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Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 11. Aug 2026, 08:54
von Blush
@Querkopf, vielen Dank für den Link, das sind die Informationen, die ich suchte. Unter anderem natürlich ;) . Habe zur Nacht mit dem Handy noch die Bodenkarten für S-H studiert. Auf dem Minibild ist mir dann nicht mehr gelungen, die sich mini unterscheidenden ;) Brauntöne einzuordnen. Hole ich größer nach. Beschreibende Informationen hatte auch gefunden, bin damit jetzt ersteinmal versorgt.

Was ich auch interessant finde, dass Du schriebst, Suse könne ja mal ein Stauereignis produzieren. Beim Pflanzen der Rosen habe ich natürlich min 30 Liter angießen wollen und gefühlt hat es ewig gedauert, bis sie eingesickert waren. Gefühlt, nicht gemessen. Ab wann wird denn fundiert davon gesprochen, dass es zu Stauungen kommt?

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 11. Aug 2026, 09:27
von thuja thujon
Suse hat geschrieben: 11. Aug 2026, 08:35Demnach ist das bei mir eine mittlere Gley-Parabraunerde.
Mal schauen, was das bedeutet.
Das bedeutet, dass du besten Boden hast und schwankendes Grundwasser nicht dein Problem ist.

Bleibt mal eine Spatendiagnose zu machen, man sieht die Bodenstruktur der oberen Zentimeter nicht auf dem Bild, nur dass es sehr humos ist bei dir.
Anleitung: https://www.lfl.bayern.de/publikationen ... /index.php

Da du viel Humus im Boden zu haben scheinst, behalte mal das C/N-Verhältnis im Blick. Wenn dir der Humus den ganzen Stickstoff festlegt, sieht es oberirdisch so aus, dass nichts wächst.

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 11. Aug 2026, 14:05
von Querkopf
Blush hat geschrieben: 11. Aug 2026, 08:54...Ab wann wird denn fundiert davon gesprochen, dass es zu Stauungen kommt?
Keine Ahnung. Vielleicht haben wir Geologen/ Bodenkundler hier, die dazu was wissen?
Ich geh' da nach Gefühl & Wellenschlag dran :).
.
In zwei, drei Fällen, in denen ein "temporärer Teich" über Tage Bestand hatte, bin ich - ähm - nachdenklich geworden. Bei der gewesenen Vogelkirsche (siehe weiter oben) sogar sehr nachdenklich: Da stand über Wochen Wasser im Buddelloch. (War allerdings Spätherbst/ Winter mit sehr viel Regen.) Eine befreundete Geologin hat mal laut drüber nachgedacht, eine Bodenuntersuchung zu machen (Bohren). Dazu kam's aber nicht, sie liegt mit professionellen Aufträgen zu und hat keine Zeit für Dinge, die nicht dringlich sind.

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 11. Aug 2026, 17:24
von Gartenplaner
Blush hat geschrieben: 11. Aug 2026, 08:54 …Was ich auch interessant finde, dass Du schriebst, Suse könne ja mal ein Stauereignis produzieren. Beim Pflanzen der Rosen habe ich natürlich min 30 Liter angießen wollen und gefühlt hat es ewig gedauert, bis sie eingesickert waren. Gefühlt, nicht gemessen. Ab wann wird denn fundiert davon gesprochen, dass es zu Stauungen kommt?
Ich weiß nicht, ob’s da spezifische “Grenzwerte” gibt.
Grundsätzlich ists so, dass, je länger Wasser braucht, um einzusickern, umso weniger durchlässig ist ein Boden, umso mehr Feinanteile hat er.
Das bedeutet nicht zwangsläufig Stauungen.
Die gibt es bei solchen Böden aber dann sehr schnell, wenn er verdichtet wird, weil Baufahrzeuge drüber gefahren sind etc., diese Böden sind da sehr empfindlich, im Gegensatz zu sandigen Böden.

Ich nenn meinen Boden ja immer Töpferlehm, wenn ich ein Pflanzloch aushebe, fülle ich es vor Pflanzung mit Wasser und lasse das einsickern, um eine Wasserreserve unterhalb des Pflanzlochs zu schaffen.

