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Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 20. Jul 2021, 21:51
von solosunny
Meine Sandpflanzung sieht zur Zeit so aus. Ein bisschen dunkel das Bild, und die Sichtschutzwand wird noch gekappt, sie ist vom Pool übrig

Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 10. Okt 2021, 11:02
von Mediterraneus
:) Hier mal ein Update des Beetes von Beitrag Nr. 46. Es ist dieses Jahr anfangs üppig gewachsen, da bis Juli sehr viel Niederschlag da war. Ab August wurde es hier aber wieder trocken wie eh und je.
Die Sandschicht wird gefühlt immer dünner, hat anfangs dafür gesorgt, dass die starkwüchsige Aster "Kylie" im Sand keinen Halt hatte und komplett mit einem Teil der Wurzeln umgekippt ist. Ansonsten finde ich die Sandmulchung als guten Start, bis ein Beet dicht zusammengewachsen ist.

Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 10. Okt 2021, 12:32
von Querkopf
Sand wiegt plusminus 1,5 Tonnen pro Kubikmeter. Ein Kubikmeter reicht nach den weiter oben im Thread genannten Anforderungen - Schichtdicke mindestens 20cm - gerade mal für 5 Quadratmeter.
Wenn man, wie ich, Lasten aller Art nur mit der Schubkarre in den Garten befördern kann und wahrlich nicht Herkules' große Schwester ist, fallen Sandmulch-Experimente aus wegen is' nich'....
Gartenplaner hat geschrieben: ↑8. Jan 2021, 14:51Crawling hat geschrieben: ↑8. Jan 2021, 14:23...Was ich auch denke ist, dass in supertrockenen Sommern die Wurzeln den lockeren Sand doch sicher besser durchdringen können als meinen Tonboden... Und wenn ich mal Pflanzen ausgrabe zeigt sich oft recht mickriges Wurzelwachstum. Deshalb frage ich mich immer, ob dieses "Erziehen zu tiefem Wurzelwerk" in so Boden wie meinem überhaupt je funktionieren kann...
Wurzeln haben schon ordentlich Power.
Ich glaube, das Problem rührt eher von dem großen Kontrast zwischen der Anzucht(erde) der Pflanzen - und dann der neuen Umgebung Tonboden.
In der fluffigen Anzucht- oder Gärtnereierde war alles easy... Ausgepflanzt in derart kompakte Böden, werden an der Grenze zwischen Topfballen und umgebender Erde dann aber auf einmal die Bedingungen sehr widrig. ...
Ich hab ja auch Töpferlehm, ich versuche inzwischen, immer so viel Torfkultursubstrat aus Topfballen zu entfernen wie nur möglich, und gleich so viel Aushuberde-Lehm zwischen die Wurzeln zu bekommen wie möglich. ...
Ich hab im Herbst jetzt Sträucher umgesetzt, die ich letztes oder vorletztes Jahr gepflanzt hatte. ... Als ich die jetzt mit der Grabegabel herausstach, fiel mir auf, dass da teilweise "Löcher" direkt an den Stämmchen waren, wo sie in den Boden übergingen - der Torf war von Bodenmikroorganismen verstoffwechselt worden, Stichwort Humusabbau und Mineralisierung! Es waren regelrechte Hohlräume entstanden. ...
Das Problem kenne ich vom hiesigen Töpferlehm auch. Ich versuche, ihm aus dem Weg zu gehen, indem ich neue Pflanzen, die in Superlockersubstrat ankommen, erstmal zwischentopfe. In das Substrat, das ich mir für Kübelpflanzen mixe: 2-3 Teile schwerer Gartenboden (bzw. lehmiger Kompost), 2 Teile Gartenerde aus der Tüte, 1 Teil Sand. Wenn die Neulinge darin ein paar Wochen zugebracht haben, sind sie i. d. R. fit genug, um es mit dem Lehmboden aufzunehmen.
Sandmulch hat - abgesehen vom Gewicht - auch den Nachteil, dass er bei starkem Regen rasch hangabwärts gespült wird. Organischer Mulch ist am Hang besser zu regulieren, der bleibt liegen.
Fazit: Sandmulch ist für hübsch ebene, maschinenzugängliche Gartenflächen sicher ausprobierenswert. Am Hang und ohne Maschinenzugang aber eher nicht.
Dauert dann halt länger, bis ein Staudenbeet eingewachsen ist. Ok, ist so.
Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 5. Mai 2022, 21:37
von Mediterraneus
Das sandbeet macht sich so langsam.
Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 19. Jul 2026, 13:10
von Immer-grün
Mediterraneus hat geschrieben: ↑5. Mai 2022, 21:37
Das sandbeet macht sich so langsam.
Da war der Garten noch üppig grün (und so wird der auch wieder.)

