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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 15. Aug 2026, 17:09
von Chica
hobab hat geschrieben: 15. Aug 2026, 14:27 Machen die das nicht immer? Euonymus ist meist das erste was Laub abwirft. Im
Schatten hat alatus hier seins noch, aber planipes wird schon braun.
Hier ist Euonymus alatus noch völlig grün, der ist das Elend wohl gewöhnt ;D .

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Das sind mehrere Pflanzen, die meine Freunde aus Siegen einmal aus Italien mitgebracht hatten.

Ich habe noch ein Opfer gefunden: Cornus mas 'Variegata'.

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Ich habe überlegt, warum ich nicht so extrem an meinen Pflanzen hänge. Das liegt vermutlich daran, dass ständig irgendetwas ausfällt, entweder durch Frost oder durch Schnecken oder Trockenheit im Sommer. Ich habe jetzt z. B. den dritten Hausbaum gepflanzt, einen Zierapfelsämling, der sich selbst an anderer Stelle etabliert hatte. Außerdem ist alles unübersichtlich weitläufig. Manchmal fällt gar nicht gleich auf, dass etwas fehlt :-X .

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 15. Aug 2026, 17:11
von hobab
Zum Beitrag von Buddelkönigin:
Was nicht geht, finde ich genauso interessant wie was geht. Wenn einer eine Pflanze als ausgesprochen trockenresistent empfiehlt, dann aber jemand aus einer Gegend die schon länger trocken ist schlechte Erfahrung mit dieser Art gemacht hat, ist das doch eine gute Info: da würde ich eher auf was verzichten was jetzt noch geht, aber in ein paar Jahren vielleicht zu kränkeln beginnt. Umgekehrt sind Semicolons Beiträge hochinteressant, Pflanzen von denen ich zur Zeit kaum träumen würde, die bei ihm aber wachsen. Da würde ich in ein paar Jahren dann auch mit experementieren wollen - sehr spannend.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 15. Aug 2026, 17:16
von Blush
hobab, vielen Dank für Deine vielen Vorschläge! Toll, da habe ich ordentlich zu recherchieren! :D

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 15. Aug 2026, 17:40
von Jule69
Ein paar kann ich noch beurteilen...z.B. den ausgepflanzten Ahorn 'Flamingo'. Hier kommt er trotz Vollsonne gut klar, kriegt kaum was ab vom Gießen, ich bin echt erstaunt, zumal er ja sehr hell panaschiert ist....praktisch keine Verbrennungen, während andere schon sehr schwächeln, trotz Sonnenschutz...
Sorry, hab aktuell nur ein Bild von oben...(links ziemlich unten)...
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Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 15. Aug 2026, 18:12
von Drainagefan
Bei den Palmen muss man gut überlegen, was mit wenig Wasser auskommt. Das Klischee Palme, Hitze und kein Regen stimmt gar nicht.

Die Nadelpalme ist gar keine Empfehlung für den Klimawandel, obwohl sie im WInter mit unter -20° klar kommt. Ich habe die so gut wie nie gegossen und das ist das Ergebnis.


RHAPIDOPHYLLUM HYSTRIX.jpg
RHAPIDOPHYLLUM HYSTRIX


Die wird nicht nachgepflanzt. Ich hatte die Jahre lang im Topf, das war falsch, auch wenn sie sowieso klein bleibt. Heuer im Februar hat ihr der gefrorene Boden den Rest gegeben.


Ähnliches gilt für die Trachycarpus Takil, die vertrocknet vergleichsweise leichter als andere Hanfpalmen.


Trachycarpus fortunei.jpg
Trachycarpus fortunei


Eine große chinesische Glückspalme kommt gut mit Trockenheit und viel Feuchtigkeit klar. Je mehr Wasser im Sommer um so schneller wächst sie. Junge Exemplare sollte man die ersten 5 Jahre deutlich gießen, also nichts für Hitzewellen ohne Gießen.


Mein Empfehlung ist die Trachycarpus wagnerianus:


Trachycarpus wagnerianus.jpg
Trachycarpus wgnerianus


Die wächst viel langsamer als die fortunei, dafür brechen aber die Wedel beim Sturm und Regen nicht so leicht ab. Die ersten Jahre ist Gießen im Sommer Pflicht, aber so schnell gehen sie nicht kaputt. Die gelbe Färberkamille hält auch gut Trockenheit aus.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 15. Aug 2026, 19:04
von Hans-Herbert
Die Hanfpalme hat Stress mit zuviel Sonne und Temperaturen über 30°C.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 15. Aug 2026, 20:32
von Drainagefan
Hans-Herbert hat geschrieben: 15. Aug 2026, 19:04 Die Hanfpalme hat Stress mit zuviel Sonne und Temperaturen über 30°C.
Wundert mich im Topf gar nicht.

