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Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 18:57
von Katrin
Irgendwie ist es schon traurig, dass das jetzt jemand machen muss, aber... schaust du diesen Plan (Maximilian-Park) ... Wir betrachten nur das Kästchen, wo A13 druntersteht. Am Rand sind dort Sedum, zu denen in direktem Kontrast (Dolde vs. Kerze) Stachys 'Hummelo' geplant sind. Dahinter steht Anemone 'Pamina', die mit ihrer runden Form im Gegensatz zu Sedum, aber auch zum dahinter gepflanzten Gruppe Persicaria (ebenfalls Kerzen) steht. Pycnanthemum muticum bringt mit seinen silbernen Blütenständen das Rosa der Anemone zum Leuchten. Als Herbstaspekt sind Astern drin (Korbblütler neben Persicaria = Kontrast). damit es leicht wirkt, ist eine Molinia dawischen und außerdem Amsonia, deren gelbes Herbstlaub direkt neben einer blauen Aster noch mehr leuchtet (Komplementärfarben). Sanguisorba schwebt über der Szenerie, zu diesem Zeitounkt schon braun verfärbt. Vorher war es mit Thalictrum rochebrunianum verwebt, dessen feine Samenstände nun vom Molinia umspielt werden. Etwas weiter daneben ist noch ein herrlicher Dreiklang aus Astilbe 'Purpurlanze', Achillea und Deschampsia untergebracht. Diese drei nehmen die Kontraste, die ich weiter vorne erwähnt habe, noch einmal auf: Kerze, Dolde, Wolke. Das machen auch Monarda, Sesleria und Stachys, in variierter Form, aber doch.... äh, das war ein winziger Ausschnitt. Ich finde es ist nicht richtig, was du behauptest.

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:00
von Treasure-Jo
@Mediteraneus,Du springst in Deiner Argumentation. Da geht es aber schon um klare Aussagen. In einem großen Plan darf schon mal das eine oder andere vertauscht sein. Das fällt nur dem Meister selbst auf. Darum ging es aber in der Diskussion oben nicht!Ein ganzes, riesiges Beet per Zufallsverteilung "gestalten", ist eben grundsätzlich etwas anderes. Und das ist phänomenal anders als gezielt gestalten. Argumente habe ich zur Genüge angefügt. Wer anderer Meinung sein möchte, der soll es gerne bleiben. ;) Ganz anders sieht die Sache einer von vornherein als Mischpflanzung gedachte und geplante Pflanzung. Hier stehen in der Tat nur die verwendeten Stauden und deren Stückzahl fest. Eine Mischpflanzung verzichtet ganz bewusst auf einen Teil der menschlichen Gestaltung.

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:00
von Krümel
Allzu ernst darf man Medi hier wohl nicht nehmen - es geht ihm vmtl. vor allem drum, dass es wieder mehr Beiträge in den Fachforen gibt. Oder so. ;)
Im Fachteil plätschern die Beiträge so dahin, kaum irgendeine Bewegung, nix los! Während der Keller heißläuft, man sich dort verkracht, Leute gegeneinander ausspielt, sich verärgert abmeldet, Namen ändert und dann doch wieder anmeldet.Ich habe mich bemüht, immer wieder mal Fotos einzustellen und neue Threads anzufangen, eben weil ich es traurig finde, dass Beiträge in einem Gartenforum immer weniger werden. Ich möchte mich in einem Forum über mein Hobby unterhalten, nicht nur schnöde Informationen nachlesen.

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:01
von Gartenplaner
In dem Buch "Design trifft Natur" führt Oudolf drei Methoden für Mischpflanzungen auf S. 32 an:die zufällige Mischung, gepflanzt oder gesät (von James Hitchmough von der Uni Sheffield eingesetzt und den schon genannten deutschen Institutionen)die modulare Wiederholung (einer Mischung)die gestaltete Mischungund schreibt, dass er immer durchgestaltete Mischungen nutzt, die mehr als die 15-20 Arten der Zufallsmischungen enthält und dass er Gruppen von fünf bis 11 Individuen je Art nutzt, die Mischung ist quasi eine Durchmischung kleiner Gruppen.

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:10
von Treasure-Jo
@Katrin,Im September war ich im Maxipark und habe mir diese Pflanzung angesehen, fast einen ganzen Tag. Es lohnt sich. Und Deine Interpretation der Gestaltung finde ich ganz wundervoll und inspirierend. Genau darum geht es, was Du beschreibst. :D

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:10
von Mediterraneus
Wie war das nochmal mit dem berühmten Maler, welcher einen Schimpansen für sich malen ließ.Die Kritiker haben Lobeshymnen über das Bild ergossen.So ähnlich könnte das mit berühmten Gartengestaltern auch passieren. Sie leben von ihrem Namen, und egal was rauskommt, wenns vom Künstler kommt, muss es einfach "hip" sein.Deshalb auch mein Beispiel mit den Kindergartenkindern. Wenn die die richtige Pflanzenauswahl (richtiger Lebensbereich) hingestellt bekommen, dann kriegen die wahrscheinlich auf einer größeren Fläche ein gutes Ergebnis hin.Das ist wie mit den Frühlingsblumenzwiebeln, die man "gaaanz natürlich hinwirft" und sie dort einpflanzt, wo sie zufällig gelandet sind.Ein bißchen so funktioniert auch der New German Style (wie gesagt, das schwierigste ist die Pflanzenauswahl und -Kenntnis)
größere Fläche!

