Tolle Bilder solosunny, ich habe bzw hatte auch beide Gräser, Varia habe ich aber vermutlich im Frühjahr ausversehen rausgezogen..
Deschampsia cespitosa ist wirklich ein tolles Gras, ökologisch beachtlich ( 31 Falterarten nachgewiesen) und schön. Die frühe, schöne Blüte bildet einen guten Hintergrund für dunkle Blüten, wie die des etwa zeitgleich blühenden Sanguisorba, welcher nach den Regenfällen stark hängt. Deschampsia cespitosa steht aber noch gut standfest dar.
Dafür, dass ich das Gras erst dieses Frühjahr gesetzt habe, bin ich sehr zufrieden. Nächstes Jahr wird die Blüte hoffentlich üppiger, aktuell klaut das Mädesüß ihr auch die Show. Hinzu kommt noch der wintergrüne Aspekt, der im Winter Struktur gibt und Unterschlupf für Tiere bietet.
Melica Ciliata habe ich nun doch erst stehen lassen; es war auch liegend noch schön genug:
Dennoch wird es wohl im Herbst Stipa Gigantea weichen müssen, ein Süßgras, das im Zweifel auch von diversen Faltern genutzt werden könnte.
Im Allgemeinen sind Süßgräser die Nahrungspflanzen für die Raupen vieler Augenfalter und Dickkopffalter. Dazu gehören zum Beispiel:
- Großes Ochsenauge (Maniola jurtina)
- Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus)
- Schachbrett (Melanargia galathea)
- Brauner Waldvogel (Aphantopus hyperantus)
- Diverse Arten der Dickkopffalter
Wer auf Nummer sicher gehen will pflanzt heimische Gräser wie Dechampsia. Ich denke Gräser in Staudenpflanzungen können gut "Altgrasbestände" simulieren, da diese keiner Mahd oder Beweidung ausgesetzt sind und damit eine echte Chance für Biodiversität darstellen.
Je nach Region könnte es Sinn ergeben Gräser zu setzten die vorallem bedrohte Arten ansprechen:
Pochard-Mohrenfalter (Erebia pharte) und Gelber Mohrenfalter (Erebia montana) (Alpenarten): Ihre Raupen leben u.a. an Schillergras (Koeleria pyramidata/macrantha) oder auch Borstgras (Nardus stricta), aber auch Carex Arten wie Flacca. Diese Arten sind aber stark an alpine bzw. hochmontane Grasheiden gebunden, die in einem normalen Garten kaum zu simulieren sind.
Waldteufel (Pararge aegeria): Seine Raupen fressen u.a. an Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum) und Einblütiges Perlgras (Melica uniflora). Diese Arten finden sich eher im lichten Wald oder am Waldrand.
Im Garten habe ich daher versucht eine große Brandbreite an Grasarten unterzubrigen:
Binsen (keine echten Gräser aber grasähnlich) wie:
- Juncus inflexus, effusus
- luzula: nivea, sylvatica
Sauergräser:
- carex sylvatica, pendulum, digitata
Süßgräser:
- calamagrostis : diverse
- Melica
- Molinia diverse
- uvm
Zudem viele Gräser die von allein gekommen sind einige Carex Arten und diverse Süßgräser wie Kammgräser in der Wiese.