Seite 15 von 19
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 06:17
von hobab
Naja und ich versuche grade anzuzeigen, das ohne vielleicht auch keine gute Idee ist: es geht mir darum weg von den Extrempositionen beider Seiten kommt, damit man überhaupt zu Ergebnissen kommt.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 06:46
von Sonnenscheinplatz
Viele essen heute weniger Fleisch und generell weniger tierische Erzeugnisse. Nach dem Krieg ist das aus dem Ruder gelaufen. Bei uns gab es oft zweimal täglich Fleisch. Heute essen wir das alle 2, 3 Tage. Beim Käse ist es etwas schwieriger.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 10:28
von Gartenplaner
raiSCH hat geschrieben: ↑27. Sep 2026, 21:21 …es geht nicht um Schmerz oder Angst, sondern um Leben oder Tod. …
Sorry, doch, es geht sehr wohl um Schmerz und Angst.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 10:28
von Mediterraneus
LadyinBlack hat geschrieben: ↑27. Sep 2026, 20:00
Mediterraneus hat geschrieben: ↑27. Sep 2026, 16:25
Das grenzt ja fast schon an Fanatismus, Sorry! Da sind Meinungen so eingefahren...
Jeder kann sich in unserem Land leisten, zu essen, was er mag und bezahlen kann.
Es
ist Fanatismus, Medi.
Und es ist außerdem eine unerträgliche Stimmungsmache gegen diejenigen, die im ländlichen Raum einen bedeutenden Beitrag zur Wertschöpfung liefern. Und weit über die Wertschöpfung hinaus, viele Argumente habt ihr bereits geliefert.
Derr Landwirt freut sich ganz sicher über einen Gruß, über ein freundliches Wort.
Schön, dass du die Landwirte erwähnst. Wie überall, gibts da gute, weniger gute und sicher auch profitorientierte, die dann die Schlagzeilen mit irgendwelchen Mißständen füttern.
Die Landwirte im allgemeinen machen einen guten Job, zur Lebensmittelerzeugung und Erhalt unserer Kulturlandschaft (und somit im Idealfall auch Artenvielfalt).
Das mit dem Fanatismus ist wohl so.
Ich finde es interessant, dass ich die meisten Vegan-Diskussionen mit Leuten hatte, die aus irgendwelchen Selbstverwirklichungsgründen ihre ländliche Heimat verließen, keine Lust hatten, sich Zuhause zu bücken und zu ackern, schlicht, was zu tun und anzupacken. Wollten was besseres als Land.
Jetzt hocken sie mit viel Geld und offenbar zuviel Zeit in der Stadt und überlegen, wie sie die Welt retten können.
Vielleicht ist das so eine Art verstecktes schlechtes Gewissen, ich weiß es nicht.
Wie eigentlich immer bei Diskussionen, liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 11:39
von Gartenplaner
Ich finds jedes Mal aufs neue erstaunlich und dann erschreckend, wie schnell bei dem Thema “Feindbilder” mit bunten Unterstellungen wie “selbstverwirklichende Städter, die aus schlechtem Gewissen die Welt retten wollen“ aufgefahren werden.
Und natürlich immer wieder die “Fanatismus”-Keule.
Hört ihr euch eigentlich selbst noch zu?
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 11:45
von Turjan
hobab hat geschrieben: ↑28. Sep 2026, 06:17
Naja und ich versuche grade anzuzeigen, das ohne vielleicht auch keine gute Idee ist: es geht mir darum weg von den Extrempositionen beider Seiten kommt, damit man überhaupt zu Ergebnissen kommt.
Na, gemäßigte Positionen emotionalisieren nicht genug; so wirbt man heutzutage keine Anhänger. Am Ende sitzt man dann zwischen den Stühlen, und beide Seiten dreschen auf einen ein. Sign of the times!
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 11:52
von Gartenplaner
Es geht nicht um “emotionalisieren” oder “gemäßigte” Positionen - es geht um die wissenschaftliche Basis.
Wenn die schon auseinanderdividiert wird, bleiben nur “Fronten” übrig.
Wie schon bei der Klimawandeldiskussion.
Aber das ändert an der wissenschaftlichen Faktenlage nix.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 12:10
von Sonnenscheinplatz
Bei allen moralisch relevanten Themen hilft eine gewisse Gelassenheit, nicht Untätigkeit. Schritt für Schritt. Polarisierung hingegen bewirkt, dass sich beide Seiten verschließen. Warum einen Flexitarier verurteilen, weil er ab und zu, weniger als der Carnivore, Fleisch vertilgt?
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 12:13
von Turjan
@Gartenplaner: Ich war selbst in der Wissenschaft tätig. Auch da geht's oft darum, wie man was verkauft. Außerdem: "wissenschaftliche Basis" und "welche Ziele wollen wir als Gesellschaft priorisieren" sind zwei unterschiedliche, idealerweise natürlich irgendwie verknüpfte, aber dennoch vollkommen andere Themen.
Ich halte eine rein vegane Ernährung nach wie vor für kein erstrebenswertes Ziel, außer man ist ein sehr engagierter und disziplinierter Mensch, was das Achten auf eine vollwertige Ernährung angeht. Dass man den Fleischkonsum erheblich einschränkt und teilweise auch umstellt (eher Geflügel, Fisch), sollte dagegen für die meisten (nicht alle) Menschen relativ problemlos machbar sein.
Wahrscheinlich wird das aber Generationen dauern. Wie Max Planck schon sagte (weshalb das auch das "Plancksche Prinzip" heißt):
"Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, daß ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, daß ihre Gegner allmählich aussterben und daß die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist."
