Es gibt übrigens auch überraschend viele stachellose nd stachelarme Rosen: Hab damit im Juni-KrautundRüben ganze sechs Seiten gefüllt

- Für Leute mit sensiblen Fingerchen

gibt´s also auch Möglichkeiten genug sich an Duft und Eleganz zu erfreuen.Und von wegen "nur braune Erde dazwischen" - Schön wär´s! Da kennst du aber meine Astern und das andere Wucherzeuchs nicht!(psssst: "Wolle Astern habbe?")

;DUnd nun zu meinen genialen Planz- und Umpflanzplänen: Ab Mitte Juli (bis dahin sieht immer noch alles recht passend und manierlich aus und ich bin fest davon überzeugt, k e i n e weiteren Rosen zu brauchen

) betrachte ich bestimmte (unmäßig ausufernde oder dauermickernde) Rosen mit wachsender Mißbilligung: Die Mickerteile brauchen -klarer Fall! - einen ihnen besser behagenden Platz und die Wucherteile müssen - auch klar - in den Hintergrund/auf Stock gesetzt werden/weg.Dann beginnen erste Sondierungsgespräche mit Nachbarn, deren Gärten noch eine (oder einige) weitere verschönernde (Groß-) Rosen gebrauchen könnten und mit Verwandten/Freunden/Rosenprojektbetreibern in deren Gärten ich mit Argusaugen freie Flächen gesehen und gespeichert habe ;DVerkaufen oder ganz weit weggeben könnte ich die überzähligen Wucherteile, Doppelten oder Fehlgelieferten niiiiemals (hab ja sogar meine widerborstigen Kinder immer noch nicht im Wald ausgesetzt

) aber an gute Plätze, vorzugsweise in der Nähe zwecks späterer Betrachtung, gebe ich sie ohne schlechtes Gewissen.Im Laufe des Herbstes findet sich dann meist nach und nach ein schöner neuer Standort für eine Rose nach der anderen (auch wenn die Beschenkten oft lange überzeugt werden müssen

).Nun beginnt die Feinplanungsphase: Feldhrrenhügel ist überwiegend die Küchenfensterbank (draußen kann ich nie lange sitzen ohne ablenkenden Tätigkeiten wie Löwenzahnzupfen etc. anheim zu fallen). Dort sitze ich dann mit unzähligen Tassen Kaffee (Koffein beschleunigt die Denkvorgänge

) und unzähligen Kippen (Nikotin dito

) und arbeite an engbeschriebenen Listen. Die eine (meist dopplet mehrseitige) heißt z.B. "Umpflanzen Herbst 06" und enthält die Namen der Rosen, die weggegeben oder umgepflanzt werden. Hinter dem Rosennamen zeigt ein Pfeil auf einen weiteren. Dieser steht für die Rose die nach dem Umpflanzen den Platz der Erstgenannten einnehmen soll.Die zweite Liste heißt dann etwa "Herbstbestellung 06" und enthält die Namen der zu erwartenden Rosen (die man zu diesem weck aber auch vollständig halten sollte sonst leidet die Logistik:-X

)Hinter den Namen der Bestellten steht dann in Klammern der vorgesehene Standort (z.B. "Topf" oder "Ritterspornbeet" oder der Name einer Rose die noch dort steht aber umziehen soll).Ökologisch ist das Ganze nicht, denn man braucht seeeeehr viel Papier: Irgendwann sind die Änderungen so unleserlich daß eine ganz neue Liste angefangen werden muß und Brand- und Kaffeeflecken sowie Katzenpfotenabdrücke verbessern die Lesbarkeit auch nicht sonderlich ::)Nach der neunten oder zehnten Liste wird das Bedürfnis endlich loszulegen immer drängender. Bevor Rosen umgepflanzt werden können (oft kann ich mich schon Mitte Juli nicht davon abhalten, zum Glück geht das bei Pflanzen in Eimern oder Drahtgittern meist ohne größere Schäden ab

) müssen aber erstmal Stauden geteilt/versetzt/verschenkt werden ("Wolle Aster habbe?") was auch nicht einfach ist, denn (fast) niemand ist bereit, im Hochsommer größere Mengen Astern und/oder Sumpflobelien gründlich genug zu wässern :-\Nicht unerwähnt bleiben sollte aber die extrem beruhigende Wirkung die das Nachdenken über Pflanz- und Umpflanzpläne ausübt: Schäfchenzählen? Schlafpillen? Joggen vor dem Zubett- (bzw. Zusofa-

) Gehen? - Alles überflüssig wenn man so schöne Denksportaufgaben hat wie : "Wo würde Reine Viktoria am Besten wachsen?" oder "Passen SdlM und Marchioness of Londerry besser nebeneinander als SdlM und Mme Cornélissen?" - Da kann der Krimi noch so spannend sein (oder der Liebste noch so hartnäckig

): Nach spätestens 10 Minuten werden diese wichtigen Fragen dann im Schlaf weiterbehandelt

- Wenn die eigentliche Umpflanzphase begonnen hat reicht schon der Sekundenkontakt zum Sofa (dem bösen Ding!) aus um in einen unaufweckbares Koma zu verfallen.Gärtner, speziell Rosengärtner, sind daher die wahrscheinlich schlechtesten Kunden der Einschlafhilfenabteilung unserer großartigen Chemie-Industrie...Immer zur Hand haben sollte man Papier und Stift. Sonst kann es passieren daß eine geniale Kombinationsidee die man kurz vor dem endgültigen Fall in Morpheus Arme hatte am Morgen trotz allen Grübelns nicht mehr auffindbar ist

Ebenso wichtig ist ist es, die grade aktuellen Listen nicht zu verlegen. Das ist besonders gefährlich wenn im Haushalt ein Kamin vorhanden ist

und/oder wegen angekündigten Besuchen schnell mal aufgeräumt werden muß.- Wie oft habe ich schon jammernd und wehklagend Rosenbücher, Zeitungsstapel und die Kaminasche nach den wertvollen Listen durchsucht? - Das ist stressfördernd und sollte vermieden werden. Auch wenn die Listen (oft in ramponiertem Zustand) dann doch noch zwischen Schulbüchern, unter dem Sofa oder zerknüllt aus einer Jackentasche hervorgefischt werden können: Besser ist es, einen festen Platz für sie zu haben (der möglichst wenig fett-, kaffee- und brandfleckenexponiert sein sollte).Fortsetzung folgt.