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Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 13:34
von Henning
Ha, jetzt gehtdie Diskussion "an's Eingemachte", genau meine Fragen und Beobachtungen stehen an.@ Riesenweib, danke für Deine Hinweise, damit kann ich prima experimentieren:
zielstrebig beschneiden, Stengel flachlegen und senkrecht aus den Trieben sprießen lassen.@pearldu verlangst Standortgerechtigkeit, ok, ich auch.Ich habe mir eine Exceldatei angefertigt, in der ich alle Pflanzen aus meinem Garten aufgelistet habe. Vor allem bei den einheimischen Pflanzen gibt es wunderbare Informationen zu den Ansprüchen der Pflanzen,(Lichtzahl, Feuchtezahl, Reaktionszahl, Stickstoffzahl)
http://www.floraweb.de/In den Büchern von Reinhard Witt gibt es eine anderes Charakterisierungssysem der einheimischen Pflanzen (halte ich nicht für so sinnvoll, vor allem fehlt die Differenzierung der Bodenansprüche (basisch-neutral-sauer ))Jetzt konnte ich sehen, welche Pflanzen bei mir besonders gut wachsen, damit bekam ich profunde Informationen über meinen Gartenboden und konnte gezielt Pflanzen aussuchen, wobei ich im Moment nur mit einheimischen Pflanzen experimentiere (Es gibt eine Ecke, die kriege ich (noch) nicht in den Griff). Ich bin da aber nicht puristisch, ich will nicht unbedingt einen einheimischen Biogarten, sondern einen ökologischen Wildwuchsgarten, aber die erforderlichen Standortinformationen bekomme ich eben nur bei den einheimischen Pflanzen.
Stauden schneide ich grundsätzlich auf standortgerechten Pflanzungen der Freiflächen nicht zurück. Habe ich hoch wachsende Stauden, dann will ich hochwachsende Stauden.
Zum Hochwachsen hat Riesenweib sich plastisch geäußert, "dem habe ich nichts hinzuzufügen". Mein Problem ist, daß niedrig wachsende Stauden bei mir von den anderen Pflanzen erstickt werden und ich kann mich noch nicht dazu aufraffen, einen Bereich gezielt niedrig zu halten (d.h. jäten,jäten,jäten). Mir reicht es, wenn ich jedes Jahr einen "Feind" auswähle (nächstes Jahr der Waldziest), weil er andere Pflanzen zu sehr bedrängt.Zu meiner Philosophie:ich habe nichts gegen Jäten schneiden, rupfen.....Ich will ja nicht, daß sich ein natürliches Pflanzengleichgewicht herstellt, ich gestalte ja.macrantha hat dazu etwas sehr schönes gesagt:
In Pflanzungen, die sehr nah an natürlichen Gesellschaften orientiert sind, muß man sich wohl eher von dem Gedanken verabschieden, dass die Flächen zu jeder Zeit gut aussehen.
Das ist meine Ästhetik, ich habe Freude an Veränderungen, Jahreszeiten, halte die Regenschmuddeltage im Winter für wichtig, weil sie den Frühling schon wieder andeuten, bei mir ist das dann vor allem erst einmal ein Meer von Schabockskraut und Lungenkraut (Scillas werden leider von denen erstickt. Ich denke, meine Fotozusammenstellung vermittelt das etwas (ich kann andere Gärten aber auch schön finden

).Ein weiterer wichtiger persönlicher Anspruch: wenn frühblühende Pflanzen sich zurückziehen bzw. ihre Blütezeit überschritten haben, sollen an der Stelle möglichst die Spätblüher die Lücke füllen.Meine Paradestück hat sich gleich am Sitzplatz am kleinen Sumpfbeet entwickelt. Erst protzt der Waldmarbel, und dann quetscht sich der Wiesenknöterich dazwischen, dann meldet sich der Bachnelkenwurz und zum Schluß klettert aus dem Pflanzeneintopf zartblättrig (engelhaft

