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Re: Sanddorn im Hausgarten?

Verfasst: 6. Jan 2026, 14:36
von Hyla
Hier waren's zwei Exemplare, ein Kerl und ein Weib. Beide standen vielleicht 25 m auseinander.
Das Weibchen wurde deutlich größer, sicher 4m hoch, und hat nur einen Ausläufer gemacht, der nicht lange überlebt hat.
Das Männchen wurde nur ca. 2 m hoch und nicht sehr breit. Keine Ausläufer.

Das Weibchen hat zwar etwas getragen, aber nachdem wir die Beeren immer mal wieder übern Winter hinweg probiert haben, fanden wir sie nie sooo lecker, daß wir uns die Ernte antun wollten. Die Beeren hingen immer bis in den Frühling hinein am Strauch, nicht mal Vögel wollten die fressen. :-X
Nach zehn, zwölf Jahren ist das Weibchen einfach umgekippt - tot.
Ich denke, wir haben nicht den passenden Boden hier. Auf Bördeboden wachsen sie üppig auch ohne Bewässerung. An den alten Kohlehalden bei Helmstedt gab es früher ausgedehnte Sanddorndickichte.

Sanddorn sticht übrigens nicht nur einfach so, die Spitzen brechen gern unter der Haut ab und gehen durch Jeans durch. Ich hatte länger was davon. :P

Re: Sanddorn im Hausgarten?

Verfasst: 6. Jan 2026, 14:45
von Pjoter
Hyla hat geschrieben: 6. Jan 2026, 14:36 aber nachdem wir die Beeren immer mal wieder übern Winter hinweg probiert haben, fanden wir sie nie sooo lecker, daß wir uns die Ernte antun wollten.
Wir haben relativ früh (Oktober) geerntet und eingefroren, die Beeren, die ich nach Frost vom Baum dann noch probiert habe, waren
auch nicht mehr lecker.

Re: Sanddorn im Hausgarten?

Verfasst: 6. Jan 2026, 14:58
von kaliz
Da bin ich ja mal gespannt. Hab im Herbst ein Pärchen gepflanzt. "Pollmix 2" als Männchen und "Ukraine Inspiration" als Weibchen. Da es bei uns in der Gegend auch wild öfters mal Sanddorn bevorzugt an lehmig trockenen Bahndämmen oder in der Nähe von Schottergruben gibt, wäre ich eigentlich nie auf die Idee gekommen, dass es sich um sonderlich anspruchsvolle Pflanzen handelt. Vielleicht werden sie in den Gärten zu sehr umhegt? Mal schauen wie sie sich bei mir so machen.

Re: Sanddorn im Hausgarten?

Verfasst: 6. Jan 2026, 15:01
von Pjoter
cydorian hat geschrieben: 6. Jan 2026, 14:09 Meine sind in den Jahren 1-3 nach Pflanzung draufgegangen, nur eine männliche Pflanze hat überlebt. Ich habe rund zehn Sorten ausprobiert. Auffällig ist die komplette Abwesenheit von Sanddorn, in der gesamten Region niemals einen Sanddorn gesehen, nicht in Gärten, nicht sonstwo.
Wild habe ich den in der Gegend (ca. Kraichgau) auch noch nicht gesehen,
angepflanzt schon öfter, teils auch mit vielen Früchten.
Nach Verbreitungskarte (50-tausender Kartenblättern) ist er wohl nur
am Rhein, in den Alpen und an der Küste einheimisch
(Geschmacksvergleich von Wildstandorten wäre interessant).

Re: Sanddorn im Hausgarten?

Verfasst: 6. Jan 2026, 15:59
von verwurzelt
Hyla hat geschrieben: 6. Jan 2026, 14:36 Das Weibchen hat zwar etwas getragen, aber nachdem wir die Beeren immer mal wieder übern Winter hinweg probiert haben, fanden wir sie nie sooo lecker, daß wir uns die Ernte antun wollten. Die Beeren hingen immer bis in den Frühling hinein am Strauch, nicht mal Vögel wollten die fressen. :-X
Wir haben bisher leider nur gekaufte Beeren verwertet, als Saft (mit Wasser verdünnt und etwas zusätzlicher Süße) oder Likör schmecken sie mir richtig gut. :)

Zur Ernte wird ja manchmal empfohlen, dass man den Astteil mit den Früchten abschneiden und in die Gefriertruhe packen soll, sodass sich die Beeren dann besser lösen. Aber wie sich das auf das Wachstum auswirkt...?

Re: Sanddorn im Hausgarten?

