Also eigentlich sollte mein Garten ziemlich gut kllimawandeltauglich sein, wenn man von
Neupflanzungen absieht.
Das Problem des Klimawandels ist ja nicht nur
Hitze, sondern auch
Dauerregen. Beides kann tödlich sein, wobei Dauerregen noch gefährlicher ist. Gegen Vertrocknen kann man gießen, wenn auch die Wassermenge doch Grenzen setzt, gegen Wochen langen Regen ist es viel schwieriger was zu unternehmen.
Meine Drainage macht mir ganz schöne Probleme bei der Hitze und frisch gesetzten Pflanzen.
Von meinem Verständnis sollten eigentlich Pfahlwurzler für Hitze gut geeignet sein. Ich stelle aber fest, dass das Jahre dauert bis sich die Pfahlwurzler etablieren.
Geranium x
psilostemon 'Dragon Heart' packt die Trockenheit im 2. Sommer viel besser, aber noch immer nicht problemlos. Ohne Gießen geht der ein. Der Standort ist halber Tag pralle Sonne am Nachmittag. Am anderen Standort, grob nur Sonne um die Mittagszeit wuchert der. Ich bin schon gespannt, wie das weiter geht und ob es zu schaffen ist, dass der wie nie gegossen werden muss.
Die andere Überraschung ist
Potentilla x cultorum 'Arc-en-Ciel' Laut
https://www.naturadb.de/pflanzen/potent ... c-en-ciel/ ist das ein
Pfahlwurzler. Wenn ich den nicht jeden 2.-3. Tag gieße, verwelkt der, das geht ganz schnell, aber mit viel Wasser (mehr als 1 Gießkanne) erholt sich der.
Ich habe einen Potentilla fruticosa, der ist über 1m hoch und der kommt gut mit Trockenheit und viel Regen zurecht.
Deswegen habe ich letzten Herbst in die pralle Sonne weitere Potentilla gesetzt. Der Potentilla fruticosa FIRST EDITIONS 'Mandarin Tango' hat gar nicht anwachsen wollen, hat es aber dann geschafft. Bei mir blüht der gelb und nicht orange, wie verkauft. Wieder auffällig, wenn man den zuwenig gießt, geht der ein.
Auch der Potentilla nepalensis 'Miss Willmott' ist zickig bei wenig Wasser. Ich hoffe, dass die neuen Potentilla über die Jahre so problemlos verhalten wie die alte Fruticosa.
Die anderen Potentilla, die ich noch habe, kommen ohne Gießen so irgendwie durch. Potentilla tridentata 'Nuuk' hat im 2. Jahr wieder fast nicht geblüht und bei Potentilla x tonguei sieht im 2. Jahr auch nur vereinzelt Blüten. Aber sie kommen ohne Gießen durch.
Potentilla crantzii 'Goldrausch' ist im 1. Jahr ganz ok, wenn man verstanden hat, dass sie auch ab und zu gegossen werden wollen. 3 sind eingegangen.
Also Potentilla gehören zu meinen Favoriten für den Klimawandel. Ich schätze mal in ein paar Jahren braucht man die nicht mehr gießen.
Die Überraschung war
Geranium sanguineum 'Tiny Monster'. 2 Jahr lang hat der kaum geblüht. Überraschung war noch 1 Blüte im Dezember. Heuer blüht der ohne Gießen in praller Sonne permanent. Mein Verdacht ist wieder, die Pfahlwurzeln haben gebraucht.
Geranium sanguineum 'Max Frei' und Geranium sanguineum var. striatum 'Ankum's Pride' kommen gut mit der Hitze ohne Gießen zurecht. Geranium sanguineum 'Canon Miles' mag ab und zu Wasser, wird aber nur ausnahmsweise gegossen.
Blutstorchschnäbel sind also meine 2. Empfehlung für den Klimawandel. Immer natürlich für entsprechende Drainage sorgen, sonst ersaufen sie bei Dauerregen. Das macht das Anwachsen natürlich schwierig.
