Seite 13 von 14
Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 15. Mär 2026, 06:14
von kittekat
cydorian hat geschrieben: ↑14. Mär 2026, 23:04
Bin mir da nicht sicher, ob das Rindenbrand ist. Vermutlich schon, aber nicht sicher. Welche Sorte ist das?
Kann ich leider nicht beantworten - ist ein Sämling aus gekauftem Apfel... sogeschen nicht sehr wertvoll, aber natürlich ist um große Bäume schade.
Was mich irritiert ist dass das Holz an der stelle wo s tlw freiliegt auch schwarz ist. ist dort ein Schwärzlepilz?
Insgesamt schaut der Baum vital aus, treibt gut aus, während der andere (schon im Herbst gefällte) bereits im Herbst auffällig früh das Laub verlor. Der wird aufs Osterfeuer geschmissen. Ohne Feuerwehr.
Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 15. Mär 2026, 10:38
von LissArd
Kann das hier auch der schwarze Rindenbrand sein, oder betrifft der nur Obstgehölze? Es handelt sich hier um Heptacodium, ein mindestens 20 Jahre alter Baum. Die gezeigte Stelle befindet sich in ca. 3 m Höhe und ist ca. 15 x 10 cm groß. Der Baum war immer gesund, aber nach unserem Dürresommer 2022 hat er zunehmend trockene Äste gebildet und dann bei Sturm teils Astbruch.
Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 15. Mär 2026, 11:26
von cydorian
kittekat hat geschrieben: ↑15. Mär 2026, 06:14
Kann ich leider nicht beantworten - ist ein Sämling aus gekauftem Apfel...
Könnte auch eine ältere Befallsstelle sein. Die Abgrenzung zu Pseudomonas syringae ist nicht einfach. Supermarktsorten haben aber in der Regel eine enge Genetik mit 50-90% Golden - Anteilen und sind mehr oder weniger alle sehr rindenbrandanfällig. Bewässert, optimal geführt und teilbeschattet mit Hagelschutznetzen in der Plantage geht das, aber von Abkömmlingen im Garten sollte man da wirklich nicht zuviel Robustheit erwarten.
LissArd hat geschrieben: ↑15. Mär 2026, 10:38
Kann das hier auch der schwarze Rindenbrand sein, oder betrifft der nur Obstgehölze?
Das sind Schwärzepilze an einem Astwulst. Rindenbrand kann eine Vielzahl von Gehölzen befallen. Die Sporen sind überall, Stress ist der entscheidende begünstigende Ausbruchfaktor.
Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 1. Jul 2026, 23:36
von Elro
Heute entdeckt, M9, Sorte Opal, ca. fünf Jahre alt, bekam extra Wasser und nun das. Es wird immer schwieriger Bäume am Leben zu erhalten

Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 2. Jul 2026, 02:15
von thuja thujon
Was hast du denn an Möglichkeiten ausgeschöpft, ihn gesund zu halten? Möglichkeiten im Sinne von ein bisschen warmen Tee beim ersten Anzeichen von Schnupfen oder andere Medizin gibts ja kaum noch. Da ist das sterben doch zur Regel geworden.
Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 2. Jul 2026, 08:53
von Elro
Was heißt denn ausgeschöpft?
Ich habe es gestern erst entdeckt. Vor vier Wochen war noch nichts zu sehen.
Hattest Du schon Fälle mit schwarzem Rindenbrand? Und was für Möglichkeiten schöpfst Du dann aus? Oder gibst Du Hobbygärtnern gerne die Schuld wenn Pflanzen eingehen?
Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 2. Jul 2026, 09:14
von thuja thujon
Den Hobbygärtnern kann man keine Schuld geben, denen sind mittlerweile die Hände gebunden, gibt ja nix zu kaufen, was hilft. Deswegen ists ja so viel schwerer geworden, die Bäume am Leben zu halten.
Gestern entdeckt, das ist schonmal gut. Versuche es auszuschneiden, desinfiziere hinterher mit Peressigsäure. Manchmal hilfts, manchmal nicht mehr. Brücke reinveredeln, wenn die Sorte erhalten werden muss.
Ob ich schon Fälle hatte? Ja, mehrmals, alle überlebt bis jetzt, in anderen Gärten ging es anders aus. Da habe ich betroffene Bereiche unterhalb abgesägt. Hat manchmal auch nur für ein Jahr geholfen. Bei deinem Bäumchen ist die Stelle eine der doofesten, die es geben kann. Unterhalb kappen scheidet da leider aus. Rindenbrand oben in der Krone ist einfacher.
Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 2. Jul 2026, 15:17
von 555Nase
Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 2. Jul 2026, 21:42
von Elro
Bei mir ist es genau die Veredelung und geht fast rundum. Wenn ich die Stellen alle schälen entfernt werden muß ich oben auch fast alles abschneiden. Blöd, ich hatte ihn als Spalier erzogen.
Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 2. Jul 2026, 23:18
von Obstliebhaber
555Nase hat geschrieben: ↑2. Jul 2026, 15:17
So hab ich es gemacht, bis jetzt verheilt es. >>>
War das nicht Baumkrebs, oder erinnere ich mich falsch?
Dennoch ist das natürlich eine tolle Leistung, wenn du den schönen Baum heilen konntest.
Zum eigentlichen Thema, ich kenne eine die sich beharrlich weigert(e) von ihrem für jedermann sichtbar kranken Rindenbrandapfelbaum Notiz zu nehmen, resp. ihn zu entsorgen, wie man das halt so macht. Irgendwann hatte ich spaßeshalber damit begonnen diverse Reste von Fungiziden (Duaxo, u.a. Kupfersulfat als es noch erlaubt war) auf der längs klaffenden (ca 1/3 bis 1/4 Umfang) rußgeschwärzte Schadstelle (min 1,4 m hoch) des Stamms zu entsorgen. Jährlich einmal im Frühjahr, bisher gabs zwei oder drei Anwendungen. Daraufhin begann der Baum allmählich die Schadstelle zu überwallen. Die Sorte weiß ich nicht, Unterlage ist womöglich M106. Der Baum hat mittlerweile mehr Kronenvolumen als in der Zeit bevor der Rindenbrand ihn heimsuchte. Wenn es meiner wäre hätte ich noch befallene Kronenäste rausgenommen, hab jedoch keine Lust mein Schneidwerkzeug zu kontaminieren. Alles hat seine Grenzen. Jedenfalls, ohne diese Erfahrung die Regenerationsfähigkeit eines befallenen Apfelbaumes kennengelernt zu haben würde ich Diplodia weiterhin als Todesurteil betrachten. Ich hätte das nie für möglich gehalten dass sich der vermeintliche Todeskandidat so erholen kann. Hilfreich waren freilich auch das zeitweilige Aussetzen der Dürreereignisse.
Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 3. Jul 2026, 00:44
von 555Nase
Obstliebhaber hat geschrieben: ↑2. Jul 2026, 23:18
555Nase hat geschrieben: ↑2. Jul 2026, 15:17
So hab ich es gemacht, bis jetzt verheilt es. >>>
War das nicht Baumkrebs, oder erinnere ich mich falsch?
Dennoch ist das natürlich eine tolle Leistung, wenn du den schönen Baum heilen konntest.
Auf dem ersten Foto würde ich den schwarzen Fleck nicht als Krebs erkennen.
Wenn nicht jede Menge Sorten auf dem Baum wären, hätte ich ihn längst ersetzt.
Hab da schon reichlich Übung drinne. Zweie hat die Maus gefressen und den dritten jungen 4-jährigen Mehrsortenbaum hat der Sohn beim rückwärts "Rennen" samt Stützpfahl im Frühjahr umgehauen.

Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 3. Jul 2026, 11:40
von thuja thujon
Obstliebhaber, gutes Vorgehen. Versuch macht klug und wer nichts unternimmt, weder wässern noch Pflanzenschutz, wird über kurz oder lang in die Röhre gucken.
Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 4. Jul 2026, 14:34
von cydorian
Elro hat geschrieben: ↑1. Jul 2026, 23:36
Heute entdeckt, M9, Sorte Opal, ca. fünf Jahre alt, bekam extra Wasser und nun das.
Kein untypisches Bild für Rindenbrand. Luftwurzeln sind typische Eintrittspforte für Diplodia. Für Vorbeugung ist es natürlich zu spät, an solchen Jungbäumen hätte ich im Herbst Kupfersulfat gepinselt und dann weissen Baumanstrich drauf.
Die Stelle ist schwierig, die Sorte ist voller ungünstiger Genetik, ich würde zwar auch ausschneiden und desinfizieren, aber schon mal nach einer neuen Sorte suchen.
Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 4. Jul 2026, 18:50
von willi2000
Eine Inzuchtsorte auf einem extremen Wurzelkrüppel bei immer extremer werdenden klimatischen Verhältnissen. Und dann geht der Krüppel auch noch ein.
Ich verstehe nicht, wie man da überrascht sein kann.
Schobbe,
Re: Rindenbrand - diplodia mutila
Verfasst: 4. Jul 2026, 20:35
von cydorian
willi2000 hat geschrieben: ↑4. Jul 2026, 18:50
Ich verstehe nicht, wie man da überrascht sein kann.
Ich schon. Weil das früher nicht passiert ist. Die Kombination aus gnadenloser Sommertrockenheit und Hitze sorgt für völlig neue Bedingungen.