Gut so. Und damit spreche ich mich als chemischer Laie weder für noch gegen Glyphosat aus.
Das Vertrauen in die US-Justiz (wenn es ein Vertrauen in dieses surreale System je gab) und in Teile unseres ÖR ist dennoch schwer beschädigt.
Allein, dass es so lange dauert, diese Frage zu entscheiden, ist unbegreiflich. Der SC zierte sich ja lange, die Frage überhaupt zu entscheiden. Dass es Presseberichten zufolge Fürsprache der Exekutive brauchte, ist reichlich seltsam, wenn man die Gewaltenteilung gut findet.
Und in ARD / WDR usw. wird verkürzt bzw. falsch wiedergegeben, dass der SC eine andere Einschätzung zur Notwendigkeit von Warnhinweisen hätte:
https://www1.wdr.de/wirtschaft/unterneh ... l-100.html
https://www.ardmediathek.de/video/tages ... kdTVklERU8
Es hat aber kein einziger State Court eine eigene toxikologische Bewertung von Glyphosat vorgenommen. Kein State Supreme Court und kein Appellationsgericht hat gesagt: „Wir halten Glyphosat für krebserregend, weil wir das wissenschaftlich so beurteilen bzw. Expertenrat gesichtet haben, und fordern deswegen Warnhinweise und bei Verstoß Schadenersatz.“
Vielmehr haben sich die Gerichte der Bundesstaaten nur geweigert, die Urteile von US-Juries aufzuheben, also die Urteile von Laien/Bürgern, die ohne Fachkenntnis selbst entscheiden können, was sie für wahr halten. Das ist in den USA aus historischen Gründen (Kontrolle des Staates) so vorgesehen und führt immer wieder zu schwer nachvollziehbaren Urteilen.
Nach der Darstellung in ARD/WDR sieht es für viele nun aber so aus, als würde der Supreme Court auf Druck von Trump eine Entscheidung gegen einzelne Bundesstaaten, die sich um die Gesundheit der Bürger sorgen, durchdrücken.
Der Gottseibeiuns paktiert mit dem raffgierigen Profitkraken. Da stimmt doch das Weltbild wieder.