Re:Patentierte Pflanzen
Verfasst: 12. Nov 2013, 21:27
Die allermeisten Züchtungen kommen aus spezialisierten Züchtungsabteilungen. Die wollen sich ihre Arbeit bezahlen lassen. Das ist nicht verwerflich.
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Völlig richtig.Die allermeisten Züchtungen kommen aus spezialisierten Züchtungsabteilungen. Die wollen sich ihre Arbeit bezahlen lassen. Das ist nicht verwerflich.
Stimmt nicht ganz. Die allermeisten Sorten bei den Stauden sind immer noch Zufallsfindlinge oder Auslesezüchtungen. Außer im Zierpflanzenbau, da sieht es ein wenig anders aus. Und in den USA gibt es Betriebe, die gezielt züchten. Auch bei den Echinacea spielt die Zufallsbreite in riesigen Sämlingsbeeten die Hauptrolle. Und sogar in der Natur werden panaschierte Sorten und gewollte Auslesen von stinknormalen Wildarten gefunden, die dann patentiert werden. Und wenn wer meint, dieses schützen zu müssen, soll es tun. Dann kann er seine Reise damit längerfristig finanzieren. Wenn also Sedum spec. 'Buntblatt' in Kasachstan gefunden und geschützt wird, bleibt mir als kleiner Gärtner nur übrig, diese durch Aussaat zu vermehren und zu hoffen, dass ein weiterer, ähnlicher panaschierter Sämling sich darunter befindet. Diesen kann ich dann durch meinen eigenen Namen selbst weitervermehren. Ist sozusagen die Rache des kleinen Mannes. Diese Patentiererei ist nicht nur ein bürokratischer Aufwand, sondern kostet viel Geld. Es lohnt sich eben nur, wenn dementsprechende Mengen abgesetzt werden. Und Zehntausend sind bei einer entsprechenden Absatzschiene eines großen Staudenbetriebes überhaupt kein Problem. Außerdem ist es billiger, in Serien schützen zu lassen. Also Phlox pan. 'Piepegal Rot', 'Piepegal Blau', usw. ;)Habe darüber schon mit sehr vielen Leuten diskutiert. Ein heikles Thema.Die allermeisten Züchtungen kommen aus spezialisierten Züchtungsabteilungen. Die wollen sich ihre Arbeit bezahlen lassen. Das ist nicht verwerflich.
Ich auch (noch) nicht.Warum soll ein Züchter, ganz unabhängig von seiner wirtschaftlichen Bedeutung, nicht mit jeder verkauften Pflanze seiner Sorte am Ertrag beteiligt sein, wie ein Autor im Buchgeschäft?Ich verstehe die Aufregung nicht so ganz.
Das hängt u.a. davon ab, in wievielen Ländern man den Patentschutz beantragt. Wenn alles glatt läuft, bewegt man sich in einer Größenordnung von <10000 Euro.Zumindest ist dies beim Patentieren von neuen chemischen Produkten so; da hatte ich schon viel mit zu tun. Normalerweise ist der Ablauf der folgende (für Europa; stark vereinfacht): Man (das ist im allg. ein Patentanwalt) reicht einen Patentantrag (d.h. eine detaillierte Beschreibung von dem, was man patentieren möchte) ein beim europäischen Patentamt. Dieses prüft den Antrag auf Patentwürdigkeit (Kriterien: Neuheit, Nutzen, etc.). Wird diese zugestanden, erfolgt eine sogenannte Offenlegungsschrift, d.h. der Patentantrag wird ein Jahr lang veröffentlicht und jeder kann dagegen Einspruch erheben. Gibt es den nicht bzw. wird dieser abgewiesen, wird das Patent erteilt. Der Patentschutz dauert 20 Jahre.In welchen Größenordnungen bewegen sich denn die Investionen für den Schutz einer neuen Staudensorte so etwa. 1000 €, 10.000 € oder gar 100.000 €.Hieraus werde ich nicht so ganz schlau![]()
Und warum hast du dann nicht bei den Anemonen mitpartizipiert, in dem du sie schützen ließest?Ich auch (noch) nicht.Warum soll ein Züchter, ganz unabhängig von seiner wirtschaftlichen Bedeutung, nicht mit jeder verkauften Pflanze seiner Sorte am Ertrag beteiligt sein, wie ein Autor im Buchgeschäft?Ich verstehe die Aufregung nicht so ganz.
Bei denen ist mir die geistige / züchterische Leistung sonnenklar. Und auch die Berechtigung des Schutzes und der Vergütung.Die Schutzgebühr regt mich auch nicht auf, wenn ich unbedingt einmal die eine oder andere Pflanze haben möchte. Ich kapier nur nicht den Schutzgrund bei Zufallsfunden.Vielleicht zielte blommorvans Eingangsfrage aber auch dahin, was ich nun mit einer solchen Pflanzen anstellen darf, wenn ich sie gekauft habe. Ich darf sie nicht zum Verkauf vermehren, das ist klar. Aber darf ich sie- für mich vermehren- für andere unentgeltlich vermehren- gar nicht vermehren- für alle denkbaren Zwecke vermehren, aber nicht unter ihrem geschützten Namen verbreiten?usw.Die allermeisten Züchtungen kommen aus spezialisierten Züchtungsabteilungen. Die wollen sich ihre Arbeit bezahlen lassen. Das ist nicht verwerflich.