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Re: Ernährungsformen
Verfasst: 16. Jun 2026, 21:06
von Hyla
Riminix hat geschrieben: ↑16. Jun 2026, 19:21
Hat jetzt jemand eine Erklärung, warum manche kein Fleisch, aber Fisch essen?
Na, wenn jemand so wie ich leicht verdauliches Fleisch möchte, aber Geflügel aus ethischen oder medizinischen Gründen ablehnt.
Außer Fisch bleibt dann ja nur Wildfleisch, was aber viele wegen des Preises oder des Geschmacks nicht kaufen.
Essen ist nicht immer logisch.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 17. Jun 2026, 11:14
von Sonnenscheinplatz
Jede Ernährungsform hat ein Motiv: Tierethik, Umwelt, Gesundheit sind die gängigsten.
Was argumentativ nicht aufgeht ist, aus ethischen Gründen kein Fleisch zu essen, Fischfleisch aber schon.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 17. Jun 2026, 11:57
von thuja thujon
Suche den Grund in der Gesetzeslage der christlichen Kirche, mit der sie Jahrhunderte lang die Leute unterdrückt hat.
Das ging so lange, dass sich das mit Fisch und Fleisch verselbstständigt hat. Weder Fisch noch Fleisch sind auch Reptilien. Krokodil steht selten auf dem Speiseplan, könnte man aber genauso importieren wie Avocados. Hat wie vieles was gerne gegessen wird mindestens 2 Füße, wohl ein wichtiges Kriterium. Was weglaufen kann, kann gejagt werden und ist somit essbar oder so ähnlich. Meerschweinchen, Ratten usw, alles legitime Nahrungsmittel auf der Welt. Die Sitte in D Ratten oder Hunde nicht zu essen hat auch keine Logik dahinter.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 17. Jun 2026, 12:09
von Roeschen1
Das Fleisch in einer Maultasche zu verstecken, dann gilt es in der Kirche nicht mehr als Fleisch, ist erfindnisreich.
Wenn ich mich richtig erinnere, gilt das auch für Biber, kommt ja aus dem Wasser, ist gleich Fisch, also laut Kirche erlaubt.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 17. Jun 2026, 13:12
von Secret Garden
Roeschen1 hat geschrieben: ↑17. Jun 2026, 12:09
... kommt ja aus dem Wasser, ist gleich Fisch, also laut Kirche erlaubt.
Solche Schlupflöcher, um Fastenregeln zu umgehen, haben häufig Mönche erfunden, die wollten es sich schließlich gut gehen lassen. Nicht nur Biber, auch die europäische Sumpfschildkröte haben sie zum Fisch erklärt und an den Rand der Ausrottung gebracht. Und natürlich wurde gehaltvolles Fastenbier gebraut.
.
Hinter manchen Ernährungsregeln steckt auch heute ein religionsartiger Eifer, unermüdliche Missionare gibt es dabei auch.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 17. Jun 2026, 19:10
von Gartenplaner
Z. B. Herr Söder

Re: Ernährungsformen
Verfasst: 22. Sep 2026, 09:59
von Nina
Bitte hier weiterdiskutieren.
Nox hat geschrieben: ↑22. Sep 2026, 09:06
semicolon hat geschrieben: ↑21. Sep 2026, 09:24
@Borragine: Mache ich sehr gerne demnächst.
Aber vorerst was anderes weil ich vor ein paar Tagen das Thema angerissen hatte und heute mein großes Blutbild kam:
Ich hatte einige z.T. seit Längerem deutlich erhöhte Werte, allen voran Blutfett und irgendwelche Entzündungsmarker (und natürlich die allgegenwärtige Fettleber mit entsprechenden Beschwerden). Nun, alle Werte sind wieder top. Blutfett hat sich HALBIERT und ist damit im niedrigen Normbereich! Und ich spare wahrhaftig nicht an Ölen. Alle Allergien sind verschwunden oder sind fast nicht mehr vorhanden (hatten wir ja schon diskutiert). Das drückende Gefühl in der Lebergegend ist weg. Laut Ärztin hat sich die Fettleber vermutlich bereits vollständig regeneriert, wir wollen aber demnächst nochmal sonographieren.
Ich habe ja schon aus dem Körpergefühl heraus mit guten Neuigkeiten gerechnet aber das hat mich gerade sprachlos gemacht. Und alles zum Preis von köstlicher vielfältiger und kreativer Ernährung, die mir jeden Tag aufs Neue demonstriert wie viel ich als ehemaliger Omni eigentlich verpasst habe.
Ihr merkt - ich bin begeisterungsfähig
Herzlichen Glückwunsch, das ist ja genial ! Verräts Du mir, seit wielange Du schon Deine Ernährung umgestellt hast ?
So ab und zu etwas mehr vegan, damit liebäugele ich auch - Fettwerte ein wenig runter wäre nicht verkehrt.
