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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 11:16
von blackforestfigs
Rein vom Laub her könnte das bei meiner von Karibikpalmen dann schon passen.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 11:32
von Der Buddler
Blastophaga wurde am Bodensee, Oberrhein, in Würzburg und in NRW nachgewiesen. Man kann davon ausgehen, dass sie in den Weinbaugebieten überall vorkommt oder vorkommen kann. Hier gehen seit Jahren wilde Feigen aus herabgefallenen Feigen auf. Eigentlich wie Unkraut.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 11:40
von blackforestfigs
Der Buddler hat geschrieben: ↑26. Sep 2026, 11:32 Blastophaga wurde am Bodensee, Oberrhein, in Würzburg und in NRW nachgewiesen. Man kann davon ausgehen, dass sie in den Weinbaugebieten überall vorkommt oder vorkommen kann. Hier gehen seit Jahren wilde Feigen aus herabgefallenen Feigen auf. Eigentlich wie Unkraut.
In Saarbrücken ebenfalls schon - vom Nordsaarland wusste ich es noch nicht. Wenn dort San Pedros ausreifen, muss sie aber inzwischen auch da vorkommen. Hier (71263) in einem Nachbarort hat jemand ausgereifte Desert King Herbst feigen. Wenn El Niño uns tatsächlich einen milden Winter bringt, wird sie nächstes Jahr hoffentlich flächendeckend in Deutschlands Südhälfte vorkommen 🙏😊

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 11:53
von Arni99
Dafür muss es ausreichend meistens nicht essbare Bocksfeigen (männlich) geben, sonst können die Feigengallwespen nicht überwintern bzw. ihre Existenz sichern.

KI-generiert:
„Die Bocksfeige (Ficus carica var. caprificus, auch Caprifig genannt) nimmt im biologischen System der Feigen eine Sonderrolle ein. Sie funktioniert im Wesentlichen als der männliche Part in einer faszinierten Symbiose, die auf die gemeinsame Evolution mit Insekten angewiesen ist.
1. Die Rolle und Biologie der Bocksfeige
Im Gegensatz zu den süßen Kulturfeigen sind die Früchte der Bocksfeige holzig, trocken und für den Menschen ungenießbar. Ihre biologische Bestimmung ist es nicht, als Nahrungsquelle zu dienen, sondern als exklusive Kinderstube und Überwinterungsquartier für die Feigengallwespe (Blastophaga psenes) zu fungieren.
2. Der innere Aufbau: Wie männliche Blüten entstehen
In den fleischigen Hohlkörpern (Syconien) einer Bocksfeige wachsen zwei unterschiedliche Blütentypen heran:
* Gallenblüten: Das sind sterile, kurzgrifflige weibliche Blüten, in deren Fruchtknoten die Feigengallwespe ihre Eier ablegt.
* Männliche Blüten: Diese sitzen in unmittelbarer Nähe des Ostiolums (der kleinen Öffnung an der Unterseite der Feige) und produzieren den Blütenpollen.
3. Fortpflanzung und Lebenszyklus (Die Symbiose)
Die Verbreitung der Bocksfeige ist untrennbar an den Lebenszyklus der Feigengallwespe gekoppelt:
* Eiablage: Die Wespe legt ihre Eier in die Gallenblüten der Bocksfeige. Die Larven entwickeln sich geschützt im Inneren.
* Schlupf und Paarung: Die flügellosen Männchen schlüpfen als Erste, befruchten die weiblichen Wespen noch in der Galle und sterben kurz darauf.
* Pollenaufnahme: Die befruchteten, weiblichen Wespen drängen durch das Ostiolum nach draußen. Auf dem Weg durch die Öffnung streifen sie an den dortigen männlichen Blüten vorbei und laden sich voller Pollen.
* Bestäubung: Auf der Suche nach einer neuen Feige zur Ablage ihrer Eier übertragen die Wespen den Pollen – entweder auf eine andere Bocksfeige (womit der Wespen- und Bocksfeigenkreislauf fortbesteht) oder auf eine Kulturfeige (Caprifikation).
4. Natürliche und künstliche Verbreitung
* Generative Vermehrung (über Samen): Wenn Wespen die Blüten von kultivierten Feigen mit Bocksfeigen-Pollen befruchten, entstehen fertile Samen. Vögel und andere Tiere fressen diese Früchte und scheiden die Samen unversehrt aus, wodurch neue Wildfeigen keimen. Aus diesen Sämlingen entsteht genetisch bedingt etwa zur Hälfte wieder eine Bocksfeige.
* Vegetative Vermehrung: In der Praxis (oder im kommerziellen Anbau) lassen sich Bocksfeigen unkompliziert über Stecklinge oder Steckholz vermehren, um sie gezielt als Pollenspender (Caprifikation) in Plantagen einzusetzen. In Mitteleuropa ist dieser Kreislauf allerdings kaum verbreitet, da die Gallwespe hier meist fehlt und stattdessen parthenokarpe (jungfernfrüchtige) Sorten angebaut werden.“

