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Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter

Verfasst: 14. Mai 2026, 13:09
von thuja thujon
Das Problem ist eher die Nässe. Wenn der Boden oberflächlich gefroren ist, gibt die Mischung mit dem darunterliegenden zu nassen Boden ein feinkrümeliges Gemisch das fällt und bricht, dann kann ohne Verdichtung gesät werden. Wenn der Boden nur nass, aber nicht gefroren ist, verschmiert alles und der Weizen leidet unter Sauerstoffmangel.

Frostfestigkeit ist hier im Oberrheingraben schwer zu testen, da kann ich nie mitreden.

Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter

Verfasst: 14. Mai 2026, 13:39
von Monti
Frost bei der Saat oder kurz danach ist nicht schädlich. Freilich, wenns zwei Tage nach der Saat -15 °C Kahlfrost für gibt, wächst nix. Zu so einem Termin sät man aber auch eher nicht.
Tempel-Hof-Gärtner: Ich glaube, du geht das alles zu theoretisch an. Probiere es doch einfach aus. Gibt nicht viel zu verlieren.
Zum Thema Auswintern:
https://www.agrarheute.com/pflanze/getr ... ung-519546

Zum Thema zu früh säen: Da kann Frost schon ein Problem werden. Ich habe aber auch schon Roggen im September gesät, in einem warmen Herbst. Der war dann im November einen halben Meter hoch, natürlich nur Blätter. Da bin ich mit dem Rasenmäher drüber. Im Folgejahr ist der einwandfrei gewachsen.

Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter

Verfasst: 14. Mai 2026, 14:00
von Tempel-Hof-Gärtner
Monti, ich glaube, Du siehst Theorie-Gespenster...
Mehr Praxis, als zu bekennen, dass ich keine habe und mich einfach nur zum Ausgleich dessen dank vorhandener Erfahrungen - für deren Austausch es ja so ein Forum gibt - so schlau wie möglich zu machen, um vermeidbare Fehler zu vermeiden und genau das (in ein paar Monaten) TUN zu können, geht imho nicht... ;)

Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter

Verfasst: 16. Mai 2026, 22:25
von Monti
Ja, vielleicht. Ich hab nur den Eindruck, du willst immer gleich alles bis aufs Letzte durchdringen. Ich meinte das dann so, dass man sich erst mal rantasten sollte. Also an offizielle Beschreibungen halten (Angaben der Saatgutinverkehrbringer oder sonst offizieller Empfehlungen), eben nach dem was etabliert ist. Wenn man Ende Dezember Wintergetreide sät, gehört das eher nicht zum Standard. Mit den Erfahrungen die man dann macht, kann man sich entwickeln. Wenn man zu Weihnachten sät und dann aber nicht alle Faktoren im Blick hat oder es einfach schief geht, motiviert das auch nicht gerade zum weiter machen.

Zum Thema:
Ich hab heut den gerodeten Roggen durch den Rasenmäher gelassen (zum kleinhäckseln). Bis dahin hat er ein Dasein auf einem Haufen gefristet und ist oben getrocknet, unten gewachsen:
Bild
Hier sieht man schön, warum Gräser so wertvoll für die Bodenstruktur sind, extrem ausgeprägte, filzige feinwurzeln. In der Technik nennt man das Verbundwerkstoff. :)

Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter

Verfasst: 16. Mai 2026, 23:12
von Tempel-Hof-Gärtner
Monti hat geschrieben: 14. Mai 2026, 13:39 Tempel-Hof-Gärtner: Ich glaube, du geht das alles zu theoretisch an. Probiere es doch einfach aus. Gibt nicht viel zu verlieren.
Monti hat geschrieben: 16. Mai 2026, 22:25 Ja, vielleicht. Ich hab nur den Eindruck, du willst immer gleich alles bis aufs Letzte durchdringen. Ich meinte das dann so, dass man sich erst mal rantasten sollte. Also an offizielle Beschreibungen halten (Angaben der Saatgutinverkehrbringer oder sonst offizieller Empfehlungen), eben nach dem was etabliert ist.
Ja, watt denn nu: Selber probieren - oder sich doch lieber ans Etablierte halten... ??? / ;)

Ja, ja, der alte Adam in seiner ganzen Widersprüchlichkeit: "Keine Experimente" - damit hat schonmal der alte Adenauer ne Bundestagswahl haushoch gewonnen... *gg* [hätten wir das "Experiment" damals (1957) gewagt, wären uns über 30 Jahre deutsch-deutsche Teilung und dem Kontinent als Ganzes noch so manches mehr erspart geblieben (bis hin zum Ukrainekrieg) - aber das führt hier jetzt wirklich zu weit...]

Dass das, was die offiziellen Beschreibungen hergeben IMMER im Bereich dessen liegt, was ABSOLUT gefahrlos funktioniert, darf man imho sowieso als gesetzt betrachten. Da die Lebenszeit aber begrenzt ist, erlaube ich mir jedoch, bei erkannten oder vermuteten Diskrepanzen zwischen dem, was IST und dem, was SEIN KÖNNTE, ein bisserl auf die Tube zu drücken... 8)

P.S.: Dolles Wurzel-Foto! Danke dafür!

Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter

Verfasst: 17. Mai 2026, 02:01
von thuja thujon
Wenn man sich jetzt noch überlegt, was diese feinen Wurzelhährchen an chemischen Stoffen zum aufschließen von Nährstoffen und verkleistern von Bodenpartikeln abgeben, dann kann man schon fast erahnen, wie aus eckigen Lehmbröckel runde, lebendverbaute Krümel werden. Und das ist nicht nur porös, sondern auch stabil gegen zB Starkregen.

Re: Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter

Verfasst: 19. Mai 2026, 08:10
von Monti
Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 16. Mai 2026, 23:12 Ja, watt denn nu: Selber probieren - oder sich doch lieber ans Etablierte halten... ??? / ;)

Ja, ja, der alte Adam in seiner ganzen Widersprüchlichkeit: "Keine Experimente" - damit hat schonmal der alte Adenauer ne Bundestagswahl haushoch gewonnen... *gg* [hätten wir das "Experiment" damals (1957) gewagt, wären uns über 30 Jahre deutsch-deutsche Teilung und dem Kontinent als Ganzes noch so manches mehr erspart geblieben (bis hin zum Ukrainekrieg) - aber das führt hier jetzt wirklich zu weit...]

Dass das, was die offiziellen Beschreibungen hergeben IMMER im Bereich dessen liegt, was ABSOLUT gefahrlos funktioniert, darf man imho sowieso als gesetzt betrachten. Da die Lebenszeit aber begrenzt ist, erlaube ich mir jedoch, bei erkannten oder vermuteten Diskrepanzen zwischen dem, was IST und dem, was SEIN KÖNNTE, ein bisserl auf die Tube zu drücken... 8)

P.S.: Dolles Wurzel-Foto! Danke dafür!
Es ist kein Widerspruch, wenn man es als Entwicklungsprozess begreift. Und das mit dem "ABSOLUT gefahrlos funktionieren"... naja, ich für meinen Teil werde immer wieder mit der eigenen unvollkommenheit konfrontiert.
Nichts für ungut. War nur gut gemeint.