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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 15:10
von cydorian
Der Vergleich ist ohne das Klima wenig nützlich. Manche Sorten reifen ganz gut weiter, auch wenn es kühl wird, andere fallen dann in ein Qualitätsloch. Dottato würde ich bei Sonne und Wärme höher einschätzen, Madeleine des deux saisons auch, die wird wirklich Spitze wenn sie Energie hat, "Pfirsich" schmecke ich da ebenfalls. Ronde de Bordeaux ist die sichere Miete und gewinnt nur im wenig sonnigen Spätsommer, verliert aber den Vergleich bei Feigenwetter.

Geschmackssache ist auch wichtig. Es gibt Honigfeigen (möglichst vollsüss) und Beerenfeigen (fruchtig, saftig, nach diversen Beeren). Erstere sind auch super Trockenfrüchte.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 15:34
von philippus
kaliz hat geschrieben: ↑30. Aug 2026, 15:05 Ehrlich gesagt, mag ich die gerade reif gewordenen Feigen ohnedies lieber. Mag sein, dass sie noch süßer werden, wenn man sie länger hängen lässt, aber sie verlieren dann auch den letzten Rest Säure, wodurch der Geschmack flacher wird. Außerdem hab ich genug Feigen, dass die Insekten auch ein paar abhaben können. Ist ja jetzt nicht so, dass ich gar nichts ernten kann. Ich muss nur schnell genug sein.
Ich schließe mich da Röschen an. Ich lasse sie auch gerne noch etwas hängen, weil sie dadurch an Konzentration und geschmacklicher Tiefe gewinnen. Man sollte halt wissen, wann es zu spät ist, denn die Sorten die nicht am Baum trocknen können, "kippen" irgendwann und fangen an zu gären und werden etwas "weinig". Bei Pastilière etwa geht das ziemlich schnell.
Bei Pastilière kamen wir mit dem Essen gar nicht nach, da waren mehrere nicht mehr optimal. Viele wurden ebenfalls von Wespen, Ameisen und anderen Tieren gefressen. So wie sie abgebildet sind, leicht schrumpelig, sind sie noch wirklich gut, aber extrem konzentriert.

Ich habe gestern eine LdA meines ehemaligen Strauchs, der bei mir nicht gut trug, gekostet. Er ist bei Bekannten, wo er deutlich ertragreicher ist. Die LdA war wirklich vollreif und es ist erstaunlich, was in dieser Sorte bei optimaler Reife geschmacklich steckt. Konzentriert, komplex, saftig und eine angenehm zarte Textur.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 15:39
von philippus
helga7 hat geschrieben: ↑31. Aug 2026, 11:34 Ich ernte im Moment viele RdB (ausgepflanzt), die Negronne und die Bayernfeige (welche auch immer das ist) liefern die ersten Herbstfeigen (Topf). Sucrette und Panachee sind noch nicht am Schwellen. Mein Ziel, Feigen von Mitte Juli bis Ende Oktober zu ernten, ist erreicht. :D
zB Negronne Brebas ab Juli für knapp 3 Wochen -> RdB / Pastilière / HC ab August für 3-4 oder 5 Wochen -> Negronne Herbstfeigen direkt anschließend oder ein wenig überlappend - und hier erstreckt sich die Negronne Reife bis weit in die zweite Oktoberhälfte, gute 5 Wochen lang.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 16:05
von Der Buddler
cydorian hat geschrieben: ↑31. Aug 2026, 15:10 Der Vergleich ist ohne das Klima wenig nützlich. Manche Sorten reifen ganz gut weiter, auch wenn es kühl wird, andere fallen dann in ein Qualitätsloch. Dottato würde ich bei Sonne und Wärme höher einschätzen, Madeleine des deux saisons auch, die wird wirklich Spitze wenn sie Energie hat, "Pfirsich" schmecke ich da ebenfalls. Ronde de Bordeaux ist die sichere Miete und gewinnt nur im wenig sonnigen Spätsommer, verliert aber den Vergleich bei Feigenwetter.

Geschmackssache ist auch wichtig. Es gibt Honigfeigen (möglichst vollsüss) und Beerenfeigen (fruchtig, saftig, nach diversen Beeren). Erstere sind auch super Trockenfrüchte.
Wir hatten hier im Oberrheingebiet einen durch und durch mediterranen Sommer mit wirklich perfekten Bedingungen und die Ronde de Bordeaux hat in mehreren Verkostungen für uns die anderen klar übertroffen.

Wir haben alle Bäume auch schon über 10 Jahre und verschiedenste Witterungen durch.

