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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Aug 2026, 22:37
von husar2003
philippus hat geschrieben: ↑26. Aug 2026, 21:18
husar2003 hat geschrieben: ↑26. Aug 2026, 15:09 Die blieben bis zum Frost dran, manche fielen vorher blass ab.
Wenn die Feigen erst im Herbst oder sogar bis zum Frost am Baum bleiben, spricht das eher für eine (Smyrna-)Feige ohne Bestäubung als für eine Bocksfeige.

Bocksfeigen dienen der Reproduktion der Gallwespe und werden je nach Generation bereits ab Frühjahr/Sommer bis Spätsommer bzw. Frühherbst abgeworfen. Smyrna-Feigen, die keine Bestäubung erhalten haben, entwickeln sich dagegen zunächst so wie parthenokarpe Herbstfeigen. Sie beginnen sich im Frühsommer zu entwickeln und können bis in den Spätherbst hinein am Baum hängen, bevor sie als nicht ausgereifte Früchte mit watte- bzw. schwammartiger Konsistenz abfallen.
Mag sein, bitte beachten, dass wir hier im Wendland eine noch spätere "Zeitzone" haben. Im Mai sind die Pflanzen hier noch ziemlich nackig und holen dann auf.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 27. Aug 2026, 08:46
von husar2003
"Ross the fig boss" sagt in einem Video bzgl. Feigenreifung, dass es vier Stadien der Feige gäbe.
Nach den ersten drei Wachstumsphasen würde die Feige jeweils ausruhen, um dann im nächsten in Größe nachzusetzen. Die Feige würde also nicht kontinuierlich wachsen. Phase vier ist das Anschwellen zur Reife innerhalb weniger Tage. Hier ist natürlich kein lineares Wachstum mehr, es geht rasant schnell.
Sind die ersten Phasen tatsächlich abgrenzbar oder ist es doch eine subjektive Täuschung, die auf Erreichen bestimmter gängiger Größen beruht ( Haselnuss- , Walnussgröße, Endgröße vor Reifung ) ?! Vermutete Stilltände habe ich bisher eher auf das Wetter, Düngung und die Wasserversorgung geschoben.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 27. Aug 2026, 21:50
von plantboy
Mir ist nur eine sichtbare Phase bekannt und das ist, wenn die Feige reif wird, macht sie einen Wachstumssprung. Sehr schön, denn das ist das Zeichen für: es kann bald gepflückt werden. Für mich ist es die wichtigste Phase.
Alle Feigen wachsen sehr unterschiedlich. Die einen kommen schnell aus der Blattachsel raus und bilden die Minifeige und andere zögern es sehr heraus, was für uns gut ist, wenn es die Sommerfeige sein soll.
Mir ist es nicht so wichtig, denn es gibt einfach zu viele Feigensorten, die sich zu viel Zeit dabei lassen ;-) .

Vielmehr würde mich mal interessieren, ob es jemanden ab Mitteldeutschland nach Norden gibt, bei dem die Negronne sicher öfter ausreift?
Ich habe vor vielen Jahren, als die Winter noch etwas kälter waren, es mit der Negronne versucht, doch leider waren die ersten Früchte dann fast reif, wenn es gefroren hat. Es wurde nichts draus.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 27. Aug 2026, 23:09
von kaliz
Faszinierenderweise konnte ich heute tatsächlich schon die erste Negronne Herbstfeige ernten. Das ging jetzt schnell, die letzte Breba ist erst drei Wochen her.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 28. Aug 2026, 00:10
von Arni99
kaliz hat geschrieben: ↑27. Aug 2026, 23:09 Faszinierenderweise konnte ich heute tatsächlich schon die erste Negronne Herbstfeige ernten. Das ging jetzt schnell, die letzte Breba ist erst drei Wochen her.
In Wien-West nehme ich an? ;)

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 28. Aug 2026, 09:46
von cydorian
plantboy hat geschrieben: ↑27. Aug 2026, 21:50 Vielmehr würde mich mal interessieren, ob es jemanden ab Mitteldeutschland nach Norden gibt, bei dem die Negronne sicher öfter ausreift?
Sicher. Steht aber im Kübel :-) Habe meine ausgegraben und dorthin verschenkt. Fruchtet, wird reif. Kübel bei Bedarf im abgedeckten Kelleraufgang. Hier wurde die nie wirklich reif. Witzlos also. Es gibt so derart viele reif werdende Sorten und auch stilistisch ähnliche, dass Negronne kein "Muss" ist, sondern ein unreifer Platzblockierer.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 28. Aug 2026, 10:43
von philippus
kaliz hat geschrieben: ↑27. Aug 2026, 23:09 Faszinierenderweise konnte ich heute tatsächlich schon die erste Negronne Herbstfeige ernten. Das ging jetzt schnell, die letzte Breba ist erst drei Wochen her.
Hier auch gestern die erste, jedoch nur eine. Die nächste wird noch etwas Zeit brauchen.
Das ist früh, aber vor 2 Jahren war es noch früher. Da hatte Ende August die Ernte schon richtig begonnen.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 28. Aug 2026, 11:42
von kaliz
Arni99 hat geschrieben: ↑28. Aug 2026, 00:10
kaliz hat geschrieben: ↑27. Aug 2026, 23:09 Faszinierenderweise konnte ich heute tatsächlich schon die erste Negronne Herbstfeige ernten. Das ging jetzt schnell, die letzte Breba ist erst drei Wochen her.
In Wien-West nehme ich an? ;)
Ja, Wien West.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 28. Aug 2026, 13:17
von Elias
Für mich gibt es 3 Reifephasen. Besonders Phase 2 ist der Grund für Frust bei vielen, weil ewig nichts sichtbar vorran geht. Dabei sind die "Früchte" vorher so schön gewachsen - jeden Tag größer. Aber die Feige ist eben kein Apfel, dem man beim Wachsen zuschauen kann. Viel passiert im verborgenen.

