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Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 02:28
von thuja thujon
Gartenplaner hat geschrieben: 29. Jul 2026, 23:18Die Risse sind so beeindruckend wie noch nie :-X
Aua. Da war der Gärtner wohl sehr konsequent abwesend.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 02:38
von thuja thujon
Querkopf, gefühlt ist der Juni im Garten doch fast harmlos bzw technisch bewältigbar gewesen, die keine 8mm im Juli danach fordern aber jetzt langsam die tatsächliche Schlagkraft.
Also im Juni waren die knapp über 40°C nicht ohne, aber ein einzelnes Spitzenereignis. Auf die Wiederholung steuern wir morgen bzw heute wieder drauf hin. Mit leider knapp 180 Litern weniger Wasser pro Quadratmeter im Boden wie vor ein paar Niederschlagsfreien Wochen.
Ich habe heute 6 Gärten durchgegossen, das war jetzt kein Stress, eher gemütlich, aber viele hier wären dazu nicht mal vom Kopf her bereit. Morgen wirds trotzdem wieder Leben kosten.
Schön, wenn danach jemand sagen kann, er hat Trinkwasser gespart und stattdessen die Zähne morgens mit Cola geputzt. ;)

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 05:00
von 555Nase
8 Milliarden Leute mit 8 Milliarden verschiedenen Meinungen, alles wurde schon gesagt, nur noch nicht von Jedem ! 8)
Brüder Grimm hatten auch schon viel schönes und abschreckendes erzählt ! Ohne Konversation wäre es aber auch langweilig. :D

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 06:54
von hobab
Alles nichts Neues, die Anpassungen für Gärten müssen lokal erfolgen, ich denke im Osten ist das bei vielen längst geschehen, man verzichtet traurig auf einiges altbekanntes und sucht Ersatz aus anderen Regionen. Von staatlicher Seite ist der Prozess wahrscheinlich bundesweit schon lange unterwegs, leider immer wieder ausgebremst durch CDU und FDP, sonst wären wir schon weiter. Und natürlich scheint es immer dringerendes zu geben als Mulden anzulegen, oder Bäume zu pflanzen und vor allem auch zu pflegen.
Solange die Feldkapazität reicht um ältere Bäume zu versorgen, sind die Schäden schnell zu ersetzen, bitter für den einzelnen, aber zwei- vierjährige Gehölze und Stauden generell wachsen schnell nach (und dann spart man sich vielleicht Säufer wie Phlox und Bauernhortensie) - jahrzehntealte Bäume kann man nicht so schnell austauschen.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 08:05
von Chica
Veilchen-im-Moose hat geschrieben: 29. Jul 2026, 22:58 Erst sollen wir die GärtnerInnen mit unseren Pflanzungen zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen... und dann sollen wir die in diesem Sinne gestalteten Beete verdorren lassen und im Frühjahr neu bepflanzen? Klingt für mich nicht nach einer akzeptablen Strategie.
"Sollen" klingt schon wieder nach diesen moralischen Gründen, die ich nicht teile. Hier im Sand funktionieren die "in diesem Sinne gestalteten Beete" völlig ohne Wässern. Ich kann mich an einen Sommer erinnern, in dem ich irgendwann zum Schlauch griff und ihn über die ehemals blühende "Wildnis" hielt, weil ich Angst um "meine" Insekten hatte. Sie sollten wenigstens nicht an Nektarmangel sterben. Aber das war wirklich einen Ausnahme.

hobab hat geschrieben: 30. Jul 2026, 06:54 Alles nichts Neues, die Anpassungen für Gärten müssen lokal erfolgen, ich denke im Osten ist das bei vielen längst geschehen, man verzichtet traurig auf einiges altbekanntes und sucht Ersatz aus anderen Regionen.
Mich hat das nicht so traurig gemacht, ich war viel mehr erleichtert diesem Gießwahnsinn entkommen zu sein. Aber das kommt auf die Leidensfähigkeit des Einzelnen an :-X ;D .

