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Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 5. Jun 2016, 20:28
von Floris
Gerade hier in deutschland, wo nicht allzuviel gentechnik wächst.
Was ja eine nicht unbedeutende Sorge der Glyphosat-Gegner ist. Denn wenn man all die aufgeführten Argumente zum Klimaschutz und zur bodenschonenden Bearbeitung mittels Glyphosat konzequent zu Ende denkt, kommt zwangsläufig die Forderung nach der Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen dabei heraus: Erst wenn man durch die Glyphosatresistenz der Kulturpflanzen den Anwendungszeitpunkt deutlich hinter deren Jugenphase verlegen und dadurch die bodendeckende Wirkung der Unkräuter nutzen kann, ist ein lückenloser Schutz des Bodens gewährleistet. Erst dann muss man sich keine Sorgen mehr darüber machen, dass sich um die jetzige Zeit Maisäcker auf den Weg Richtung Ortsmitte machen.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 5. Jun 2016, 21:08
von thuja thujon
Nee, Mais ist im Jugendstadium sehr empfindlich. Glaubt man kaum, aber wenns wirklich zuviel Unkraut gibt in der Jugendphase, erntet man nur Grünzeug und keine Körner. Wachsen tut er trotzdem, aber er setzt halt nix an. Ist leider nicht so robust wie eine Tomate oder ähnliches. Also ist der Maisacker zur Aussaat in den meisten Fällen sauber. Durch die paar Wochen muss man also durch, bei der Wetterlage aktuell hat andernorts aber auch Gras nicht geholfen, damit der Hang nicht in ide Dorfmitte läuft. Ein neuer Trend ist eine Untersaat mit Gräsern. Klappt ab einer gewissen Wuchshöhe vom Mais und angepasster Herbizidstrategie. Ist mehr was für die Biogasler. Die würden zwar auf Kolben verzichten können, aber das Gras wird im Frühjahr dann doch mit Glyphosat abgespritzt, damit genug Feuchtigkeit im Boden als Keimwasser für den Mais da ist. Also was die Amis machen, Glyphosatresistenten Mais säen, wenn Unkraut da ist, Glyphosat, wenn dann immenroch Unkraut da ist, dann Glyphosat, und wenns sein muss, machen die das auch 6 oder 7 mal in einer Kultur (in, nicht vor der Kultur!). Hinterher wundern sie sich dann, dass sie resistente Unkräuter haben. Hier in Deutschland sind die Praktiken anders, so nen Scheiss machen wir hier nicht. Hier wird Glyphosat zum Resistenzmanagment benötigt. Wegen ALS-Resistenzen usw. weil man ab und an eben auch mal die Mittel wechseln muss und nicht ständig nur auf ein Pferd setzen kann. Was ansonsten die Erosionsgefahr angeht, Direktsaat ist nicht nur wegen der Bodenbedeckung erosionsmindernd, sondern auch weil sich der Boden dichter lagert, auch oberflächlich. Deswegen kann er das Wasser ja auch nicht mehr so schnell aufnehmen, soviele Gänge schaffen die Regenwürmer einfach nicht.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 5. Jun 2016, 22:14
von Floris
so nen Scheiss machen wir hier nicht.
Aber ich fürchte, etliche täten es wenn sie denn dürften.Danke für deine Erläuterungen.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 5. Jun 2016, 22:24
von Querkopf
Hier für die Sonntagabend-Leser nochmals die bescheuerte Diskussion von heute!
Naja, wo Du bist ...
Eben.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 5. Jun 2016, 22:47
von thuja thujon
Fürs Protokoll, hatte es heute Mittag schon gelesen. War mir zu blöd, was dazu zu schreiben. Heute Abend kam die Provokation von genau der anderen Richtung wie die provokation von heut morgen, da hats mir dann doch nen Kommentar entlockt. Mittlerweile bin ich froh, dass Floris die Diskussion wieder auf ein sachlicheres Niveau geholt hat. Ich versteh nicht, warum man bei sachlichen Themen immer wieder irgendwelche persönlichen Vorlieben oder anderen, nichtthemenbezogenen Kram loslassen muss. Wer was zum Thema zu sagen hat, kanns gerne tun. Aber man braucht keine Diskussion zerlabern, weil man keine Erfahrungen oder Kenntnise in der Diskussion anbringen kann. Das erschwert die Diskussion ungemein, und ich finde man sollte sich mit solchen Themen ruhig auseinandersetzen können. Ist nicht als persönlicher Angriff gemeint, geht mir woanders noch mehr auf den Sack. Floris, glaube ich nicht. Die wissen um den Wert ihrer Flächen. Ich kenne jedenfalls keinen, ausser natürlich ein paar Hobbygärtnern... Die und ihre Wege, anderes Thema.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 6. Jun 2016, 09:59
von dmks
so nen Scheiss machen wir hier nicht.