) (das/der (?)) die Pflanze Sumpfgeranium heraus.(

)Gruß Henningich werde in meinem nächsten thread nach spätblühenden Stauden für einen Wildwuchsgarten fragen (Riesenweib: Dein Herbsteisenhut z. B.). Es wäre schön, wenn Ihr mich dann beraten würdet.
Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 13:48
von Henning
ähhhhhmich habe noch eine Frage vergessen.Ausgangspunkt:Eine Staude (Wuchshöhe Listenvorgabe 80 - 160)erhält ausreichend Sonnenenergie und wird 120 hochVeränderung:Im nächsten Jahr erhält die Staude erheblich mehr Sonnenenergie.Frage:Reagiert die Pflanze mit mehr Längenwachstum oder bleibt sie sogar niedriger?demente Grüße Henning
Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 14:05
von Staudo
Keine Angst vor Fragen. ;)Von ein paar Spezialfällen abgesehen bleiben Pflanzen bei intensiver Besonnung niedriger.
Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 14:42
von altrosa
Ich habe die gleichen Gartenvorstellungen wie du, Henning, und auch die gleichen Probleme. Von hohen einheimischen Stauden habe ich Akeleiblättrige und gelbeWiesenraute. Einige habe ich vor Hopfen gepflanzt und lasse sie von ihm festhalten. Ich schneide andere nach der Blüte halb oder ganz zurück, das ertragen sie gut. Mädesüss ist bezüglich Umfallen mein grösstes Problem: ich schneide völlig unsystematisch bodeneben ab, wo es Zartes erdrücken will. Naturnah stützen kann man auch mit Reisig, das man in den Boden steckt, wenn das Wachstum richtig beginnt. Eine sehr standfeste hohe Staude ist die Behaarte Karde (Dipsacus pilosus), man kann sie auch als Stütze für zartere hohe Stauden brauchen, allerdings vermehrt sie sich je nach Standort stark. Mittelhohe Stauden wie Geranium pratense und Alchemilla mollis schneide ich im Juni vollständig zurück, sie nehmen das wie alle Wiesenblumen überhaupt nicht übel und blühen im Herbst evtl noch einmal nach. Noch keine befriedigende Lösung habe ich für Königskerzen gefunden.Nach meiner Beobachtung bleiben gut besonnte Pflanzen kleiner als im Schatten stehende, die sich dem Licht entgegen strecken müssen.
Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 21:29
von riesenweib
heute hab ich mir wieder gedacht, dass es doch sehr sinnvoll ist, wenn im zuge des verblühens und der samenreife (hoch)stauden (v.a. die ohne flugsamen) lagern. Die kinders kommen dann weit genug von der elternpflanze auf, sodass sie sich nicht ins gehege zu kommen was nährstoffe angeht.
Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 21:31
von pearl
hm, mir ist nicht ganz klar, warum ihr zartes oder niedriges zwischen dem hohen umkippenden haben wollt. Dafür habe ich verschiedene Bereiche im Garten. Eben verschiedene Lebensbereiche. Ich sage nicht, dass man dafür viel Platz brauch. Mein "Schwäbisches Alpinum" ist ca 2 qm groß. 1 Jahr alt. Aber es funktioniert und nichts fällt darin um oder wuchert, es ist alles nett an seinem Platz und es ist erwünscht, dass sich etwas versamt.Mädesüß ist ein großer sich selbst stützender Bestand am Bach und Thalictrum in verschiedenen Sorten ist zwischen andere Stauden eingekesselt. Iris sibirica oder Rainfarn und Taglilien. Ah! Jetzt hab ichs! Wovon ich rede sind große Bestände und kräftige Horste, die in genügend Nährstoff und Feuchtigkeit wachsen. Keine Futzeldinger vom Gartencenter, keine neuen Pflänzchen. Sowas päppel ich natürlich vor. Dann muss ich sie nicht vor rabiaten Nachbarn schützen, indem ich die Nachbarn ständig köpfe.
Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 21:40
von pearl
bei mir gibt es im mediterranen Garten eine Schneideausnahme bei Artemisien. riesenweib sprach von ihrem Beifuß, den sie schneidet.Zu meinen Bartiris wo ich die Flächen mit Splitt bedecke, kombiniere ich Artemisien. Manche der silberlaubigen Sorten will ich nicht zur Blüte kommen lassen, die interessiert mich nicht. Also schneide ich die zurück, wenn ich daran denke.Von Helianthus salicifolius und Helianthus orgyalis würde ich auch die Blüten abschneiden, wenn ich dran oder dazu kommen würde. Im Oktober.
Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 21:42
von altrosa
Die "Zarten" sind nicht wirklich zart, nur nicht so standfest, z.B. Rote Lichtnelke oder Geissraute. Und ein Problem zu vieler umgefallener Pflanzen ist -abgesehen von der Aesthetik- dass sie am Boden faulen und Jungpflenzen ersticken.
Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 22:06
von riesenweib
pearl,
ich habe aber doch wirklich nirgends gesagt, dass ich zartes zwischen kräftiges stehen hätte? Jedenfalls nur solange bis ich checke, das etwas woanders manierliches bei mir wuchert