Bild

Es kann gut schonmal ne halbe Stunde dauern, bis das Wasser weg ist.
So ist der Boden in der gesamten Gegend.
Wenn er nicht misshandelt wurde, ein sehr fruchtbarer, guter Boden.

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 11. Aug 2026, 17:39
von Blush
Danke, GP! Gib mir bitte noch einen Wert. Das Pflanzloch wirkt wie eines für ein mittleres Gehölz. Wieviel Wasser ungefähr versickert innerhalb einer halben Stunde?
Dann kann ich es besser einordnen.

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 11. Aug 2026, 19:24
von Gartenplaner
Ohje….ja, das sind Pflanzgruben für Gehölze, also meist so 80x80cm und 50cm tief, ich schätze, so 300 Liter stehen dann da drin….
So richtig präzise hab ich das noch nicht beobachtet.
Es braucht schon ne ganze Weile, das Loch so sehr zu füllen, da versickert zu Anfang ja auch schon Wasser weg.

So sieht das Bodenprofil aus, zu Zeiten der Baustelle direkt nebenan konnte ich das festhalten, man beachte das Grundwasser, wobei da ständig abgepumpt wurde, um die Grube überhaupt ausheben zu können:

Bild

Bild

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 11. Aug 2026, 23:15
von Miss.Willmott
hobab hat geschrieben: 10. Aug 2026, 22:19 Die Kartenempfehlung von Miss Willmot ist doch super.
Es freut mich, dass ich euch einen guten Tipp geben konnte, weil ich hier so sehr viel von euch profitiere und auch gerne zurückgeben möchte.

Dazu vielleicht noch ein Tipp von mir: Weiter oben wurde eine Gießlanze für Winzer erwähnt, mit der man eventuell den Boden aufbrechen kann. Die erwähnte Gießlanze, bzw. Gießspieß ist nicht gerade billig. Ich habe mir vor ein paar Wochen bei Amazon für 45 ,-Euro einen Bewässerungsspieß gekauft um bei der Trockenheit meine Bäume und Hecken besser, also verlustfreier zu bewässern.

Ich weiß nicht, ob der Link dazu erlaubt ist, aber die Marke heißt Caulimo und das Produkt nennt sich Tiefenwurzelbewässerungswerkzeug. In meinem Boden geht es durch wie Butter!

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 12. Aug 2026, 12:38
von thuja thujon
Warum sollte der link nicht erlaubt sein?

Wie lang sind die Tiefenwurzelbewässerungswerkzeuge? Die ersten Treffer zeigen recht kurze Lanzen, eigentlich sollte bequem im stehen gearbeitet werden können.
Die brauchen schon eine gewisse Länge und ein Tritt unten zum in den Boden stecken hat auch Vorteile.
Wasserlanze.jpeg

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 12. Aug 2026, 14:05
von Blush
Ich habe heute ein Stauereignis produziert und bin etwas erschrocken. Ein Pflanzloch, ca 50x40, circa 30 cm tief. Nicht ganz gerade abgestochen, unten also weniger Fläche. Am Gehölzrand, der Boden war so knüppelhart, dass ich vorweichen wollte. Da steht nach 3,5 Stunden immer noch ein kleiner Rest Wasser, ein paar Zentimeter den Boden bedeckend.

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 12. Aug 2026, 14:08
von Gartenplaner
Ups…. 8)
Sieht nach nem Töpferlehm aus - weißt du, ob’s Verdichtungen gegeben hat?

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 12. Aug 2026, 14:15
von Miss.Willmott
Ich dachte, es wäre unerwünschte Werbung, wenn nicht konkret nach einem Produkt gefragt wird. Aber hier ist der Link zum Produkt:
https://www.amazon.de/dp/B0BBC1911N?ref ... asin_title
Man könnte die Lanze ca. 60 cm tief in den Boden einstecken, wenn man das Düngerreservoir abschraubt. Und ja, dann müsste man sich bis zum Boden bücken. Es ist sicher nicht für Lehmboden geeignet, aber für meine Zwecke und meinen Boden ist es ein tolles Teil.

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 12. Aug 2026, 14:24
von thuja thujon
Du verdienst doch nicht dran, oder? Außerdem reden wir ja darüber.

