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Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 20. Nov 2025, 11:28
von Talpini
Ich hab mich bei den gelben Kiwis mit kürzerer Kulturdauer an meiner vom Nachbarhaus etwas verschatteten Westwand für die Sorte Minkigold entschieden mit Minkimale als Befruchter.

Ist aber erst dieses Jahr gepflanzt worden, Ergebnisse kommen in ein paar Jahren. Angewachsen ist sie schon Mal gut, in zwei Jahren könnte es im Idealfall erste Erfahrungswerte geben. Wenn es dumm läuft dauert es auch 10 Jahre, da sind die A. deliciosas und chinensis sehr variabel

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 22. Nov 2025, 07:35
von thuja thujon
Gestern geerntet, bevor es heute früh, also jetzt, bzw um 7:00 für 5 Minuten minus 5,9°C gab. Kiwifrüchte, Sorte Hayward, können minus 3, kurz auch minus 4, aber nicht minus 5 ab.

Es sind mit den beiden Kisten 29,9kg geworden.
Kiwi Ernte 20251121.jpeg

Also mal wieder voll verschätzt mit den 10-15kg, 25kg ist realistisch, wenn man die Kisten abzieht. Von dieser Pflanze.
Kiwi 20251121.jpeg

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 22. Nov 2025, 10:29
von Walt Scencer
Starke Ernteleistung :) Ein Träumchen!

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 22. Nov 2025, 19:15
von kaliz
Sehr cool. Und danke für die Info zur Frostverträglichkeit. Das ist gut zu wissen.

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 23. Nov 2025, 19:28
von Talpini
Es sind sehr viele recht große Früchte in der Kiste. Hast du die Fruchtansätze ausgedünnt? Also die Blütenbüschel mit einem Stängel und mehreren Früchten daran auf eine Frucht reduziert? Ich werde das nächstes Jahr vermutlich das erste Mal machen, da dieses Jahr viele kleine dabei sind und auch das Längenwachstum schwächelt.

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 23. Nov 2025, 20:27
von thuja thujon
Ich hatte beim ernten drauf geachtet, wie viele Doppelfrüchte es gab. Dürften so 5-10 gewesen sein. Bei geschätzt 500 Früchten vernachlässigbar.
Ich habe also nix ausgedünnt oder vereinzelt. Eher gab es recht wenig Ertrag wegen vergleichsweise starkem Rückschnitt. Und dann gabs keine ausgeprägten Trockenperioden, damit eher wenig Stress und daher auch gute Fruchtgrößen. Ich glaube aber auch, die hängen mit der Bestäubung zusammen, wie das Flugwetter zur Blütezeit war. Das ist wohl wichtiger als alles andere. Genug männliche Pollen ist natürlich Voraussetzung. Die männliche Kiwi steht hier etwa 40m entfernt.

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 25. Nov 2025, 08:50
von Talpini
Das mit dem Rückschnitt ist ein guter Punkt, ich habe den Sommerschnitt seit letztem Jahr soweit wie möglich vermieden. Das macht die Pflanze zwar ruhiger und fruchtbarer, aber das war zuviel des guten. Kurz: Nur Winterschnitt benötigt Fruchtausdünnung. Wird in Neuseeland auch gemacht und ich habe es auf YouTube gesehen ("thinning"), aber selbst verpennt.

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 25. Nov 2025, 09:48
von thuja thujon
Ich mache oft nur Winterschnitt, bzw der Sommerschnitt beschränkt sich auf das einkürzen wuchernder Triebe. 6m Peitschen sind ja keine Seltenheit bei Kiwis. Ich kenne aber auch Exemplare, die nicht so wuchern. Da muss man dann wohl wirklich aufpassen.

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 30. Nov 2025, 12:14
von TomMeier
Wad macht ihr mit der Masse an Kiwis? Wenn man ein halbes kilo im Laden kauft, sind die gefühlt akle am selben tag weich und direkt den tag im anschluss daran zu matschig.

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 30. Nov 2025, 13:17
von thuja thujon
Kalt lagern, nach und nach die benötigten ins warme holen. So halten sie bis Februar oder länger.

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 1. Dez 2025, 07:17
von TomMeier
thuja thujon hat geschrieben: 30. Nov 2025, 13:17 Kalt lagern, nach und nach die benötigten ins warme holen. So halten sie bis Februar oder länger.
Lagerst Du die im Keller oder im Tiefkühler oder sogar nochmal anders? Das klingt interessant, dachte nicht, dass die Kiwis solange lagerfähig sind. Jetzt überlege ich auch, welche anzupflanzen :-)

Könnten man in Deutschland (Brandenburg) nach eurer Einschätzung auch Kiwi gold anpflanzen oder sind die grünen robuster? Falls ja, welche Sorte(n) würdet ihr neu anbauen, falls ihr nochmal die Wahl hättet und die Uhr zurückdrehen könnt?

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 1. Dez 2025, 07:56
von ringelnatz
Im Forum habe ich von niemandem aus Brandenburg gelesen, der die "echten" Kiwis erfolgreich anbaut.
Wobei ich nicht weiß, ob es an der höheren Spätfrostgefahr oder der kürzeren Vegetationszeit liegt. Wobei ersteres beherrschbar wäre, also tippe ich auf Zweiteres.

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 1. Dez 2025, 08:48
von thuja thujon
Ich tippe auch auf zweiteres. Die reifen ja selbst hier im Oberrheingraben nicht wirklich aus (Hayward). Und wir haben hier gut 4 Wochen länger Vegetation als in Brandenburg.
Ich würde sie aber wieder pflanzen. Wenn die Pflanze nicht überlastet ist, schmecken sie gefühlt besser als die gekauften, die ja auch unreif geerntet werden.
Lagern tue ich sie in der Gartenlaube. Vor Januar gibts in der Regel keinen echten Frost und auch später gibts hier nicht so die durchdringend kalten Temperaturen. Also die minus 3 kann ich in der Laube einhalten, falls es doch mal länger kalt sein sollte, nehme ich sie mit nach Hause in den Keller.

Ende Januar 25 hatten wir Wein aus den Wegmusskiwis, die noch in einem anderen Garten hingen, gemacht.
Kiwiwein2.jpeg

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 1. Dez 2025, 09:46
von cydorian
ringelnatz hat geschrieben: 1. Dez 2025, 07:56 Wobei ich nicht weiß, ob es an der höheren Spätfrostgefahr oder der kürzeren Vegetationszeit liegt.
Im Thread hatte ich ja vier Wochen frühere Sorten genannt, die sind gelbfrüchtig. Spätfrost ist eh generell ein Problem bei Kiwis, aber die gelben sind eben auch im Holz wenig frosthart. Ich würde sowas nur an geschützter Stelle mit gutem Mikroklima probieren, Fassade etwa.

Re: Kiwi, actinidia deliciosa

Verfasst: 1. Dez 2025, 23:37
von Talpini
Bei mir lagern die Kiwis in einem überdachten Kellerabgang, die halten sich länger als meine Lageräpfel bis Ende März. Bei starkem Frost kommt dann halt eine warme Decke drüber.

Ich möchte sie nicht missen, auch gestalterisch als Fassadenbegrünung oder als Verschattung von Terrassen spannend. Einziger Nachteil ist der Wasserbedarf, in Brandenburg stelle ich mir das schwerer vor als bei uns im Süden mit unseren schweren Lehmböden und gut 900mm Niederschlag.