2026? Bewährt es sich im "Wüstenklima"?
Wir haben lediglich eine kleine Sandlinse (Grasnarbe und auch Lehmerde wurde ausgehoben und mit Steinen und (teilweise ziemlich viel) Sand gefüllt).
Ich bin beeindruckt, wie gut das für die trockenheitsverträglichen Stauden funktioniert. Ausser der Kartäusernelke sind noch 3,4 andere Stauden drin. Es ist derzeit auch sehr trocken hier, mit so einer Sandpflanzstelle lässt sich ganz gut leben im Moment, finde ich. Ich nähme mehr davon, aber da muss ich mit dem Grabmeister sprechen bzw. bitten.
Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 19. Jul 2026, 13:54
von Mediterraneus
Schön sieht sie aus, deine "Sand-Oase"
Ich würde es nochmal probieren mit dem Sand, aber dann wie bei dir, als Linse oder Oase. Konkret würde ich mir einen grossen Sandhaufen hinkippen lassen und dann als Art Düne modellieren.
Mein Sandbeet hat leider nicht so gut auf Dauer geklappt. Es mag sein, dass es unter dem Sand immer leucht feucht bleibt. Dazu braucht es aber ab und zu Regen im Sommer, das is hier leider zuwenig.
Bei mir wars dann einfach zu staubig im Sommer und im Winter haben die Regenwürmer den Sand mit der Zeit vermischt.
Ich hab das Beet jetzt mit feinem Kies etwa 6 cm dick gemulcht. Unter dem Feinkies hält sich die Feuchtigkeit einfach besser, grosse und kleine Wassermengen werden gut aufgenommen (Eimer hinkippen oder Regentonnenrest ausleeren geht mal schnell und schwemmt nicht).
Zudem ist der Kies sehr angenehm weich, fühlt sich gut an.
Ich such mal ein Foto
Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 20. Jul 2026, 09:23
von Immer-grün
Mediterraneus hat geschrieben: ↑19. Jul 2026, 13:54
Schön sieht sie aus, deine "Sand-Oase"

Oase ist hübsch ausgedrückt, leite das Kompliment an den Erbauer weiter.

Ich geniesse nur, dass das für die Pflanzen so gut funktioniert. (Und die Katzen gehen auch nicht rein, was ein bisschen meine Befürchtung war.)
Es mag sein, dass es unter dem Sand immer leucht feucht bleibt. Dazu braucht es aber ab und zu Regen im Sommer, das is hier leider zuwenig.
Ich habe dort gestern ein Unkraut gezogen und war erstaunt, dass der Sand weiter unten feucht war. Letzter etwas grösserer Regen war hier gegen Ende Juni. Wahrscheinlich nimmt Sand jegliche Feuchtigkeit auch sehr gut auf. (Gestern morgen gab es einen Hauch von Regen, vielleicht 0,5 mm.)
Bei mir wars dann einfach zu staubig im Sommer und im Winter haben die Regenwürmer den Sand mit der Zeit vermischt.
Vielleicht muss man, je nach Dicke der Sandschicht, früher oder später mal Material nachlegen? Kiesschicht bleibt wahrscheinlich länger stabil, muss man da nie nachlegen?
Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 21. Jul 2026, 17:40
von Mediterraneus
Das ehemalige Sandbeet jetzt.
Man müsste wohl öfter mal Sand nachlegen. Hätte müssen.
Beim jetzt aufgebrachten Mainkies (3-8) ist die Vermischung nicht so groß.
Ein "ungemulchtes" ehemaliges Sandbeet ist gerade am Verdorren,während dieses angesichts der Umstände noch geht.
Bei der frisch gesetzten Ruellia carolinensis kann man den Mainkies gut sehen
Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 23. Jul 2026, 11:51
von Immer-grün
In (d)einen mediterranen Garten oder Gartenbereich passt für mich beides sehr gut, Kies oder Sand. Und wenn es gut hilft gegen die Verdunstung ist es das Gewicht sicher auch wert. Das ist für mich der Nachtteil gegenüber leichtem organischem Material das eh anfällt, dass man dann halt aber öfter nachlegen muss. (An Magerstandorten will man das Organische ja aber eh nicht.)
Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 23. Jul 2026, 12:37
von Callis
@Mediterraneus
Was ist denn das für eine Euphorbie, die auf dem trockenen Boden so prächtig gedeiht?
Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 23. Jul 2026, 13:14
von Mediterraneus
Callis hat geschrieben: ↑23. Jul 2026, 12:37
@Mediterraneus
Was ist denn das für eine Euphorbie, die auf dem trockenen Boden so prächtig gedeiht?
Euphorbia seguieriana ssp. niciciana
Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 23. Jul 2026, 13:38
von Callis
Danke.
Wann ist die beste Pflanzzeit?
Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 23. Jul 2026, 14:30
von Mediterraneus
Problemlos. Herbst oder Frühjahr. Auch jetzt, wenn du sie über den ersten Sommer gegossen kriegst.
Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 23. Jul 2026, 16:34
von Callis
Da pflanze ich doch lieber mitte September, da ich zum Gießen nicht täglich in den Garten fahren kann. Deine Pflanzen sehen aus, als ob sie da schon ein paar Jahre stünden und kein Frostproblem hätten.
Re: Staudenpflanzung in Sand
Verfasst: 1. Aug 2026, 10:17
von Botanic
Mediterraneus hat geschrieben: ↑21. Jul 2026, 17:40
Das ehemalige Sandbeet jetzt.
Man müsste wohl öfter mal Sand nachlegen. Hätte müssen.
Beim jetzt aufgebrachten Mainkies (3-8) ist die Vermischung nicht so groß.
Ein "ungemulchtes" ehemaliges Sandbeet ist gerade am Verdorren,während dieses angesichts der Umstände noch geht.
Bei der frisch gesetzten Ruellia carolinensis kann man den Mainkies gut sehen
Interessant, danke für den Bericht! Also doch nicht das Nonplusultra, ständig was nachkippen etc. kann ja auch nicht die Lösung sein. Kosten&Arbeit!
Eigentlich möchte ich keine Tonnen von Substrat bezahlen oder liefern lassen, spiele aber mit dem Gedanken mit mineralischem Mulch auf Brandenburger Sandboden evtl.zu probieren als Verdunstungsschutz und zur Verbesserung der Winterdrainage für meine Med.Arten.m. Unser Sand ist sehr fein, stellenweise rauscht das Wasser durch und stellenweise versickert das Wasser langsam. Keine Ahnung woran es liegt.