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 12:02
von husar2003
@Arnie
Hm, Sultane sieht schon anders aus als meine...aber wer weiß. Wurde die da mal runtergeschnitten oder fror ab ? Eindruck : zu niedrig für die Breite. Können natürlich auch Bodentriebe sein und dann immer wieder radikaler Schnitt.

Ach ja, Sultana ist nicht Sultane wird aber oft als diese bezeichnet. Dialekte machen es noch schwerer : "Sull-da-n.." und dann folgt vielleicht noch irgendein verschluckter Vokal und schwupps ist es passiert.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 12:31
von blackforestfigs
Arni99 hat geschrieben: ↑26. Sep 2026, 11:53 Dafür muss es ausreichend meistens nicht essbare Bocksfeigen (männlich) geben, sonst können die Feigengallwespen nicht überwintern bzw. ihre Existenz sichern.

KI-generiert:
„Die Bocksfeige (Ficus carica var. caprificus, auch Caprifig genannt) nimmt im biologischen System der Feigen eine Sonderrolle ein. Sie funktioniert im Wesentlichen als der männliche Part in einer faszinierten Symbiose, die auf die gemeinsame Evolution mit Insekten angewiesen ist.
1. Die Rolle und Biologie der Bocksfeige
Im Gegensatz zu den süßen Kulturfeigen sind die Früchte der Bocksfeige holzig, trocken und für den Menschen ungenießbar. Ihre biologische Bestimmung ist es nicht, als Nahrungsquelle zu dienen, sondern als exklusive Kinderstube und Überwinterungsquartier für die Feigengallwespe (Blastophaga psenes) zu fungieren.
2. Der innere Aufbau: Wie männliche Blüten entstehen
In den fleischigen Hohlkörpern (Syconien) einer Bocksfeige wachsen zwei unterschiedliche Blütentypen heran:
* Gallenblüten: Das sind sterile, kurzgrifflige weibliche Blüten, in deren Fruchtknoten die Feigengallwespe ihre Eier ablegt.
* Männliche Blüten: Diese sitzen in unmittelbarer Nähe des Ostiolums (der kleinen Öffnung an der Unterseite der Feige) und produzieren den Blütenpollen.
3. Fortpflanzung und Lebenszyklus (Die Symbiose)
Die Verbreitung der Bocksfeige ist untrennbar an den Lebenszyklus der Feigengallwespe gekoppelt:
* Eiablage: Die Wespe legt ihre Eier in die Gallenblüten der Bocksfeige. Die Larven entwickeln sich geschützt im Inneren.
* Schlupf und Paarung: Die flügellosen Männchen schlüpfen als Erste, befruchten die weiblichen Wespen noch in der Galle und sterben kurz darauf.
* Pollenaufnahme: Die befruchteten, weiblichen Wespen drängen durch das Ostiolum nach draußen. Auf dem Weg durch die Öffnung streifen sie an den dortigen männlichen Blüten vorbei und laden sich voller Pollen.
* Bestäubung: Auf der Suche nach einer neuen Feige zur Ablage ihrer Eier übertragen die Wespen den Pollen – entweder auf eine andere Bocksfeige (womit der Wespen- und Bocksfeigenkreislauf fortbesteht) oder auf eine Kulturfeige (Caprifikation).
4. Natürliche und künstliche Verbreitung
* Generative Vermehrung (über Samen): Wenn Wespen die Blüten von kultivierten Feigen mit Bocksfeigen-Pollen befruchten, entstehen fertile Samen. Vögel und andere Tiere fressen diese Früchte und scheiden die Samen unversehrt aus, wodurch neue Wildfeigen keimen. Aus diesen Sämlingen entsteht genetisch bedingt etwa zur Hälfte wieder eine Bocksfeige.
* Vegetative Vermehrung: In der Praxis (oder im kommerziellen Anbau) lassen sich Bocksfeigen unkompliziert über Stecklinge oder Steckholz vermehren, um sie gezielt als Pollenspender (Caprifikation) in Plantagen einzusetzen. In Mitteleuropa ist dieser Kreislauf allerdings kaum verbreitet, da die Gallwespe hier meist fehlt und stattdessen parthenokarpe (jungfernfrüchtige) Sorten angebaut werden.“
Leider gibt es halt nicht "die Bocksfeige", sondern hinsichtlich Fruchtfolge sehr unterschiedliche. Anhand der immer wieder auftauchenden Fragen in Facebookgruppen ("Warum werden meine Feigen nicht reif?") und dazugehöriger eindeutiger Fotos von Capris, lässt sich allerdings vermuten, dass da ein recht großer genetischer Pool in deutschen Gärten vorhanden ist. Ich habe inzwischen auch angefangen, welche zu sammeln.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 13:36
von cydorian
Gehen sehr häufig auf Urlaubsmitbringel zurück.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 13:48
von KarlAC
Mit Spannung habe ich dem Reifen von zwei Herbstfeigen der Desert King von Lokalrunde geduldig zugesehen. Am Wochenende wollte ich pflücken. Leider war jemand schneller. Eine halbe hat das Tier allerdings übrig gelassen. Jetzt die Frage. Sieht so eine unbefruchtete DK aus? Ich habe nochmal großzügig abgeschnitten und probiert und sie war garnicht mal schlecht. Süß, wenn auch etwas wässrig und mild. Ca 12 kerne konnte ich noch retten wovon einer im Wasserglas untergegangen ist. Nicht sehr aussagekräftig. Wespe habe im Südwesten von NRW 52... Noch nicht gesichtet. Kann die DK trotz fehlender Wespe denn überhaupt ausreifen?

