Seite 30 von 38

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 17. Aug 2026, 17:51
von Mufflon
Akebia habe ich, wächst und gedeiht prima.
Clemetis armandii hatte ich auf der anderen Hausseite versucht, die mochte meinen Lehm nicht, ist rückwärts gewachsen und nach 3 Jahren nicht mehr gekommen.
Über Trachelospermum denke ich tatsächlich nach, die könnte da gut passen.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 17. Aug 2026, 17:53
von semicolon
Jule69 hat geschrieben: 17. Aug 2026, 17:39 Eine Zeitlang hab ich diverse Oleander gehabt, natürlich alle im Kübel, viele haben wirklich schön geblüht, zum Teil sogar geduftet, aber es waren allesamt Säufer. Daher hab ich persönlich in den letzten Jahren immer mehr reduziert und gerade letzten Monat den letzten abgegeben.
Die Getopften saufen brutal, daher stehen meine immer bis zum Stammansatz im Wasser und kommen nur für den Winter raus.
Ausgepflanzt und eingewachsen sind die extrem dürreverträglich. Ein weiterer Vorteil bei Auspflanzung ist, dass sie viel weniger verkahlen und deutlich länger blühen. Hier in der Koblenzer Innenstadt steht ein großer Busch direkt an einer großen zugigen Straße im Schotter. Der wird ultimativ vernachlässigt, sieht aber immer top aus.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 17. Aug 2026, 18:11
von Chica
Mufflon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 14:26 Ich hatte ein Jahr zuvor P. incarnata und P. caerulea bestellt, aber die kamen nicht wieder.
Könnte aber auch an dem nassen Jahr gelegen haben.

Die hatte ich beide schon als Zimmerpflanzen und noch ein paar andere hübsche Arten, würde aber hier bei mir nie darauf kommen die auszupflanzen. Es ist hier zu kalt.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 17. Aug 2026, 20:18
von LadyinBlack
Cryptomeria hat geschrieben: 17. Aug 2026, 15:15 Ich habe Lespedeza bicolor ' Summer Beauty ' und L. thunbergii. Beide schön, thunbergii durch die größeren Blüten auffälliger. Bicolor feiner, nicht so " aufdringlich".
Hier stehen ebenfalls L. thunbergii und L. Edo-Shibori mit zweifarbigen Blüten. Beide schneide ich mittlerweile im Frühjahr komplett runter . Sie frieren eh zurück. Der Nachteil ist allerdings, dass sie deswegen ? wirklich erst spät blühen. Im letzten Jahr kamen dann bereits erste Nachtfröste. Das war ziemlich ungünstig, die Blüten haben sich nicht mehr komplett geöffnet. Die Pflanze ist sicher auch in sehr trockenen Regionen einen Versuch wert. Aber sie braucht Platz. Nach meinem Eindruck kann sie in nicht so nährstoffreichen Böden durchaus etwas Dünger vertragen. Das Foto ist vom Oktober 2025.
Bild
Buddelkönigin hat geschrieben: 17. Aug 2026, 08:56 Spannender ist für mich, was sich unter diesem Dürrestress an Vegetation in unseren heimischen Gärten noch gut behauptet und was eben nicht mehr ???
Das geht mir genauso. Zumal Klimawandel nicht nur Dürrestress bedeutet. Das hatten wir hier ja auch schon.
semicolon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 11:28
Auch Soja aus Deutschland oder Österreich - ist mir persönlich extrem wichtig weil ich Tofu liebe 😅. Überhaupt gehört Hülsenfrüchten die Agrarzukunft - möchte ich hoffen. Für mich sind das zukunftsweisende Projekte und straight forward thinking, was in Deutschland leider immer mehr zu kurz kommt (persönliches Empfinden).
Aha, für mich geht das straight forward in die Pleite. Hier liegen die komparativen Vorteile jedenfalls woanders. Aber das sind vermutlich meine konservativen Prägungen... ::) Soja vergeht, Hektar besteht ;D

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 17. Aug 2026, 20:53
von semicolon
Auf konservativem Beton und brachliegendem Hektar lässt sich prima beißen, wenn die Lieferketten reißen.

Deiner selbstabschätzigen Mutmaßung hätte es wahrlich nicht gebraucht.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 17. Aug 2026, 23:12
von Drainagefan
semicolon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 08:00 Ich fände das kaum praktikabel,
Das sehe ich auch so. Bei mir kann es sein, dass sich 2m weiter eine Pflanze ganz anders verhält.

Geranium sanguineum 'Tiny Monster' ist meine absolute Empfehlung für das heurige Jahr, Dauerblüher in praller Sonne seit dem Frühling ohne Gießem. Die Jahre davor war der Storchschnabel sehr zurückhaltend. Andere jammern, dass Tiny Monster bei ihnen eingeht.

Man kann nur die Erfahrungen anderer im Web vergleichen und versuchen auf den eigenen Standort zu übertragen und eventuell zu probieren.