Geranium
cinereum 'Jolly Jewel Night' und Geranium cinereum 'Ballerina' machen sich heuer mit ein wenig gießen ganz gut. Voriges Jahr sind mir an die 10 Ballerina beim Anwachsen im Halbschatten eingegangen, die hätten mehr gegossen werden sollen. Jolly Jewel Night wird in praller Sonne nur ausnahmsweise gegossen und noch sehe ich grüne Blätter.
Mit sehr wenig gießen in praller Sonne hält sich Choisya ternata 'Aztec Gold' und Choisya ternata 'White Dazzler' gut in praller Sonne und die -15° im Winter wurden sehr gut überstanden. Eigentlich gilt da als Grenze -10°.
Ceanothus pallidus 'Marie Simon' kommt mit der Hitze auch gut klar, habe den praktisch in den Hitzeperioden nie gegossen. Durch den Schatten einer Mauer hat der aber einen schattigen Fuß und wächst relativ schnell in die volle Sonne. Im Winter ist mir bei -15° fast der halbe Strauch erfroren / vertrocknet, aber er hat sich gut erholt.
Was heuer nicht so recht will, nur ganz wenig sehr kleine Blüten im Frühsommer, sind die
Mittagsblumen. Ausnahme Delosperma cooperi 'Halda. Halda hat prächtig geblüht und blüht vermutlich im Herbst wieder. Ich denke man müsste die Mittagsblumen gießen, tot dürften sie aber ohne Gießen nicht sein.
Scabiosa columbaria 'Butterfly Blue' schafft es ohne Gießen, die Blüten sind nicht ganz schön, aber akzeptabel.
Anthemis tinctoria 'Dwarf Form' verträgt die Hitze nicht ganz so gut wie Scabiosa, aber ich denke sie werden es überleben.
Gaillardia sind mir im 1. Jahr fast vertrocknet (dort wo jetzt die Potentilla kämpfen), aber heuer sieht es besser aus. Heuer habe ich die ein wenig gegossen, aber eigentlich sollten die etabliert(!) ohne Gießen auskommen.
Ich habe an die 15-20 verschiedene Yucca-Arten, die sind bei Hitze alle problemlos, im Februar verpilzen aber fast alle.
Die Überraschung,
junge Palmen können der Hitze zu schaffen machen. Im Februar sind mir 2 vertrocknet. Rhapidophyllum hystrix muss man gießen, auch wenn es einem komisch vorkommt, dass man Palmen gießt. Trachycarpus takil wird sich vermutlich auch nicht erholen, auch wenn sie besser aussieht als die Nadelpalme. Vertrocknen bei gefrorenem Boden ist ein echtes Problem.
Trachycarpus fortunei und Trachycarpus wagnerianus kommen mit Hitze und viel Regen gut klar. Im Winter gibt es immer wieder zittern. Die -15° hat die ganz große (6m) aber ohne Schutz überstanden.
Überraschung sind die Rispenhortensien, die werden zwar gegossen, aber die Blätter sind auch nach längerem Nicht-Gießen grün, nur die Blüten zeigen den Wassermangel schnell. Ich denke die werden dieses Jahr schon überstehen. Die Rispenhortensien haben eine schattigen Fuß und wachsen in die Sonne.
Die Rosa 'Libertas' schafft im 1. Jahr die Sonne auch gerade noch, aber die Blüten sind schnell verwelkt.
Chrysogonum virginianum 'André Viette' kommt bei mir gut mit Hitze klar, hat aber nur mittags pralle Sonne. Ich gieße die nie.
Was ich gelernt habe, es kommt extrem auf den Standort an, 1m daneben kann schon ganz anders sein.
Edit:
Ganz vergessen,
Hesperaloe parviflora, klare Empfehlung, blüht ohne Gießen über Monate. Ich würde aber gleich viele setzen. Ich habe jetzt 5, 1 vielleicht kaputt, weil im Winter die Blüte abgebrochen ist. Es blüht aber immer nur 1.