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Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 5. Mär 2026, 15:26
von Lou-Thea
Mediterraneus hat geschrieben: 5. Mär 2026, 14:52 LouThea, wir verlieren die Vielfalt, wenn wir nur in engen Grenzen denken. Ich möchte auch nicht die so wichtigen Wildpflanzen, die hier vorkommen, auf irgendeine Art schlechtmachen. Aber auch diese Pflanzen kamen irgendwann mal hierher, wurden eingeführt, sind zugewandert. Klima ändert sich, wir brauchen eine anpassungsfähige Natur. Wer hätte gedacht, dass der Klatschmohn auch mal zu uns zugewandert ist.

Wo kämen wir hin, wenn jeder nur Knautia arvensis oder 3 weitere "heimische" Pflanzen auf dem Balkon hätte.
Das wäre schon mal eine wesentliche Verbesserung zu den oft pestizidbelasteten Geranien oder 3 weiteren Wegwerfsommerblumen aus dem Handel. ;D

Beim ersten Abschnitt bin ich ganz bei Dir, verstehe es halt nur nicht bei diesem Thema. Solange die meisten Gartenbesitzer, Berufsgärtner, Grünflächenämter, Planer etc eben nur maximal 3 Arten aus der umgebenden Natur zur Verwendung kennen, besteht weiterhin großer Nachhol-, Aufklärungs- und Vorbilderbedarf. Und Spaß macht es doch auch, mal die ausgetretenen Pfade der Gartencenter-Pflanzenverwendung zu verlassen. ;)

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 5. Mär 2026, 15:37
von thuja thujon
Chica hat geschrieben: 5. Mär 2026, 15:17Wenn die Insekten aus Mittelamerika es im Zuge des Klimawandels bis hierher in den noch fast kontinentalen Osten Deutschlands geschafft haben, werde ich meine Pflanzenauswahl überdenken, auch bezüglich der Dahlien, versprochen ;D .
Die Pflanzengesundheitsämter rechnen dieses Jahr mit der weiteren Ausbreitung des Japankäfers in D. Da gibt es aktuell 2 verschiedene Herkünfte. Das was in Italien gefunden wurde ist klar dem US-Biotyp zuzuordnen, nicht dem japanischen.

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 5. Mär 2026, 16:56
von Aramisz78
Ich würde noch schnell ein Buch empfehlen, für die Thema von Reinhard Witt. Das Wildpflanzen Topfbuch. Da sind sehr viele Ideen, Pfanzen empfohlen, auch mit Jahrelangen Erfahrungsberichten ob wie und was funktionierte.

Und als kleine Anmerkung, es gab schon eingie Threads zu der Themen was und wie heimisch ist... da mutieren wir schnell zu "Gartenna ...is". ;) Bitte den Wink verstehen.
Ich glaube vielen der Insekten interessiert es nicht woher die Pflanze kommt solange Pollen oder Nektar an ihn finden. Ich rede jetzt nicht von der ganz spezialisierten Arten, welche nur ein zwei Futterpflanzen haben, wie Glockenbklumen masken oder scherenbiene ..
Für die Enkelkinder wäre wahrscheinlich ein bunter Schmetterling interessanter als eine kleine Maskenbiene.
Apropo Maskenbiene: Resedas. Die blühen lange, sind attraktiv, und haben eigene Maskenbienen auch. ;P Aber ich glaube sie sind auch archeophyten. ;)

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 5. Mär 2026, 17:05
von Chica
So einfach wird es immer wieder dargestellt, so einfach ist es aber nicht. Das hatten wir aber auch schon mehrmals. 30% der Wildbienen sind oligolektisch, für den Rest gibt es nicht umsonst Pollenpflanzenlisten und auch Schmetterlinge sind häufig monophag bezüglich der Raupenfutterpflanzen.

Mit dem Buchtipp liegst Du aber völlig richtig, bei Witt kann nichts schiefgehen.

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 5. Mär 2026, 17:45
von Mediterraneus
Ich bin jetzt nicht der Insektenspezialist, zugegeben.

So eine oligolektische Wildbiene, die beispielsweise auf Glockenblumen spezialisiert ist, hat doch sicher innerhalb Europas (oder Eurasiens) ein Verbreitungsgebiet, welches an heimischen Grenzen keinen Halt macht.
Wenn dieses jetzt bis Griechenland oder Dalmatien reichen würde, was würde denn dann gegen dort vorkommende und lange blühende Glockenblumenarten sprechen? Z. B. Campanula portenschlagiana.

Die hier vorkommende Flora hat ihren Blütenhöhepunkt im Frühsommer, im Spätsommer ist ein Loch. In der Prärie ist der Höhepunkt z. B. im Spätsommer/Herbst, das ist dann allerdings weit weg.

Wäre es für die Insektenwelt auf dem Balkon, die man gern beobachten würde, nicht hilfreich, wenn es auch im Hochsommer artenreiche Pflanzungen aus Wildpflanzen gäbe?

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 5. Mär 2026, 17:54
von Mediterraneus
Aramisz78 hat geschrieben: 5. Mär 2026, 16:56
Und als kleine Anmerkung, es gab schon eingie Threads zu der Themen was und wie heimisch ist... da mutieren wir schnell zu "Gartenna ...is". ;) Bitte den Wink verstehen.
...
Etwas in der Richtung hatte ich schon geschrieben, es aber wieder rausgelöscht.

