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Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 10:44
von thuja thujon
Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 16. Mai 2026, 10:33Untere Blätter zu bodennah: Up to you / Take action...
Alle Arbeiten an der Kultur, wenn die Zeit dazu ist. Phytophthora Index mit den härtesten Einstellungen ist bei 66 von 100. Also noch Zeit. Die Blätter unten dürfen bleiben, bis es demnächst mal trockener wird und die Wunden schneller eintrocknen.

Wenn dich die Veredlungsstelle bzw freimachen stört: es sind schon Bäume gestorben, weil jemand Paletten auf der Baumscheibe abgestellt hat. Alle Wurzeln brauchen Sauerstoff zum atmen, wenn es sich nicht gerade um Mangroven und ähnliches handelt. Zudem sind die ersten 10-15cm die biologisch aktive Bodenschicht. Nicht das inaktive unterhalb Spatentiefe. Tomaten tiefer setzen hat was von Beerdigung. Wie gesagt, wenn zusätzliche Wurzeln gebraucht oder gewollt werden, schräg pflanzen, Trieb knapp unter der Bodenoberfläche ablegen. Prinzipiell kommt eine Tomate aber auch mit ihrem Hauptwurzelsystem aus und ist nicht auf andere Wurzeln an den Trieben angewiesen.

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 10:55
von adiclair
Wer seine Pflanzen - ob selbige nun verspargelt oder nicht - dementsprechend tiefer pflanzen will, nun aber Bedenken hat (und vor lauter Bedenken nun nicht mehr in den Schlaf kommt), dass deswegen nicht mehr genug oder schlimmer noch gar keine Luft mehr an die Wurzeln kommt - der kann sich ja mit diesen Gießhilfen behelfen und selbige direkt an die Pflanze stecken (eine pro Pflanze sollte genügen). Win win -> Pflanze wird direkt an der Wurzel mit Wasser versorgt und für die Sauerstoffversorgung der Wurzel ist auch gesorgt.
https://www.amazon.de/Maximex-Wurzel-Gi ... =8-15&th=1

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 11:00
von Tempel-Hof-Gärtner
thuja thujon hat geschrieben: 16. Mai 2026, 10:44 Wenn dich die Veredlungsstelle bzw freimachen stört...
Hä...??? / ;)
thuja thujon hat geschrieben: 16. Mai 2026, 10:44 Tomaten tiefer setzen hat was von Beerdigung.
Totgesagte leben länger... *gg*
Also bottom line: Ist einer der überflüssigsten "guten Tipps", der als Hoax immer wieder recycelt und von Tomatenpflanzenden landauf, landab praktiziert wird - netterweise, ohne größeren Schaden anzurichten... ;)

Aber mal GRUNDSÄTZLICH: Wenn unterhalb der Spatenebene (und in der unbenannten Zwischenzone zwischen -10/-15 & Spatentiefe (definiert üblicherweise als -25/-30 cm) Wurzeln wg. Sauerstoffmangel SO schlecht wachsen sollen: Warum tun sie es dann trotzdem...?

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 11:07
von adiclair
thuja thujon hat geschrieben: 16. Mai 2026, 10:44Tomaten tiefer setzen hat was von Beerdigung.
Ja, 1,80 m wäre mir dann auch zu tief für die Tomatenpflanzen...
Das werden dann ja keine Paradiesäpfel mehr, sondern Erdäpfel.

;)

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 11:18
von thuja thujon
Veredlungsstelle wegen Bäumen im Topf, der Vergleich hat dir ja nicht gepasst.

Die Wurzeln unten wachsen weil sie da auch ein bisschen Sauerstoff abbekommen, sorgen dort unten für die Wasserversorgung, nicht für die Nährstoffversorgung, weil die wie gesagt weiter oben passiert. Weil es dazu Feuchtigkeit braucht, damit Humus leben kann, deswegen ist das Töpfe nebendran vergraben oder die verlinkte Gießhilfe von Amazon grundverkehrt. Das ist der nächste Tip, der über den Haufen geworfen werden kann.

Der Tip mit tiefer pflanzen kommt von Leuten, die Tomaten nicht optimal angezogen haben. Wer sagt denn, dass es im Beet besser läuft? Da sind viele doch selbst mit gerade mal einer reifen Rispe zufrieden und wollen eigentlich gar nicht so viel, wenn man mal fragt. Zumindest nicht, wenn sie gerne fachliche Dinge persönlich nehmen. Ich habe noch nie gehört, dass Tomaten professionell tiefer gepflanzt werden, wenn dann erhöht auf Dämme.

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 11:39
von Tempel-Hof-Gärtner
Und so ward auch das erklärt (worum Wurzeln auch in der "Todeszone" wachsen)... 8)
WARUM dass mit den Giesshilfen, egal ob mit eh vorhandenen Töpfen oder extra-gekaufter Tiefenhülse nen falscher Fehler sein soll, habe ich aber (auch) noch nicht geschnallt: Weil dann die ("eigentlich" zu befeuchtende) biologische aktive Zone umgangen wird (was ja allenfalls für die Amazon-Hülsen gilt, da die Topf-Variante ja i.d.R. mitten in diesem Tiefenbereich sitzt) - oder noch wg. was anderem...?

(Wenn man böse sein wollte, könnte man ja mal "die Natur" fragen, warum sie eigentlich so blöde war, die biologisch aktive Zone in die trocknungsgefährdeten oberen Bodenzentimeter zu verlegen, statt dahin, wo sie die für die biologische Aktivität nötige Feuchtigkeit in aller Regel besser findet...? ;D )

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 12:01
von adiclair
Man muss ja nicht generell über die Hülse die Pflanze mit Wasser (und Nährstoffe) versorgen - es ginge ja gewiss auch, wenn man um die Pflanze herum das Wasser verteilt (und die Hülse dann 'nur' für die Sauerstoffversorgung der 'zu tief gepflanzten' Wurzel zuständig ist).

