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Re: Kartoffeln

Verfasst: 7. Okt 2026, 20:54
von Tempel-Hof-Gärtner
thuja thujon hat geschrieben: ↑7. Okt 2026, 16:02 Hier wie gesagt Ertrag unterirdisch gering (50kg von 19m²)...
Er nun wieder mit seinen Profi-Ansprüchen... ;)
50 Kg von 19m² = 2,6 Kg/m²
Das ist zwar natürlich nicht rekordverdächtig, aber doch zumindest im absoluten Normbereich einer Hobbygärtner-Ernte (ich hatte zumindest bislang selten mehr & - je nach befragter KI: Der Durchschnittsertrag liege bei 1-3 [Ecosia] oder bei 2,5-4 Kg [Dr. G.] im Hobbybereich; aber demnach auch "nur" bei bis zu 4,5 Kg beim Profi...*gg*)

Und nun Du: Wenn 2,6 Kg "unterirdisch" sind: Was ist dann nach diesen Kriterien irdisch...?
(zumal, wenn ich dazu denke unter welchen wahrhaft unterirdischen Wetter-Bedingungen dieser Ertrag entstanden ist...)

Re: Kartoffeln

Verfasst: 7. Okt 2026, 21:27
von cydorian
Anbei eins meiner zwei Kartoffelbeete von letzter Woche. Ernte Null Kilo. Hier ist Sommertrockenheit immer besonders heftig, dazu kommen immer noch ein paar Grad Temperatur obendrauf. Regen bis letzte Woche seit Juni insgesamt 25mm.
beet.jpg
Ohne massive, regelmässige Bewässerung zuverlässig in zwei von drei Jahren totaler Ernteausfall. Schwerer Lehm, flachgründig, hoher ph Wert, Kalkplattten drunter.

Auf Feldern existieren im weitern Umkreis auch keine Kartoffeläcker. Ertragsdurchschnitte sind wie die Meeresdurchschnittshöhe von Ebbe und Flut. Im Schnitt steht man immer an den schön auslaufenden Wellen, tatsächlich ist man immer entweder unter Wasser oder trocken.

Re: Kartoffeln

Verfasst: 7. Okt 2026, 21:49
von Tempel-Hof-Gärtner
Das siehst Du jetzt aber aus der (verständlichen) Frust-Perspektive etwas ZU dystopisch:
Die Wirklichkeit bietet ja schon noch andere Optionen als Ebbe (= 0 Kg) und Flut (= sagen wir mal 4-5 Kg / m²)... 8)

Re: Kartoffeln

Verfasst: 7. Okt 2026, 21:56
von cydorian
Also anders formuliert: In der Realität sind solche Durchschnittswerte ohne Kenntnis vieler Randparameter wertlos. Erst in Abhängigkeit davon kann man einschätzen, ob man erfolgreich war oder ob Fehler passiert sind und kann dann den Fehlern nachgehen bzw. Erfolgsfaktoren finden.

Re: Kartoffeln

Verfasst: 7. Okt 2026, 22:56
von Tempel-Hof-Gärtner
ALLES ist relativ: Aber der "Fehler" ausgebliebene Niederschläge ist ja nur bedingt als "Fehler" [vulgo: mit mehr Aufmerksamkeit / Intelligenz / Know-how vermeidbar] einzuschätzen... 8)

Re: Kartoffeln

Verfasst: 7. Okt 2026, 23:39
von cydorian
Bei Regen Null ist die Ernte Null, was exakt dem Durchschnittswert für diesen Randparameter entspricht. Kein Fehler passiert, aber eben ungünstige Randparameter.

