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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

Verfasst: 13. Okt 2026, 23:24
von ringelnatz
Es lebe der kapitalistische Agrarindustriekomplex. Er lebe hoch. Hoch. Hoch.
Ich weiß.. Mais ist auch schai...

Es gibt aber schon noch Regionen, wo Spezialkulturen angebaut werden, neben Zuckerrüben. In Unterfranken sah ich alles mögliche in bunter, aber konventioneller, Vielfalt. Rhabarber, Wassermelone, Möhren, etc. pp. Ist schon klar, dass das ein anderer, viel kleinerer Markt ist. Ist auch klar, dass man mit einem Massenprodukt, eine höhere Effizienz in der Bearbeitung und entsprechend auch bessere Margen hat/haben kann.
Mich stört halt die Haltung "früher war alles besser" und die Scheuklappen, die daran hindern neue Wege zu beschreiten.
Rübenzucker ist in der EU seit eh und je besonders geschützt gewesen. Theoretisch wäre wohl Rohrzucker in einem echten freien Markt viel konkurrenzfähiger.
Da sieht man, was mit Protektionismus passiert. Unprofitables Wirtschaften wird künstlich am Leben erhalten und wenn es dann implodiert, ist das Jammern groß.
Ja, unregulierte Märkte sind auch schwierig, s.o.
Ist doch alles Mist, ich gehe in den Keller😉

Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

Verfasst: 14. Okt 2026, 13:39
von cydorian
Vielleicht aber keine der Riesenrüben essen. Das kann tödlich sein, jetzt ist wieder einer fast dran gestoben: https://www.scinexx.de/news/medizin/man ... gestorben/

Rote Rüben, weisse Rüben, Zuckerrüben sind genetisch sehr ähnlich, sind alles junge Züchtungen aus derselben Art. Zuckerrüben wurden aus der Sorte "weisse schlesische Runkelrübe" gezüchtet. Man kann auch aus den weissen Küchensorten Saft und hervorragenden Sirup (aber mit deutlich geringerer Ausbeute, Zuckergehalt "nur" um die 5%) herstellen, Sorten sind Albin, Schneewittchen oder sie sehr alte Vereduna Alba.

Wer also Doppelnutzen haben will, kann auch weisse Rüben der beschriebenen Sorten nehmen mit kulinarisch besserer Qualität und wenns zuviel wird, Sirup draus kochen. Die Weissen hatte ich auch im Garten, Geschmack gut, aber richtig viel essen kann man nicht davon, wirken etwas leer. In Stücken mit Salz, Balsamico, gutem Öl gehen sie jedoch gut weg.

Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

Verfasst: 14. Okt 2026, 15:21
von thuja thujon
Krasser Fall. Ungewöhnliche Ernährungsgewohnheiten in Kombi mit Medikamenteneinnahme, na dann Glückwunsch.

Ringelnatz, der kapitalistische Agrarindustriekomplex sind hier oft Ein-Mann-Betriebe, wo die Familie oft mitarbeiten muss und es trotzdem nicht zum leben reicht.
Aber anderes Thema, zurück zu den Zuckerrüben bzw wie macht man Zucker.
Ich war heute früh mal einkaufen, Löschkalk, weil ohne den gehts nicht.
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Los gehts, bevor man den Zuckerr auslösen kann, müssen die Rüben erst gewaschen und zerkleinert werden. Küchenreibe geht dafür ganz gut.
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Die Zuckerrübenschnitzel kommen anschließend in den Extraktionsturm. Ich habe ein rumliegendes kg-Rohr genommen. Der Witz daran ist, das von oben Wasser durch die Zuckerrübenschnitzel läuft und je weiter es nach unten wandert, umso mehr Zucker enthält es, weil er unterwegs gelöst wird. Das ist mehr oder weniger ein kontinuierliches lösen und hat den Vorteil gegenüber dem Auskochen im Topf, dass weniger Wasser eingesetzt (und später wieder abgedampft) werden muss.
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

Verfasst: 14. Okt 2026, 15:24
von thuja thujon
So gibt man also von oben kontinuierlich warmes Wasser rein und wartet, bis alles unten rausgelaufen ist.
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Der Rohsaft hat einen leicht sauren pH-Wert von irgendwas zwischen 5 und 6.
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Da Saccharose unter sauren Bedienungen nicht stabil ist, sondern in Glucose und Fructose zerfällt, muss relativ zügig aufgekalkt werden. Das ist auch schon der erste Schritt zur Reinigung.
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

Verfasst: 14. Okt 2026, 15:28
von thuja thujon
Bei pH 8 bis 9 werden nicht nur die Säuren entfernt, sondern auch erste Proteine gefällt, die Brühe ist trotzdem noch blauschwarz.
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Da nicht wirklich viel Niederschlag ausgefallen ist (ich habe kein Flokulationsmittel benutzt) und das nur ein erster Schritt ist, habe ich weiter aufgekalkt auf pH 11 etwa.
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Jetzt sieht man schön einen mulmigen Niederschlag, der sich erst mal absetzen muss. deswegen Mittagspause, das dauert. Ergebnis nach dem abscheiden soll eine goldbraune Flüssigkeit werden.
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Re: Beta vulgaris, Zuckerrübe und Co.

Verfasst: 14. Okt 2026, 15:32
von thuja thujon
Ach ja, für die erste Testcharge habe ich 3 Rüben mit zusammen 3,7kg eingesetzt. Wenn man 20% Zuckergehalt annimmt, wären da 740g Zucker drin.
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