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Re: Dürregejammer
Verfasst: 11. Mai 2026, 11:43
von thuja thujon
In der Einflugschneise von Medi ist Mannheim und Lu mit etwas über einer halben Million Einwohner und ein nicht kleines Chemiewerk, dass etwa so viel Strom braucht wie das komplette Saarland. Hier sieht man wenn von Südwest die Wolken kommen oft den Effekt, dass sie an der Wärmeglocke dort hoch oder vorbei müssen, was in oder hinter Mannheim zu deutlich höheren Regenfällen übers Jahr führt (zB Wetterstation Ma Flughafen). So auch die Wolken gestern, die waren linksziehend. Andreas und das Naheland haben mm abbekommen, also nicht die Lücke vom Mittagsscreenshot, Östlich vom Rhein fast nix außer Nordöstlich von Mannheim, wegen der Wärmeglocke. Das Östlich gedachte für den Südspessart hat sich bei Karlsruhe schon ausgeleert und aufgelöst. Erst bei Mainz hats wieder was über den Rhein geschafft, im Nordpfälzer Bergland müssen die Wolken überall hoch, sind bei Mainz bereits oben und dann wars auch schon dunkel, konnten sich also ausleeren weil die Sonne zum weiterkochen weg war.
Die Niederschlagsverteilung gestern ist also über das Geländeprofil erklärbar. Erforscht hat das bestimmt noch keiner, aber Kachelmann war vor Jahren mal daran interessiert, an, in und hinter so Wärmeglockenmetropolen mehr Stationen hinzustellen, um so mit der Zeit die Muster zu erkennen. Also wenn bei Sonnenuntergang Gewitterwolke auf Metropole trifft, dann kommt eher mal was im Vergleich zu normalen Kaltluftgrenzwolken. Deshalb sind hier ähnlich wie bei RosaRot Südwestgewitter oft belächelt, aber bei Nordostgewittern sollte man besser runter vom See, heimfahren oder sonstwas, aber nicht draußen rumrennen, weil die kommen meistens und nicht ohne.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 11. Mai 2026, 12:41
von helga7
Kann bitte einmal jemand von euch den Regen nach Kärnten schieben? Wir haben den trockensten Winter und Frühling seit Aufzeichnungsbeginn

Re: Dürregejammer
Verfasst: 11. Mai 2026, 16:05
von AndreasR
Ja, diesmal gab es die volle Ladung, das war anhand des Wetterradars so nicht sichtbar. Normalerweise ziehen Gewitter vom Südwesten her durch das Nahetal, oft ist es dann so, dass sie sich dann am Nordpfälzer Bergland (von hier aus gesehen im Süden) und am Soonwald bzw. Hunsrück (im Norden) abladen, und in der Mitte gibt es eine Lücke. Diesmal drehte die Luftströmung auf Südost, da hatten sie über die Vorderpfalz und Rheinhessen freie Bahn, um sich dann am Hunsrück aufzustauen und für lang anhaltenden Regen zu sorgen.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 11. Mai 2026, 16:39
von Mediterraneus
RosaRot hat geschrieben: ↑11. Mai 2026, 11:21
Interessant wäre es zu wissen, ob Du Medi, Wetteraufzeichnungen auch schon aus der Zeit vor den Windrädern hast?
Wobei sich eben auch Wetterphänomene aus anderen Gründen (???) ändern. Wir hatten früher (in den 80ern bis in die 90er) schwere Gewitter immer aus Osten bzw. Südosten. Wenn da eins kam, wußte man, das wird knackig. Die kamen in der Regel ab Pfingsten relativ häufig.
Mittlerweile haben wir seit vielen Jahren kaum mehr Gewitter aus dieser Richtung. Allerdings stehen in Richtung Osten und Südosten nunmehr definitiv sehr viele Windparks und das schon seit geraumer Weile. Ob es da Zusammenhänge gibt oder nicht, wurde vermutlich nie untersucht.
Hier exakt das gleiche. Gewitter aus dem Taubertal (aus süd bzw. südosten) hatten es in sich und waren sogar gefürchtet.
Dort sind jetzt sehr viele Windräder, der ganze Horizont blinkt im Dunkeln rot.
