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Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 03:15
von Phalaina
Nach meinen Beobachtungen hier nehmen zumindest
Osmia-Arten einen entrindeten Stamm besser an. Das deckt sich auch mit dem, wie sie es mit angebohrten Stamm- und Aststücken halten: in Löchern auf entrindeten Astabschnitten am liebsten (ähnlich wie auch bei gehobelten Holzklötzen), in Löchern auf glatter Rinde (Buche) durchaus, in Löchern auf rauher Rinde (Eiche) eher nicht. Das kann anderswo natürlich abweichen.

Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 07:11
von DerTigga
Gartenplaner hat geschrieben: ↑10. Mai 2026, 02:52
*seufz*
Die Frage ist, ob die Rinde dran oder ab soll.
Du könntest doch auch nen Mittelweg gehen ? Mit ner Säge mehr oder weniger waagerecht die Rinde einmal um den Stamm rum durchtrennen, 30cm drüber dasselbe nochmal und dieses Teilstück raustrennen. Obendrüber 30-40cm Rinde dran lassen, erst darüber wieder auf dieselbe Art die Rinde ab ?
Gibt doch keinen Zwang, das für den gesamten Baum nur eins gemacht wird: Rinde noch komplett dran oder alles ab ? ;-)
Evt. noch ne Idee: Akku-Bohrmaschine + Bohrersammlung greifen und Löcher mit verschiedenen Durchmessern herstellen.. ?
Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 07:28
von Staudo
Mal zum Verständnis. Ist das Aufhängen von Insektenhotels nicht ähnlich sinnvoll wie die Vögelfütterung? Der Mensch macht es in erster Linie für sich. Die Tiere kämen auch gut ohne aus und obendrein werden vor allem sehr häufige Arten unterstützt.
Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 07:42
von hobab
Bis Musk Blattlauspickdrohnen entwickelt hat, bin ich sehr froh über die meisenfütternden Nachbarn, so sind im Frühjahr wenigsten die unterwegs….
Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 08:00
von Phalaina
Staudo hat geschrieben: ↑10. Mai 2026, 07:28
Mal zum Verständnis. Ist das Aufhängen von Insektenhotels nicht ähnlich sinnvoll wie die Vögelfütterung? Der Mensch macht es in erster Linie für sich. Die Tiere kämen auch gut ohne aus und obendrein werden vor allem sehr häufige Arten unterstützt.
Die Frage ist berechtigt. Mit diversen Nisthilfen finden sich, zum Beispiel bei einigen häufigen
Osmia-Arten, mit der Zeit Bestandsdichten ein, die sehr deutlich höher sind als die natürlicherweise vorkommenden, und verschiebt dadurch die spezifische Individuenzahl im Artengefüge. Weißfaules, stehendes Totholz und senkrechte Lösslehmwände sind zumindest hier in der Gegend eher selten, und auch die Zahl der zufällig bereitstehenden Ersatznistplätze im urbanen Bereich, wie ungenutzte Bohrlöcher an Hauswänden oder die beliebten Entlüftungöffnungen an Fensterrahmen, ist begrenzt. Durch ihre Pollensammeltätigkeiten kompensieren die geförderten Wildbienen jedoch sowohl für Wild- als auch Nutzpflanzen (Obstbäume!) den - durch andere Gründe als die Insektenhotels bedingten - Rückgang anderer blütenbesuchenden Insektenarten. Zudem profitieren durch den steigenden Bestand an Nistplätzen hier zudem auch verschiedene Brutparasiten wie
Sapygina,
Chrysis,
Cacoxenus,
Anthrax oder
Gasteruption.
Natürlich kommt es somit auch zu einem Nutzen/zur Freude für sich selbst (zumindest für an der Natur Interessierte), genauso wie durch einen (fischfreien) Gartenteich zur Förderung von Libellen und Amphibien usw.

Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 10:38
von thuja thujon
Wenn bis jetzt noch keine blauen Holzbienen an dem Stamm beobachtet werden konnten, hat die Rinde das Eigelege erfolgreich verhindert.
Der Baum sieht schon stark morsch aus, weswegen ich denke dass die Frage, ob Rinde dran oder ab, etwas zu spät kommt. Zu morsches Holz ist für die Bienen nicht mehr interessant.
Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 10:48
von Staudo
Aber sicher für andere Viecher.

Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 10:53
von thuja thujon
Ja klar, aber es ging ja darum, bewusst nur wenige Insektenarten zu fördern.
Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 11:03
von Hyla
In und unter der Rinde leben aber auch Tiere. Ich finde es sinnlos, den Baum extra zu schälen.
Die Frage war ja nicht speziell auf Holzbienen bezogen. Die finden anscheinend immer was und haben sogar hier den Winter überlebt.
Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 11:21
von thuja thujon
Nicht speziell Holzbienen, ja, aber im Strang über Nisthilfen für Wildbienen wären Käfer oder Asseln falsch aufgehoben. Auch das Wespen das Holz eher holen wenn die Rinde weg ist wäre OT.
Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 12:10
von raiSCH
Wo der Mensch eingreift, stiftet er meist mehr Chaos als echten Nutzen. In den letzten Wintern sind in meinem Garten ohne Fütterung keine Vögel verhungert, und sie haben schon Junge, und alle möglichen Wildbienen und Wespen muss ich jeden Tag aus meinem Wintergarten ins Freie befördern, die kommen dort schon gut zurecht.
Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 12:35
von Hyla
Ich weiß nicht, ob auch andere Wildbienenarten in oder unter der ziemlich rauhen Rinde eine Unterkunft finden, würde es aber nicht ausschließen. Hier nisten sie in allen möglichen und unmöglichen Ecken.
Die Vogelfutterstation wurde hier mit Beginn der Brutsaison bis auf zwei Gitterröhren mit Sonnenblumenkernen eingestellt. Die werden noch gut frequentiert.
Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 20:10
von Immer-grün
thuja thujon hat geschrieben: ↑10. Mai 2026, 11:21
aber im Strang über Nisthilfen für Wildbienen wären Käfer oder Asseln falsch aufgehoben.
Die Käfer fressen doch Gänge ins tote Holz, was wiederum den Wildbienen nützlich sein kann. Ich würde den Baum so sein lassen wie er ist.
Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 22:45
von Gartenplaner
Phalaina hat geschrieben: ↑10. Mai 2026, 03:15
Nach meinen Beobachtungen hier nehmen zumindest
Osmia-Arten einen entrindeten Stamm besser an. Das deckt sich auch mit dem, wie sie es mit angebohrten Stamm- und Aststücken halten: in Löchern auf entrindeten Astabschnitten am liebsten (ähnlich wie auch bei gehobelten Holzklötzen), in Löchern auf glatter Rinde (Buche) durchaus, in Löchern auf rauher Rinde (Eiche) eher nicht. Das kann anderswo natürlich abweichen.
Danke für die sachdienlichen Hinweise
DerTigga hat geschrieben: ↑10. Mai 2026, 07:11
…
Du könntest doch auch nen Mittelweg gehen ? Mit ner Säge mehr oder weniger waagerecht die Rinde einmal um den Stamm rum durchtrennen, 30cm drüber dasselbe nochmal und dieses Teilstück raustrennen. Obendrüber 30-40cm Rinde dran lassen, erst darüber wieder auf dieselbe Art die Rinde ab ?
…
Das finde ich gestalterisch eine spannende Idee!
Ich bin der Meinung, dass Naturgärten größere allgemeine Akzeptanz finden könnten mit klar erkennbaren Gestaltungselementen, das wäre definitiv sowas
DerTigga hat geschrieben: ↑10. Mai 2026, 07:11
…
Evt. noch ne Idee: Akku-Bohrmaschine + Bohrersammlung greifen und Löcher mit verschiedenen Durchmessern herstellen.. ?
Das hab ich einmal für eine gekaufte Nisthilfe gemacht, sehr mühsam, kurz danach beobachtete ich einen regelrechten „Schwarm“ von kleinen Wildbienen um einen abgestorbenen Obstbaumabschnitt - da beschloss ich, mir das zu sparen