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 14:16
von blackforestfigs
KarlAC hat geschrieben: ↑26. Sep 2026, 13:48 Mit Spannung habe ich dem Reifen von zwei Herbstfeigen der Desert King von Lokalrunde geduldig zugesehen. Am Wochenende wollte ich pflücken. Leider war jemand schneller. Eine halbe hat das Tier allerdings übrig gelassen. Jetzt die Frage. Sieht so eine unbefruchtete DK aus? Ich habe nochmal großzügig abgeschnitten und probiert und sie war garnicht mal schlecht. Süß, wenn auch etwas wässrig und mild. Ca 12 kerne konnte ich mich retten wovon einer untergegangen ist. Nicht sehr aussagekräftig. Wespe habe im Südwesten von NRW 52... Noch nicht gesichtet. Kann die DK trotz fehlender Wespe denn überhaupt ausreifen?
Nein - DK Herbstfeigen reifen nur befruchtet aus

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 15:04
von Madhumati
Letztes Jahr hatte ich vieeele Stecklinge gemacht, unter anderem just for fun auch aus Sanssouci. Jetzt ist eine dieser Pflanzen wirklich schön gewachsen und groß geworden; sogar Feigen hat sie angesetzt, die aber unreif extrem gesplittet sind. Fast alle meine Feigen stehen unter den gleichen Bedingungen. So sieht nur diese aus. Würde erklären, warum die Feigen in Sanssouci hinter Glas stehen und keinen Regen abbekommen. Ich vermute mal, dass ich diese Pflanzen nun alle kompostieren kann. Damit wird meine Sammlung schneller kleiner ::)

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 15:31
von philippus
KarlAC hat geschrieben: ↑26. Sep 2026, 13:48 Mit Spannung habe ich dem Reifen von zwei Herbstfeigen der Desert King von Lokalrunde geduldig zugesehen. Am Wochenende wollte ich pflücken. Leider war jemand schneller. Eine halbe hat das Tier allerdings übrig gelassen. Jetzt die Frage. Sieht so eine unbefruchtete DK aus? Ich habe nochmal großzügig abgeschnitten und probiert und sie war garnicht mal schlecht. Süß, wenn auch etwas wässrig und mild. Ca 12 kerne konnte ich mich retten wovon einer untergegangen ist. Nicht sehr aussagekräftig. Wespe habe im Südwesten von NRW 52... Noch nicht gesichtet. Kann die DK trotz fehlender Wespe denn überhaupt ausreifen?
Das ist bei DK immer wieder zu beobachten. Auf Planetfig wird schon seit mehr als 10 Jahren aus dem voralpinen Hoch-Savoyen auf etwa 600 m Höhe davon berichtet. Auch bei mir war das immer wieder der Fall, ebenso dieses Jahr, und auch andere haben von reifen Herbstfeigen bei DK berichtet.