Ich denke, es gibt noch mehr Wildpflanzen zu entdecken, die sehr nützlich sind.
Man sollte nicht aus Herkunftsgründen ausschließen. Nicht heimisch = abgestempelt.

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 5. Mär 2026, 18:03
von Mediterraneus
Lou-Thea hat geschrieben: 5. Mär 2026, 15:26


Beim ersten Abschnitt bin ich ganz bei Dir, verstehe es halt nur nicht bei diesem Thema. Solange die meisten Gartenbesitzer, Berufsgärtner, Grünflächenämter, Planer etc eben nur maximal 3 Arten aus der umgebenden Natur zur Verwendung kennen, besteht weiterhin großer Nachhol-, Aufklärungs- und Vorbilderbedarf. Und Spaß macht es doch auch, mal die ausgetretenen Pfade der Gartencenter-Pflanzenverwendung zu verlassen. ;)
Die Themenstellerin hat ja auch zunächst zwischen heimischen Stauden und dann plötzlich Wildstauden nicht unterschieden.
Insofern war mir das Thema nicht ganz klar.
Ich vermute, das das auch vielen Ämtern und Planern nicht klar ist.

Die ausgetretenen Pfade der Gartencenter-Pflanzenverwendung finde ich schon lange nicht wieder ;D
Man kann den Pfad auch in Sachen Wildpflanzen verlassen und vielleicht auch dort gefährdete und seltene Arten entdecken, die es Wert wären, gefördert zu werden.

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 5. Mär 2026, 19:10
von Chica
Mediterraneus hat geschrieben: 5. Mär 2026, 17:45 So eine oligolektische Wildbiene, die beispielsweise auf Glockenblumen spezialisiert ist, hat doch sicher innerhalb Europas (oder Eurasiens) ein Verbreitungsgebiet, welches an heimischen Grenzen keinen Halt macht.
Wenn dieses jetzt bis Griechenland oder Dalmatien reichen würde, was würde denn dann gegen dort vorkommende und lange blühende Glockenblumenarten sprechen? Z. B. Campanula portenschlagiana.
Nichts, deswegen steht sie ja auch bei Westrich in #14 ;) .
Mediterraneus hat geschrieben: 5. Mär 2026, 17:45 Die hier vorkommende Flora hat ihren Blütenhöhepunkt im Frühsommer, im Spätsommer ist ein Loch. In der Prärie ist der Höhepunkt z. B. im Spätsommer/Herbst, das ist dann allerdings weit weg.

Wäre es für die Insektenwelt auf dem Balkon, die man gern beobachten würde, nicht hilfreich, wenn es auch im Hochsommer artenreiche Pflanzungen aus Wildpflanzen gäbe?
Insekten sind an Wildpflanzen im Verbreitungsgebiet angepasst, seit hunderten von Jahren, nicht an Gartenpflanzen. Die Weibchen fast aller Wildbienenarten leben maximal 6 Wochen. Ihre Lebens- und damit Fortpflanzungszeit ist an die Blütezeit ihrer Pollenquellen angepasst. Hier gibt es einen Wildbienenkalender. Es fliegen nicht wenige Hochsommerarten in D.

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 5. Mär 2026, 19:37
von Mata Haari
Danke noch einmal mal an alle, die mir Stauden vorgeschlagen haben. :D

Wenn ich gewusst hätte, dass dieses Thema so einen Wirbel hervorruft, hätte ich diesen Beitrag nicht verfasst, schade!

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 5. Mär 2026, 19:45
von Apfelbaeuerin
Wieso, das war doch eine interessante Diskussion?!

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 5. Mär 2026, 20:50
von Starking007
Bei mir ist Wirbel erwünscht!!!!

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 6. Mär 2026, 13:41
von Mediterraneus
Langweilig können andere Threads ;)

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 7. Mär 2026, 09:13
von Lou-Thea
Finde ich auch nicht schlimm. Ist doch nur eine angeregte Diskussion.
Verrätst Du uns dann, für was Du Dich entschieden hast?

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 7. Mär 2026, 09:40
von thuja thujon
Ich habe hier Campanula baumgartenii und lasse die im Garten wandern, in Töpfen ist sie aber auch dankbar.
Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist im Südwesten, nordöstliche Grenze ist auf der TK25 Karte das Raster 6614. Ich sitze hier in 6516, also weit weg. Hier ist sie nicht heimisch.
Das ist aber auch so ein bisschen ein Spezialfall, da sie im Großteil Deutschlands nicht vorkommt. Damit liegt die Verantwortung für den Erhalt praktisch ausschließlich bei RLP.
https://www.floraweb.de/php/artenhome.php?suchnr=1058&

Für den enkeligen Balkonkasten würde ich Natternkopf nehmen.

Re: Suche heimische Stauden kübelgeeignet

Verfasst: 7. Mär 2026, 13:12
von Mata Haari
Lou-Thea hat geschrieben: 7. Mär 2026, 09:13 Finde ich auch nicht schlimm. Ist doch nur eine angeregte Diskussion.
Verrätst Du uns dann, für was Du Dich entschieden hast?
Vielleicht bin ich zurzeit etwas dünnhäutig, hatte eine recht schwere Zeit in den letzten 12 Monaten.