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Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 10. Okt 2026, 16:53
von husar2003
Ich habe eben die erste "falsche DK/ Peretta ?!" - Herbstfeige - geerntet. Die geerntete Feige war deutlich größer als in den letzten beiden Jahren.
Alter der Pflanze, Düngung, Wasser, längere Wärme im Oktober.
Sehr süß, süßer als die heute geerntete letzte "Faruks Turca". Die hätte auch noch hängen können,aber die nächsten Tage komme ich nicht zu den Pflanzen.
Das ist das dritte Jahr und bisher gab es keine Brebas.
Vom Reifezeitpunkt kritischer als RdB. Noch später als diese.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 10. Okt 2026, 23:58
von plantboy
Was es alles gibt....die Sorte bleibt ein Rätsel...berichte, ob du weitere ernten kannst (gute Ausreife bei Kälte).


@Oliver:

danke für die Top 8 Liste. Sehr interessant.
Ist die Violette Dauphine gleich einer Dauphine?

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 12. Okt 2026, 19:12
von manufico
@husar2003
Hamburg ist doch schon fast Skandinavien 😂 nein Spaß bei Seite. Jede Region hat so seine Eigenheiten und ich versuche die mittelspäten Sorten eher an eine Wand zu pflanzen. Mit dem Mikroklima kannst 2-3 Wochen rausholen.

@plantboy
Die Violette Dauphine ist eine andere Sorte wie die Dauphine. Die Dauphine hat nur Brebas und die Violette Dauphine trägt Brebas und Herbstfeigen. Bei der Violette Dauphine gibt es bestimmt auch mehrere Sorten im Umlauf. Der Ursprung meiner VD liegt in Italien bei der Baumschule Lorenzi

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 12. Okt 2026, 19:30
von Mario Marx
Leider neigt sich die Erntezeit dem Ende zu. Bei etwas Glück kann ich noch 2 Dalmatie ernten, noch ein Paar Michurinska 10. Dann ist da Feigenjahr bei mir vorüber. Und dann auf das nächste Jahr mkt ein paar mehr Sorten hoffen, die ich am Ende des letzten Jahres bewurzelt habe. Diese Dalmatie war von heute, und war sehr lecker. Süss und mit geschmack nach Melone und Erdbeere.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 12. Okt 2026, 20:23
von cydorian
Heute die letzte Brogiotto Bianco Nachzügler, seit ein, zwei Wochen sind nur noch ein paar dran. Komischerweise sind die Letzten trotz Kälte wieder zuckersüss.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 12. Okt 2026, 20:37
von philippus
manufico hat geschrieben: ↑12. Okt 2026, 19:12 Die Violette Dauphine ist eine andere Sorte wie die Dauphine. Die Dauphine hat nur Brebas und die Violette Dauphine trägt Brebas und Herbstfeigen.
Dass es sich bei der Dauphine um einen San-Pedro-Typ handelt, schrieb Ira Condit. Pierre Baud, von dem vermutlich ein großer Teil der in Europa verbreiteten Dauphines abstammt, beschreibt sie dagegen als vollständig parthenokarp. Auch der Feigenhof in Wien führt Dauphine meines Wissens als zweimaltragende Sorte.

Es könnte sein, dass es sich bei der von Condit beschriebenen Dauphine und der von Baud beschriebenen Dauphine um unterschiedliche Sorten (oder Klone) handeln könnte. Dass Dauphine grundsätzlich nur Brebas hat, lässt sich jedenfalls nicht einfach so auf alle Feigen übertragen, die heute unter diesem Namen im Umlauf sind.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 12. Okt 2026, 20:53
von philippus
Wenn Ponte Tresa konstant die Qualität erreicht, die sie vor wenigen Tagen und heute hatte, landet sie ganz oben in meine Bestenliste, neben Picholetera und Panachée - und ich hab fast nur noch Sorten, die qualitativ voll überzeugen.
Das Fruchtfleisch ist tatsächlich so dunkelrot.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 12. Okt 2026, 21:14
von manufico
@philippus
Auch Baud beschreibt die Dauphine als San-Pedro Feige. Hier ein Auszug aus seinem Buch „This variety is not selffertile and needs caprification to produce autumn figs.“

Auch der Feigenhof in Wien betitelt sie als San-Pedro Feige. Hier der Ausschnitt:

„6 Früchte: San Pedo Typ - in Mitteleuropa, ohne Bestäubung, nur Sommerfeigen.
7 Sommer-, Blütenfeigen (Brebas): sehr große, frühe und viele Blütenfeigen 60-200g Juni/Juli bunt, gelblich bis grün-violett, Farbe je nach Standort sehr variabel, kurz gestielt, was die Ernte erschwert.
8 Herbstfeigen: reifen ohne Feigengallwespe nicht aus.“

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 12. Okt 2026, 22:25
von philippus
Das ist erstaunlich, denn auf der Website von Baud, wo alle Feigen inkl. Dauphine abgebildet sind und beschrieben werden, ist eingerahmt über den Feigensorten zu lesen:

"Toutes les variétés proposées ci-dessous sont autofertiles (parthénocarpiques) et peuvent donc être cultivées partout, même dans les zones où le blastophage n'est pas présent."

