Sehr spannend, Eure Erfahrungen und Recherchen zu den Schneeglöckchen! Hier im Garten scheinen sie sich allgemein recht wohlzufühlen, aber je nach Standort merkt man doch, wo sie wüchsiger und reichblütiger sind, und wo sie nicht so recht vorankommen. Ideal sind Plätze, die im Sommer beschattet sind, so dass sie nicht so stark austrocknen und die Zwiebeln nicht in der Sonne "geröstet" werden (wobei G. elwesii hier wohl unempfindlicher ist), im Winter darf es gerne feucht sein, insbesondere G. plicatus und Abkömmlinge wollen aber einen etwas durchlässigeren Boden, den ich hier mit meiner sandigen Erde und den mit Bruchsteinen erzielten Hangabstufungen geschaffen habe.
Heute war es mit 12°C frühlingshaft mild, leider fehlte die Sonne, so dass nur ein paar der Glöckchen die Röckchen lupften, zudem wurden sie am Vormittag ziemlich geduscht, aber trotz aller Wetterwidrigkeiten blühen sie tapfer weiter oder warten eben mit geschlossenen Knospen auf bessere Zeiten.
'Colossus' zeigte ja schon Mitte Dezember seine Knospen, einen Monat später blühte es bereits an den ersten wärmeren Tagen des Jahres, und auch jetzt noch sehen die Blüten recht manierlich aus. Rechts dahinter ein paar "normale" G. elwesii, die sind auch nicht ganz so klein, aber man sieht doch deutlich, dass es noch "kolossaler" geht.
'Blewbury Tart' hat recht gut zugelegt, 15 Blüten habe ich gezählt, wahrscheinlich kann man die bald sogar teilen. Die Blüten "schauen" wild in alle Richtungen, zwar fehlt ihnen jede Eleganz der ungefüllten Glöckchen, aber die "Bommel" sind sehr auffällig, obwohl diese Sorte eher klein ist:
'Lady Beatrix Stanley' ist letztes Jahr im Garten eingezogen, ich bin zwar nicht so ein großer Fan der gefüllten Sorten, aber die Lady wirkt recht edel, da sie bis auf ganz kleine grüne Spitzen schneeweiß ist. Offenbar gibt es noch ein paar Tochterzwiebeln, die in ein, zwei Jahren sicher auch Blüten ansetzen:
Bei diesen hier bin ich mir gerade nicht ganz sicher, ob es 'Dionysus' oder 'Hippolyta' ist, aber ich glaube, die klare herzförmige grüne Markierung gehört zu letzterem, während sie bei ersterem etwas verwaschener aussieht. Wenn der Garten mal nicht so trieft, muss ich mir diese Ecke nochmal genauer anschauen und vergleichen.
Die gewöhnlichen G. elwesii legen hier nur gemächlich zu, aber so langsam werden es etwas mehr Blüten, teils mit "Augen" anstatt des grünen Balkens im oberen Bereich der inneren Blütenblätter. Links spitzt gerade das zarte 'Curly', was eine hübsche Zeichnung im Blüteninneren und gekräuseltes Laub aufweist.
'S. Arnott' ist immer hübsch, sehr robust, aber so richtig schnell will es sich hier nicht vermehren. Dafür wächst es in einer hübschen Umgebung inmitten von Carex, Euphorbia und Farnen.
Auch das schlanke 'Wasp' legt nur langsam zu, daneben habe ich 'Diggory' gepflanzt, was mit seiner dick aufgeplusterten Blüte ein ziemlicher Kontrast ist. Der neue Platz scheint ihm zu behagen, bis letztes Jahr ist es an anderer Stelle eher rückwärts gewachsen und es gab keine Blüte, dieses Jahr scheint es so, als habe es sogar bereits eine Tochterzwiebel gebildet.
Toll sind nach wie vor 'Godfrey Owen' (links), 'Lapwing' (Mitte) und 'Kildare' (rechts), alle sehr unterschiedlich in der Statur, wobei 'Godfrey Owen' mittlerweile wohl schon drei Tochterzwiebeln gebildet hat, bei 'Lapwing' gibt es ein deutlich kleineres Exemplar im Vordergrund, und das gestreifte 'Kildare' hat dieses Jahr schon drei Blüten und wohl auch einige Tochterzwiebeln, legt mittlerweile also schön zu.
'Warei' mit den grünen Spitzen und den langen "Eselsohren" ist hier unglaublich wüchsig, ich hatte es vor ein paar Jahren als ruhende Zwiebeln im Gartencenter gefunden und konnte es schon mehrmals teilen, mittlerweile habe ich vier oder fünf Tuffs. Ich müsste es noch etwas besser von einem anderen Standort mit der Kamera einfangen, dazu müsste ich aber am Hang herumklettern, was ich mir bei der aktuellen Nässe nicht zumuten wollte.
'Flore Pleno' kam als "Überraschungspaket" in einem dicken Klumpen "normaler" G. nivalis in den Garten, und so habe ich nun mehrere Tuffs, die deutlich früher erblühen als ihre ungefüllten Verwandten. Sie scheinen ausgesprochen robust zu sein, und die dicht gefüllten Blüten leuchten schon von weitem durch den Garten.
'Madeleine' ist mein erstes "gelbes" Schneeglöckchen, eine freundliche Spende von einem ebenso freundlichen Purler im vergangenen Jahr, und dieses Jahr erfreut es mich bereits mit zwei Blütenknospen.
Schließlich noch zwei Unbekannte bzw. Unbenannte; hier ein im Vergleich zu den G. nivalis wirklich großes Schneeglöckchen, von dem ich nicht (mehr) weiß, wie es dort hinkommt, noch, wie es heißt (hat jemand eine Idee, vielleicht eine alte gängige Sorte, die irgendwo als "Beifang" dabei war?)
Auf dem Stand von Uwe Stiebritz bei den Schneeglöckchentagen in Mannheim fand ich letztes Jahr drei auffällige Schneeglöckchen ohne Namen, eins davon überraschte mich nun hiermit:
Offenbar produziert jede Zwiebel zwei Blütenstängel, letztes Jahr waren es zwei Blüten, aber mehr als zwei Blätter, weshalb es mir nicht so aufgefallen war, dieses Jahr scheinen es bereits drei Zwiebeln mit insgesamt mindestens fünf Blüten zu werden.
