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Re:überstehende Wurzel abschneiden
Verfasst: 9. Dez 2011, 13:44
von Wiesentheo
Nein.
Doch. Schon die Kappung eines kleinen Faserwurzelbündels beeinflusst die Standfestigkeit des Baumes und bei genügend vielen Kappungen fällt der Baum. Die Theorie dahinter nennt man Physik.
Was soll da Physik sein?Hebelwirkung bei 130 Wind? Das hazt auch eine große Kiefer um, wo nichts abgeschnitten ist.Jedenfalls beeinträchtigt die Entfernung nicht die Standfestigkeit, wenn man kleine Büschel anschneidet und wenn man einen dicken Wurzelausläufer kappt auch nicht. Da muß schon mehr weg.Also kann getrost abgeschnitten werden.
Re:überstehende Wurzel abschneiden
Verfasst: 9. Dez 2011, 13:55
von Mediterraneus
Wenn man neue Bäume pflanzt, werden immer die Wurzeln beschnitten. Wurzel bei bestehendem Baum abschneiden,das ist nichts anderes, als wenn man oberirdisch einen Ast abschneidet.Dem Baum ist das schnurz. Wenn es keine dicke Hauptwurzel direkt am Stamm ist, leidet auch die Standfestigkeit nicht.Ich habe jahrelang die Wurzeln von serbischen Fichten gekappt, in der Hoffnung, dass die mal umfallen. Ich durfte sie nämlich nicht entfernen.Nix wars.Hab sogar versucht, während eines Sturms ein bißchen nachzuhelfen und hab an dem Baum gezerrt und geschoben, trotz durchtrennter Wurzeln kam ich mir vor, wie die Mücke vor dem Elefanten

Re:überstehende Wurzel abschneiden
Verfasst: 9. Dez 2011, 21:35
von Querkopf
Hallo, Quendula,
... Baumscheibe ist aufgrund der Gartensituation nicht machbar. Da muss Wiese bleiben und die fülle ich auch fast jedes Frühjahr mit einem Kompost-Sand-Kalk-Dünger-Gemisch auf. ...
könnte allerdings sein, dass deine Auffüllmischung den Baum dazu anregt, Wurzeln in Richtung Oberfläche zu schieben; dann hättest du trotz Wurzelkappung bald wieder den Salat.
Wobei ich nicht sicher bin, ob auch Kiefernwurzeln so findig sind bei der Futtersuche, dass sie stracks nach oben marschieren. Fichtenwurzeln tun's auf jeden Fall, davon kann ich allerlei Liedchen singen. Schöne GrüßeQuerkopf
Re:überstehende Wurzel abschneiden
Verfasst: 9. Dez 2011, 21:38
von Querkopf
Hallo, Bristlecone,
... Worauf ich nie geachtet habe: Verharzen auch Kieferwurzeln bei solchen Verletzungen?
bei meiner "Kippkiefer", von der ich vor zwei (?) Jahren hier berichtet hatte, gab es Harzspuren an den gerissenen Wurzeln. Schöne GrüßeQuerkopf
Re:überstehende Wurzel abschneiden
Verfasst: 9. Dez 2011, 21:52
von Wiesentheo
Ja, auch Wurzeln verharzen.Die meisten machen gleich wieder Erdreich drum und so sehen sie nicht, dass da auch welches austritt. Aber ich konnt beobachten, dass es nicht in diesem maße auftritt, als wenn man eine dicken Ast abschneidet, oder einen Baum fällt.
Re:überstehende Wurzel abschneiden
Verfasst: 9. Dez 2011, 22:01
von Dunkleborus
Ich habe mal Wurzeln einer mindestens zehn Jahre zuvor gefällten Kiefer ausgegraben. Erst dachte ich, sie seien durchnässt, aber sie waren mit einer balsamisch-harzigen Flüssigkeit getränkt. Ein mitarbeitender Türke erzählte, solche Wurzeln würden in seiner Heimat (Osttürkei) zum Feuermachen sehr geschätzt, es dauere einige Jahre, bis die Wurzeln soweit seien.Verflüssigt/verändert sich Harz unter bestimmten Bedingungen in Richtung leichtflüchtig? Kann das mit Luftabschluss zu tun haben?
Re:überstehende Wurzel abschneiden
Verfasst: 9. Dez 2011, 22:11
von Wiesentheo
Nicht nur in der Türkei, sondern auch hier sind die Wurzeln geschätzt.Ob sich das harz verflüssigt weiß ich auch nicht so recht.Ich kenne es nur von frisch geschnittenen, oder bei Baggerarbeiten beschädigten Wurzeln.
Re:überstehende Wurzel abschneiden
Verfasst: 9. Dez 2011, 22:15
von Dunkleborus
Es war viel flüssiger als Harz, und es roch anders: Eher terpentinig. Balsamisch.
Re:überstehende Wurzel abschneiden
Verfasst: 9. Dez 2011, 22:24
von Wiesentheo
Ich frage Mal meinen Oberspezialförster.
Re:überstehende Wurzel abschneiden
Verfasst: 9. Dez 2011, 23:49
von partisanengärtner
Re:überstehende Wurzel abschneiden
Verfasst: 10. Dez 2011, 00:18
von Dunkleborus
Das hatte ich inzwischen auch durch. Es erklärt einiges.

Ich wundere aber mich darüber, wie die flüchtigeren Stoffe erhalten bleiben können, während der feste Anteil verschwindet oder umgewandelt wurde.
Re:überstehende Wurzel abschneiden
Verfasst: 11. Dez 2011, 02:54
von Querkopf
Hallo, Dunkleborus,
Es war viel flüssiger als Harz, und es roch anders: Eher terpentinig. Balsamisch.
du erinnerst mich da an was: Die Wurzeln meiner Kippkiefer haben beim finalen Ausgraben fürchterlich nach Terpentin gestunken.
Für meine Nase so unangenehm, dass ich's regelrecht verdrängt hatte. Welche Konsistenz der geruchsverursachende Stoff hatte, weiß ich nicht: Beim Ausbuddeln musste ich die
Nashornwasserlochmethode anwenden; der Stubben war triefnass, als er sich endlich aus dem Erdreich hebeln ließ.Deutet auf jeden Fall drauf, dass bei Kiefern auch die Wurzeln kräftig harzen. Schöne GrüßeQuerkopf
Re:überstehende Wurzel abschneiden
Verfasst: 11. Dez 2011, 08:30
von partisanengärtner
Die Methode ist sehr einfallsreich. Erinnert mich aber eher an eine Suhle. Welches Wild hängt von der Größe ab. Nashorn liegt da voll im Trend. Elefant ginge sicher auch. Hierzulande musst Du aber aufpassen das nicht eine Rotte Schwarzkittel DeinenGarten okkupiert

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