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:12
von Nina
Es liegt ja an euch, ob ihr wirklich alles beantworten wollt.Ich zitiere mal Staudo:
Ein Forum, in dem ein User über Seiten Selbstgespräche führt und auf Widerspruch hofft, bringt aber auch wenig. ;D

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:13
von Mediterraneus
Katrins Beispiel ist ein Inselbeet, welches man von allen Seiten betrachten kann. Dass man dort eine gewisse Höhenstaffelung und Ordnung braucht, ist klar.Mir ging es um große Flächen, welche Weite vermitteln.Blöderweise haben wir in unterschiedlichen Threads gleichzeitig über dieses Thema geplaudert. Ich habe dort auch immer wieder auf große Flächen hingewiesen, je größer, desto eher merzen sich Fehler aus.

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:14
von Mediterraneus
Es liegt ja an euch, ob ihr wirklich alles beantworten wollt.Ich zitiere mal Staudo:
Ein Forum, in dem ein User über Seiten Selbstgespräche führt und auf Widerspruch hofft, bringt aber auch wenig. ;D
Es liegt auch ein bißchen an Garten Pur, ob es überhaupt Diskussionen über Gartenthemen haben will

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:18
von Katrin
. [size=0](damit ich auch mal punkte!)[/size]

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:18
von Mediterraneus
In dem Buch "Design trifft Natur" führt Oudolf drei Methoden für Mischpflanzungen auf S. 32 an:die zufällige Mischung, gepflanzt oder gesät (von James Hitchmough von der Uni Sheffield eingesetzt und den schon genannten deutschen Institutionen)die modulare Wiederholung (einer Mischung)die gestaltete Mischungund schreibt, dass er immer durchgestaltete Mischungen nutzt, die mehr als die 15-20 Arten der Zufallsmischungen enthält und dass er Gruppen von fünf bis 11 Individuen je Art nutzt, die Mischung ist quasi eine Durchmischung kleiner Gruppen.
Eben.Wer mischt, ob das die Natur ist, der Künstler, die Pflanzer oder eben die Kindergartenkinder, ist das nicht egal?Wie gesagt, es muss auch die Bepflanzung passen, z.B: Präriefläche

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:20
von Treasure-Jo
@garrtenplaner,Danke für Deine subtile Weiterentwicklung unserer Diskussion.Dazu noch ein Zitat aus dem genannten Buch "Design trifft Natur", Seite 199:"MischpflanzungenWir dürfen annehmen, dass hier ein gewisser Zeitgeist an der Arbeit ist. Es wirkt geradezu so, als hätten viele Leute zur gleichen Zeit die gleiche Idee gehabt. (....)Während die Gestaltung in der Vergangenheit die präzise Plazierung und die Nebeneinanderstellung in den Mittelpunkt rückte, zielen die neuen Techniken darauf ab, die offensichtliche Spontanität der natürlichen Vegetation auszugestalten."Die unterschiedlichen Ansätze sind interessant; dem Zufall lässt man unterschiedlich viel Raum.

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:24
von Treasure-Jo
Wer mischt, ob das die Natur ist, der Künstler, die Pflanzer oder eben die Kindergartenkinder, ist das nicht egal?
Ist das wirklich eine ernstgemeinte Frage oder These ???

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:30
von Gartenplaner
Nun, mich interessierte, wie genau Oudolf es denn jetzt hält, obwohl ich das Buch vor Weihnachten gelesen hatte, war mir die Thematik die in der Diskussion hier gerade besprochen wird, nicht so wichtig.Aus der Erfahrung meiner Wiesen"aufwertung" konnte ich auch nachvollziehen, dass eine Ansaat, gut zusammengestellt, eine gute Wirkung haben kann.Also Oudolf plant schon genauer.Und ich bin bei euch mit der Meinung, dass bei seiner Vorgenehensweise willkürlich verteilte Pflanzungen nicht so wirken würde, wie seine geplanten es tun.Es bleiben aber noch die anderen Ansätze - wie steht ihr denn dazu?Also Ansaaten, zufällig verteilte Pflanzung von gut ausgewählten Stauden?Das ist ja im Prinzip das, was Medi meint, mal losgelöst von großen Namen

Re:"New German Style" - was ist das?

Verfasst: 29. Dez 2013, 19:40
von Mediterraneus
Ganz genau, das ist es. Der Zufall.Oft versucht man, eine Pflanzung möglichst natürlich aussehen zu lassen:Man pflanzt in Drifts, in Gruppen, streut ein usw.Wie plane ich sowas. Irgendwie muss ichs aufs Papier bringen.Was ist, wenn ich alle ausgedachten Pflanzen eingekauft habe, sie stehen auf Paletten bereit, die Beete sind vorbereitet. Und plötzlich ist der Plan verschwunden!Kriegt man die Bepflanzung dann nicht mehr hin? Oder pflanzt man einfach drauf los und das Ergebnis übertrifft die Erwartungen. Oder wird es dann schlecht?Alles, was ich bisher behauptete, war, dass es auf großen Flächen und bei bestimmten Bepflanzungen gar nicht so genau auf einen Plan ankommen muss, sondern dass es auch mit Abweichungen funktioniert.In der Prärie sagt dem Hibiscus moscheutos auch niemand, wo er zu stehen hat. Und er schaut trotzdem gut aus :D