Gibts hier übrigens für 22€ statt 46.
https://www.amazon.de/Nexbrill-Bew%C3%A ... 85&sr=1-19

Versickerungstest Anleitung: https://www.dresden.de/media/pdf/infobl ... ersuch.pdf

Ist etwas komplizierter, weil trockener Boden zu schnell Wasser aufsaugt, das zeigt nicht die tatsächliche Versickerungsfähigkeit.

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 12. Aug 2026, 14:57
von Querkopf
@tt: Der günstigere Link führt nach China. (Gibt im Net - jenseits von Amazon - noch günstigere Angebote für Ähnliches, ebenfalls China.) Ich persönlich bin da immer - ähm - zurückhaltend ;).
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Die Weinbau-Wasserlanze, die ich weiter oben verlinkt hatte, dient eher fürs Bauen: Pfähle u.ä. in den Boden bugsieren, und das stressfrei, auch in hartem Terrain. (Natternkopf hatte im oben angesprochenen Faden ein Weinbau-Video eingestellt, wo man das sehen kann.) Für diesen Zweck ist sie richtig gut, ich bereue den teureren Preis nicht. Zum Gießen hab' ich sie bisher noch nicht verwendet, könnte ich mal probieren.
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Maße: Das gerade Stück, das man directement in den Boden kriegt, ist knapp 85 cm lang. Das gebogene Teil obendrauf hat nochmal knapp 35 cm Höhe. Bücken ist also auch da angesagt, wenn die Lanze sehr weit runter soll. Einen Tritt unten fand ich bisher entbehrlich: Das Wasser sorgt von selber für tiefes Eindringen des Werkzeugs, Extra-Kraft braucht's nicht.
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Den Versickerungstest werde ich bei Gelegenheit mal veranstalten, danke für den Link.
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@Blush: Das Versickern dauert bei Lehm/ Schluff/ Ton länger, wenn der Boden superhypertrocken ist. Ich würde an deiner Stelle abwarten, bis das Wasser komplett weg ist, und dann eine zweite Runde starten. Keine Panik :D - falls es sich wirklich um Töpferlehm handelt, ist's keine Katastrophe :).

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 12. Aug 2026, 15:58
von Blush
Danke für Eure Rückmeldungen und den Link zum Test. Ich bin der richtigen Bestimmung des Bodentyps noch nicht näher, hatte und habe wenig Zeit, um mich an den Rechner zu setzen. Das ist noch ein wichtiger Schritt. Denn an dieser Stelle vermute ich jedenfalls keine Verdichtung durch Baufahrzeuge o.ä. Auf die stieß ich im Vorgarten. Das war eine Knüppelarbeit. Und nein, ich habe keine Panik, aber immer die Aussagen von Nachbarn im Ohr: "eigentlich haben wir hier zuviel Wasser" (ging um eine Hainbuchenhecke unter einer Eiche) und "der Keller ist nie ganz trocken". Hinzu kommt, dass ich heim Roden von 70erJahre Edelrosen den Eindruck hatte, dass sie für Rosen sehr oberflächlich wurzeln. Auch das kann andere Gründe als Verdichtung/ Sperrschicht haben. Zum Beispiel Faulheit der Gärtnerin. 8) Und ich frage mich, ob ich die Pflanzstellen für Cistus, Phlomis und Salvia ausreichend drainiert habe. Ich fange mit ein wenig mehr Wissen als beim letzten Mal neu an und frage mich halt mehr. ;D

Re: Was tun bei Pseudogley?

Verfasst: 12. Aug 2026, 18:03
von Gartenplaner
Danke auch von mir für den Link, das werd ich nächstes Mal vor Ort mal testen 8)

Beim 22€-Link kommen 15€ Versand dazu.
Blush hat geschrieben: 12. Aug 2026, 15:58 …aber immer die Aussagen von Nachbarn im Ohr: "eigentlich haben wir hier zuviel Wasser" (ging um eine Hainbuchenhecke unter einer Eiche) und "der Keller ist nie ganz trocken". …
Wie tief ist denn der Grundwasserspiegel, haben vielleicht Nachbarn Brunnen, a denen die das sehen könnten?
Gibt’s Bäche/Flüsse/Seen in näherer Umgebung?