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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 11. Jun 2026, 10:48
von Roeschen1
raetzrico hat geschrieben: ↑11. Jun 2026, 10:28
Das obere Bild ist von Heute.
Mich interessiert,
wie oft gießt du die Feige im bigbag?
Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 11. Jun 2026, 12:02
von Mediterraneus
thuja thujon hat geschrieben: ↑10. Jun 2026, 14:09
Frosthärte vom Holz entscheidet sich schon viel früher im Jahr, die Zellen teilen sich, strecken sich danach und das ist der entscheidende Schritt, wie groß sind sie. Im Schatten oder dauerbewölkten Schietwetter im Norden größer als im sonnigen Süden.
raetzrico hat geschrieben: ↑10. Jun 2026, 10:44Dort waren im Minimum sicherlich 12-14°Minus.
Das ist schon hart an der Grenze bzw darüber. Da wäre Winterschutz mit Laubhaufen wie von cydorian geschrieben kein Fehler.
Cydorian: ja.
12 bis 14 Grad Minus hats hier jeden Winter, das sollte kein Problem sein, solange die Feige geschützt steht, nicht staunass etc. Das halten hier die Feigen auf der Wiese eigentlich aus. Die am Haus und an Wänden sowieso.
Problem ist, dass bei solchen Minusgraden auf freier Fläche (nicht bei an Mauern oder Gebäuden stehenden Feigen) am Boden in 5cm Höhe die niedrigsten Temperaturen sind. das sind dann bei gemessenen -12 Grad schonmal -17 am Boden.
D.h. der Stamm bekommt ganz unten möglicherweise einen Frostschaden, beim Austrieb im Frühjahr vertrocknet dann die darüberliegende Krone, obwohl diese keine -17 abbekommen hat.
Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 11. Jun 2026, 13:46
von Arni99
In einer Woche starten hier die Tropennächte

.
Foto BT Herbstfeigen aktuell.
Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 11. Jun 2026, 16:37
von Hervi
Ich danke euch vielmals für eure tollen Antworten! Das hat mir in meinem Entscheidungsprozess sehr geholfen!
Ich wohne tatsächlich in der Nähe von Werder, genauer gesagt in Götz, etwas auf einer Anhöhe, dadurch ist es bei mir immer ein paar Grad wärmer als ein paar Hundert Meter weiter. Also schon eher ein spezielles Mikroklima. Die Feige wird zwischen drei Gebäuden stehen, nur von NNW ist es im Winter etwas offen und etwas anfällig für Wind. Im Sommer ist es durch Laubbäume auch geschützt.
Mittlerweile hatte ich ein Angebot von einer Gärtnerei in der Nähe für eine 250cm hohe Brown Turkey oder andere "echte Feigen", was auch immer das heißen soll. Allerdings aus meiner Sicht unverhältnismäßig teuer und schlechte Kommunikation, sodass ich da einfach keine Lust mehr hab.
Auf Grund von euren Berichten und was ich sonst noch so gelesen habe werde ich nun lieber eine kleine "Brown Turkey" aus der Region im südlichen Berlin gekaufen. Das war die einzige Gärtnerei die ich finden konnte die wohl wirklich Erfahung hier mit Feigen hat. Allerdings haben sie nur kleine bis etwa 60cm. Nächste Woche werde ich von denen mehr wissen.
Werde weiter berichten und schicke gerne Fotos wenn sie eingepflanzt ist und dann auch wie sie sich hier entwickelt
Nochmals vielen Dank an alle!!!
Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 11. Jun 2026, 22:18
von plantboy
Ich würde keine Brown Turkey pflanzen, da ihr Geschmack nicht optimal ist. Ich würde Gustis Twotimer, Perretta oder doch Ronde de Bordeaux nehmen. Der Geschmack ist etwas besser, bei Ronde de Bordeaux noch viel besser, aber ihre Feigen reifen sehr spät. Du musstest eine RdB bei dir austesten. Die anderen machen Sommerfeigen und sind etwas sicherer. Kaufe am besten gleich drei kleinere wenn du etwas Platz hast. Nach 2-3 Jahren weißt du mehr. Alle drei sind gut frostfest.
Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 11. Jun 2026, 22:31
von ringelnatz
schmeckt aber auch nur gut, wenn die Feigen ausreifen..
Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 11. Jun 2026, 22:48
von plantboy
ja, deswegen ausprobieren. Wenn es aber geht, dann ist es eine schmackhafte Feige.
Meine Schwester hat die Perretta, und sie schmeckt etwas besser als die Brown Turkey, ist sehr zuverlässig, brauchte aber 2-3 Jahre. Sie macht viele mittelgroße Feigen. Bei ihr wächst die Feige strauchförmig, so dass wenn etwas abfriert, immer die Mehrzahl der Triebe Früchte produziert. Sie wächst aber sehr stark, was aber der Erholung nach Schäden zugute kommt.
Tja...DIE FEIGE gibt es leider nicht. Zu viele Variationen und unterschiedliche Bedingungen. Ich teste gerade einige Sorten, da ich dieses ständiges, `Kaufen, warten, enttäuscht sein, wegen falscher Sorte` nicht mehr haben will.
Ich habe letztes Jahr eine 20cm Longue de Aout bei Ebay von jemanden privat gekauft, die als einzige ohne Schutz gestanden hat (die anderen waren mit Vlies dick abgedeckt), weil ich sie einfach vergessen habe. Das ist die, die den Winter ab besten überstanden hat und jetzt mit nicht mal 30cm schon zwei 4-5 cm dicke Früchte trägt. Da bin ich gespannt.
Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 11. Jun 2026, 22:58
von Der Buddler
Ich zucke doch etwas zusammen, wenn ich lese, dass Rdb "sehr spät" reift. Sie ist eine der frühesten Feigen überhaupt. Früher dran sind eigentlich nur Brebas, aber bei fast keiner Sorte ist die Haupternte früher als bei RdB. Man kann hier je nach Mikroklima ab Mitte-Ende August ernten.
Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 11. Jun 2026, 23:02
von plantboy
Bei meiner (ziemlich sicher RdB) reiften die Früchte eher Ende September auf den neuen Trieben.
Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 12. Jun 2026, 06:59
von RePu86
Minimal früher als RdB ist bei nur mehr M10/ Florea.
Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 12. Jun 2026, 07:06
von philippus
Auch Pastilière ist meistens 2, 3 Tage früher.
Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 12. Jun 2026, 07:34
von ringelnatz
Der Buddler hat geschrieben: ↑11. Jun 2026, 22:58
Ich zucke doch etwas zusammen, wenn ich lese, dass Rdb "sehr spät" reift. Sie ist eine der frühesten Feigen überhaupt. Früher dran sind eigentlich nur Brebas, aber bei fast keiner Sorte ist die Haupternte früher als bei RdB. Man kann hier je nach Mikroklima ab Mitte-Ende August ernten.
Im Oberrheingebiet. Ist das repräsentativ für Nord-Ost-Deutschland? Nein

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 12. Jun 2026, 08:16
von Feigenwiese
Man darf halt auch nicht den Rückschnitt oder Erfrierung der Terminalknospe vergessen.
Wenn ich z.B. meine Feige jedes Jahr zurückschneide, weil sie zu groß geworden ist, und ich dabei alle Terminalknospen kappe, werde ich eine spätere Ernte der Herbstfeigen bekommen, und das bis zu 4 Wochen!
Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 12. Jun 2026, 09:38
von cydorian
Und Vorsicht: Pinzieren, also das gezielte Entfernen der Triebspitze während der Vegetationsperiode eines noch weichen, wachsenden Jungtriebs bewirkt genau das Gegenteil! In Regionen mit kürzerem Sommer kann Pinzieren dazu beitragen, dass vorhandene Herbstfeigen früher ausreifen.
Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte
Verfasst: 12. Jun 2026, 10:09
von philippus
@Hervi
BT in Brandenburg halte ich für gewagt, es sei denn Du begnügst sich mit Brebas. Ich würde erwarten, dass die Herbstfeigenernte in den meisten Jahren zu spät beginnt, um viel davon zu haben.
Und wenn du auf die Brebas setzt, dann doch gleich zu DK greifen: die steht BT in der Menge um nichts nach, bietet aber höhere Qualität.
Für Herbstfeigen besserRdB. Da hast du sicher 3-4 Wochen Vorsprung auf BT bei den Herbstfeigen und hast schon alleine durch die frühere Ernte eine deutlich bessere Qualität.