Diskussion um Aromatik.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 9. Aug 2026, 13:32
von cydorian
Aber eben nicht zu der Zeit, als die gepflanzt wurden. Deshalb: Schön, dass das Zeug weg ist. Chardonnay?Das war eine reine Modesorte, beliebt weil zuverlässiger Massenträger und schliesslich so verhasst, dass er weltweit eine eigene Gruppe von Weintrinkern erzeugt hat: Die ABC-Trinker. "Everything but Chardonnay". Sowas hinterherzuhecheln hat im deutschen Weinbau noch nie funktioniert.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 9. Aug 2026, 13:52
von thuja thujon
Das was mit ABC-Trinker gemeint ist verkennt die Situation in D. Das kommt aus Kalifornien und ist wie in Italien Lambrusco. Schwer, süß, will niemand, kein Thema. Schon lange klar.
Das was im Burgund verfolgt wurde, hat Chardonnay zum Weltklassewein gemacht. Und das ist auch das, was in der Pfalz seit über 20 Jahren gemacht wird/wurde: Spitzenweine, international ausgezeichnet. Deshalb auch Chardonnay pflanzen, weil der im Gegensatz zu Riesling besser mit Hitze klarkommt. Deshalb nicht schön, dass der weg ist, jetzt hatten die Reben ein Alter, wo sie die besten Weine hervorbringen können.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 9. Aug 2026, 15:19
von cydorian
Tatsächlich sind im gesamten deutschen Weinbau die Alkoholgehalte immer nur gestiegen, der Knick nach oben begann in den 1980ern und steht im Moment bei 12,5%, ausgehend von früher 10,5% (immer auf trockene Weine bezogen).
Mit dem Markt für Weine aus Burgund kann der Weinbau nicht konkurrieren, noch nie, jetzt nicht und in Zukunft nicht. Produktionskosten, Vermarktung, Image, Stil, Qualität. Daran ändern auch ein paar wenige hiesige Weingüter nichts, die noch gute Preise erzielen und deren Weine gelobt werden, die meisten gehen nur heftig rückwärts. Alleine in der Pfalz ein Drittel Betriebsaufgaben von 2010 bis 2020. Warum wurde wohl gerodet? Sicher nicht, weil sich der Schardonnäh so gut und teuer verkauft hat. Im Burgund selber sinken die Exportwerte ebenfalls.
Noch nie hat man etwas hinbekommen, indem man meinte, etwas nachzumachen. Wein lebt von Vielfalt und Eigenheit, nicht von "wir versuchen jetzt dasselbe". Nördlich von hier ist der kleine Rest des einstmals riesigen Anbaugebiets an der Tauber. Erfolgreichste Sorte, seit Jahren immer am schnellsten in allen Betrieben ausverkauft die ihn haben: Der Tauberschwarz. Einst vergessen, verlacht und von den Weinbauschulen abgeraten, im bayerntauberfränkischen Teil sogar erst jetzt zaghaft wieder in Kultur. Der ist eine stilistische Antithese zu den West- und Süd-Rotweinen, die man immer mit aller Gewalt nachmachen wollte.
Aber zu den Tafeltrauben: Noch nicht mal bei Winzern selber zu haben. Der Marktanteil von in Deutschland angebauten Tafeltrauben liegt bei gerade einmal 2 Prozent. Mittlerweile gibts schon in Polen eine kommerzielle Tafeltraubenproduktion,
https://winogronakrzyzanowscy.pl
Wahrscheinlich gibts schneller Importe aus Polen wie Eigenanbau...
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 10. Aug 2026, 00:11
von thuja thujon
Der Tauberschwarz wird auch sterben, Aperol Spritz lässt sich nicht unter diesen Bedienungen anbauen. 60 Cent der Liter reichen nicht, 1,20 zahlt keiner.
So ists auch mit den Tafeltrauben, wenn überhaupt Direktabsatz, mit Edeka und Co die Verhandlungen sind immer das gleiche, es ist kostendeckend nicht möglich, wenn die Auflagenflut nicht durch Importerschwernis aufgefangen wird.
In Polen, schau mal auf die Ausgaben für Lebensmittel dort plus Arbeitslohn. Vergleiche das mit D.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 10. Aug 2026, 03:44
von Starking007
Der Buddler hat geschrieben: ↑9. Aug 2026, 12:31
Velez an der Ostwand sind schon ganz lecker, leicht muskatig und schön süß ohne Kerne.
So wäre das nichts für mich!
Bleistiftstark und ein Dutzend Trauben = Überbehang, Spalier, Erziehung?
Oben reif, unten nicht, die Trauben reiben aneinander..............
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 10. Aug 2026, 08:26
von Der Buddler
Die ist natürlich überladen, hab es nicht übers Herz gebracht auszudünnen. Ziehe sie als langen Kordon an der Wand. Frühjahr Rückschnitt der Seitentriebe auf zwei Augen.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 10. Aug 2026, 11:26
von thuja thujon
Und dann? Wo möchtest du die Triebe festmachen? Es fehlt da irgendwie das System.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 10. Aug 2026, 11:53
von Der Buddler
Die hängen dann einfach. Klassische Hauswandrebe halt. Ich mach mir da keinen großen Kopf. Habe mehr Trauben als wir essen können und auch sonst keine Probleme mit Pilz usw.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 10. Aug 2026, 11:55
von thuja thujon
Das hätte ich auch nicht anders erwartet. Aber 20 Kilo Trauben ohne dass sie sich festhalten können wird nicht halten, du hast ja jetzt auch schon 2 Schnüre dran. Und beim Schnitt im Winter kommen irgendwann die Fragezeichen.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 10. Aug 2026, 12:03
von Der Buddler
Was zu arg hängt wird einfach an den Haupttrieb geklemmt. Aktuell sitzt die Masse halt noch unten am "Stamm" (muss erstmal hoch übers Garagentor) nächstes Jahr dann aber in der Waagerechten. Im Winter Radikalschnitt auf zwei Augen. Mache ich mit der Kodrianka seit Jahren so und hatte nie Probleme.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 10. Aug 2026, 12:07
von thuja thujon
Ok, dann probiere mal. Aber Velez wächst schon anders wie Kodrianka.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 13. Aug 2026, 09:56
von thuja thujon
Balkonlagen sind schon speziell, wenn die nächtliche Abkühlung fehlt. Eigentlich ist die Weinlese hier für den 22. August prognostiziert, also erst nächsten Samstag, das ist Rekord früh.
Chardonnay im Kübel hat jetzt 94 Oechsle, kann deshalb schon runter, anderthalb Wochen früher.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 24. Aug 2026, 18:16
von Mediterraneus
Kein Chardonnay, Muscat Bleu.
Die Trauben sind kleiner als sonst.
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
Verfasst: 24. Aug 2026, 23:31
von thuja thujon
Sieht passabel aus.
Kleinere Beeren wie sonst gibts hier fast überall, die Trauben sind je nach Lage etwas mehr verrieselt, unterm Strich gibts aber vor allem eine viel zu frühe Reife.
Ich messe morgen mal Oechsle durch und werde dann in die Bittzlerproduktion einsteigen. Säureabbau war ja jetzt auch da die Tage.
Zum so von der Hand in den Mund essen gibts ja schon länger was.