Verfasst: 6. Jan 2026, 16:19
von Hyla
verwurzelt hat geschrieben: 6. Jan 2026, 15:59 Wir haben bisher leider nur gekaufte Beeren verwertet, als Saft (mit Wasser verdünnt und etwas zusätzlicher Süße) oder Likör schmecken sie mir richtig gut. :)

Zur Ernte wird ja manchmal empfohlen, dass man den Astteil mit den Früchten abschneiden und in die Gefriertruhe packen soll, sodass sich die Beeren dann besser lösen. Aber wie sich das auf das Wachstum auswirkt...?
Wenn du sie magst, okay. Für uns war's nix. ;)
Bei der Ernte starb die Theorie hier einen schnellen Tod dank eines immer rappelvollen Gefrierschranks. Der Herr des Hauses ist stark karnivor veranlagt und bunkert gern Teile toter Tiere. ;D

Irgendwo gab's den Tipp, die frischen beerenbehangenen Zweige zwischen zwei Holzplatten zu legen und so zu pressen. Quasi wohl wie durch eine Mangel drehen. Damit hat man den Saft und die Reste gehen auf den Kompost.
Ich vermute stark, das war ein Gerät, was mehrere Zwecke in sich vereinte, denn Honig wurde früher auch gepresst und nicht wie heute üblich geschleudert.
Selber aber nicht getestet.

Re: Sanddorn im Hausgarten?

Verfasst: 7. Jan 2026, 12:48
von Kasbek
Hyla hat geschrieben: 6. Jan 2026, 14:36 An den alten Kohlehalden bei Helmstedt gab es früher ausgedehnte Sanddorndickichte.
Auf der ersten Abraumsohle im Tagebau Borna-Ost wuchsen in den 1980ern auch etliche Sanddorndickichte. Allerdings hat die nie jemand beerntet, soweit ich mich erinnere (im Gegensatz zum dort auch reichlich wachsenden Huflattich, dessen Blüten für Tee gesammelt wurden).

An der Ostseeküste wurden die Sträucher zu DDR-Zeiten „gemolken“, also die reifen Früchte mit dicken Handschuhen zerquetscht, so daß das Fruchtfleisch in einen druntergehaltenen Eimer fiel. (Glaube ich mich zumindest zu erinnern, das mal gelesen oder gehört zu haben.)

Re: Sanddorn im Hausgarten?

Verfasst: 7. Jan 2026, 12:54
von Cryptomeria
Ich bin hier an der Ostseeküste in Angeln. Habe 2005 5 Sanddornsträucher gepflanzt und einige Jahre nach 2010 Marmelade gekocht. 4 davon sind dann bis 2020 eingegangen. Habe dann 2020 nochmal 4 gepflanzt, darunter 2x Friesdorfer Orange. Bei wachsen sie gut, völlig normal in Lehm, der hier oben eigentlich nie austrocknet. Im Umfeld hier gibt es auch noch etliche Anpflanzungen, die auch normal wachsen.
VG Wolfgang

Re: Sanddorn im Hausgarten?

Verfasst: 7. Jan 2026, 13:52
von cydorian
Wenn sogar unter so guten Bedingungen mal 80% ausgefallen sind, hat der offenbar ein eingebautes Risiko. Probleme gibts ja überall: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenb ... rn260.html

Re: Sanddorn im Hausgarten?

Verfasst: 7. Jan 2026, 14:36
von Cryptomeria
Ich stelle in den letzten Jahren ganz allgemein fest, wenn Jan. und Febr. sehr mild sind, rafft es tatsächlich viele im späten Frühjahr dahin. Der Saft steigt, die Pflanzen beginnen zu treiben und 2, 3x Spätfrost. das wars. Nicht nur bei Exoten, bei einheimischen bzw. absolut winterharten. Und vermuten kann man auch, dass bei den milden Temperaturen Pilze aktiver sind. Da sich durch die Klimaveränderung sehr viel ändern wird, muss man experimentieren. Manches wird besser gehen, anderes verschwinden.
VG Wolfgang

Re: Sanddorn im Hausgarten?

Verfasst: 8. Jan 2026, 22:28
von Ariticu
Ich habe im Rhein-Neckar-Gebiet eine weibliche Pflanze der Sorte Altajska, die sehr gesund wächst. Sie bildet keine Ausläufer, wächst eher langsam, trägt aber jedes Jahr zuverlässig Früchte.

Die dazugehörige männliche Pflanze war ausgepflanzt, ist jedoch sehr groß geworden und hat extrem viele Ausläufer gebildet. Deshalb habe ich einen dieser Ausläufer in einen Kübel gepflanzt, den ich über den Sommer in einer Ecke stehen lasse. Im Frühjahr stelle ich ihn dann zur weiblichen Pflanze. Das funktioniert ganz gut.

Re: Sanddorn im Hausgarten?

Verfasst: 8. Jan 2026, 22:36
von cydorian
Konnte keine Sortenunterschiede bei der (zur kurzen) Lebensdauer von Sanddorn feststellen. Welche anderen Sorten hattest du zum Vergleich?

Re: Sanddorn im Hausgarten?

Verfasst: 8. Jan 2026, 22:46
von Ariticu
Ich hatte bisher nur diese eine Sorte. Sie ist mittlerweile etwa 10 Jahre alt. Leider habe ich keinen Platz, um weiteren Raum für Sanddorn zu opfern :), aber ich bin mit der Ernte und der Fruchtqualität sehr zufrieden.