Es hat jetzt endlich mal ein wenig geregent, mal schauen welche Pflanzen sich erholen.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 17. Aug 2026, 23:44
von thuja thujon
Was soll denn an Soja die Zukunft sein?
Im Frühjahr spät raus, muss in der Frühjahrstrockenheit noch Keimwasser haben, da wird es schon schwierig. Danach kommts ewig nicht aus dem Quark, lange Zeit stehen die offenen Reihen, Erosion maximal begünstigt. Im Sommer brauchts auch Wasser, ohne Beregnung kaum in Trockenregionen anbaubar. Im Herbst dann wenig Ertrag und die hier anbaubaren 00 oder sogar nur 000 Sorten können nicht mit dem Weltmarkt konkurrieren, es zahlt nach Corona nicht jeder mehr den Mehrpreis für das heimische Soja, die Intensivkultur auf dem Acker, die hohe Nitratwerte fürs Grundwasser hinterlässt. Zudem kommt, dass für D angepasste Sorten für Tofugewinnung knapp sind, hatte mal vor paar Jahren welche, die waren unterirdisch vom Ertrag. Mit Sorten für Edamame kann im Intensivgemüsebau bei guten Absatzmöglichkeiten vielleicht noch was rentables rausspringen, maximale Nische, aber Soja ist definitiv keine Kultur, die ich groß kommen sehe in D. Vorher sinds die Erbsen, Ackerbohnen, von mir aus auch Lupine. Sieht man alles kaum.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 18. Aug 2026, 06:38
von semicolon
thuja thujon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 23:44 Was soll denn an Soja die Zukunft sein?
Im Frühjahr spät raus, muss in der Frühjahrstrockenheit noch Keimwasser haben, da wird es schon schwierig. Danach kommts ewig nicht aus dem Quark, lange Zeit stehen die offenen Reihen, Erosion maximal begünstigt. Im Sommer brauchts auch Wasser, ohne Beregnung kaum in Trockenregionen anbaubar. Im Herbst dann wenig Ertrag und die hier anbaubaren 00 oder sogar nur 000 Sorten können nicht mit dem Weltmarkt konkurrieren, es zahlt nach Corona nicht jeder mehr den Mehrpreis für das heimische Soja, die Intensivkultur auf dem Acker, die hohe Nitratwerte fürs Grundwasser hinterlässt. Zudem kommt, dass für D angepasste Sorten für Tofugewinnung knapp sind, hatte mal vor paar Jahren welche, die waren unterirdisch vom Ertrag. Mit Sorten für Edamame kann im Intensivgemüsebau bei guten Absatzmöglichkeiten vielleicht noch was rentables rausspringen, maximale Nische, aber Soja ist definitiv keine Kultur, die ich groß kommen sehe in D. Vorher sinds die Erbsen, Ackerbohnen, von mir aus auch Lupine. Sieht man alles kaum.
Und doch hat sich die Erntemenge in vergangenen 10 Jahren verdreifacht. Ich gebe Dir aber Recht - es gibt sicherlich noch besser geeignetere Kulturen. Das war eine Aufzählungsreihe - soll heißen, ich unterstütze den allgemeinen Trend.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 18. Aug 2026, 07:50
von solosunny
Also hier in der Gegend (thüringer Becken- Erfurt) sieht man in den letzten Jahren sehr oft Ackerbohnen. Nicht umsonst heißen wir ja auch Puffbohnen.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 18. Aug 2026, 12:09
von Nox
semicolon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 17:46 ...
Was hälst Du von:

- Clematis armandii.
...
- Akebia quinata.
...
- Trachelospermum. Zur Winterhärte halte ich hier mal den Mund, ...
Ja, kann ich bestätigen: alle drei sind auch hier sehr dürrefest -
und dieses Jahr ist es auch hier extrem: 3,2mm seit Anfang Juli, Mittlere Höchsttemp. Juli >28°C, davor auch schon 2 Hitzewellen Ende Mai und Ende Juni.
Clematis armandii ist mehrmals oberirdisch weg gewesen in den Jahren nach der Pflanzung, aber immer wieder neu gekommen.

