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Re: Erfahrungen mit Fritillaria persica?

Verfasst: 2. Mai 2026, 13:53
von Manfred
Ich habe im Herbst 2024 welche gepflanzt.
2025 haben sie schön geblüht, ein Blütenstand pro Zwiebel.
Dieses Jahr haben sie teils 2 Triebe geschoben, wurden dann aber wohl vom Frost erwischt?
Jedenfalls hatten wir fast täglich Nachtfröste. Oder gibt es andere Ursachen für dieses Schadbild?
Besteht Aussicht, dass die nochmal austreiben, dieses oder evtl. nächstes Jahr?
persica.jpg

Re: Erfahrungen mit Fritillaria persica?

Verfasst: 2. Mai 2026, 16:04
von Rokko21
Wie tief waren die Temperaturen, es sieht mir nicht nach Frostschaden aus. Meine haben mehrfach Bodenfrost erwischt bis -3 Grad nichts zu sehen, außer dass ich zwei Triebe hochbinden musste. Vor zwei oder drei Jahren haben sie Spätfrost im Mai von -5 Grad ohne Schaden gemeistert bei voller Blüte. Solch ein Schadbild habe ich noch nie gesehen. Ich befürchte die Zwiebel hat Totalschaden.

Re: Erfahrungen mit Fritillaria persica?

Verfasst: 2. Mai 2026, 16:38
von Manfred
Mehr als einstellige Minusgrade waren es nicht, aber halt ziemliche Temperaturwechsel, tagsüber warm und dann fast jede Nacht wieder Frost.
Sah zunächst auch wie klassischer Frostschaden aus: Die Blattspitzen wurden matschig und hingen herunter. Ob die Triebe dann komplett erfroren sind, oder ob die Pflanzen evtl. gezielt die Nährstoffe wieder herausgezogen und die geschädigten Triebe "abgestoßen" haben, kann ich nicht beurteilen.
Ich werde weiter beobachten.
Graben mag ich (noch) nicht. Auch um die restlichen Pflanzen im Trog nicht zu stören.

Re: Erfahrungen mit Fritillaria persica?

Verfasst: 2. Mai 2026, 16:45
von Manfred
Auf galasearch habe ich gerade noch diese Info gefunden:

"In Regionen mit häufigen, tiefen Barfrösten empfiehlt sich eine Bodenbedeckung mit Laubstreu oder Reisig, um frostbedingte Ausfälle zu vermeiden. Der Frühjahrsaustrieb ist zudem spätfrostgefährdet. Bei Minusgraden legt sich der Austrieb nieder, erholt aber rasch wieder. Die Frostphasen sollten sich aber auf die Nächte beschränken und nicht deutlich tiefer als -5 Grad reichen. Daher kommen generell nur geschützte, wärmebegünstigte Standorte in Frage."

https://galasearch.de/plants/11478-fritillaria-persica

Re: Erfahrungen mit Fritillaria persica?

Verfasst: 2. Mai 2026, 21:56
von knorbs
hatte mit meinen persica trotz frühem Austrieb noch nie Probleme mit Frösten. Das macht ihnen nichts aus. Probleme gibt es aber sie nach dem Kauf dauerhaft wieder zum Blühen zu bringen. Wenn ich mir dein Substrat anschaue, scheint es sehr humos zu sein. F. persica kommt aus ariden Gebieten und will ärmsten Schotterboden, Prallsonne und im Sommer wenig Wasser. Genau das Gegenteil ist bei uns der Fall...humides Klima, im Sommer oft zu nass. Das könnte die Ursache für die vergammelten Austriebe sein...vermutlich ist die Zwiebel schon geschädigt wie Rokko21 auch vermutet.

Re: Erfahrungen mit Fritillaria persica?

Verfasst: 2. Mai 2026, 22:05
von RosaRot
Auf ärmsten Böden leben sie gut, meinst Du? Woher kommt dann der Dünger den sie brauchen?

Re: Erfahrungen mit Fritillaria persica?

Verfasst: 2. Mai 2026, 22:12
von hobab
Unmengen an Dünger offensichtlich: die Massen an Blaukorn die die letztes Jahr bekommen haben, haben zwar für einen erneuten Austrieb gereicht, aber nicht für eine einzige Blüte. Na ja, sind ja auch ohne ganz hübsch.

Re: Erfahrungen mit Fritillaria persica?

Verfasst: 2. Mai 2026, 22:28
von knorbs
wo bekommen die ganzen Zwiebelpflanzen aus den Trockengebieten ihren Dünger her? Das habe ich mich früher auch mal gefragt. Meine Schlussfolgerung, nachdem ich mir die Wachstumszeiten dieser meist Frühlingsgeophyten und die Klimaverhältnisse angeschaut habe. In deren Herkunftsgebiet herrscht arides Klima, d.h. die Verdunstungsrate über den Boden ist höher als die Niederschlagsmenge. Infolgedessen werden durch die Bodenwasserverdunstung gelöste Mineralsalze in den obersten Bodenschichten abgelagert. Im Winter/Frühling, wenn die Zwiebelpflanzen antreiben, regnet es in den Gebieten...die Mineralsalze lösen sich und stehen den Wurzeln zur Verfügung, also eine richtige Nährsalzsuppe. In unserem humiden Klima ist es aber genau umgekehrt...hier ist die Niederschlagsmenge höher als die Verdunstung über die Bodenoberfläche. In unseren Breiten gibt es daher das Problem der Auswaschung der Nährsalze letztlich ins Grundwasser und bis dahin reichen halt die Wurzeln der Zwiebeln nicht ;D ;)
Eigentlich müsste man solche Zwiebelpflanzen im ausgehenden Winter/Frühjahr mit Nährsalzen düngen, aber wer macht das schon? Wahrscheinlich die Holländer, die wissen wie's funktioniert ;D