http://www.fig-baud.com/figuiers.html

Auch in seinem Buch "Figues" (2005) weist er einleitend darauf hin, dass sämtliche vorgestellten Feigensorten Parthenokarp sind

Was den Feigenhof betrifft, so dürfte die Beschreibung dort inzwischen geändert worden sein.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 13. Okt 2026, 06:34
von husar2003
Die Aussage kann man abgeschwächt auch so verstehen, dass mindestens eine Ernte pro Jahr möglich ist, nicht unbedingt Brebas UND Herbstfeigen pathenocarp sind.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 13. Okt 2026, 07:13
von philippus
husar2003 hat geschrieben: ↑13. Okt 2026, 06:34 Die Aussage kann man abgeschwächt auch so verstehen, dass mindestens eine Ernte pro Jahr möglich ist, nicht unbedingt Brebas UND Herbstfeigen pathenocarp sind.
Der Hinweis, dass diese Sorten überall angebaut werden können, verknüpft die gemeinte Parthenokarpie unmittelbar mit der Eignung für Regionen ohne Feigenwespe.

An anderer Stelle heißt es:

„Da Blastophaga psenes nördlich einer Linie von Bordeaux nach Lyon bislang nie nachgewiesen wurde, sollte man in nördlichen Regionen ausschließlich selbstfruchtende Sorten wählen. Alle in unserem Katalog angebotenen Sorten gehören zu diesem Typ.“

(„Par ailleurs, le blastophage n’ayant jamais été recensé au nord d’une ligne Bordeaux-Lyon, il est indispensable dans les zones septentrionales de ne choisir que des variétés autofertiles. Toutes les variétés proposées sur notre catalogue sont de ce type.“)


Die Widersprüche lassen sich eventuell damit erklären, dass die Frage vor mehr als zwanzig Jahren vielleicht noch nicht abschließend geklärt war und Erfahrungen aus nördlichen Regionen damals noch nicht ausreichend vorlagen.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 13. Okt 2026, 07:37
von husar2003
"Nördliche Regionen", damit sind wohl eher jene in Frankreich gemeint. Ist alles tief im Süden von Hamburg aus gesehen. Interessant, aber auch etwas fremd. Nicht unbedingt übertragbar. Sultane wird dort harmlos eingereiht, müsste hier mit einem Warnzeichen versehen sein. Langsam kommen osteuropäische Sorten zu uns, die besser geeignet zu sein scheinen als solche aus dem Süden mit langer benötigter Wachstumszeit.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 13. Okt 2026, 10:49
von manufico
Ich habe das Taschenbuch von Baud „Fig Tree“ auf Englisch. Es ist in 2023 erschienen. Ich glaube auch, dass er manche getroffene Aussagen korrigiert hat. Manchmal produzieren San-Pedro Feigen wie z.B. die Desert King Herbstfeigen. Ob jetzt die Feigengallwespe diese befruchtet hat, oder vielleicht das Wetter Einfluss hat, keine Ahnung. Interessant finde ich auch den Vergleich von Desert King und Blanche. In der Facebook Gruppe hat eine beide Sorten und hat die Herbstfeigen der DK von Hand bestäubt. Die nicht bestäubten Herbstfeigen an der DK sind abgefallen. Sie hat dann die bestäubten ausgereiften Herbstfeigen der DK mit den Herbstfeigen der Blanche verglichen und diese haben identisch geschmeckt. Vielleicht hat sich die DK weiterentwickelt/mutiert und es entstand die Blanche. Ich finde das total interessant.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 13. Okt 2026, 10:58
von Roeschen1
manufico hat geschrieben: ↑12. Okt 2026, 21:14 @philippus
Auch Baud beschreibt die Dauphine als San-Pedro Feige. Hier ein Auszug aus seinem Buch „This variety is not selffertile and needs caprification to produce autumn figs.“

Auch der Feigenhof in Wien betitelt sie als San-Pedro Feige. Hier der Ausschnitt:

„6 Früchte: San Pedo Typ - in Mitteleuropa, ohne Bestäubung, nur Sommerfeigen.
7 Sommer-, Blütenfeigen (Brebas): sehr große, frühe und viele Blütenfeigen 60-200g Juni/Juli bunt, gelblich bis grün-violett, Farbe je nach Standort sehr variabel, kurz gestielt, was die Ernte erschwert.
8 Herbstfeigen: reifen ohne Feigengallwespe nicht aus.“
Meine Dauphine stammt vom Seiler und hat Brebas und Herbstfeigen.

Re: Feigen Ficus Carica: Sorten, Erfahrungen, Winterhärte

Verfasst: 13. Okt 2026, 12:50
von Arni99
philippus hat geschrieben: ↑12. Okt 2026, 20:53 Wenn Ponte Tresa konstant die Qualität erreicht, die sie vor wenigen Tagen und heute hatte, landet sie ganz oben in meine Bestenliste, neben Picholetera und Panachée - und ich hab fast nur noch Sorten, die qualitativ voll überzeugen.
Das Fruchtfleisch ist tatsächlich so dunkelrot.
Sieht gut aus und danke für deinen Erfahrungsbericht.
Ich hoffe für 2027 auf eine Kostprobe.
Wann begann Ponte Tresa mit der Reife bei dir?
Nicht vor September im Wiener Raum?