Cotinus ist ebenfalls erstaunlich hart im Nehmen: ich hatte ihn wegen vmtl. Verticillium schon aufgegeben, aber er hält sich wacker ohne Giessen:
Bild

Ich habe heute einen Gartenrundgang mit Kamera gemacht, zur Dokumentation der Dürreschäden. Wenn sich etwas wieder berappelt, ist es eine Empfehlung wert.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 18. Aug 2026, 12:21
von RosaRot
semicolon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 17:53
Jule69 hat geschrieben: 17. Aug 2026, 17:39 Eine Zeitlang hab ich diverse Oleander gehabt, natürlich alle im Kübel, viele haben wirklich schön geblüht, zum Teil sogar geduftet, aber es waren allesamt Säufer. Daher hab ich persönlich in den letzten Jahren immer mehr reduziert und gerade letzten Monat den letzten abgegeben.
Die Getopften saufen brutal, daher stehen meine immer bis zum Stammansatz im Wasser und kommen nur für den Winter raus.
Ausgepflanzt und eingewachsen sind die extrem dürreverträglich. Ein weiterer Vorteil bei Auspflanzung ist, dass sie viel weniger verkahlen und deutlich länger blühen. Hier in der Koblenzer Innenstadt steht ein großer Busch direkt an einer großen zugigen Straße im Schotter. Der wird ultimativ vernachlässigt, sieht aber immer top aus.
Und verträgt dort wieviele Minusgrade?

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 18. Aug 2026, 12:24
von Gartenplaner
In Luxemburg hab ich über Jahre hinweg einen ausgepflanzten Oleanderbusch im Grün eines Krankenhauses beobachtet.
Letztes oder vorletztes Jahr war er dann verschwunden - wahrscheinlich im Winter davor hässlich zurück gefroren.
semicolon hat geschrieben: 18. Aug 2026, 06:38
Und doch hat sich die Erntemenge in vergangenen 10 Jahren verdreifacht. Ich gebe Dir aber Recht - es gibt sicherlich noch besser geeignetere Kulturen. Das war eine Aufzählungsreihe - soll heißen, ich unterstütze den allgemeinen Trend.
Ich ebenfalls.
Landwirte, die experimentieren brauchts, wenn die althergebrachten Pflanzen nicht mehr anbaubar werden.
Mal ganz abgesehen davon, dass sich inzwischen Märkte abseits von Fleisch und Milch entwickelt haben.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 18. Aug 2026, 12:46
von Rokko21
Gestern habe ich bei einem Spaziergang am ehemaligen Tagebau die Esparsette blühen sehen. Völlig unbeeindruckt von der Dürre im braunen Gras. Eigentlich attraktiv genug besonders für Naturgärten.
Gilt als einheimische Pflanze. Genauso vital waren viele Exemplare der Wegwarte und der Luzerne.
Die Luzerne wurde besonders stark von Faltern angeflogen. Viel Auswahl hatten die aber auch nicht.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 18. Aug 2026, 13:00
von semicolon
RosaRot hat geschrieben: 18. Aug 2026, 12:21
semicolon hat geschrieben: 17. Aug 2026, 17:53

Die Getopften saufen brutal, daher stehen meine immer bis zum Stammansatz im Wasser und kommen nur für den Winter raus.
Ausgepflanzt und eingewachsen sind die extrem dürreverträglich. Ein weiterer Vorteil bei Auspflanzung ist, dass sie viel weniger verkahlen und deutlich länger blühen. Hier in der Koblenzer Innenstadt steht ein großer Busch direkt an einer großen zugigen Straße im Schotter. Der wird ultimativ vernachlässigt, sieht aber immer top aus.
Und verträgt dort wieviele Minusgrade?
Niedrig 2-stellig, aber sehr zugig. Ist aber auch keine explizit winterharte Sorte.

Re: Klimawandel ist da / und was pflanzen wir jetzt?

Verfasst: 18. Aug 2026, 13:19
von thuja thujon
Gartenplaner hat geschrieben: 18. Aug 2026, 12:24
semicolon hat geschrieben: 18. Aug 2026, 06:38
Und doch hat sich die Erntemenge in vergangenen 10 Jahren verdreifacht. Ich gebe Dir aber Recht - es gibt sicherlich noch besser geeignetere Kulturen. Das war eine Aufzählungsreihe - soll heißen, ich unterstütze den allgemeinen Trend.
Ich ebenfalls.
Landwirte, die experimentieren brauchts, wenn die althergebrachten Pflanzen nicht mehr anbaubar werden.
Mal ganz abgesehen davon, dass sich inzwischen Märkte abseits von Fleisch und Milch entwickelt haben.
Dazu vor ziemlich genau 4 Jahren:
thuja thujon hat geschrieben: 19. Aug 2022, 00:21 Mir kommt es vor das Soja sehr früh abreift dieses Jahr. Gibt es mittlerweile frühere Sorten als die bekannten 000 oder liegt es dieses Jahr mehr an der Trockenheit.
Wie das Bild im Beitrag zeigt, war der Bestand damals auch schon Mitte August Laublos, Notreife, wie jetzt der Mais.

Die Anbaufläche wird weiter stark steigen, es gab dieses Jahr auch eine Notfallzulassung in Soja gegen Unkräuter, nach dem Wegfall der bekannten Standards. Unterm Strich wirds in 10 Jahren aber weiter eine Nischenkultur bleiben. Es spricht zu viel dagegen.

Bis mit Oliven Geld verdient wird, wird es auch noch eine Weile dauern. Gepflanzt sind sie längst.