Re: Kartoffeln

Verfasst: 8. Okt 2026, 00:10
von thuja thujon
Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: ↑7. Okt 2026, 20:54Und nun Du: Wenn 2,6 Kg "unterirdisch" sind: Was ist dann nach diesen Kriterien irdisch...?
(zumal, wenn ich dazu denke unter welchen wahrhaft unterirdischen Wetter-Bedingungen dieser Ertrag entstanden ist...)
Letztes Jahr waren es in dem Garten im Nachbarbeet mit Simonetta 16,8kg von 5 Laufmetern. Bei mir im Garten 2024 waren es mit Annabelle glaube ich 5,4kg/m², habe mein Buch gerade nicht da. Das ist ok, weil man im Garten ja mehr hätschelt, als es ein Profi auf dem Acker tun kann. Also doch noch mal zwischenwässern für den Knollenansatz und so Späße, man fühlt da eben mehr mit. Das Wetter war ja nicht schlecht, Sonne war mit 160% oder so da, Licht muss man eben in Ertrag umsetzen, dafür gibts den Gärtner. Beim Mais hats ja auch geklappt, so lange Wasser da war. Und die Kartoffeln sind hier in den Gärten nicht verwässert wie die geschmacklosen Knollen aus dem Supermarkt mit 3,8kg/m² oder ähnlich. Braunfäule ist nach dem start bei 40°C und 20% Luftfeuchte vertrocknet, die hatte 2026 keine Chance. An der hats also nicht gelegen.
Denke 2027 mache ich die Kartoffeln wieder in meinem Garten, da ist man einfach näher dran. Und es geht nun mal nix über eine gute Knolle auf dem Teller. Ich will den anderen Garten nicht schlechtreden, auch wenn ich ihn noch nicht ganz verstanden habe. Aber da wird der Schlauch eben anders gehalten oder Sachen so gewässert zu einem Zeitpunkt, wo ich es bei mir eben anders machen würde. Es ist einfach nix, wenn sich zwei Gärtner gegenseitig in die Kulturführung reingrätschen. In den 3 anderen Kartoffelgärten waren die Ertragsschwankungen nicht so heftig, aber das sagt nix aus, weil man nicht verschiedene Jahre in unterschiedlichen Gärten vergleichen kann.

Re: Kartoffeln

Verfasst: 8. Okt 2026, 07:52
von Tempel-Hof-Gärtner
cydorian hat geschrieben: ↑7. Okt 2026, 23:39 Bei Regen Null ist die Ernte Null, was exakt dem Durchschnittswert für diesen Randparameter entspricht. Kein Fehler passiert, aber eben ungünstige Randparameter.
Nunja, alles ist wie gesagt, relativ: Die Gleichung Regen Null = Ernte Null geht ja nur auf, wenn der Randparameter Giessen ebenfalls Null (oder zumindest nullnah) bleibt...
Und das Geheimnis, dass 10 Liter aus der Himmels-Gießkanne irgendwie wachstums-förderlicher scheinen als dieselbe Menge aus der Plastik-Gießkanne, das ist in der Tat ein sehr interessanter Randparameter... ;)

>5 Kg / Quadratmeterertrag: Wow! Das ist ne Hausnummer! Aber gut zu wissen, was möglich wäre, wenn ALLE Rand- & Kernparameter mal optimal zusammenwirken...

Re: Kartoffeln

Verfasst: 8. Okt 2026, 11:43
von Gänselieschen
Aramisz78 hat geschrieben: ↑7. Okt 2026, 17:18 Eure Ernte sieht doch sehr gut aus.
Ich habe ganze dreizehn Knollen in einer Reihe (1,5m) geerntet, keiner ist grösser als mein Daumen.
Sorte Bamberger Hörnchen. Die Triebe sind vertrocknet, aber die Knollenwachstum beginnt scheinbar erst jetzt. Die Stolonen (? :-\ ) waren voll mit erbsengrosse Knöllchen. die zweite Reihe habe dann nochma kräftig gewässert und mal sehen. Aber wenn keine Blätter da sind, wird das noch was?
Bamberger Hörnchen kannst du einfach mal vergessen. Sie tragen immer schwach, sind zickig und deshalb gibt es sie auch nirgends zu kaufen. Das sind Hätschelkinder, die besonders gepflegt werden wollen für Liebhaber.

