Die FLL zur Fassadenbegrünung sagt das die Rankhilfe 15-30cm Abstand zur Hauswand haben soll.
Diese Vorgabe wird in der kommenden Ausgabe dieser Richtlinie nicht mehr so stehen. Der minimal mögliche Wandabstand wird darin auf 70 mm gesenkt. Damit wird in erster Linie den Anforderungen sehr filgraner Pflanzen (z.B. Clematis-Arten/Sorten) Rechnung getragen. Sofern der potenzielle Triebdurchmesser kleine Wandabstände zwängungsfrei, bzw. - bei schwingenden Systemen - reibungsfrei, gestattet, sind geringe Wandabstände für das Klettern vorteilhaft. Die (teilweise) Minderung der zulässigen Wandabstände resultiert ferner daraus, dass künftig ungepflegte Fassadenbegrünungen nicht mehr zugelassen werden und zunehmend davon ausgegangen wird, dass künftig vor allem vor sensiblen Fassadenflächen (z.B. WDVS) vermehrt wieder steifere (Gitter)Konstruktionen als Kletterhifen eingesetzt werden. "Es soll ja immer noch Leute geben, die meinen, man könne aus Seilen Kletterhilfen bauen." (sinngemäß nach Gert Moegenburg, Referent auf dem 5. Symposium Fassadenbegrünung der FBB e.V., 2012)Aus der demnächst unverzichtbaren periodischen Pflege (speziell Schnitt) ergeben sich außerdem geminderte Dimensionierungsanforderungen für Verankerungen und Befestigungen..
Dies ist in einem damit Begründet das die Rankpflanze nicht direkt an der Hauswand wächst sondern nur an der Rankhilfe. Sie kann dadurch die verputzte Hauswand nicht beschädigen.
Üblicherweise tut sie - gemeint sind sicherlich Gerüstkletterpflanzen nicht Rankpflanzen* - das nur dann, wenn (windbewegte) Pflanzenteile an der Fassade scheuern oder kratzen oder wenn es zwischen Fassade und Kletterhilfe durch Dickenwuchs zu Zwängungen kommt.
(*) Im Sinne der FLL-Richlinie sollte man allgemein von Kletterpflanzen (ggf. unterteilt nach Gerüstkletterpflanzen und Selbstklimmern) sprechen. Rankpflanzen sind - siehe auch weiter unten - eine Form der Gerüstkletterpflanzen.Putz ist am Anfälligsten.
Kommt darauf an was für einer. Es gibt auch durchaus Fassadenbekeidungen, die sehr viel prolematischer sind als einlagige,harte Putze (z.B. Zementputze) auf porösem Mauerwerk.
Schön macht sich eine Rankhilfe aus Litzenseilen.
"Litzenseile" = Drahtseile. Ob eine (mehr oder weniger) gespannte Konstruktion infrage kommt, ist vorrangig eine Frage der Befestigung und der Klettertechnik. Für schlingende Pflanzen - insbesondere starktriebige (sogenannte Starkschlnger) - eignen sich biegesteife Kletterhilfen oft besser als Seile. Je elastischer ein Seil ist, desto geringer ist seine Eignung zur Fassadenbegrünung - i.d.R. kommen daher in der Praxis bevorzugt drallarme Seile zum Einsatz. Ggf. ist sogar ein Draht (z.B. Edelstahl-Weinbergdraht) zweckmäßiger als manches Drahtseil. Ganz oder teilweise thermoplastische oder thermelasische Seile sind ungeeignet und unzulässig.In der kommenden Richtlinie bleibt es dabei, dass auch für Seilkonstruktionen Vorgaben zu den Abständen horizontaler und vertikaler "Kletterprofile" gelten. Abgesehen vom extrem pflege- und ggf. wartungebedürftigem Sonderfall "einzelne lineare Leitung" (senkrecht, schräg oder waagerecht) sind also alle Kletterhilfen gitter- oder (bei Verwendung von Seilen) netzartig auszubilden, wobei die Profile in den Kreuzungspunkten fest miteinander verbunden sein müssen. Bei kleineren Abständen werden für vor Ort verschraubte Netze ziemlich viele Klemmen und/oder Wandhalter benötigt. Die lineare Einzelaufleitung ist eine Minimalkletterhilfe, die in der Praxis immer wieder technische Probleme bereitet, besoneren Pflegeaufwand mit sich bringt und deren Bewuchs sich nur durch totalen Rückschnitt verjüngen lässt. Aber: Sie ist *billig* (im wahrsten Sinne des Wortes...). Ihre hohe Verbreitung stützt sich nicht auf Eignung sondern auf "Kost' nix"! (Außer Folgekosten...)
Am schönsten finde ich immer Wilden Wein als Fassadenbegrünung. Der hat eine super Herbstfärbung ist sehr ressistent.
Er ist sehr schön - muss aber auch genügend Platz haben. Je nach Art/Sorte sollten mindestens 12 m Höhe oder Breite zur Verfügung stehen. Bei Gebäudehöhen < 20 m (und darüber) ist davon auszugehen, dass sowohl vertikal, als auch horizontal wuchsorientierte Parthenocissus-Arten/Sorten früher oder später den i.d.R. begrünungssensiblen Bereich zwischen Fassade und Dach (sowie das Dach selbst) bewachsen. Dort werden dann periodisch Schnittmaßnahmen nötig, die recht oft jedes Jahr "viereckiges" Geld kosten. Man sollte sich also überlegen, ob und wie man das macht...
Am besten kannst du allerdings Winder oder Spreizklimmer im Zaun halten. Da diese wirklich nur direkt an der Rankhilfe bleiben.
Du hast die Rankpflanzen (rankende Pflanzen = Pflanzen mit spross- oder blattbürtigen Ranken, bzw, Blattstielranken) vergessen, die u.U. sehr viel pflegeleichter als Schlingpflanzen (Winder) oder meist dornige/stachelige Spreizklimmer sind. Das wirksamste Mittel des "Im-Zaum-Haltens" ist eine situativ angepasste Pflanzenauswahl, die das Wachstum berücksichtigt. Im Idealfall ist die Kletterhilfe etwas größer als der vorgesehene Bewuchs (voraussichtlich) werden wird.
Haftwurzler machen sich gerne Selbtändig und richten dadurch starken Schaden an.
Das trifft leider - je nach Wüchsigkeit - auf alle Selbstklimmer zu. Darunter fält auch der haftscheibenrankende Wilde Wein.Die Art Parthenocissuns inserta gilt als einzige übrigens als zuverlässig exklusiv gerüstkletternd. Leider ist sie nicht überall zu beschaffen, bzw. oft nicht art-/sortenrein im Handel.Alle anderen Parthenosissus Arten und deren Sorten sind mehr oder weniger stark haftscheibenrankend (selbstklimmend) und tendieren je nach Standortbedingugnen auch ggf. stark zur Haftwurzelbildung.Mehr Infos zur Fassadenbegrünung - leider derzeit und bis auf Weiteres wegen Aktualisierung noch viel "Baustelle" - gibt's
hier. PS: Für das Vorhaben des OP empfehle ich zwei bis drei Lonicera-Arten/Sorten (verschiedene Wuchshöhen [ bis 3 m und 5 - 6 m] und Blütezeiten), also auf die Gesamtbreite vier bis maximal sechs Pflanzen.