Bleibt natürlich Geschmackssache, aber wir haben immerhin zu dritt getestet.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 16:34
von husar2003
Gota de Miel

Etwas zu früh geerntet, aber da waren schon Ameisen , Schneckenfraß, die Ostiole war offen und riss auf. Die Feige wuchs direkt über dem Boden. Ein Wunder, dass sie bisher überlebt hat.

Auf dem Bild sieht sie grün aus, geht aber ins Gelbe. Ein Gelb, das Isi d'Oro bei mir nicht liefert.

Ca. 60g

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 17:28
von cydorian
Der Buddler hat geschrieben: ↑31. Aug 2026, 16:05 Wir haben alle Bäume auch schon über 10 Jahre und verschiedenste Witterungen durch.

Bleibt natürlich Geschmackssache, aber wir haben immerhin zu dritt getestet.
Meine stehen seit 15, tragen seit 12, essen tun sie zwei Erwachsene und meine vier Kinder. Das sehe ich aber keineswegs als gewichtiger oder fundierter an nur weil die Zahlen grösser sind, sondern Ausdruck unserer subjektiven Wertung. Subjektivität kennt kein Gewicht.

Nachdem nun zumindest hier in fast allen Gärten Feigen stehen, aber habe ich generell den Eindruck, dass man den beerigen Typ hierzulande höher einschätzt wie den Honigfeigentyp, was auch in deiner Wertung über Doree und Dottato (angeblich = Kadota, aber da gibts mehre) zum Ausdruck kommt.

In Italien ist das beispielsweise anders, dort dürfte der Honigfeigen-Typ etwas stärker verwurzelt und wirtschaftlich wichtiger sein als der beerige Typ. In Süditalien auf jeden Fall.

Definition Honigtyp: Dottato, Fico Bianco del Cilento, Brogiotto Bianco, helles bis bernsteinfarbenes Fruchtfleisch, sehr süß, honigartig, wenig Säure, hervorragend zum Trocknen.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 18:14
von husar2003
Wie komme ich bei RdB auf eine Reifezeit ca. Mitte bis Ende Oktober, obwohl andere August schreiben ?

2 Videos haben mich bei der Überlegung unterstützt. Eins zeigt fast reife RdB an einem 11.10 auf 720m Höhe, also ähnlicher Zeitpunkt wie bei mir. Das andere ist von Ross, der eine im Schnitt zwei Wochen spätere Ernte für die Herbstfeigen angibt, wenn die Endknospe nicht mehr vorhanden ist und die Pflanze zum Verzweigen gezwungen wird.

1. Das Frühjahr ist hier 3 Wochen später als z.b. in Köln
2. Bei RdB ( nur bei dieser ) gehen mir praktisch jeden Winter die winzigen Endknospen kaputt.
Dann hätte ich schon 5 Wochen Nachteil.
3. Standort ist nicht vollsonnig, gerade im Herbst setzt sich zunehmend Schatten durch.
4. Wärmesumme geringer als im Süden
5. Die Pflanze steht frei ohne Hauswand

Mit den Argumenten rutsche ich ab Mitte September/Anfang Oktober mit den durchaus großen, grünen Kugeln in eine Phase, wo die Wärme kaum noch ausreicht bzw. viel mehr Tage zur Reifung benötigt werden.

Am Ende sitze ich auf erklärbar 2 Monaten Verspätung. Ein bisschen wie Bergklima, nur ohne Höhe ;)

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 18:15
von Feigenfreund
Gestrige Ernte…..
Von oben nach unten:
4 x Negronne
1 x Grise de Saint Jean
1 x Smith
2 x Piccolo Nero
2 x Ronde de Bordeaux
Negronne/GdSJ/Smith wurden vom Südbalkon geerntet (alle mit Frühstart)
Piccolo Nero und RdB stammen von der Terasse meiner Verwandten (dort ohne Frühstart)

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 18:20
von Der Buddler
Ich glaube Vieles ist einfach Tradition/Gewohnheit.

Ein Italiener mit Wurzeln im Cilento berichtete vom Tomatenanbau seiner Eltern. Ich gab ihm eine Rosella (Cherry) - Kinnlade unten, ohne Zögern sagte er die sei besser. Ich würde darauf wetten, dass Ronde de Bordeaux bei einer Blindverkostung in Süditalien Kadota schlägt. Die ist halt unfassbar ertragreich und vermutlich deshalb so verbreitet.
Die Sizilianer hier haben Brogiotto nero und manchmal Kadota. Eben was dort verbreitet ist, nicht unbedingt das Produkt langer Selektion auf den besten Geschmack.