.ich schneide übrigens nicht "meinen beifuss" - diese formulierung impliziert eine solopflanze - sondern einen von mehreren. Heute bin ich wieder auf der bank visavis den grössten beifüssern gesessen. Die sind 2,2-2,5 hoch im moment, vollblühend, ohne lagerungstendenzen. Wenn ich dran denke mach ich ein foto morgen.
witzig, ich hab noch nie blüten abgeschnitten von einer pflanze, weil sie mir nicht gefallen. Mein weg: entweder arrangiere ich mich mit ihnen, oder schenke die pflanze her. Ist aber in dem zusammenhang eh OT.ach ja, heute hab ich beifuss bie uns wild in einer flussnahen wiese gesehen - muss mal schauen, ob ich den in der hochstaudenwiese ansiedeln kann. Und den ampfer von gleich hinter der hecke, der so schön dunkelbraun abreift...
Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 22:18
von pearl
aber du doch nicht! riesenweib ich hab dich nur mit dem zweiten Beitrag gemeint, den mit deinem Namen drin. *schmunzel*"Deinen Beifuß" meinte ich wie "meine Artemisien". Einen ordentlichen Bestand eben. Pflanzen müssen viel und kräftig sein. Monstermäßige Exemplare sind mir gerade recht. Mein Wermut versucht gerade meine Schmetterlingsflieder zu überholen und wetteifert mit der Weidenblättrigen Sonnenblume. Dagegen ist wegen der Trockenheit die Sonnenblume 'Lemon Queen' ganz eingeschüchtert. Halb so hoch wie gewöhnlich. Bei einem vernünftigen Gartenkonzept ist es unmöglich, dass eine Pflanze zu sehr wuchert.Hihihi, bin gespannt, ob ich das in ein paar 5 oder 10 Jahren noch sagen werde über meinen Schwarzen Bambus. Mit Riesensonnenblume 'Sheila's Sunshine' und Blauem Beinwell!
Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 22:31
von riesenweib
ah, wie bei mir, hinter dem beifuss steht drei- oder vierjähriger versamter sommerflieder
1, grad schon höher wie dieser.Dahinter holler, espe, wilde clematis, und flieder. Geerbter schlingknöterich kommt aus dem hinterhalt, und der vor drei jahren dazugesetzte wilde-wein-wurzelrissling hat sich nicht verabschiedet, sondern war offenbar nur im untergrund. Heuer presst er sich am knöterich vorbei.Es wuchert das a freud ist. Den winter werma aber ein wengerl eingreifen...ach ja, bis auf den flieder und den knöterich (vor 40 jahren gepflanzt) alles floras geschenke.ach ja ach ja: mädesüss lagert bei mir, steht aber ncht vollsonnig usw. Versamt erfreulicher weise. Ganze wiese voll, der duft und so

.
1auf einem sandhaufen, der auf einer alten folientunnel-folie liegt, schichthöhe 50-75cm, in etwa. Offenbar funzt der H2O-abzug trotzdem.
Re: Es wuchert, dass a Freud ist
Verfasst: 31. Jul 2008, 22:39
von pearl
bei mir dahinter uralter Apfelbaum, bei dem nur ein Stammsegment noch Saft hat und der andere Teil malerisch in zimtfarbenem Brockenbruch zerfällt und wohl die Wohnung der unzähligen Schwarzen Holzbienen ist. Hinter dem Apfelbaum Schwarzblättriger Holunder und weißer Bauernjasmin mit der Rosa multiflora 'Momo' und in den Apfelbaum rein Ampelopsis brevipedunculata, Porzellanwein.
Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 22:41
von Staudo
Von Helianthus salicifolius und Helianthus orgyalis würde ich auch die Blüten abschneiden, wenn ich dran oder dazu kommen würde. Im Oktober.
Die orgyalis hat hier heute die erste Blume geöffnet. Abschneiden würde ich sie nicht.
Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 22:42
von pearl
nicht zu gelb?
Re:es wuchert zu sehr
Verfasst: 31. Jul 2008, 22:43
von Staudo
Ich habe nichts gegen gelb. Außerdem stehen zu ihren Füßen die Cyclamen. Wann schaut man da schon mal hoch?