Nur muss ich zugeben, dass mir diese Küche fremd ist. So ein paar Sojawürfel hab' ich in meiner Studentenzeit auch schon mal probiert, aber wie Du schon sagst, inzwischen hat sich die Bewegung rasant entwickelt.
Ich habe aber auch nicht den Leidensdruck gehabt. So wie Du es schilderst, frage ich mich, ob Du auch gegen tierische Produkte allergisch bist ?
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 22. Sep 2026, 10:23
von oile
Bei uns ist es so: GG und ich kochen abwechselnd. GG fällt meistens nichts ein ohne Fleisch. Ich koche inzwischen manchmal schon "aus Versehen" vegetarisch oder vegan, mit Gemüse, Olivenöl, Hülsenfrüchten. Tofu verwende ich auch, aber nur mariniert. Dafür presse ich den Tofu erst aus, würfle ihn und mariniere ihn dann (Zutaten je nach dem, oft Knoblauch, Zitronensaft, Gewürz Shichimi togarashi, Curry usw.) Danach wende ich die Würfel in Reismehl und brate sie in Öl. Den Rest der Marinade nutze ich gerne zum Würzen.
Gehackte Nüsse als Topping sind dann auch oft dabei.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 22. Sep 2026, 11:13
von Hyla
Die Sache mit dem Tofu fängt eigentlich beim Kauf an.
Wir kaufen nur den frischen vom Asiaten, der in Flüssigkeit schwimmt. Hat Blockform und wird, wenn man fragt, in einen Plastikbeutel getan. (Ist übrigens recht preisgünstig. Der Block kostete um die 2 €.)
Die Konsistenz ist sehr weich und zart. Man kann ihn gut in Würfel oder dickere Streifen schneiden.
Bei uns werden die zugeschnittenen Streifen ganz simpel mit Sojasauce mariniert und dann gebraten, bis sie außen etwas kross sind. Zum Anfang würde ich die Stücke eher schmal halten, denn das weiche Innere ist nicht jedermanns Sache.
Dazu dann z.B. angebratenes Gemüse.
Tofu verträgt starke Würzung durch den geringen Eigengeschmack.
In der Mensa gab's immer Tofuhack a la Bolognese mit Spaghetti. Da war der Unterschied kaum zu schmecken, nur hinterher zu riechen. *pups*
Wenn man im chinesischen Restaurant vom Büfett isst, findet man Tofustücke in der 'Fastenspeise der Buddhisten'. So habe ich mich der Sache nach dem Bolo-Hack angenähert.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 22. Sep 2026, 11:57
von Gartenlady
Tofu mariniert und knusprig gebraten ist tatsächlich unerwartet lecker. Ich schneide den Naturtofu aus dem Bioladen in Würfel und mariniere ihn meist ziemlich fantasielos in der immer gleichen Marinade aus geröstetem oder auch nativem Sesamöl, Sojasauce und Harissa, evtl noch Baharat, weil das mein Lieblingsgewürz ist. Die Würfel werden dann in der Marinade knuspig gebraten, passen überall, zumindest fast.
Gestern habe ich angefangen das von semicolon verlinkte Video zur veganen Tofu Bolognese anzuschauen, verblüfft war ich, wie schön kleinkrümelig der Tofu in seinem Mixer wurde. Als dann aber gesagt wurde, dass das Ganze mindestens 4 besser 6 Stunden kochen muss, war die Sache für mich erledigt. Ich mag auch keine lange gegarte echte Bolognese, ich finde, dass die Tomaten dann alles einbüßen, was Tomaten ausmacht. Aber ich muss schauen, wie ich den Tofu ohne solchen Mixer so schön krümelig zerkleinern kann und dann eine Bolo nach meiner Vorliebe damit mache.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 22. Sep 2026, 12:38
von Hyla
Ich denke, wenn man den Tofu in eine Kartoffelpresse gibt, wird das schon eine passende Struktur bekommen.
Letztendlich ist Gehacktes in Soße ja auch nicht kross, darum wird's beim Tofuhack kaum auffallen.
Bei meiner hat's Einsätze mit verschiedenen Lochgrößen.
Wenn das nicht klappt, vielleicht ein alter Zwiebelhacker. Die Dinger, wo man früher immer oben draufgedrückt hat. Die Jungschen kennen das vielleicht gar nicht mehr.
Edit: Okay, er hat's einfach in den Mixer gehauen.
Hab das Video geguckt. Ja, naja, nicht viel wirklich Neues, aber nett erzählt.
Tofufitzel unbedingt als Gehacktes tarnen, muß ich nicht. Der GG nennt's Torfu und isst es möglichst nicht.
Nur welchen Tofu man nimmt, finde ich durchaus entscheidend. Ich hatte mal einen Tofu-Block vom Discounter, sah ähnlich aus wie Kernseife und war ziemlich fest. Ob man damit ein gutes Ergebnis bekommt? Komplett zerfallen darf's ja nicht, aber auch nicht wie kleine Radiergummistücke daherkommen.

