Seite 520 von 575

Re: Dürregejammer

Verfasst: 27. Jul 2026, 16:29
von Mufflon
Schuttwanne, verdichtet, ab spätestens 1m Tiefe. Darüber Lehm, hier war die Grube einer Ziegelei.
Früher war das Grundwasser hier ab 7-8m, jetzt bei unter 11m, im Regenjahr steht das Wasser hier im Garten, manchmal 20cm hoch.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 27. Jul 2026, 16:45
von Gersemi
Ich hatte viele Knautia macedonica, Knautia arvensis und Salbei pratensis sowie Cephalaria gigentea zu den Sedums gepflanzt und genau diese Pflanzen hat über den Winter die mistige Wühlmaus gefressen, alle.
Sie hätten die Dürre bestimmt überstanden und sind mir einen weiteren Versuch wert.
Meine wuchernde Pfefferminze, Mentha x piperita, ist noch da.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 27. Jul 2026, 18:09
von Immer-grün
Gersemi hat geschrieben: 27. Jul 2026, 14:09 Ja, ich bin auch gespannt, wer hier diese Dürre ungegossen übersteht,
Immerhin hat das Ganze auch einen spannenden Teil. (Obwohl wir diese Art von Spannung nicht bräuchten. ;) )
Vom Giessen bin ich auch müde, obwohl das hier überhaupt nicht flächendeckend geschehen kann sondern nur punktuell. Je länger es dauert, desto mehr kommt es mir vor, als ginge eine automatische Schiebetür langsam zu, und es wird immer enger und enger mit dem Durchschlüpfen.
Regen ist vielleicht kommendes Wochenende ein bisschen zu erwarten.
Aber zuerst: https://www.youtube.com/watch?v=uZD8HKV ... rt_radio=1 :P ;)

Re: Dürregejammer

Verfasst: 27. Jul 2026, 20:14
von AndreasR
Mir geht es wie Gersemi, ich weiß nicht mehr, was ich pflanzen soll... Pflanze ich trockenheitsverträgliche Pflanzen, regnet es im nächsten Sommer ohne Unterlass, und die Dürrespezialisten ersaufen kläglich oder werden überwuchert, wenn sie nicht schon die Winternässe zuvor weggerafft hat. Was Regen und Staunässe gut wegsteckt, vertrocknet in den Dürresommern, weil ich auch nicht jeden Tag gießen kann oder will, es reicht schon, wenn ich meine Töpfe versorgen muss. Den Boden auflockern und durchlässig machen bringt auch nicht viel, der Garten liegt halt in einer Talsohle, da steht das Grundwasser im Winter und in regenreichen Sommern quasi kurz unter der Erdoberfläche (zumindest im unteren Teil des Gartens).

Also standortgerecht pflanzen, das sind idealerweise Pflanzen, die wechselfeuchte Bedingungen abkönnen. Blutweiderich, Goldrute, Staudensonnenblumen, robuste Taglilien, Schwertlilien und Pfingstrosen, diverse Astern, Storchschnabel, Goldfelberich, Rudbeckien (zumindest halbschattig unten im Garten), Hohe Fetthennen, Knautia macedonica, Kniphofia, Bergenien, Akeleien, auch dicklaubige Hosta im Schatten auf der Nordseite, und natürlich der unkaputtbare Wurmfarn, sowas gedeiht hier wunderbar. Dazu Schneeglöckchen und Narzissen, Hasenglöckchen und Schlüsselblumen, die sich im Sommer zurückziehen.

Wildpflanzen? Klar, gibt es auch, allen voran die wilden Gräser auf meiner Wiese, Weißklee, Kleine Braunelle, Gänseblümchen, Löwenzahn, Hahnenfuß, Ferkelkraut, diverse Habichtskräuter, Wegerich, Wilde Möhre, Labkraut, Odermennig, Duftveilchen, Brennnesseln (hinterm Garten), Zaunwinde (unausrottbar), Zaunwicke (dito), Zaunrübe (ebenfalls), Schachtelhalm noch und nöcher (bringt den Insekten allerdings nix), Nelkenwurz, diverse wilde Storchschnäbel, Ehrenpreis, Bocksbart, Acker-Gauchheil, Zitronenmelisse, Tüpfel-Johanniskraut, Pfefferminze, Efeu, Holunder, Haselnüsse, und alles mögliche andere.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 28. Jul 2026, 02:26
von thuja thujon
Wildpflanzen?
Soll ich wirklich Goldrute, Schmetterlingsflieder, Brombeere, Beifuß und Co in den Garten pflanzen? Auf die Stellen, wo mal im Winter alles plattgelatscht wird taube Trespe und Mäuseschwanz-Federschwingel?

In dem Dickicht hat keine Bodennistende Wildbiene passenden Lebensraum.
Wildpflanzen 20260727.jpeg