Ein kleinerer Teil der Herbstfeigen von DK dürfte demnach parthenokarp sein, also ohne Befruchtung durch die Feigengallwespe ausreifen können. Die bloße Zahl der sichtbaren Samen sagt sicher nicht, ob die Frucht bestäubt wurde. Dass aber immer wieder genießbare und süße Herbstfeigen gemeldet werden, spricht zumindest dafür, dass eine Reife ohne Bestäubung möglich ist.
Eine für die Bestäubung relevante Präsenz der Gallwespe schließe ich aus, schon alleine weil die für relevante Populationen erforderlichen Bocksfeigen sicher nicht vorhanden sind.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 15:31
von husar2003
All Years Hector, kann noch kurz hängen. Ist schon eine gute Woche blau, aber es war zu kalt.
Peretta (!?, gekauft als DK), noch grün, hat es letztes Jahr im Oktober geschafft, Feigen scheinen jetzt größer zu werden
RdB - die dritte Feige, gerade mal blau, aber natürlich noch unreif.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 15:37
von Roeschen1
blackforestfigs hat geschrieben: ↑26. Sep 2026, 14:16
KarlAC hat geschrieben: ↑26. Sep 2026, 13:48 Mit Spannung habe ich dem Reifen von zwei Herbstfeigen der Desert King von Lokalrunde geduldig zugesehen. Am Wochenende wollte ich pflücken. Leider war jemand schneller. Eine halbe hat das Tier allerdings übrig gelassen. Jetzt die Frage. Sieht so eine unbefruchtete DK aus? Ich habe nochmal großzügig abgeschnitten und probiert und sie war garnicht mal schlecht. Süß, wenn auch etwas wässrig und mild. Ca 12 kerne konnte ich mich retten wovon einer untergegangen ist. Nicht sehr aussagekräftig. Wespe habe im Südwesten von NRW 52... Noch nicht gesichtet. Kann die DK trotz fehlender Wespe denn überhaupt ausreifen?
Nein - DK Herbstfeigen reifen nur befruchtet aus
Bei mir gibt es auch eine reife, vermutlich ohne Wespe.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 15:58
von philippus
blackforestfigs hat geschrieben: ↑26. Sep 2026, 11:01 Die Petrovača bijela bei meinen Eltern im Nordsaarland reift nach rund 20 Jahren erstmals Herbstfeigen aus. Das heißt, dass Blastophaga dort angekommen ist 🥳✌️
Es wäre zu vorschnell, von einer etablierten oder stabilen Feigengallwespenpopulation auszugehen. Es scheint zwar mehr als nur ein gelegentlicher „Einflug“ aus wärmeren Regionen zu sein, aber eine stabile, dauerhaft etablierte Population konnte noch nicht nachgewiesen werden.
In der Arbeit "The obligate fig-pollinator family Agaonidae in Germany (Hymenoptera: Chalcidoidea)" aus 2024 lese ich folgendes: „the presence of fig wasps, assuming it stabilises, could offer new opportunities for fig farming in Germany.“ Ziemlich wichtig ist hier die Formulierung: „assuming it stabilises“.
Das deutet darauf hin, dass man noch keinen Nachweis für eine solche dauerhaft etablierte Population hat, jedenfalls zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 26. Sep 2026, 17:50
von Arni99
Meine Stecklingssaison hat heute begonnen ;D .
4 x Figo Moro Steckhölzer, die seit 1-2 Monaten im Kühlschrank gelagert wurden, sind 2 x in Lechuza Pon und 2 x in „leichte“ Erde gesteckt im Wohnzimmer schattig aufgestellt.
Sobald sie austreiben, kommen sie unter das Pflanzlicht (Timer 14-22 Uhr).