Gute Frage ringelnatz, da bin ich überfragt.
Die Gemüsebaukollegen orientieren sich nicht am Ackerbau, die machen wenn sich ein Fenster plus Möglichkeit ergibt.
Ich hatte meinen am 16.4. gesät, bin nicht der erste, gehe auf Nummer sicher und warte lieber länger weil Saatgut ohne Beize. Die Bedienungen müssen stimmen.
Traditionell ist Maissaat um den 20.4. und jedes Jahr hat seine eigenes Frühjahr, also man ist flexibel.
Gemüsemais mit Folie, kann sein dass die schon 2 Wochen früher dran waren. Vorfrucht war Gründünger und danach Erdbeeren einjährig auf Damm. Sowas trocknet nach dem pflügen schnell ab im Folgejahr und dann kommt man früh auf die Fläche. Sind also vielleicht auch 4 Wochen vorm traditionellem Aussaattermin.
Der Mais vom 16.4., hier macht er jetzt wie gesagt im inneren verborgen die Kolben. Man sieht es an den Stützwurzeln. Der Mais weiß, dass er wenn er Kolben macht eine veränderte Statik hat, etwas passieren muss, damit er nicht umfällt wenn er plötzlich 500g Kolben zu tragen hat und mal ein Gewitter durchzieht. Und da unterscheiden sich auch schon wieder die Sorten, beim Zuckermais machts Spaß zuzugucken, sehr tiefe Kolben, kompakte Pflanzen, das ist sehr gute Genetik.
Der Farbmais bei mir, da ist der Kolbenansatz manchmal auf Brusthöhe, statisch eine Katastrophe. Die besseren haben ihn in Bauchnabelhöhe, kommen auch mal auf 3,5m die Pflanze, da ist die Frage erlaubt für was solch ein Fahnenmast? Da sind die Zuckermaispflanzen so schön kompakt, standfest und trotzdem Leistungsfähig. Das wird sich auch im Körnermais die nächsten Jahre durchsetzen, die ersten `Kurzstrohsorten´, an den Klimawandel mit Sturm und Trockenheit angepasst, sind schon wieder ein paar Jahre alt. Die werden mehr Verbreitung finden.
Da können wir mit unserer Genetik nur hintenanstinken.
Heute aber mal wieder geguckt, es gibt schon einzelne Pflanzen, die echte Klopper sind. Alles sehr heterogen, da muss ich noch die nächsten 10 Jahre weiter auslesen/züchten.
Wenn man weiß, wo man draufgucken muss, sieht man im oberen Drittel wie da das Gras von unten maximal das nächste Programm durch die Mitte schiebt. Wenn man vorsichtig mit den Fingern etwas zusammendrückt, kann man es fühlen, nicht die Knoten, aber dass da was im Geburtskanal steckt was bei 30°C sehr schnell mal sichtbar wird.
Der Bestand an sich ist, ich sag mal ok, lückig, ungleichmäßig, bin gespannt wie er abblüht, Kolben ansetzt und später abreift. Es ist eben was für die Handernte, gute Genetik ist dem um Welten voraus.