Aber ich fürchte, etliche täten es wenn sie denn dürften.
Auch deshalb:Der kommerzielle Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ist in Deutschland seit 2012 verboten.Wir können also Glyphosat weiterhin unabhängig davon betrachten.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 6. Jun 2016, 10:33
von Lem
Ja, natürlich. Was in anderen Ländern passiert, aus denen wir Erzeugnisse einführen, kann uns egal sein.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 6. Jun 2016, 10:43
von dmks
Nun, ich denke es ist legitim auch mal ein positives Beispiel anzuführen.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 6. Jun 2016, 10:44
von Querkopf
Was in den Ländern passiert, die du ansprichst, bleibt unberührt davon, ob Glyphosat in der EU weiter eingesetzt werden darf oder nicht. In der EU selbst gibt es fast keine Gentech-Pflanzen auf den Äckern, Tendenz stetig weiter abnehmend. Und 19 EU-Länder haben einen Antrag eingebracht, dem zufolge der kommerzielle Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen komplett verboten werden soll. dmks hat Recht:
... Wir können also Glyphosat weiterhin unabhängig davon betrachten.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 6. Jun 2016, 15:46
von dmks
Heute keine Verlängerung der Zulassung beschlossen.20 Staaten stimmten dafür, 1 Staat dagegen, 6 Staaten enthielten sichDadurch entstand aber noch keine Mehrheit ???Die Rechnung geht so:"Eine qualifizierte Mehrheit auf EU-Ebene ist erreicht, wenn 55 Prozent der Mitgliedstaaten, die gleichzeitig 65 Prozent der Bevölkerung repräsentieren, für einen Vorschlag stimmen. Weil das zweite Kriterium von den 20 EU-Mitgliedstaaten, die sich für die Zulassung von Glyphosat aussprachen, nicht erfüllt wurde, kam die qualifizierte Mehrheit nicht zustande."Ich sag's mal so:Keine Meinung zu haben kann auch die Welt verändern...

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 6. Jun 2016, 21:12
von bristlecone
De facto bedeutet die Enthaltung Deutschlands in dieser Frage ein Nein. Das weiß natürlich auch die SPD. Aber so allmählich dürfte ihr dämmern, dass der so angerichtete Flurschaden das politische Klima in der EU nicht gerade zum Guten verändert hat.Und ihr "zuhause" diese Haltung letztlich wenig bis nichts einbringen wird.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 6. Jun 2016, 22:13
von Lem
Dann also Schluss mit Glyphosat?Sehr gut.Lasst uns das nächste Herbizid verbieten!

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 6. Jun 2016, 22:31
von dmks
Dann also Schluss mit Glyphosat?
Nein, nur diese Veranstaltung war erstmal eine Nullnummer.Die Entscheidung wird nun in einem Vermittlungsausschuss gefällt. Falls es wieder kein Ergebnis gibt, entscheidet die EU-Kommission.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 6. Jun 2016, 22:43
von dmks
Lasst uns das nächste Herbizid verbieten!
uns???Bist Du nicht Schweizer?Die Schweiz ist weder an der Abstimmung beteiligt noch vom Ergebnis betroffen.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 6. Jun 2016, 22:46
von bristlecone
Ich teile bekanntlich die Auffassung nicht, die Zulassung nicht zu verlängern, aber dass Malta wenigstens den Mut hat, tatsächlich mit Nein zu bestimmen, anstatt sich wie die großen Mitgliedsstaaten Deutschland, Frankreich und Italien pro forma zu enthalten, ist wenigstens konsequent.Ich hoffe, die EU-Kommission lässt die Mitgliedsstaaten nunmehr im Regen stehen und die Suppe selbst auslöffeln. Allerdings werden auch dann die nationalen Populisten triumphieren. Und das ist der eigentliche Schaden: Dass über die ganze Prozedur Fachbehörden und Entscheidungsgremien massiv und mutwillig in ihrer Glaubwürdigkeit beschädigt werden, fördert die Politikverdrossenheit und arbeitet Populisten in die Hände.