Dass die also bei dir nichts geworden sind, muss dich nicht beunruhigen ;D

Re: Kartoffeln

Verfasst: 8. Okt 2026, 12:27
von thuja thujon
Bei Bamberger Hörnchen ist es jedenfalls recht einfach, ein Kilo Pflanzkartoffeln zu legen, sich das ganze drüber drum zu kümmern und trotzdem nur 500g zu ernten. Deshalb nur für Liebhaber.

Es macht keinen Sinn die jetzt noch drin zu lassen. Da kommt nix mehr, ohne Laub kein Ertrag. Die Knollen treiben nicht gleich wieder durch, zumindest machen sie das in normalen Jahren nicht, 2026 ist nur nicht normal. Deshalb ernten und genießen. Je länger sie im Boden bleiben, desto schlechter werden sie. Käferfraß, Schneckenfraß, Fäulnis usw.

Re: Kartoffeln

Verfasst: 8. Okt 2026, 14:58
von Tempel-Hof-Gärtner
Gute Alternative: Die französische 'La Ratte'.
War bei mir in diesem Jahr sogar "Jahrgangsbeste": 2,5 Kg hat der eine damit belegte Quadratmeter abgeworfen... ;)

Re: Kartoffeln

Verfasst: 8. Okt 2026, 14:58
von Aramisz78
Alles klar, ich danke Euch für eure antworten. Dann werde ich die restliche zehn ;D Kartoffeln noch aus der Erde holen ... Die waren die Mitbringsel von der Oberfranken Urlaub voriges Jahr. In Bamberg bei eine regionale Gärtner gekauft. Deshalb die Probe mit der Sorte.
Im ernst die beste Ernten habe ich mit der gekeimten Kartoffeln aus der Küche (einfach Supermarkt kartoffeln) gehabt. In der Zukunft bleibe ich dabei.

Re: Kartoffeln

Verfasst: 8. Okt 2026, 15:14
von Hyla
Bamberger Hörnchen gibt's auffm Wochenmarkt. ;)
Nicht kompliziert, aber wenig Ertrag. Darum kosten diese Sorten immer mehr als die Durchschnittskartoffel.
Die lila Trüffelkartoffel ist auch so ein Kandidat, wobei, ich hat's ja schon mal geschrieben, die Farbe die Suche nicht ganz einfach macht.

Re: Kartoffeln

Verfasst: 8. Okt 2026, 16:05
von cydorian
Als ich die in besseren Zeiten mal hatte, als im Sommer noch was ohne Bewässerung gewachsen ist, hatten die Bamberger Hörnle gar keinen so schlechten Ertrag und auch Sorten wie die rosa Tannenzapfen waren oft erstaunlich gut. Voraussetzung war allerdings Bodenvorbereitung (etwa Kompost-Hornmehl-Mischungen) und Krankheitsschutz.

Im Hausgarten nervten sie bald wegen ihrer sehr späten Reifezeit. Sowas wie "Annabelle" hole ich im Juni raus und kann damit drei verschiedene Gemüsekulturen pro Jahr auf derselben Fläche fahren und Erträge einheimsen. Im kommerziellen Anbau sind solche Sorten trotz guter Preise bereits bei der ersten Mechanisierungswelle rausgeflogen, maschinelle Ernte und sortieren sind bei diesen wurstigen Sorten ungünstig.

Annabelle, dann Buschbohnen oder Kohlrabi (vorgezogen), dann Ackersalat/Spinat/Radieschen. Die Hörnle sind aber erst Ende September oder sogar im Oktober reif.

Re: Kartoffeln

Verfasst: 8. Okt 2026, 16:19
von thuja thujon
Ja, Mehrfachernte möglich und das spritzen gegen Braunfäule fällt weg.