Re: Ernährungsformen
Verfasst: 22. Sep 2026, 14:08
von semicolon
@Nox
Ich habe Anfang des Jahres umgestellt weil ich mich mit dem Gedanken konfrontiert habe: "Wie kann ich von mir behaupten, Tiere zu lieben, wenn ich Geld dafür bezahle, dass sie gequält und getötet werden" - diese simple Wahrheit hat mir ein ganzes Universum an unermesslichem Leid ins Gesicht geklatscht, welches uns seit unserer Kinderstube als gesund, lecker und sogar tierfreundlich indoktriniert wird. Meine Gesundheit hat damals (und tut es noch immer) eine untergeordnete Rolle gespielt. Der Gedanke von Veganismus war nicht neu und ich habe bereits zuvor einige typisch vegane Lebensmittel geliebt.
Die Umsetzung beim Essen ist wirklich das Einfachste am Veganismus. Viele tierische Lebensmittel verwenden wir nur "weil man das so macht und weil das gelernt ist" und nicht "weil das richtig ist oder einen Mehrwert bringt". Rührkuchen fallen mir gerade spontan ein - Butter und Eier zu ersetzen ist wirklich ein Kinderspiel. Oder Hackfleisch - egal, ob Du Dir die Mühe machst, eine Alternative aus gekrümeltem und gerösteten Tofu zuzubereiten, fertiges Trockengranulat aus Sonnenblumeneiweiß oder rote Linsen für Dein Ragù verwendest. Was den konkreten Nachbau angeht, betrachte es als ein Spiel, wie nah ich an das Original komme, welche Vor- und Nachteile mein Ergebnis gegenüber Originalvorlage hat. Die einzige Spielregel ist, dass das Ergebnis lecker ist. Dieses Spiel verliert ganz schnell an Bedeutung weil man sehr schnell feststellt, dass pflanzliche Ernährung wesentlich vielfältiger ist als alles, was wir bisher über das Kochen gewusst zu haben dachten. Damit kommt automatisch die Materialkunde und Neugier. Und hierzu gibt es unendlich viele Ressourcen.
Ich würde nicht empfehlen, als Kaltstart ein bestimmtes Lieblingsgericht zu veganisieren - das ist einfach zu emotional belegt und die Enttäuschung wäre vorprogrammiert. Ideal wäre es, ein für Dich neues veganes Rezept nachzukochen.
Die Tipps mit dem Tofu waren schon gut und da gibt es unendlich mehr. Ist eine Wissenschaft wie bei Käse (was Tofu faktisch ist). Ich mag Tofu gerne frittiert, geräuchert und pur als Tofu Rosso (schneller Fertigsnack). Und Seidentofu als Basis für Desserts.
Hast Du bestimmte Alltagsgerichte, die es öfter bei euch gibt?
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 22. Sep 2026, 14:14
von semicolon
Mein Lieblingstofu kommt vom Asiaten aus der Kühltheke. Habe aber immer auch Discounterware (natur und geräuchert) hier für Zubereitungen wir Gehacktes oder Leberwurst.
@Gartenlady: Ich würde die Bolo im Normalfall auch nicht so lange kochen. Wichtig ist nur die Vorbehandlung von Tofu durch Rösten. Der Rest unterscheidet sich nicht von Deiner persönlichen tierischen Variante.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 22. Sep 2026, 14:17
von thuja thujon
semicolon hat geschrieben: ↑22. Sep 2026, 14:08"Wie kann ich von mir behaupten, Tiere zu lieben, wenn ich Geld dafür bezahle, dass sie gequält und getötet werden"
Steile Meinung.
Hast du schon mal einen Tierhalter besucht?
Hast du auch schon mal eine Tofufabrik besichtigt?
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 22. Sep 2026, 14:29
von semicolon
thuja thujon hat geschrieben: ↑22. Sep 2026, 14:17
semicolon hat geschrieben: ↑22. Sep 2026, 14:08"Wie kann ich von mir behaupten, Tiere zu lieben, wenn ich Geld dafür bezahle, dass sie gequält und getötet werden"
Steile Meinung.
Hast du schon mal einen Tierhalter besucht?
Hast du auch schon mal eine Tofufabrik besichtigt?
Ich war noch in keiner Tofufabrik aber ich hatte bereits mehrere Tier-Produktionsstätten gesehen.
Gegenfragen: Wusstest Du, dass Kühe weinen wenn man ihnen ihre Kälbchen entreißt? Hast Du mal gesehen, wie die Milchindustrie funktioniert? Und wusstest Du, dass die CO2-Betäubung in Schlachthäusern in rund der Hälfte der Fälle versagt und die Tiere ihren eigenen Artgenossen beim qualvollen Tod zusehen und zuhören müssen?