Hier ein Foto vor 2 Jahren mit 2 Wagnerianus.


TRACHYCARPUS WAGNERIANUS.jpg
TRACHYCARPUS WAGNERIANUS


Beide wurden zur gleichen Zeit gekauft. Die große wurde vor ca. 10 Jahren in den Garten gesetzt und die kleine dahinter blieb 8 Jahre im Topf, falls die große erfriert. Der Größenunterschied sagt alles. Damals war die Fläche noch ganz anders gestaltet, jetzt sind da Scabiosen, Färberkamille, etc. darum herum. Wagnerianus wachsen aber sowieso sehr langsam. Die große Wagenrianus ist jetzt um die 2m, die gleichzeitig gekaufte Fortunei hat jetzt ca. 6m, dafür aber geknickte Wedel.

Vergleiche mal die Größen der kleinen Trachy mit dem davor geposteten Foto. Der Untreschied ist die Palme im Garten, nicht eingezwängt im Topf. Eine Palme hat bei mir zentral weggehend Wurzeln von 2m. Dieser Platz ist im Topf nicht.

Ich würde sagen Temperaturen bis -15° packen Palmen locker. Bei kleinen Palmen sind Jutesäcke ein guter Schutz. Bei der Fortunei kann ich nicht mehr schützen.

Mach dir Gedanken über gefrorene Erde im Winter, da wird es angeblich ab -4° kritisch. Ich glaube bei mir war es schon kälter, weiß aber nicht, wie stark das Haus strahlt. So ein großer Temperaturunterschied zu München ist das nicht. Da kommt es darauf an das Mikroklima gut zu überlegen, zB Strahlungswärme durch Haus, Mauer, etc.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 15. Aug 2026, 20:55
von Veilchen-im-Moose
Gerade ging ich mit dem Gedanken an diesen Thread noch mal durch den Garten. Mir fallen immer neue Pflanzen auf, die ganz gut mit der Trockenheit zurecht kommen: Federmohn, Liriope, Akanthus:
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Akanthus ist eine Hinterlassenschaft der Vorbesitzer. Ich weiß nicht, welcher das genau ist. Leider steht die Hauptgruppe mittlerweile zu schattig und nicht mehr standfest. Aber ich habe einen Sämling, der jedes Jahr schöner wird.

Die Liriope sind für mich ein wirklicher Schattenschatz. Neulich musste ich zwei umsetzen, weil die von großen Nachbarstauden völlig überwachsen wurden... das war Ende Juli oder Anfang August - also mitten in der schlimmsten Dürre. Rundherum macht alles schlapp und die stehen frisch und aufrecht da. Außerdem blühen Liriope toll - sie gehören zu den wenigen Spätsommerblühern in meinen Schattenbeeten. Die und die Begonia suhterlandii und grandis... müsste ich glatt mal zusammen pflanzen - sind bestimmt ein schönes Paar.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 16. Aug 2026, 08:46
von Turjan
Mediterraneus hat geschrieben: 15. Aug 2026, 15:24 Um Yucca werde ich künftig nicht drumrumkommen, die bleiben auch in Dürrezeiten präsent, wahrend viele mediterranen in sochen Zeiten Laub abwerfen oder oberirdisch verschwinden.
"Präsent" ist gut. Yucca filamentosa wuchert hier die Wege zu, wie schon im letzten Jahr. Man muss sogar aufpassen, wohin man abgeschnittene Teile wirft. Ich hatte letztes Jahr einen Seitentrieb auf einen Totholzhaufen geworfen, und der ist angewachsen, wie auch immer. Ich muss wieder große Teile entfernen dieses Jahr. Schreddern kann man das Zeug nicht, weil die Fasern zu zäh sind.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 16. Aug 2026, 10:01
von semicolon
Ich werfe noch 3 Vertreter ein, die ich in meinem Thread regelmäßig zeige:

Bupleurum fruticosum, das strauchige Hasenohr. Wächst als ein immergrüner Strauch, getarnt als Staude. Verträgt wirklich extreme Trockenheit, entwickelt sich dabei aber langsam. Dafür gibt es aber weder vertrocknete Blätter, noch Nekrosen noch Welken. Die Pflanze ist buchstäblich zu jeder Jahreszeit adrett. Plus sie blüht insektenfreundlich, extrem lange und üppig auch bei heißester Witterung. Man kann sie zwischen 50 und 150cm hoch halten und schneiden wie es einem beliebt oder einfach zu einem breiten Busch wachsen lassen. Sollte es gut bis in Z7 schaffen.

