Das frische Ahornlaub zu dieser Jahreszeit ist einfach wunderbar, und Dank der Vielzahl der Sorten zieht sich der Austrieb bei mir mittlerweile über einige Wochen.

Bereits Mitte März sind 'Sangokaku' und 'Jerre Schwartz' ausgetrieben, nun folgen als letzte 'Will's Devine', 'Ukigumo' und ein kleiner Acer shirasawanum 'Aureum', der schon lange auf meiner Wunschliste steht. Von letzterem habe ich noch kein Foto, hole ich dann in Kürze nach.
'Jerre Schwartz' ist mittlerweile so gut wie voll belaubt, der anfangs burgunderrote Farbton hat sich in ein tiefes Bronzerot gewandelt. Er ist sehr dicht belaubt, fast schon wie ein 'Mikawa Yatsubusa', das finde ich sehr schick. Ich sollte auch mal ein schönes "Ganzkörperfoto" machen, leider hat das Licht bisher nie so gepasst.
Ähnlich dicht belaubt, aber doch ganz anders sieht 'Shaina' aus, das Laub ist insgesamt kleiner, zarter und weniger stark gesägt. Bei Blumen-Risse sah ich gestern außerdem 'Skeeter's Broom', ich war versucht, einen mitzunehmen, aber eigentlich sieht er ähnlich aus wie 'Shaina', nur etwas größer dimensioniert und weniger kompakt, für einen Hexenbesen eigentlich nicht kompakt genug. Schön ist er aber trotzdem, vielleicht weniger für die Kübelhaltung geeignet, Buddelkönigin hat mittlerweile ja ein gar nicht so kleines Exemplar im Garten.
Sehr schick ist auch 'Starfish' mit seinem namensgebenden seesternförmigen Laub, ebenfalls sehr kompakt und mit einem bronzeroten Farbton, der sich wahrscheinlich noch etwas intensiviert. Es gibt auch eine Sorte 'Peve Starfish' (gezüchtet von Piet Vergelt, der hat auch die anderen "Peve"-Sorten selektiert), die ist offenbar identisch, daher ist 'Starfish' wohl nur ein Markenname, weil in Onlineshops immer noch ein "R" im Kreis dahinter angegeben wird.
Unglaublich farbstark ist immer der Austrieb von 'Beni-maiko', ein richtig leuchtendes Neonrot, wie es die Kamera kaum richtig einfangen kann. Im Laufe des Sommers vergrünt er etwas, behält aber immer einen rötlichen Schimmer auf dem sternförmigen Laub.
'Bi-hoo' treibt als rindenfärbender Ahorn deutlich später aus als 'Sangokaku', ist aber nicht minder schön mit einem lindgrünen, im Frühling rotgerandetem, eher zartem Laub. Die Rindenfärbung ist im Sommer zwar deutlich weniger ausgeprägt als im Winter, behält aber ebenfalls einen gelbgrünen Schimmer.
Ein Klassiker ist der grünlaubige Schlitzahorn 'Dissectum Viridis', dessen filigranes, sattgrünes Laub gerade von kleinen roten Blüten begleitet wird. Ich hatte ihn letztes Jahr im Herbst wohl einen Tick zu trocken stehen gehabt, da die Zweigspitzen hier und da etwas eingetrocknet sind, dafür war die Herbstfärbung wirklich spektakulär in feurigen Orangetönen. Mal schauen, ob mir dieses Jahr die richtige Balance etwas besser gelingt.
Unglaublich zart und fein ist das Laub von 'Fairy Hair', vor allem im Gegenlicht gleicht es in der Tat Feenhaar. Er wächst extrem langsam, pro Jahr nur ein paar Zentimeter, deshalb kann er wohl noch eine ganze Weile in der kleinen Schale zwischen meinen Sedum-Töpfen stehen. Ich hatte letztes Jahr die Veredelungsstelle sorgfältig mit einem Cuttermesser geglättet, so kann sich der nur bleistiftdicke Stamm hoffentlich gut weiterentwickeln. Im Moment wächst mein Exemplar etwas einseitig, aber ich möchte ihn nicht stäben und habe stattdessen die weniger füllige Seite zum Licht hin gedreht.
Zwei weitere Neuzugänge habe ich noch zu verzeichnen, letztes Jahr bei der Baumschule Nielsen zusammen mit dem eingangs erwähnten 'Aureum' bestellt. 'Ukigumo' nennt man auch den "Wolkenahorn", da er eine wunderbare, weiß gesprenkelte Panaschierung aufweist. Man soll ihn möglichst langsam austreiben lassen, daher habe ich ihn auf die Nordseite des Hauses gestellt, wo er nur am frühen Morgen etwas Sonne bekommt. Zumindest einige der Blätter zeigen schon deutliche weiße Stellen, mal schauen, wie es weitergeht.
Die andere Ergänzung meiner Sammlung ist 'Will's Devine', eine recht klein bleibende, dicht verzweigte Sorte, auf deren Laub die netzartigen Blattadern deutlich hervortreten. Das Laub ist dabei tief geschlitzt, zum Sommer hin gesellen sich zu den cremefarbenen Tönen auch rötliche Töne auf einem lindgrünen Untergrund, die Herbstfärbung soll zwischen goldenen, orangefarbenen und roten Tönen changieren.
Wirklich ein Traum ist derzeit 'Orange Dream', hier ein Zweig im goldenen Licht der Morgensonne - der Name ist zur Zeit Programm.

Ich wollte eigentlich noch ein "Ganzkörperfoto" am Nachmittag machen, weil nur dann der Baum voll beleuchtet wird, aber heute Nachmittag versteckte sich die Sonne hinter dicken Wolken...
Acer shirasawanum 'Jordan' hat sein Laub mittlerweile fast vollständig entfaltet, je nach Sonneneinstrahlung wirkt es kräftig hellgrün bis gelblich, im Vergleich zu den meisten Acer palmatum-Sorten ist es auch relativ groß.
'Moonrise' ist deutlich später dran und treibt erst jetzt aus, das Laub ist ebenfalls lindgrün, hat aber einen deutlich rötlich bis pinkfarbenen Schimmer. Im Mai wird sich der Farbton des frischen Laubs noch intensivieren, die Zweigspitzen sind dann in ein kräftiges Pink getaucht.
Und noch einen dritten Acer shirasawanum kann ich zeigen, den hatte ich auch als 'Moonrise' gekauft, aber ich bin mir nicht sicher, ob es nicht vielleicht doch 'Autumn Moon' ist, denn er ist, obwohl ausgepflanzt, mindestens eine Woche früher als mein 'Moonrise' im Kübel ausgetrieben, und das Laub war auch von Anfang an kupferrot und weniger grün. Aber egal, welche Sorte, dieses volle, rundliche Laub mit den zahlreichen Spitzen (in der Regel 9 anstatt 5 bis 7 wie bei Acer palmatum) ist auf jeden Fall ein herrlicher Anblick.
Zwei, drei Ahorne fehlen nun noch in meiner Dokumentation, die hatte ich aufgrund von Platzmangel auf der Terrasse an die Hauswand im Vorgarten gestellt, Fotos hole ich dann nach, sobald nachmittags mal die Sonne scheint, aber nicht mehr zu hoch steht, so dass die Farben schön herauskommen.