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Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 15:13
von ringelnatz
Diese passiven Wärmespeicher á la Wasserbehälter sind sicher nicht geeignet ein GW über den Winter frostfrei zu halten.
Einen Effekt haben sie v.a. im Frühjahr und zwar bei direkt daneben stehenden Jungpflanzen. Unter der Voraussetzung, dass der umgebende Luftraum klein und nochmal isoliert (Vlies drüber) ist, kann man da durchaus den Unterschied zwischen Frost oder nicht Frost machen. Vorteil auch, wenn tags die Sonne raufknallt, ist es unter der Abdeckung nicht ganz so heiß.
Aber wie gesagt: für Jungpflanzen... Am besten wären wohl solche schwarzen Schläuche - die könnte man bestimmt auch mit Schmalz füllen

.
Wobei der Vorteil von Wasser ist der Frostpunkt...
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 15:23
von thuja thujon
Die Idee mit der Talgkerze würde ich auch eher verfolgen. Nachteil könnte das starke rußen sein. Regelmäßig die Scheiben vom GH reinigen wäre Pflicht.
Den Pflanzen schadet es kurzfristig nicht.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 16:50
von tomma
Hätte man ein Anlehngewächshaus am Haupthaus, könnte man warmes Abwasser aus Küche oder Dusche in einen Speicher ableiten und dann weiter mittels Rohrsystem für das Gewächshaus nutzen.
Im Netz kursieren übrigens Mini-Frostwächter aus Tontöpfen, die mit Kerzen bestückt werden. Keine Ahnung, wie viele davon für ein kleines G-Haus gebraucht würden, aber das kann ich mir zumindest eher vorstellen, als das Gerödel mit Schweineschmalz.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 17:09
von Gänselieschen
Isch abe ein Anlehngewächshaus - aber an der unbeheizten Garage. Ich gehe dennoch davon aus, dass dieser Wand zur Garage deutlich mehr Frostschutz zukommt, als der überwiegend mit 2x Noppenfolie beklebten einfachen Verglasung.
Drei Seiten gelesen - sehr spannend. Hätte ich auch nicht unter dem Thema vermutet (@Oile).
Ich habe leider schon den Wikibeitrag aus dem ersten Post nicht verstanden. Wie denn nun? Nachtabsenkung oder nicht Nachtabsenkung??
Ansonsten - ja, bei Frostschutz im Glashaus ist Kreativität gefragt, wenn man nicht einfach aufgibt und die elektrische Heizung jeglicher Bauweise schulterzuckend bezahlt.
Bei mir 2. Saison.
- erstmalig mit 2x Noppenfolie bezogen (Außer die oberste Reihe Glas mit den beiden Fenstern) - kühlt deutlich langsamer aus, Temperaturdifferenz nach außen ist 2 Grad höher, erwärmt sich aber auch langsamer von der Wintersonne....da war es drinnen sogar schon kälter als draußen bei Vollsonne, und dann ist die niedrige Sonne natürlich schnell weg - Solargedanke ist auch schon verworfen
- das Glashaus hat eine fest angeschlossene 500 W Badheizung (elektro) - die hält das GWH bis draußen - 1,5/-2 Grad dauerhaft frostfrei, versucht 7,5 Grad zu schaffen, schafft es nicht - heizt also durch.
- dazu alter Deckenfluter manchmal, 250 W, macht gut war, stundenweise. Und ich glaube nicht, dass ein paar Tage Licht den Überwinterungskandidaten dauerhaft schaden
- bei strengem Frost kommt leider zusätzlich ein Ölradiator (nicht mit Schweinefett

rein. Da hat mir ein technisch versierter (ehem. Steuerungs- und Regelungstechniker) erklärt, dass ich den auf hoher Stufe lassen soll und dann mit niedriger Stellung auf dem Drehknopf. Dann würde er sich öfter ausschalten und nicht so viel Energie fressen, als wenn er dauerhaft mit niedriger Leistung läuft (es gibt drei Leistungsstufen: Low, middle, high). Ich vertraue ihm und mache das so.
Ob das alles insgesamt die günstigste Variante für mich und dieses Glashaus ist - ick weeß es nich. Teuer wirds bestimmt.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 17:31
von celli
Gänselieschen hat geschrieben: ↑19. Jan 2026, 17:09
Teuer wirds bestimmt.
Wo die Woche Dauerfrost war, habe ich knapp 100 kwh verballert.

Dauerlösung ist das bei mir sicher noch nicht.

Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 17:38
von Gänselieschen
Ich kann leider nicht separat messen. Das blöde Messgerät passt nicht in diese Dose...
@Celli - und welche Temperatur hattest du drin?
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 17:40
von Staudo
Ganz abgesehen vom Schweineschmalz sollte man überlegen, ob ein Gewächshaus wirklich frostfrei gehalten werden muss. Empfindliche Lieblungspflanzen kann man vielleicht auch in ohnehin frostfreien Kellern, Hausfluren, Treppenhäusern überwintern. Viele Kübelpflanzen kommen auch mit leichten Frösten klar.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 17:42
von celli
Bei den tiefen Frosttemperaturen in der Nacht ging es runter bis kurz über 0 ansonsten so 3-5.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 17:45
von celli
Staudo hat geschrieben: ↑19. Jan 2026, 17:40
Ganz abgesehen vom Schweineschmalz sollte man überlegen, ob ein Gewächshaus wirklich frostfrei gehalten werden muss. Empfindliche Lieblungspflanzen kann man vielleicht auch in ohnehin frostfreien Kellern, Hausfluren, Treppenhäusern überwintern. Viele Kübelpflanzen kommen auch mit leichten Frösten klar.
Haben hier min. 16-17° und das bei überwiegender Dunkelheit.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 19. Jan 2026, 19:21
von Gänselieschen
Genau weil ich eben diese helle, kühle Überwinterungsmöglichkeit nicht habe, habe ich das Kalthaus.
Die Schlepperei in den Keller, das Gedränge vor dem einen kleinen Fenster, große Kübel auf Tische vors Fenster wuchten (Oberlicht...), oder im zu warmen Flur überwintern, das war hart und sollte mit dem Glashaus ein Ende haben. Jetzt kommen nur noch die Dahlien in den Keller.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 20. Jan 2026, 02:17
von Microcitrus
Monti hat geschrieben: ↑19. Jan 2026, 13:37
Für mein GWH (ca. 44 Kubikmeter) bräuchte ich 2 kW Leistung um bei 0 °C Außentemperatur innen die Temperatur auf 10 °C zu halten. Dafür gibt es Rechner im Internet.
Der Thread resultiert aus dem spannenden Thema "Phasenwechselmaterialien für Heizungen". Natürlich bräuchte man schon grössere Massen als 1 kg Speichermaterial.
Um 2 kW zu heizen etwa 50kg Schweinefett, die um 15° abkühlen (spezifische Wärmekapazitat von Fett ca. 2 kJ/(kgK), Schmelzwärme 111 kJ/kg). 50*2*15+50*111= 7050 kJ = 1958 Ws
Problematisch dabei sind das Aufheizen des Fettes und die Wärmeverteilung (durch wassergefullte Rohre?).
Wassertonnen oder Fetttonnen als Wärmespeicher taugen nur zum Ausgleich der Nachtkühle, aber nicht für den Winter.
Fesselnd dabei ist nur, mit so einer ketzerischen Überschrift die Leutchen vom Winterschlaf mit "Gartenbilderdomino" und Frostbeobachtungen weglocken zu können .
Interessant wäre allenfalls der Anschluss an einen Brennwertkessel (dessen Abgase werden auf die Temperatur des Wärmeträgermediums herabgekühlt und wenn das nur 15 Grad hat dann wird nur 15° kaltes Rauchgas aus dem Kamin gepustet). Sinnvoller als ein Zuluft-Abgas-Rohr im Kamin.
Die Heißrotteheizung fürs Kleingewächshaus wurde schon erfunden. Funktioniert.
Fundamentdämmung macht Sinn. Innenbodentemperatur 10°C, Außentemperatur in der Frosttiefe 1 m 0°C, Delta-T 10 Grad, also gibt es Wärmeabfluss, den man durch Wärmedämmung verlangsamen kann.
Bleibt also nur die Verringerung der Wärmeverluste durch temporäre Wärmedämmung und durch
Reflexion von Wärmestrahlung.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 20. Jan 2026, 11:23
von Hyla
Gänselieschen hat geschrieben: ↑19. Jan 2026, 17:38
Ich kann leider nicht separat messen. Das blöde Messgerät passt nicht in diese Dose...
Die kleinen WLAN-Steckdosen auch nicht?
Da ist häufig eine Messung der verbrauchten Energie integriert.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 20. Jan 2026, 11:32
von Hyla
Monti hat geschrieben: ↑19. Jan 2026, 13:37
Bzgl. Wassertonne war die Idee eines Kollegen, Tonne mit Wasser, Tauchsieder/Heitzwendel rein und Solarplatten ranhängen. Theoretisch geht das auch ohne Wechselrichter. Aber wie gesagt, hat seine Grenzen
Theoretisch müßte das auch mit einem alten Warmwasserspeicher funktionieren. Als Warmwasserbereiter ein alter schwarz angestrichener Plattenheizkörper oder ein altes Solarthermiemodul. Das warme Wasser steigt nach oben in den Speicher und wird von da aus nachts in Rohre zwischen den Pflanzen geleitet.
Im Sommer könnte man so darin Badewasser erhitzen.

Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 20. Jan 2026, 12:28
von thuja thujon
So ganz ohne Pumpen und hydraulische Weiche kann ich mir das nicht in effektiv vorstellen.
Re: Gewächshausheizung mit Schweineschmalz
Verfasst: 20. Jan 2026, 12:47
von monili
Ich schaue ja so gerne Home and Garden TV.
Eine meiner Lieblings-Sendungen ist Home Rescue - Wohnen in der Wildnis:
Da geht es darum, wie Siedler - bei uns würden man sagen Einsiedler - als Selbstversorger leben.
Eine erfahrene Familie gibt da immer völlig unbedarften Siedlern Tipps und setzt sie auch in die Tat um.
Oft sind es Siedler, die in Alaska leben.
Und um auf das Thema hier zurück zu kommen: in dieser Sendung werden sehr oft Gewächshäuser angelegt. Meist werden die Gewächshäuser nicht ebenerdig - so wie bei uns - gebaut, sondern zu einem großen Teil unter der Erde so dass oben nur noch ein Teil des Gewächshauses samt Glasscheiben herausschaut. Das ist dann deren einzige Möglichkeit, das Gewächshaus warm zu halten und wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann funktioniert das auch in Alaska.
Vorteil der Methode: man kann sich das Schweineschmalz selbst schmecken lassen.