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Re: Parthenocissus quinquefolia in Baum wachsen lassen?
Verfasst: 6. Sep 2026, 20:53
von Blush
Okay, Idee abgewählt. Wenn ich selbst diese Fichte auch nicht gepflanzt hätte, nun steht sie da, ist groß, die Eichhörnchen und die Spechte toben drin rum und kahl möchte ich sie mir nicht angucken.
Mein Hinweis mit der gepflegten Kirsche des Nachbarn bedeutete ja auch, dass der Wein dorthin auf keinen Fall ausbüxen sollte. Das Haus ist so niedrig, dass Parthenocissus an der Fassade auch keinen Sinn macht. Schade, die Herbstfärbung ist fantastisch.
Re: Parthenocissus quinquefolia in Baum wachsen lassen?
Verfasst: 6. Sep 2026, 21:02
von Lady Gaga
Wir haben P. quinquefolia auf der Nachbarwand ca. 5m hoch wachsen und schneiden sie nach dem Laubfall deutlich zurück, sie lässt sich auch gut von der Wand ziehen. P. Veitchi kenne ich von einem Haus im Ort, da erzählte der Bewohner, dass man sie nicht einfach herunterziehen kann, sie hinterläßt ihre Haftscheiben. Das stelle ich mir an einer Fichte auch mühsam vor.
Re: Parthenocissus quinquefolia in Baum wachsen lassen?
Verfasst: 6. Sep 2026, 21:07
von hobab
Der Fichten sind die Noppen wurst, aber Verschattung mögen sie gar nicht. Tannen und Eiben kommen eher damit klar.
Wenn ein bissel Gerank hängen bleibt, stört das nicht groß, die sind ja recht dünn.
Re: Parthenocissus quinquefolia in Baum wachsen lassen?
Verfasst: 6. Sep 2026, 21:12
von Gartenplaner
Eiben kann man problemlos „beranken“ lassen.
Ich hab inzwischen 2 Rankpflanzen in Eibenhecken, da gibts überhaupt keine Reaktion drauf.
Ich möchte noch weitere Warnungen mit auf den Weg geben - letztes Jahr ist der ‚Veitchii‘ an der hinteren Hausfassade nach 40 Jahren einem Pilz erlegen, bzw. war so schütter, dass ich den Anblick nicht mehr ertragen konnte.
Und der 30jährige am Scheunengiebel, der so gerade eben den ganzen Giebel bedeckte, riss sich Stück für Stück durch Wind los, wobei die dicken Stämme anbrachen und das noch haftende welk wurde

Re: Parthenocissus quinquefolia in Baum wachsen lassen?
Verfasst: 6. Sep 2026, 21:12
von Querkopf
alfalfa hat geschrieben: ↑6. Sep 2026, 19:44... Das einzige Fragezeichen wäre für mich, ob eine Fichte die Beschattung durch die Blätter auf Dauer verträgt ohne zu verkahlen.
Nein, verträgt sie nicht. Und sie treibt aus altem Holz nicht wieder aus, Verkahltes bleibt kahl.
(Bei Eiben sieht das anders aus.)
Im Parallelfaden über Geißblätter habe ich just
einen betagten Bericht über Fichten-Bekletterung wieder hervorgeholt. Dringende Baumpfleger-Empfehlung: Fichten in Ruhe lassen.
.
Die Sache mit der Aussaat kommt verschärfend hinzu, das ist wirklich invasiv.
Re: Parthenocissus quinquefolia in Baum wachsen las
Verfasst: 6. Sep 2026, 21:29
von Felcofan
Was in der Baumschule als P quinquefolia (Art) gehandelt wird, ist tatsächlich P inserta. Der hat gewaltige Wuchskraft und wird sogar für seine Heimat USA so eingeordnet, dass er dort Ökosysteme durch das überspinnen von Bäumen prägen und verändern kann. Die Herbstfärbung ist tatsächlich schick, die kann man quasi beim Zugfahren fernbotanisieren.
Noch eine Stimme gegen den wilden Wein in der Fichte.
Re: Parthenocissus quinquefolia in Baum wachsen lassen?
Verfasst: 6. Sep 2026, 22:16
von alfalfa
Naja, ich denke, man muss nicht dramatisieren. Bei uns hat sich cinquefolia 35 Jahre lang sehr gesittet in diesem 3 stämmigen Gebüsch verhalten: keine Versamung, ein wenig Geranke am Boden, ein wenig Geschnippele jedes Jahr und gut war's! Es war wirklich nicht viel Pflegeaufwand. Wasser hatte er genug, direkt neben einem Teich. Möglicherweise wurde der Wein durch die Wurzelkonkurrenz im Zaum gehalten.
Wir hatten auch 2 cinquefolia an der Hauswand. Da sah es schon ein bisschen anders aus: kletterte 2x jährlich von 3m auf ca. 8m bis unter die Dachrinne und musste dann wieder auf halbe Höhe zurückgeschnitten werden. Aber auch das war während all der Jahre machbar und hielt ihn ausreichend im Zaum.
Anders als eine Glyzinie, die hatten wir auch, da ist ein Schnitt deutlich häufiger nötig und wesentlich aufwändiger

