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Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 27. Sep 2010, 23:20
von Schlafmützchen
Lass mal, Schlafmützchen, mit meinen Biotopen kenne ich mich ein wenig aus
aber die Rede war von drei Miniteichen und Miniteiche sind nun mal nicht für die Pflege und schon gar nicht für die Überwinterung von Schildkröten geeignet
Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 27. Sep 2010, 23:25
von ManuimGarten
Ist es überhaupt real, dass ein Flußkrebs in einem Teich überlebt? Ein Fluß ist immerhin ein Fließgewässer mit erhöhtem Sauerstoffgehalt, da kann ein Teich nicht mit. ???Ich war einmal in der Firma Teilnehmer von einem Kochkurs (Manager kochen gemeinsam

), wo der Koch Flußkrebse ins siedende Wasser warf. Ich habe gebeten, ob ich meine nicht lieber mitnehmen kann. 2 Krebse habe ich dann zuhause in den Teich gegeben, einer ging gleich ein, den anderen sah ich auch nie mehr.


Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 27. Sep 2010, 23:40
von partisanengärtner
Auf den ersten Blick würd ich sagen Galizischer Sumpfkrebs. So anspruchsvoll sind die meisten Amerikaner nicht. Der Galizier ist ein Europäer aber auch nicht so anspruchsvoll er mag sommerwarme Gewässer. Leider ist er auch gegen die Krebspest empfindlich und da die Krebse leider im Handel nicht konsequent getrennt werden sterben sie in kurzer Zeit an der Krebspest. Also nix mit nicht teichgeeignet. Zumindest diese Art wäre teichtauglich.(Nicht dauerhaft Tümpeltauglich)
Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 28. Sep 2010, 08:01
von fars
Der Händler auf dem Gartenmarkt gab sich sehr kundig und hat Gegenteiliges behauptet. Klar, er will ja auch verkaufen. Allerdings ist er regelmäßig auf diesem periodisch stattfindenden Markt vertreten und müsste sich dann gegen Reklamationen wehren.Aber deine Hinweise, Axel, haben mich sehr nachdenklich gemacht. Ich werde jetzt erstmal den Händler anmailen und um klare Definition der Tiere bitten.Ich werde berichten.
Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 28. Sep 2010, 08:06
von fars
Lass mal, Schlafmützchen, mit meinen Biotopen kenne ich mich ein wenig aus
aber die Rede war von drei Miniteichen und Miniteiche sind nun mal nicht für die Pflege und schon gar nicht für die Überwinterung von Schildkröten geeignet
Da kommt es auf die Definition von "Mini" und die Teichtiefe und die nähere Umgebung der Teiche an.Meine drei Teiche liegen dicht beieinander (2 m und 5 m), zwei haben einen Durchmesser von 4-5 m und eine Wassertiefe von ca. 1,20 m. Einer liegt recht sonnig. Platz für einen Sandhaufen ist auch vorhanden.Ein Nachbar hat einen deutlich kleineren Tümpel, in dem seit Jahren eine amerik. Schmuckschildkröte lebt und überwintert.
Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 28. Sep 2010, 08:18
von partisanengärtner
Reklamationen sind kaum zu erwarten. Wer die einheimischen noch hat, weiß Bescheid. Andernfalls hat er sie nicht mehr. :-XWenn irgendwo dadurch ein Restbestand verwindet ist die Ursache kaum nachzuweisen da die Amerikaner ziemlich flächendeckend vorkommen.Durch meine Kontakte zur Behörde weiß ich allerdings von einem Fall, (ein Speichersee) Wo ein Amerikaner (Signalkrebs) zusammen mit unserem Astacus vorkommt, unserer ist in den Tiefenbereichen, da er niedrigere Temperaturen verträgt. Der Signalkrebs muss nicht zwingend Träger sein (wie in diesem Fall), aber leider ist er immer bereiter, dauerhafter Infektionsträger.Auf Dauer wird wohl nur eine freundliche Mutation bei unserem Astacus die hundertprozentige Todesrate bei Infektion verhindern.Ohne einen Dauerwirt wär der Spuk schon längst vorbei.Ob sich Krebse und Wasserschildkröten langfristig vertragen wage ich zu bezweifeln. Krebse finden die auch lecker ;DSpätestens bei der Häutung ist er dran.
Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 5. Dez 2010, 13:38
von holzmama
Hallo ,mich würde interessiern, welcher Art die Krebse nun waren.Da es die Art "Europäischer Flusskrebs" gar nicht gibt, vermute ich schwer, dass sich erstens der Händler hinten und vorne nicht auskannte und dass es zweitens nicht-einheimische Krebse waren, die er verkauft hat. Sehr oft wird der Kamberkrebs (Orconectes limosus; ein "Amerikaner") als "Flusskrebs" in den Handel gebracht, und der ist in der Regel 'krebspestinfiziert', zumindest Überträger dieser Krankheit. (Kennzeichen: Orconectes limosus hat rote Querbänder auf den Schwanzsegmenten.) Im Übrigen stimme ich voll mit der Meinung von Axel überein.Ich halte selber Edelkrebse, allerdings in einem großen Weiher, in dem sie sich gut vermehren.Es ist unverantwortlich, Krebse, die keine einheimischen Krebse sind (und hier gibt es nur Edelkrebs, Steinkrebs und bedingt noch den Galizischen Sumpfkrebs) und vor allem Krebse, die nicht von einer "Krebspest-sicheren" Quelle (bzw. Händler) stammen, in die freie Natur zu setzen. Die Gefahr des Abwanderns und die damit verbundene Infektionsgefahr ist enorm.PS: Letzten Herbst hatte ich eine Krebspestinfektion in einem meiner Weiher. Alle Edelkrebse, und das waren mehrere Tausend, waren innerhalb weniger Tage tot. Soviel zur Gefährlichkeit der Krebspest.
Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 5. Dez 2010, 14:31
von partisanengärtner
Zur Zeit seh ich öfter den Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus) der leider unserem sehr ähnlich sieht. Ist auch wesentlich größer und attraktiver als der Kamberkrebs.Diesen hab ich schon länger nicht im Handel gesehen.
Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 8. Dez 2010, 16:01
von Katinka
Der Händler auf dem Gartenmarkt gab sich sehr kundig und hat Gegenteiliges behauptet. Klar, er will ja auch verkaufen. Allerdings ist er regelmäßig auf diesem periodisch stattfindenden Markt vertreten und müsste sich dann gegen Reklamationen wehren.
Hallo Fars,aus eigener schlechter Erfahrung möchte ich dazu etwas sagen: Wir haben einen großen Fischzüchter in der Gegend, der vor einigen Jahren auch "Europäische Edelkrebse" verkaufte. Ich habe extra nachgefragt und er bestätigte es.Einige Jahre später erfuhr ich, dass er auch die amerikanischen Krebse als Europäer verkauft hat. In einem Forum bin ich fast für meinen Kauf gesteinigt worden, das war nicht ok. Aber im Nachhinein hatten die Leute dann doch recht, auch wenn der Ton daneben war.Ich habe gelernt, dass man bei Krebsen extrem vorsichtig sein sollte, was den Züchter betrifft. Und kaum jemand wehrt sich gegen "falsche" Krebse, weil die meisten Käufer nichts darüber wissen.Hier gibt es recht gute Informationen:
http://www.hochwald-edelkrebse.de/ff220 ... 9735170Ach ja, meine Krebse sind sehr schnell verschwunden, den Teich haben sie nicht gereinigt.
Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 8. Dez 2010, 16:08
von fars
Der Züchter hat sich auf meine wiederholte E-Mail-Anfrage nicht gemeldet.Ich werde ihn hochnotpeinlich auf dem nächsten Gartenmarkt interviewen müssen (April/Mai 2011).
Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 8. Dez 2010, 16:22
von Staudo
Der Ärmste.
Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 14. Dez 2010, 08:08
von Gänselieschen
Hat er verdient - und sich der Frage garnicht erst zu stellen - ist fast noch schlimmer. Ich habe von dieser Problematik noch nie gehört - und bin wieder einmal geschockt - wie invasiv und unverträglich die Natur anderer Breiten sich bei uns benimmt. Leider haben die Leute das früher nicht so gewusst und vieles aus Unkenntnis versaut. Aus dem Pflanzenbereicht ist es mir besser bekannt, bei den Eichhörnchen kenn ich es auch und die Grenze bei Vögeln wie Sprosser und Nachtigall verschiebt sich auch zu Gunsten des Sprossers.L.G.Gänselieschen
Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 14. Dez 2010, 17:38
von oile
Ist hier OT aber
die Grenze bei Vögeln wie Sprosser und Nachtigall verschiebt sich auch zu Gunsten des Sprossers.
dafür können doch nun die Menschen nicht oder?
Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 14. Dez 2010, 18:41
von Knusperhäuschen
Als Kinder und Jugendliche sind wir früher immer im Münsterland/nördliches Ruhrgebiet immer in der sogen. "alten Fahrt" geschwommen, den älteren Bereichen des Dortmund-Ems-Kanals, in dem keine Frachtschiffe mehr fuhren. Dort gab es immer viele Krebse, ich fand sie immer sehr spannend, manche haben wir, wenn wir sie tot fanden, nach Hause mitgenommen (stink, stink) und in Glasbehältnissen mit Sand und Steinen drapiert, sie waren fast immer kleiner als 10 cm, meint ihr, das waren europäische Flusskrebse, oder waren das vielleicht auch schon Zuwanderer?
Re:Europäischer Flusskrebs
Verfasst: 15. Dez 2010, 13:10
von Gänselieschen
@ Oile, Du hast Recht - da bin ich etwas über das Ziel hinaus geschossen. Zumindest ist es wohl so, dass der Sprosser mit den Unbillen unserer Zivilisation besser klarkommt als die Nachtigall und deshalb die Nachtigall verdrängt und ihre Lebensräume übernimmt - auch dann wäre wohl der Mensch der Auslöser - aber nicht so direkt. Beim Eichhörnchen ist es ähnlich - das Braune ist einfach widerstandsfähiger als unser Rotes.L.G.Gänselieschen