Auch wenn der eine oder die andere vermutlich keinen Schnee mehr sehen kann, finde ich Eure winterlich verschneiten Gärten wirklich bezaubernd. Und wenn die Eiskristalle dann noch in der Sonne glitzern, ist es doch egal, ob man etwas im Garten tun kann oder nicht, ob die Frühlingsblüher noch versteckt sind oder nicht.
Ihr habt vielleicht gemerkt, dass ich dieses Jahr noch gar keine Garteneinblicke gepostet habe. Zwar habe ich hin und wieder Fotos gemacht, und es sind auch ein paar schöne darunter, aber in 99% der Zeit war der Rundgang durch den Garten einfach nur deprimierend. Triefende Nässe, Schlamm, von Schnecken zerfressene Blüten, vergammelte Christrosenblüten, schmierige Staudenreste, überall umgekippt, so dass die Beete ein reinstes Chaos sind, begrabene Frühlingsblüher, sofern sie im Dauerregen nicht gleich zermatscht sind. Daher heute mal ein Rundgang der etwas anderem Art...
Aus der Ferne sieht es ja eigentlich noch ganz hübsch aus, die Zaubernüsse blühen, der Rasen ist sattgrün, hier und da spitzen Schneeglöckchen und Krokusse aus dem Boden, ein paar Immergrüne sorgen für Struktur, und die Blüte der Haselnuss verkündet den nahenden Frühling. Dass die Blüten dauernass sind und so keinerlei Pollen abgeben können, ergo auch keine Befruchtung stattfinden kann und die nächste Haselnussernte vermutlich eher mager ausfällt und die Eichhörnchen nächsten Winter leer ausgehen, drückt dann bereits die Stimmung.
Deutlicher wird das Elend, wenn man näher herangeht, überall umkippende Staudenreste, nur ein paar wenige Stängel zeigen noch Haltung, keine Chance, mit dem Rückschnitt weiterzumachen, weil es wirklich jeden Tag regnet und alles triefnass ist, und selbst wenn ich es irgendwie halbwegs ohne Kollateralschäden schaffen würde, die Stängel abzuschneiden, wären sie immer noch klatschnass, so dass ich sie nicht häckseln und auf den Kompost verfrachten kann.
Überall treiben nun die Frühlingsblüher aus, und es wird zunehmend schwerer, die kreuz und quer liegenden Stängel ohne Schäden aus dem Chaos herauszuziehen, meine Trittplatten sind völlig überwuchert, so dass ich gar nicht mehr weiß, wo ich hintreten soll, und alles ist von einem dicken Moosteppich überzogen. Hier und da blitzen ein paar Schneeglöckchen und Krokusse hervor, wirklich sichtbar sind sie leider nicht.
Der Pappschnee hat die Gräser geplättet, hier bleibt auch nur noch die Schere, die matschigen Reste der Taglilien kleben aber so auf der Erde und auf meinen Trittplatten, dass eine Entfernung völlig unmöglich ist. Man kann dort nicht mehr entlanggehen, alles ist rutschig wie Schmierseife. Auch die Euphorbien sind völlig niedergedrückt und sehen wirklich erbärmlich aus. Ich hatte in den letzten Jahren vermehrt trockenheitsverträgliche Stauden gesetzt, vielen davon setzt die ewige Nässe leider stark zu.
Die anstehende Blüte der Euphorbien wird wohl auch zum Teil ausfallen, mehrere Knospen sind einfach weggegammelt. Die Christrosen sehen genauso schlimm aus, glasige Blüten und Grauschimmel überall, manche Knospen sind erst gar nicht aufgeblüht, sondern haben sich in schleimige braune Klumpen verwandelt. Helleboris x ericsmithii hatte ich wohlweislich regengeschützt unter meine Tanne gepflanzt, teilweise sieht sie sehr proper aus, aber teilweise sind einzelne Stängel auch vollkommen vergammelt. Ich hoffe nur, dass die Pilze nicht auch in den Wurzelballen gelangen...
Der Rasen sieht an einigen Stellen auch nicht sehr prickelnd aus, die Grasnarbe wird mit jedem Schritt schütterer, aber zumindest ist das Gras hier so robust, dass sich solche Schadstellen im Frühling bald schließen. Hier unter der Tanne scharrt auch ständig irgendein Tier, ich habe noch nicht herausgefunden, was es ist. Auf der Terrasse vor dem Gartenhaus steht nach jedem Regen ein See, der nur langsam wieder versickert, erstaunlicherweise hält das in den Töpfen geparkte Sedum album und S. reflexum tapfer durch.