)
Ich hab ihn hier in meinem Hof in einem grossen Kübel als Unterpflanzung eines Bäumchens und er mäandert am Boden und zwischen den anderen grossen Kübelpflanzen, die drumherum gruppiert sind. Auf diese Weise hab ich immer ein Auge auf ihn und muss aufs bunte Laub nicht ganz verzichten.
Re: Parthenocissus quinquefolia in Baum wachsen lassen?
Verfasst: 6. Sep 2026, 22:43
von Immer-grün
Blush hat geschrieben: ↑6. Sep 2026, 18:08
neo hat geschrieben: ↑21. Mai 2017, 08:59
hoffe, ich bereue dann die Entscheidung später einmal nicht.
Bereust Du oder erfreust Du Dich?
Er hatte sich selbst abgewählt

und ist nicht angegangen. Ich hätte wohl viel mehr giessen müssen unter der Kiefer. Damit war das für mich erledigt mit wildem Wein an Bäumen.
Er rennt bei uns an der Mauer zur Strasse, dort hat er ein ideales Bewegungsfeld. Die Nachbarn freuen sich immer im Herbst. Ein Jahr sind mir mal viele Sämlinge aufgefallen (es hatte mehr offenen Boden), danach hat sich das wieder gelegt.
Re: Parthenocissus quinquefolia in Baum wachsen lassen?
Verfasst: 7. Sep 2026, 02:01
von Winterrose
Bei uns hatte der Parthenocissus quinquefolia des Nachbarn zusammen mit unserer eigenen Wilden Weinrebe ungefähr ein Drittel des Hofes zugewuchert und dabei einen kleinen Buchsbaum fast zu Tode gewürgt. Das war mal ein hübsches kleines Bäumchen, aber nach der Würgeattacke fast blattlos. Nachdem ich die beiden Wucherpflanzen erst mal radikal zurückgeschnitten hatte, hat der Buchsbaum sich so weit erholt, dass er zumindest wieder Blätter hat. Die Form ist allerdings nicht mehr so hübsch.
Auf die quinquefolia habe ich ja nur begrenzt Einfluss, weil sie dem Nachbarn gehört. Die Weinrebe habe ich letztes Jahr auf den Stock gesetzt, es war nur noch ein sehr dicker Holzknubbel vorhanden, immerhin ist sie vermutlich um die 50 Jahre alt oder eher noch älter. Sie hat in diesem Jahr wie wild wieder ausgetrieben, aber ich versuche sie nun in ihre Schranken zu verweisen und am Zaun und an der Wand entlangzuleiten. Die quinquefolia hält sich ja selbstständig an der Wand fest und dient quasi als Gerüst.
Ich hänge mal ein paar Fotos an. Im oberen Bild sieht man rechts den leicht verkrüppelten Buchsbaum. Im unteren Bild oben rechts die quinquefolia, die vom Nachbargarten zu uns herüberwächst. Das grüne Monstrum, das fast das ganze Bild einnimmt, ist unsere Weinrebe. Nach meiner Recherche müsste es wirklich Vitis vinifera subsp. sylvestris sein. Sie hat keine Trauben (ist ja zweihäusig und wir haben nur eine) und wuchert wie irre. Wurde dieses Jahr auch schon wieder zurechtgestutzt.
Re: Parthenocissus quinquefolia in Baum wachsen lassen?
Verfasst: 7. Sep 2026, 08:34
von Blush
Vielen Dank für Eure Berichte, Querkopf besonderen Dank für das Herausholen alter Fäden.
alfalfa, ja, Du hast diesen großen Hof, ich erinnere mich. Das stelle ich mir attraktiv vor, den Wilden Wein auf dem Pflaster laufen zu lassen.

Da ist's schadlos möglich. Bei der Gelegenheit, konntest Du Asarina procumbens dort ansiedeln? Gäbe es vielleicht Samen für mich?
Es gibt nicht für alles den richtigen Platz, in Bezug auf Herbstfärbung muss mir dann etwas anderes einfallen.. Klappt auch, vermutlich.