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Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 21. Jun 2026, 10:02
von DerTigga
Und das Desinteresse div. Besteller, hilfreich bzw. den Staatsorganen zuarbeitend sein zu wollen (statt sich sabotiert zu fühlen) noch obendrauf..

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 21. Jun 2026, 11:01
von hobab
Aber bei dem Aufwand bei der Regulierung für Anwender koste die Bürokratie krine Zeit? Wäre vielleicht sinnvoller verwendet für die Verfolgung von Temu.
Ich habe mich mal jemand von der Bankenaufsicht unterhalten, der chinesischen Banken, die ganz offensichtlich illegale Geschäftspraktiken tagtäglich einsetzen, an die Eier wollte. Da wurde er ganz schnell von der Bundesregierung zurückgepfiffen, mit der klaren Ansage, die Banken in Ruhe zu lassen..

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 22. Jun 2026, 10:40
von thuja thujon
Die deutschen Ämter brauchen auch jetzt schon so lange um einen Antrag zu bearbeiten, dass mittlerweile Schadensersatzklagen anhängig sind.

https://www.agrarheute.com/politik/mill ... ung-641152

Das Vorhaben der Reform des Zulassungsprozesses ist wenn überhaupt etwas Kosmetik, ändert aber nicht die entscheidenden Punkte. Immerhin hat der Bundesrat einer Entschließung aus Sachsen stattgegeben.
https://www.obstbau.org/rubriken/news-i ... ssung.html

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 25. Jun 2026, 17:12
von thuja thujon
Bayer siegt vor US Supreme Court

https://www.topagrar.com/acker/news/bay ... 26658.html
Der Supreme Court entschied am Donnerstag, dass die Zulassungsvorgaben der US-Bundesbehörden Vorrang vor dem Recht einzelner Bundesstaaten haben. Das berichtet das Handelsblatt.

Damit hätten die Richter Tausenden Klagen wegen angeblich unzureichender Krebs-Warnhinweise die Grundlage entzogen.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 26. Jun 2026, 15:12
von Ayamo
Gut so. Und damit spreche ich mich als chemischer Laie weder für noch gegen Glyphosat aus.

Das Vertrauen in die US-Justiz (wenn es ein Vertrauen in dieses surreale System je gab) und in Teile unseres ÖR ist dennoch schwer beschädigt.

Allein, dass es so lange dauert, diese Frage zu entscheiden, ist unbegreiflich. Der SC zierte sich ja lange, die Frage überhaupt zu entscheiden. Dass es Presseberichten zufolge Fürsprache der Exekutive brauchte, ist reichlich seltsam, wenn man die Gewaltenteilung gut findet.

Und in ARD / WDR usw. wird verkürzt bzw. falsch wiedergegeben, dass der SC eine andere Einschätzung zur Notwendigkeit von Warnhinweisen hätte:
https://www1.wdr.de/wirtschaft/unterneh ... l-100.html
https://www.ardmediathek.de/video/tages ... kdTVklERU8

Es hat aber kein einziger State Court eine eigene toxikologische Bewertung von Glyphosat vorgenommen. Kein State Supreme Court und kein Appellationsgericht hat gesagt: „Wir halten Glyphosat für krebserregend, weil wir das wissenschaftlich so beurteilen bzw. Expertenrat gesichtet haben, und fordern deswegen Warnhinweise und bei Verstoß Schadenersatz.“
Vielmehr haben sich die Gerichte der Bundesstaaten nur geweigert, die Urteile von US-Juries aufzuheben, also die Urteile von Laien/Bürgern, die ohne Fachkenntnis selbst entscheiden können, was sie für wahr halten. Das ist in den USA aus historischen Gründen (Kontrolle des Staates) so vorgesehen und führt immer wieder zu schwer nachvollziehbaren Urteilen.

Nach der Darstellung in ARD/WDR sieht es für viele nun aber so aus, als würde der Supreme Court auf Druck von Trump eine Entscheidung gegen einzelne Bundesstaaten, die sich um die Gesundheit der Bürger sorgen, durchdrücken. ::)
Der Gottseibeiuns paktiert mit dem raffgierigen Profitkraken. Da stimmt doch das Weltbild wieder.

Re: Frage zu Glyphosat

Verfasst: 20. Okt 2026, 12:11
von thuja thujon
Es gibt neues von der Deutschen Bahn. Sie hat es endlich erkannt, was schon lange klar ist.

https://www.proplanta.de/agrar-nachrich ... e_vignette
Die Deutsche Bahn rückt von ihrem Verzicht auf Glyphosat ab und will den umstrittenen Unkrautvernichter von kommendem Frühjahr an wieder nutzen.
...
Die Deutsche Bahn verweist nun darauf, dass das Eisenbahn-Bundesamt bereits 2025 zunehmenden Bewuchs im Gleis moniert habe. «Unsere Erfahrungen aus der Praxis decken sich mit externen Gutachten und Hinweisen von Behörden und Eisenbahnverkehrsunternehmen: Pelargonsäure reicht nicht aus, um Beeinträchtigungen des Bahnbetriebs durch Wildwuchs im Gleisbereich wirksam zu verhindern», sagte Imke Kellner aus dem InfraGo-Vorstand nun auf dpa-Anfrage. Glyphosat werde ab 2027 «ein zusätzlicher Baustein in unserer integrierten Vegetationsstrategie».

Der mechanische Vegetations-Rückschnitt reiche nicht aus. Außerdem seien die Einsätze personalintensiv und blockierten die Strecken. Das Budget für Vegetationskontrolle im Gleisbereich sei von etwa 9 Millionen Euro 2020 auf rund 60 Millionen Euro im vergangenen Jahr gestiegen.