Phase 1: Sichtbare Knubbel, von stecknadelgroß bis sortenspezifische Vorerst-Endgröße. Ca. 4 Wochen. Von Knospe bis Blüte.
Phase 2: Optische Stagnation. Nichts tut sich scheinbar. 6 - 8 Wochen. Blüte, Befruchtung, inneres Fruchtwachstum.
Phase 3: Anschwellen, Umfärbung, weich werden bis zur Essreife. 5 - 10 Tage.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 28. Aug 2026, 18:13
von plantboy
Nochmal zu Negronne:

ich habe zwei, die fruchten, aber die Früchte sind echt noch klein, zu klein fürs Ausreifen meiner Meinung nach. Bei LdA hat man deutlich gesehen, dass sie gewachsen sind (der Geschmack war aber am Ende kaum aromatisch). Die Früchte der beiden Negronne lassen sich echt viel Zeit. Ich denke nicht, dass es was wird, vor allen, wenn die Temp. runter gehen. Ich denke, die Feige braucht sehr viele Sonnenstunden oder bessere Wärmesumme. Hortensis (Herr. Kruchem), der bei Göttingen ist, ist von der Sorte draußen auch nicht so begeistert. Im Gewächshaus hat sie bei ihm gut funktioniert. Ich lasse sie noch bis 2027 im Beet. Sie steckt bei beiden Pflanzen in der ersten Phase.
Übrigens: in Wien ist es merklich wärmer, als bei uns. Die Temp. geht in der Nacht nicht ganz so runter und die Sonneneinstahlung ist auch merklich stärker. Wenn ich aus Italien nach Norddeutschland fahre, merkt man es selbst am Lichtintensität.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 28. Aug 2026, 18:23
von bully1964
Meine Negronne Früchte ohne Ende ,aber ob die noch reifen bleibt abzuwarten.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 28. Aug 2026, 18:31
von kaliz
Falls Ihr es noch nicht gemacht habt, solltet Ihr Negronne jetzt unbedingt entspitzen, sprich die äußersten Triebspitzen ausbrechen. Das fördert eine frühere Fruchtreife.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 28. Aug 2026, 18:38
von bully1964
kaliz hat geschrieben: ↑28. Aug 2026, 18:31 Falls Ihr es noch nicht gemacht habt, solltet Ihr Negronne jetzt unbedingt entspitzen, sprich die äußersten Triebspitzen ausbrechen. Das fördert eine frühere Fruchtreife.

Habe ich tatsächlich gemacht.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 28. Aug 2026, 19:16
von husar2003
Elias hat geschrieben: ↑28. Aug 2026, 13:17 Für mich gibt es 3 Reifephasen. Besonders Phase 2 ist der Grund für Frust bei vielen, weil ewig nichts sichtbar vorran geht. Dabei sind die "Früchte" vorher so schön gewachsen - jeden Tag größer. Aber die Feige ist eben kein Apfel, dem man beim Wachsen zuschauen kann. Viel passiert im verborgenen.

Phase 1: Sichtbare Knubbel, von stecknadelgroß bis sortenspezifische Vorerst-Endgröße. Ca. 4 Wochen. Von Knospe bis Blüte.
Phase 2: Optische Stagnation. Nichts tut sich scheinbar. 6 - 8 Wochen. Blüte, Befruchtung, inneres Fruchtwachstum.
Phase 3: Anschwellen, Umfärbung, weich werden bis zur Essreife. 5 - 10 Tage.
In Summe sind das auch ca. 90 Tage. Das passt. Phase 1 denke ich , dauert hier oben länger. Vielleicht oder sicher auch wieder so eine klimatisch- oder sortenspezifische Sache. Die Verteilung würde ich hier sicherheitshalber auf 6+6 für die ersten beiden Phasen setzen. Für die Herbstfeigen könnte es noch länger sein. Da fehlt hier am Ende für die zweimal tragenden Sorten die Wärme.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 28. Aug 2026, 22:02
von plantboy
@Bully:

meine sind fast genauso weit...manche Früchte kleiner, aber meine Negronne haben späten Nachmittag keine Sonne mehr.