Auf Englisch wird das dann oft verkürzt zu "Science progresses one coffin at a time." Mit gesellschaftlichen Veränderungen ist das nicht anders. Wir mögen, je nach Betrachtungsweise, die Zeit nicht haben, aber wir werden sie uns trotzdem nehmen.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 12:26
von semicolon
"Selbstverwirklichungsgründe" klingt einen Schnuff mehr nach verpassten Chancen als nach Vorwurf. Schon erstaunlich, wie viel man einer unbekannten Person andichten kann und wie wenig echte Fakten berücksichrigt weden. Vielleicht gehört das wirklich aufs Land, neben oder in den Hühnerstall mit "alten Rassen". Als wissenschaftliches Modell für Ernährung von 8 Milliarden Menschen natürlich.
Ansonsten hat sich die Diskussion nun wirklich ad absurdum geführt.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 12:29
von Gartenplaner
Sonnenscheinplatz hat geschrieben: ↑28. Sep 2026, 12:10
…Warum einen Flexitarier verurteilen, weil er ab und zu, weniger als der Carnivore, Fleisch vertilgt?
Ganz im Gegenteil, aber das weißt du ja sowieso.
Das wäre wunderbare, breite Ebene, auf der man sich auf Augenhöhe begegnen könnte.
Turjan hat geschrieben: ↑28. Sep 2026, 12:13
…Dass man den Fleischkonsum erheblich einschränkt und teilweise auch umstellt (eher Geflügel, Fisch), sollte dagegen für die meisten (nicht alle) Menschen relativ problemlos machbar sein. …
Und wäre schon ein perfekter Ausgangspunkt
Turjan hat geschrieben: ↑28. Sep 2026, 12:13 …Wahrscheinlich wird das aber Generationen dauern. Wie Max Planck schon sagte (weshalb das auch das "Plancksche Prinzip" heißt):
"Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, daß ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, daß ihre Gegner allmählich aussterben und daß die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist."
Auf Englisch wird das dann oft verkürzt zu "Science progresses one coffin at a time." Mit gesellschaftlichen Veränderungen ist das nicht anders. Wir mögen, je nach Betrachtungsweise, die Zeit nicht haben, aber wir werden sie uns trotzdem nehmen.
Ja.
Leider auf Kosten nächster Generation, aber so wird es sein.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 12:32
von philippus
Gartenplaner hat geschrieben: ↑28. Sep 2026, 10:28
raiSCH hat geschrieben: ↑27. Sep 2026, 21:21 …es geht nicht um Schmerz oder Angst, sondern um Leben oder Tod. …
Sorry, doch, es geht sehr wohl um Schmerz und Angst.
Das ist allerdings eine ethische wenn nicht sogar philosophische Frage. Dass ein ZNS ein nachvollziehbarer Hinweis auf Empfindungsfähigkeit ist, erklärt noch nicht, warum gerade Empfindungsfähigkeit das entscheidende moralische Kriterium sein soll, und nicht bereits das Leben selbst oder erst Bewusstsein bzw. Ich-Bewusstsein. Wer entscheidet darüber und auf welcher Grundlage ?
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 12:43
von Turjan
philippus hat geschrieben: ↑28. Sep 2026, 12:32
Das ist allerdings eine ethische wenn nicht sogar philosophische Frage. Dass ein ZNS ein nachvollziehbarer Hinweis auf Empfindungsfähigkeit ist, erklärt noch nicht, warum gerade Empfindungsfähigkeit das entscheidende moralische Kriterium sein soll, und nicht bereits das Leben selbst oder erst Bewusstsein bzw. Ich-Bewusstsein. Wer entscheidet darüber und auf welcher Grundlage ?
In der Tat. Wissenschaftliche Ergebnisse sind keine Handlungsanweisungen (das wäre ein Kategorienfehler). Ich bin dafür, dass man wissenschaftliche Ergebnisse in Entscheidungsfindungen einbezieht, aber in die Entscheidung, was man wirklich will, fließen viele andere Aspekte ein.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 12:53
von thuja thujon
Ich würde nicht von Ergebnissen sprechen wollen. Erkenntnisse trifft es eher, da der Sachverhalt für diesen großen Themenkomplex noch nicht ausreichend durchleuchtet ist, zu viele Fragen bleiben offen, zB die Auswirkungen veränderter Landnutzungskonzepte, Aussterben von `Robustrassen´ und die damit bedingten Veränderungen in der Artenzusammensetzung/Vielfalt und vieles vieles mehr. Es reicht nicht zu sagen, Brokkoli ist gesund. Wer den Gemüsebau kennt, weiß dass das zu lokalen Problemen führen kann. Auch die müssen berücksichtigt werden.
Ich schätze, dass viele persönliche Entscheidungen getroffen werden, obwohl nur ein geringer, einstelliger Prozentsatz der fachlichen Thematik bekannt ist. Ich halte das für verfrüht, egal wie `emotional überinformiert´ man sein mag.
Re: Ernährungsformen
Verfasst: 28. Sep 2026, 13:03
von Gartenlady
Eigentlich ging es ja um Ernährungsformen, nicht um deren Verurteilung und Verteidigung. Ich möchte wegen meiner Ernährungsform weder verurteilt werden, noch mich dafür entschuldigen, das ist doch wirklich nicht Sinn des threads.
Der thread hat wirklich allmählich Kellereigenschaften, schade drum. Wer mag das alle lesen was hier zuletzt geschrieben wurde, ich jedenfalls nicht.