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 12:08
von adiclair
...und wenn ich dann von so Leuten lese, wenn deren Pflanzen (oder auch die Pflanzen anderer) verspargelt sind, dann mit so Sprüchen kommen '...beim Auspflanzen einfach tiefer pflanzen, dann gibt sich das mit der Verspargelung von ganz allein...' und dann genau diese Leute die reinste Tomatenschwemme haben... Hallo?

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 12:20
von Der Buddler
Man muss doch daraus keine Wissenschaft machen. Wenn die Anzucht misslungen ist und die Pflanzen verspargelt sind, pflanzt man sie halt tiefer, bevor der dünne Stängel noch umknickt. Vermeiden lässt sich das Ganze abe einfach durch Umzug der Töpfe ins Frühbeet oder Gewächshaus ab April. (ggf. Vlies oder Grabkerze, wenns mal richtig kalt wird)

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 12:29
von adiclair
Man muss keine Wissenschaft draus machen.
Wenn dann aber der Fachberater nach Fachliteratur pflanzt (und berät) und alle anderen Pflanzmethoden sind Schwachsinn, dann ja dann...

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 13:29
von Tempel-Hof-Gärtner
Der Buddler hat geschrieben: 16. Mai 2026, 12:20 Vermeiden lässt sich das Ganze abe einfach durch Umzug der Töpfe ins Frühbeet oder Gewächshaus ab April. (ggf. Vlies oder Grabkerze, wenns mal richtig kalt wird)
DAS ist ja eben genau DIE Gretchenfrage, ob das (überall) SO einfach ist - oder eher ein Vabanque-Spiel für Warmgärtner-Regionen... ;) (und was "richtig kalt" GANZ KONKRET bedeutet, ist bislang weder "der Wissenschaft" noch "dem gemeinen Gartenvolk" so richtig ein Begriff... 8) )

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 13:59
von Mottischa
Ich pflanze die Tomaten erst Ende Mai aus, setze sie tiefer und schräg ein, gebe Brennesselblätter usw. dazu und fertig. Ich habe Spaß daran und freue mich über eine gute Ernte und stabile Pflanzen, die ich weiter vermehren kann und die mit unserem Norddeutschen Klima im Freiland klarkommen. Das ist für mich weder Wettbewerb, noch wissenschaftliches Experiment. Und darum bin ich auch nicht bereit Opferpflanzen zum Temperaturtest auszupflanzen. Zumal Temperatur nicht gleich Temperatur ist, da spielen Wind, Feuchte und Standort auch eine große Rolle. Und was bringt es jemandem aus der Rheinebene zu wissen, wie sich meine Pflanzen in der Norddeutschen Tiefebene verhalten, damit kann er gar nichts anfangen ???

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 14:32
von Hyla
Jetzt würde mich aber mal interessieren, wie du das Wasser an die Pflanze bekommst. ;)
Töpfe sollen wir ja nicht einbuddeln, bleibt eigentlich nur noch Gießring oder eine Gießrinne durchs Beet.

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 16:23
von Der Buddler
Also um mal konkret zu werden. Bis -3 haben Tomaten hier unter einfacher Folie schon überlebt. Vor einigen Jahren gab es hier im April -4. Dem alten Italiener, der hier seit Jahrzehnten Tomaten ab Anfang April unter Folie hat, sind sie da zum ersten und einzigen Mal erfroren. Ich persönlich schmeiße ab Vorhersage 2/3 Grad zur Sicherheit noch ein Vlies drüber.

Allerdings sind wir hier im Oberrheinklima begünstigt. Das durchschnittliche Temperaturniveau ist einfach höher. In kühleren Gegenden würde ich statt Anfang April dann vll. Mitte April als Umzugstermin der Tomaten wählen. Mittelgebirge, Alpenvorland, Meckpomm usw. vielleicht noch später. Kann ich nicht wirklich beurteilen.

Re: Tomaten 2026

Verfasst: 16. Mai 2026, 16:49
von Tempel-Hof-Gärtner
Herrlich konkret, danke Buddler!
Und ja exakt auf der Linie, die TT als erstmal schwer zu glaubende These in die Welt gesetzt hat, weil man ja diesbezüglich so GANZ anders sozialisiert ist...

Und noch ne gute Nachricht: 0° sind an der Küste genauso kalt oder warm wie im Oberrheingraben, denn Temperatur bleibt imho DER haupt-entscheidende Faktor.
Dass darüber hinaus auch andere Nebenfaktoren in dieser Kälte-Toleranz-Frage mit hineinspielen, die von Mottischa genannten ebenso wie eine (sehr) gute Kalium-Versorgung und die Frage des richtigen Übergangszeitpunktes zwischen der Anzucht drinnen und dem Rau-Klima draußen bzw. im Tunnel oder Kaltgewächshaus, das können ja alles Faktoren sein, die wir im kommenden Frühjahr in einem Extra-Strang auf dem Schirm haben.

Ich bin trotz der generellen Ernsthaftigkeit von TT (im großen & ganzen jedenfalls... 8) ) und den (leider noch nur sehr wenigen) Erfahrungen, die hier "erkämpft" wurden, noch nicht ganz überzeugt und will das Experiment mit ein paar "Opferpflanzen" im nächsten Jahr auf jeden Fall machen - und freue mich natürlich über Mit-Macher.

Für dieses Jahr ist der Dropps nun final gelutscht: Ab sofort ist Sommer befohlen... ;)