Aus dieser Richtung kommt kaum noch was. Gewitter aus dem östlichen Baden-Württemberg kommen nicht oder als leichter Regen hier an.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 11. Mai 2026, 16:45
von ringelnatz
Wirklich spannendes Thema. Definitiv kann ich aus meiner Beobachtung heraus betätigen, dass viele Regenfronten sich an Berlin aufspalten, oder abgelenkt werden.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 11. Mai 2026, 16:48
von Mediterraneus
thuja thujon hat geschrieben: ↑11. Mai 2026, 11:43
In der Einflugschneise von Medi ist Mannheim und Lu mit etwas über einer halben Million Einwohner und ein nicht kleines Chemiewerk, dass etwa so viel Strom braucht wie das komplette Saarland. Hier sieht man wenn von Südwest die Wolken kommen oft den Effekt, dass sie an der Wärmeglocke dort hoch oder vorbei müssen, was in oder hinter Mannheim zu deutlich höheren Regenfällen übers Jahr führt (zB Wetterstation Ma Flughafen). So auch die Wolken gestern, die waren linksziehend. Andreas und das Naheland haben mm abbekommen, also nicht die Lücke vom Mittagsscreenshot, Östlich vom Rhein fast nix außer Nordöstlich von Mannheim, wegen der Wärmeglocke. Das Östlich gedachte für den Südspessart hat sich bei Karlsruhe schon ausgeleert
Die Niederschlagsverteilung gestern ist also über das Geländeprofil erklärbar....
Aus Südwest kam hier noch nie viel.
Mir gings um Niederschläge aus Süden und Osten.
Im Lee ist diese Richtung wichtig, da Lee in dem Fall zu Luv wird.
Die Niederschläge hätten freie Bahn, müssen aber durch die Windradbarriere (?) durch.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 11. Mai 2026, 23:34
von thuja thujon
Aus Süd und Ost kam hier noch nie was an. Wenn Ost dann 14 Tage zweistellig Kahlfrost im Februar. Alle 15 Jahre mal etwa. Aus Süd alle 0,5 Sommer Saharastaub.
Die Windbarriere, vergleiche mal die Luftströmungsablenkung von einem Windrad, die es generiert, wenn es sich mit und durch den Wind dreht und nicht den Wind nach oben lenkt wie ein Berg. Also Berg generiert Aufwind, Windrad steht so viel im Weg wie ein Schmetterling oder Strommast.
Schau dir auch mal Windräder in Weinberglagen bei Spätfrostereignissen an. Die können fast nichts. Auch ein Rettungsheli löst noch kein Gewitter aus.
Wie auch immer, es waren gestern mit heute 15mm im Regenmesser am Eingang, 16mm im Regenmesser 4m dahinter. Wetterstation sagt 16,4mm, die 3km südlich 13,2mm, das passt, ein schöner flächiger Landregen. Bodenoberfläche nicht verkrustet, Garten konnte alles aufnehmen, ist in 2 Tagen wieder explodiert.
In 3 Tagen bin ich am Hirse- und Portulakjammern. Dürre war keine und für Frühjahrstrockenheit ist die Vegetation jetzt zu weit fortgeschritten.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 12. Mai 2026, 14:08
von Mediterraneus
Ich hab grad Wiese gemäht, hier ist es seit gestern 14 Uhr etwa trocken geblieben.
Niederschlag war 6 mm. Die ersten 2 mm in der Nacht in mehreren 'Schauern'.
Dann frühs 2 mm und gegen Mittag nochmal 2 mm.
Davon ist so gut wie nichts im Boden angekommen.
Vorhin aus einem Wiesenbeet Allium rausgebuddelt, da dessen Laub alles erstickt. In Tiefe der Alliumzwiebeln in etwa 20 cm ist der Boden hier trocken, und das im Mai vor dem Sommer. Gruselig.

Re: Dürregejammer
Verfasst: 12. Mai 2026, 18:11
von Mediterraneus
Letzte 24 Stunden, rund um Marktheidenfeld, das hellblaue Loch
https://kachelmannwetter.com/de/regensu ... 1600z.html