Re: Dürregejammer

Verfasst: 28. Jul 2026, 07:10
von Chica
Aber tt, das habe ich doch im "Naturpark" erklärt. Naturnah gärtnern bedeutet doch nicht Neophyten, wie die ersten beiden, frei wachsen zu lassen und nicht gegen Bromus sterilis vozugehen. Ein naturnaher Garten wird genauso intensiv gepflegt wie ein konventioneller, wenn nicht soger noch arbeitsaufwändiger. Beifuß grabe ich in den Wiesenflächen völlig aus, weil das ja Monster werden und Brombeeren grabe ich auf meiner Pachtwiese ständig aus. Wieso denken Menschen, dass Naturgarten bedeutet alles irgendwie wachsen zu lassen ??? ? Das ist vollkommener Unsinn! Das was Du beschreibst sind Brachen, die demnächst zu Wald werden. Das hat nichts mit naturnahen Pflanzungen zu tun. Besser an Trockenheit angepasst ist z. B. so ein Beet in der Stadt, wie hier in Mössingen. Natürlich sollte man immer Pflanzen wählen, die im Umfeld der Pflanzung auch wild vorkommen, damit sie mit den entsprechenden Bodenverhältnissen und Niederschlägen klarkommen. Meine sandigen Magerwiesen sind etwas anderes als Gartenplaners feuchte, nährstoffreiche Wiese, die er mühsam versucht abzumagern. Wir haben fast völlig verschiedene Pflanzen.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 28. Jul 2026, 09:47
von thuja thujon
Ich rede doch nicht von Naturnah gärtnern, sondern von Wildpflanzen. Brache triffts, einmal jährlich mähen verhindert den Wald.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 28. Jul 2026, 10:34
von Immer-grün
AndreasR hat geschrieben: 27. Jul 2026, 20:14 Also standortgerecht pflanzen, das sind idealerweise Pflanzen, die wechselfeuchte Bedingungen abkönnen.
Ich meine, ich habe sie auch schon empfohlen; Lavatera thuringiensis. Sie ist eine Alleskönnerin. Auch wenn sie es mal in ein Beet schafft, sie stört selten.
Vertrocknete Wiese am Haus, keine grossen Beutezüge möglich. Blühen tun gerade noch so die Lavatera, Schafgarbe, Ferkelkraut ( dieses Jahr finde ich ok, wenigstens etwas, sonst sehe ich dem seine Rosetten nicht gern) und ein bisschen Hornklee.
IMG_1211.jpeg
IMG_1218.jpeg

Re: Dürregejammer

Verfasst: 28. Jul 2026, 11:00
von wallu
Immer-grün hat geschrieben: 28. Jul 2026, 10:34 ...
Ich meine, ich habe sie auch schon empfohlen; Lavatera thuringiensis. Sie ist eine Alleskönnerin. Auch wenn sie es mal in ein Beet schafft, sie stört selten.
...
Die "Lavatera thuringiensis" ist eine Malva moschata ;) . Aber es stimmt: beide können viel Trockenheit ab.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 28. Jul 2026, 11:07
von Immer-grün
wallu hat geschrieben: 28. Jul 2026, 11:00 Die "Lavatera thuringiensis" ist eine Malva moschata ;) . Aber es stimmt: beide können viel Trockenheit ab.
Ich war gedanklich eigentlich nicht beim Buchsbaumzünsler und der Buchs kommt gut durch die Trockenheit.
Lavatera thuringiaca/ Thüringer Strauchpappel.;)

Re: Dürregejammer

Verfasst: 28. Jul 2026, 11:12
von Chica
thuja thujon hat geschrieben: 28. Jul 2026, 09:47 Ich rede doch nicht von Naturnah gärtnern, sondern von Wildpflanzen. Brache triffts, einmal jährlich mähen verhindert den Wald.
Doch, hast Du! Du fragst doch, ob Du die gezeigten Wildpflanzen in den Garten pflanzen sollst. Du sollst Wildpflanzen in den Garten pflanzen aber weder Neophyten, die gebietsfremde sind, noch Wucher-Wildpflanzen. Es gibt hunderte völlig unkompliziert in den Garten integrierbare Wildpflanzen und wildnahe Auslesen und andere Pflanzen mit ökologischem Sinn, je nach Boden natürlich andere. Mein ganzer Garten ist voll davon, ohne dass er eine Brache ist. Und die sind überwiegend besser dürrefest als Hochzuchtstauden. Alle die Immer-grün nennt z. B. 8) .

Re: Dürregejammer

Verfasst: 28. Jul 2026, 11:15
von AndreasR
@Immer-grün: Lavatera thuringiaca kenne ich eigentlich nur als riesiges Monster im Stockrosenformat. ;) Vom Laub her würde ich bei Deinem Foto auch eher auf Malva moschata tippen. Sind aber in der Tat beide sehr robust.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 28. Jul 2026, 11:31
von thuja thujon
Die Goldrute ist doch nicht gebietsfremd, sie wächst direkt neben der Gartenanlage auf der Brache. Regional angepasst sozusagen. ;)

Re: Dürregejammer

Verfasst: 28. Jul 2026, 11:48
von Immer-grün
AndreasR hat geschrieben: 28. Jul 2026, 11:15 Vom Laub her würde ich bei Deinem Foto auch eher auf Malva moschata tippen. Sind aber in der Tat beide sehr robust.
Robust ist die Hauptsache. ;) (Sie wurde mir mal vor vielen Jahren als Lavatera th. identifiziert, seit dem ist sie das für mich. Ich müsste mich mal in die Unterscheidungsmerkmale reinknien, vielleicht habt ihr ja recht. Sie kann schon auch gross, aber nicht unter den derzeitigen Bedingungen.)

Re: Dürregejammer

Verfasst: 28. Jul 2026, 14:50
von Chica
thuja thujon hat geschrieben: 28. Jul 2026, 11:31 Die Goldrute ist doch nicht gebietsfremd, sie wächst direkt neben der Gartenanlage auf der Brache. Regional angepasst sozusagen. ;)
Solidago c a n a d e n s i s 8) , was sagt Dir das ;D ? Ich kann Dir auch die heimische nennen: Solidago virgaurea.