Seite 9 von 9

Re: Kernlose Berberitze "Asperma"

Verfasst: 23. Sep 2026, 19:49
von Murraya
Ich wohne in Süddeutschland. Da ist Niederlande noch weiter als Hortensis.
@hyla: Ich habe vor ein paar Jahren mal angefragt, als wir vom Urlaub nach Hause gefahren sind und bei ihm vorbeigekommen; da hatte er keine. Die Aussage war etwas vage, wann er sie hat. Offensichtlich ist die Vermehrung da kompliziert.

Re: Kernlose Berberitze "Asperma"

Verfasst: 23. Sep 2026, 20:42
von Hyla
Ja, wird so sein. Bekannte haben eine normale Berberis vulgaris und da geht's auch nur gut über Samen.
Falls die Spritpreise jemals wieder fallen, könnte ich hinkutschen. Ist nicht gerade ums Eck, aber er hat ja noch mehr. :D
Oder es erbarmt sich jemand, der in der Nähe wohnt. ;)

Beim Niederländer habe ich nichts im Shop gefunden. Muß mal gucken, wo der Laden ist. Edit: 4 Stunden von mir. Äh, ne, ist mir zu weit. :P

Wenn man wüsste, aus welchem Land die kommen. Steht nichts auf der Verpackung?

Re: Kernlose Berberitze "Asperma"

Verfasst: 23. Sep 2026, 21:00
von cydorian
Der Iran deckt rund 95 % des globalen Bedarfs an getrockneten Berberitzen. Dort wird die spezielle kernlose Sorte „Asperma“ (Berberis vulgaris var. asperma) bereits seit Jahrhunderten kultiviert. Es sind aber vermutlich alte Gewöhnliche Berberitzen, deren Früchte – wie Clusius beobachtet hatte – mit zunehmendem Alter kernlos werden. So stehts in Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Gewöhnliche_Berberitze

Re: Kernlose Berberitze "Asperma"

Verfasst: 23. Sep 2026, 21:22
von Murraya
Könnte man dann nicht, so wie bei Efeu, von der Altersform Stecklinge nehmen? Das muss doch schon mal jemand gemacht haben.
@hyla: falls Du wirklich zu Hortensis fahren magst, könnte ich gerne nochmal anfragen, wie das bei ihm im Moment aussieht....
Ist ja auch nicht eilig, schließlich suche ich, und offensichtlich auch etliche andere ja schon einige Jahre.

Re: Kernlose Berberitze "Asperma"

Verfasst: 23. Sep 2026, 21:53
von cydorian
Lies mal den verlinkten Artikel. Da steht auch drin, dass alte Sträucher, die kernlose Früchte tragen wieder Früchte mit Kernen tragen, nachdem sie zurückgeschnitten wurden.

Das spricht nicht sehr für kernlose Früchte von Stecklingen. Ist wohl nicht nur Sorten- sondern auch Altholzfixiert. Gut Ding braucht Weile :-)

Ist wohl ein Altersdimorphismus. Kennt man von anderen Gehölzen.

Re: Kernlose Berberitze "Asperma"

Verfasst: 23. Sep 2026, 22:26
von Hyla
Murraya hat geschrieben: ↑23. Sep 2026, 21:22 @hyla: falls Du wirklich zu Hortensis fahren magst,
Sorry, dieses Jahr nicht mehr. Wir müssen noch an Haus und Garten rumbasteln und da können wir nicht ein Wochenende zur Einkaufstour aufbrechen. Sind von mir auch 150 km oder so und wir sind nicht mehr so knackig frisch. ;D

Iran ist gerade nicht so toll. :-X

Ich werde mal die Bekannten mit großer Berberitze fragen, wenn ich sie spreche, ob ihre auch kernlose Früchte macht. Der Strauch ist schon älter und ziemlich groß.

Re: Kernlose Berberitze "Asperma"

Verfasst: 24. Sep 2026, 10:32
von Murraya
Das Problem kenne ich. 150km sind auch nicht so ohne zu fahren.
Bei uns gibt es etliche wilde Berberitzen in der Gegend, dann muss ich da mal durchschauen, ob es kernlose gibt. Leider weiß ich nicht wie alt sie sind, aber zum Teil sind sie schon recht groß. Vielleicht habe ich Glück.

Re: Kernlose Berberitze "Asperma"

Verfasst: 24. Sep 2026, 13:09
von Hyla
Mit kleiner Taschenlampe sollte das schnell zu klären sein. Hier gibt's meines Wissens nach kein Wilden und in Gärten ist die B.vulgaris kaum verbreitet.

In Frankreich nennt man die daraus gemachte Konfitüre anscheinend Confiture d’épine-vinette.
Vielleicht kommt man über deren Hersteller an Pflanzen. Wo viel hergestellt wird, müssen anbauende Landwirte in der Nähe sein.
Leider spreche ich null französisch, was die Internetsuche erschwert. :-[

Re: Kernlose Berberitze "Asperma"

Verfasst: 24. Sep 2026, 14:52
von cydorian
Frei spekuliert: Es könnte beides sein. Ein Altersdimorphismus, der bei bestimmten Sorten besonders ausgeprägt ist. Plus diese Sorte eben. Sicher ist, dass die Pflanze evolutionär gesehen einen Mechanismus besitzt, mit dem sie die Entwicklung ihrer eigenen Samen aktiv abbrechen kann, um Energie zu sparen. Der ist bei "Asperma" vielleicht stärker ausgeprägt.

Für die meisten Sachen müssen die Beeren eh nicht entkernt werden. Die kleinen Kerne in den Beeren sind weich genug und können problemlos mitgegessen werden. Marmelade, Gelee: Gekochte Masse durch eine feine Passiermühle streichen.

Ich hab mal gesucht, ob es nähere Erkenntnisse dazu gibt. Durchaus interessant, ein paar Links dazu:
https://www.ijbiotech.com/article_7087.html (demnach zeigt die kernlose Berberitze keine grosse genetische Abweichung zu anderen Berberis Integerrima)
https://www.pflanzenforschung.de/de/pfl ... n-vo-10215 (Erklärung für die Kernlosigkeit)
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11803380/ (zur Genomsequenzierung der Berberitze)