Anderes Beispiel, in Ligurien wurde auf dem Markt eine mir unbekannte Beerenfeige verkauft. Kam nicht ansatzweise an RdB heran. Da würde ich vll. auch eine gute Honigfeige vorziehen.

In der Pfalz steht überall Brown Turkey. Es ist wohl kaum die bestschmeckende Sorte. Oft hat sowas einfach historische Gründe.

In einem gebe ich dir Recht: Letzten Endes muss jeder selbst probieren und sehen was ihm schmeckt.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 18:28
von Feigenfreund
Hier nochmal die Ernte aufgeschnitten….
Waren für mich geschmacklich alle Top…..jede Sorte auf ihre eigene besondere Art…..

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 19:47
von philippus
kaliz hat geschrieben: ↑30. Aug 2026, 14:42
Roeschen1 hat geschrieben: ↑30. Aug 2026, 12:34 leider muß ich schneller als die Wespen sein, fressen alle an
Das Problem kenne ich. Alles was nur halbwegs reif ausschaut wird von den Wespen, Hornissen, Ameisen und Rosenkäfern angefressen. Ich Frage mich immer wie das mit "ein paar Tage länger hängen lassen" funktionieren soll. Bei mir gibt's dann einfach nichts mehr was man ernten könnte.
Und immer öfter auch Wanzen.
Ich nehme seit 2, 3 Jahren den Aufwand in Kauf und gebe einen Teil der Feigen in Organzabeutel. Aber auch da sind sie nicht zu 100% sicher, denn Ameisen schaffen es trotzdem hinein. Ich habe auch ein paar mal in der Früh zerfetzte Organzsasäcken auf dem Boden vorgefunden. Marder ? Fuchs ? Vögel ?
Ein Fuchs geht auf jeden Fall hier ein und aus (und nimmt zB immer wieder einen Gartenhandschuh oder gar Gartenschuh mit).

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 20:06
von philippus
Ist hier eigentlich noch jemand bei Campanière geblieben, oder haben sich die meisten inzwischen von der Sorte getrennt?

Sie ist bei mir im Topf sehr ertragreich. Geschmacklich irgendwo zwischen Honigfeige und Feige mit beerigen Noten.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 20:12
von Roeschen1
philippus hat geschrieben: ↑31. Aug 2026, 20:06 Ist hier eigentlich noch jemand bei Campanière geblieben, oder haben sich die meisten inzwischen von der Sorte getrennt?
Meine dümpelt so vor sich hin, hat ihre Feigen abgeworfen und ein Abmoosversuch im Juli ist gestartet.
Insgesamt bei mir eine unwillige Sorte.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 20:21
von philippus
Roeschen1 hat geschrieben: ↑31. Aug 2026, 20:12
philippus hat geschrieben: ↑31. Aug 2026, 20:06 Ist hier eigentlich noch jemand bei Campanière geblieben, oder haben sich die meisten inzwischen von der Sorte getrennt?
Meine dümpelt so vor sich hin, hat ihre Feigen abgeworfen und ein Abmoosversuch im Juli ist gestartet.
Insgesamt bei mir eine unwillige Sorte.
Ich erinnere mich noch, dass du einen Kümmerling von Thierry zugeschickt bekommen hattest.. Dass er sich bis jetzt nicht erholt hat, ist erstaunlich.

Melde dich bei Bedarf bei mir über PN, falls deine Abmoosung schief gehen sollte. Meine ist zwar noch klein, aber im nächsten Jahr werde ich bestimmt schon etwas schneiden können.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 31. Aug 2026, 20:32
von Roeschen1
philippus hat geschrieben: ↑31. Aug 2026, 20:21
Roeschen1 hat geschrieben: ↑31. Aug 2026, 20:12
Meine dümpelt so vor sich hin, hat ihre Feigen abgeworfen und ein Abmoosversuch im Juli ist gestartet.
Insgesamt bei mir eine unwillige Sorte.
Ich erinnere mich noch, dass du einen Kümmerling von Thierry zugeschickt bekommen hattest.. Dass er sich bis jetzt nicht erholt hat, ist erstaunlich.

Melde dich bei Bedarf bei mir über PN, falls deine Abmoosung schief gehen sollte. Meine ist zwar noch klein, aber im nächsten Jahr werde ich bestimmt schon etwas schneiden können.
Meine teuerste Feige...Ja ... >:(
sie will nicht groß und stark werden, bin gespannt, ob sie Wurzeln macht.
Sie ist jetzt nach 6 Jahren dick wie mein kleiner Finger bei einer Größe von ca 150cm mit 2 Verzweigungen.
Danke für dein Angebot... :D