Re: Nisthilfen für Wildbienen
Verfasst: 10. Mai 2026, 23:49
von Gartenplaner
Phalaina hat geschrieben: ↑10. Mai 2026, 08:00
Staudo hat geschrieben: ↑10. Mai 2026, 07:28
Mal zum Verständnis. Ist das Aufhängen von Insektenhotels nicht ähnlich sinnvoll wie die Vögelfütterung? Der Mensch macht es in erster Linie für sich. Die Tiere kämen auch gut ohne aus und obendrein werden vor allem sehr häufige Arten unterstützt.
Die Frage ist berechtigt. Mit diversen Nisthilfen finden sich, zum Beispiel bei einigen häufigen
Osmia-Arten, mit der Zeit Bestandsdichten ein, die sehr deutlich höher sind als die natürlicherweise vorkommenden, und verschiebt dadurch die spezifische Individuenzahl im Artengefüge. Weißfaules, stehendes Totholz und senkrechte Lösslehmwände sind zumindest hier in der Gegend eher selten, und auch die Zahl der zufällig bereitstehenden Ersatznistplätze im urbanen Bereich, wie ungenutzte Bohrlöcher an Hauswänden oder die beliebten Entlüftungöffnungen an Fensterrahmen, ist begrenzt. Durch ihre Pollensammeltätigkeiten kompensieren die geförderten Wildbienen jedoch sowohl für Wild- als auch Nutzpflanzen (Obstbäume!) den - durch andere Gründe als die Insektenhotels bedingten - Rückgang anderer blütenbesuchenden Insektenarten. Zudem profitieren durch den steigenden Bestand an Nistplätzen hier zudem auch verschiedene Brutparasiten wie
Sapygina,
Chrysis,
Cacoxenus,
Anthrax oder
Gasteruption.
Natürlich kommt es somit auch zu einem Nutzen/zur Freude für sich selbst (zumindest für an der Natur Interessierte), genauso wie durch einen (fischfreien) Gartenteich zur Förderung von Libellen und Amphibien usw.
Sehr spannend
Heute morgen, während den knapp 10 Minuten Stoßlüften, musste ich die hier 7x durch Anpusten aus dem Rahmen des Fensters vertreiben, weil ich nicht wollte, dass sie beim Fensterschließen zerquetscht wird:
Besseres Foto gelang nicht.
Keine Ahnung, ob das eine sehr häufige Art ist, ob das bedeutet, dass es „zu viele“ davon gibt - oder „zu wenig“ Nistmöglichkeiten
Übrigens, apropos „morsch aussehen“ - der ist ungefähr 2008 abgestorben, dass der 2026 noch stehen würde, hatte ich weder bei der Pflanzung der Hecke in 60/80cm Höhe, noch der Pecan als einjährige Veredelung erwartet
Ich hab dann extra nochmal daran gerüttelt - immer noch bombenfest im Boden verankert:
Ach, wie der Zufall so wollte, heute morgen, als ich ihn in gesamt fotografieren wollte….
So, ich wollte nur die losen, lockeren abstehenden Rindenpartien abziehen, weil es mir ein bisschen nach „Gedränge“ schien - ein paarmal, wenn ich mir das genauer anschaute, 3 verschiedene Arten, die sich teilweise gegenseitig zu verjagen versuchten - auf den schon nackten Stammstellen, wo die Rinde von alleine abgefallen ist.
Ich
dachte, dass ich von den abstehenden Rindenstellen ausgehend große Streifen locker-flockig abziehen könnte - das erwies sich als Trugschluss, die abstehenden Stückchen samt einem kleinen Stück lockerer Rinde, ja, aber das war’s dann.
Auch hier von wegen „morsch aussehen“

Und während ich daran rumwurschtelte, umschwirrte mich eine Holzbiene, eine gemeine Goldwespe….
Erst mit Werkzeug und etwas Hebelwirkung konnte ich
etwas größere Streifen abreißen - insofern hab ich wahrlich nicht wirklich den gesamten Baum geschält
Ich hab auch hier vorher dran gerüttelt, damit ich mir die Mühe nicht völlig umsonst mache.