Arbutus unedo ist geradezu unkaputtbar hier. Mitten im Wurzelbereich großer Bäume, leicht erhöht in Lavaschotter gepflanzt mit Wurzelanschluss zum kalkigen Lehmboden (Arbutus mögen es nornal sauer). Hier herrscht wirklich absolute Trockenheit und ich gieße ihn seit Jahren nicht. Trotzdem sieht er aus wie gemalt und fruchtet jeden Winter wie verrückt. 7b sollte je nach Standort und Sorte gut machbar sein.

Manihot grahamii ist noch wesentlich winterhärter als wir bisher dachten. Mein Baum überwintert seit Jahren auf der Terrasse im Topf und ich kenne ein uraltes Exemplar in Holland. In kälteren Zonen ist das eine zuverlässige Riesenstaude mit sehr spätem Austrieb, dafür aber Jahreszuwachs von mehreren Metern und lichter Schatten in der Spätsommerhitze. Meine Topfpflanze ist extrem hitzefest, keine trockenen Blattspitzen, kein Verkochen bei 50° Stauhitze. Die Pflanze mag Feuchtigkeit im Sommer zwar gerne, bildet aber unterirdische Speicherorgane und kann sehr lange Durststrecken überbrücken. Inzwischen kriegt man diese Art relativ gut online.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 16. Aug 2026, 10:08
von hobab
Alle drei dürften in großen Teilen Deutschlands nicht winterhart sein. Die letzten beiden versuche ich erst gar nicht, der Bupleurum ist mir in drei oder vier Versuchen noch jedesmal kaputt gegangen, meist im Winter. Zwei Jahre alt ist keiner geworden.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 16. Aug 2026, 10:18
von semicolon
hobab hat geschrieben: 16. Aug 2026, 10:08 Alle drei dürften in großen Teilen Deutschlands nicht winterhart sein. Die letzten beiden versuche ich erst gar nicht, der Bupleurum ist mir in drei oder vier Versuchen noch jedesmal kaputt gegangen, meist im Winter. Zwei Jahre alt ist keiner geworden.
Es ist sehr pauschalisierend, aufgrund einer persönlichen Erfahrung gleich auf 3 unterschiedliche Arten zu schließen. Da kann von Kulturfehler bis Mikroklima oder schlichtweg Pech alles dabei sein. Kann sein, dass Du Recht hast, ich kenne aber 2 Beispiele für Z7 für die beiden ersten. Letztendlich ist Gärtnern immer auch Ausprobieren.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 16. Aug 2026, 10:20
von hobab
Die Gehölze sind alle interessant, keine Frage. Und werden hier auch verkauft - bei Wintern mit einer Woche minis 15 Kahlfrost. Und Gehölze mit Frostprobleme braucht man nicht wirklich, wenn es genug frost- und dürreharten Bäume gibt. Was anderes sind Innenhöfe in Innenstädten, da sind die schon eine Bereicherung. Und bei Sträuchern und Stauden sehe ich schon Bedarf, vieles vermeintlich hartes wie Salviaarten und Hylotelephium, hat bei den Sommern der letzten Jahre die nur begrenzte Härte gezeigt. Da ist eine Erweiterung des Sortiments dringend nötig. Ich werde Bupleurum und ähnliches weiter probieren - wenn es erwerbar ist. Ist es aber meist nur unter Mühen.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 16. Aug 2026, 10:24
von hobab
Und kurz zu deiner Antwort: Bupleurum hat an der Hauswand zweimal einen Winter überstanden, ohne keinen (drei Versuche mit jeweils mehreren Pflanzen). Da Platz an der Hauswand begrenzt ist, wurde umgepflanzt, dort sind sie dann entweder am Sand oder an der Trockenheit, oder beides verstorben. Also durchaus an verschiedenen Stellen, erfolgreich war es nirgendwo. Leider..

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 16. Aug 2026, 10:53
von semicolon
Ich finde, es ist immer Bedarf da, gerade weil die Klimaveränderung "plötzlich" so schnell fortschreitet und unser Land dabei so vielfältig ist. Bei mir funktionieren viele der klassischen Klimapflanzen gar nicht weil andere Faktoren wie z.B. Bodenbeschaffenheit eine Limitierung darstellen. Das sind aber nicht zwangsläufig Side effects meiner Klimazone. Wir wissen, dass Frost ein relativer Wert ist. Ich kann mich nur auf meine Erfahrungen beziehen (hier explizit Hitze und Trockenheit bei bestimmten Arten), wissenschaftlich interessant wird es erst wenn wir Daten erheben können und dafür brauchen wir Versuche. Mehr als 2 oder 3. Zu diesem Zweck dokumentiere ich das, nicht weil ich etwas zeigen will, was niemand sonst hat.

Bei mir überlebt z.B. kein Papaver orientale länger als einen Winter, auch nach zahllosen Versuchen nicht. Die Schlussfolgerung ist aber nicht die falsche Klimazone.