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 09:00
von Mufflon
Ich denke halt nur, dass sich die Erfahrungen aus Brandenburg usw. nicht 1 zu 1 übertragen lassen, z.B. hier ins Ruhrgebiet.
Wir haben hier Lehm linksrheinisch, sehr oft, rechtsrechtrheinisch oft Schiefer, , aber unterirdisch waren da halt die großen Kohlenzechen, es ist alles untertunnelt, mehrere Stockwerke tief.
Diese Tunnel sind mit verdichteten Schutt aufgefüllt, das sind ganz andere Gegebenheiten als bei Dir.
Das Ruhrgebiet wird eh schon als Baumarm betrachtet, es gab gerade erst eine Untersuchung mit Karte, die den meisten Städten viel zu wenig Bäume bescheinigte.
Und diese Bäume sterben bei der Dürre und Hitze, kränkeln aber zumindest.
In meiner Straße stehen 100 Jahre alte Platanen.
Im Sommer war hier das Blätterdach geschlossen, die Blätter hatten 25-40cm Durchmesser, jetzt sind sie seit der Dürre '18 immer max so groß wie meine Hand, dieses Jahr so um 15cm.
Sie werfen das Laub seit Juni ab, ich fege jeden Tag Blätter, alles ist voller Härchen, andauernd.
Es wirkt auf mich weder empathisch noch zielführend, wenn dann jemand kommt und,schreibt "ach, wir im Osten wissen das schon lange besser, macht einfach Wiesenblumen, dann braucht ihr nicht mehr gießen".
Es funktioniert hier nicht.
Dafür sterben die paar Bäume, die wir haben.
Morgen Abend soll der Rhein seinen historischen Tiefstand unterschreiten.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 09:16
von Gartenplaner
thuja thujon hat geschrieben: 30. Jul 2026, 02:28
Gartenplaner hat geschrieben: 29. Jul 2026, 23:18Die Risse sind so beeindruckend wie noch nie :-X
Aua. Da war der Gärtner wohl sehr konsequent abwesend.
Versuchst du wieder Hahnenkampf? 🤣

Das ist in der Wiese, die jetzt gemäht wurde.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 09:18
von Immer-grün
thuja thujon hat geschrieben: 30. Jul 2026, 02:28
Gartenplaner hat geschrieben: 29. Jul 2026, 23:18Die Risse sind so beeindruckend wie noch nie :-X
Aua. Da war der Gärtner wohl sehr konsequent abwesend.
??? Soll er die Wiese wässern, damit es keine Risse gibt? Die sind "normal" im lehmigen Boden bei grosser Trockenheit. Beregnen darf man hier seit längerem nicht mehr.
Chica hat geschrieben: 30. Jul 2026, 08:05 Ich kann mich an einen Sommer erinnern, in dem ich irgendwann zum Schlauch griff und ihn über die ehemals blühende "Wildnis" hielt, weil ich Angst um "meine" Insekten hatte.
Du sagst es, wenn es extrem ist dürrt eigentlich irgendwann (fast) alles weg.
Meine Farne am Waldrand haben recht lange durchgehalten ohne Wässern. Die will ich behalten, deshalb Wasser in grösseren Abständen. Die stehen am richtigen Platz, halten einiges aus, aber jetzt geht es einfach nicht mehr ohne Wasser. Als Giesswahnsinn sehe ich das nicht, lebenserhaltende Massnahme. ;)
Anders sieht es bei extremen Wasserschluckern aus.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 09:55
von RosaRot
In den 80ern gab es hier auf dieser Rippe im Osten noch Azaleen und Rhododendron, auch alte von den Vorgängern hier. Sich von denen zu verabschieden(damals schon) tat etwas weh.
(Der Verlust einess großen Wildbestandes an Heidelbeeren, 2018, hier auf dem nordseitigen Bergrücken, gar nicht weit weg ist schon auch sehr traurig.)

"Rasen" ist hier im Sommer immer braun, auch die Wildwiesen sind hier im Sommer verbreitet braun-grau. War in der Kindheit auch schon so.
Die Erkenntnis bzw. die Kenntnisse, wie hier zu gärtnern ist, wuchsen langsam, und mit der Zeit durch Vertiefung in die Materie (Bücher gelesen) und Beobachtung, nicht nur des Gartens sondern auch der natürlichen Gegebenheiten/Veränderungen hier ringsum.
Hilfreich ist auch die Betrachtung botanischer Gärten.
So ähnlich wird es sicher auch anderswo gehen können und ihr werdet herausfinden, mit der Zeit, welche Pflanzen funktionieren und welche nicht.

Vorgestern habe ich ein Experiment gestartet und abends noch 6 Löwenmäuler aus einem Topf mit eigenem Substrat ausgepflanzt in Bereiche mit Knallsonne, einmal extrem sandig, einmal eher lehmig. Kuhle, Wasser rein, (verrührt zur Schlämpe) etwas Anwachsgranulat (eigene Mischung aus verschiedenem käuflichem Kram), Erde darüber, Steine ringsum noch mal wässern (auf den Punkt.) Gestern waren 32° und Sonne von früh bis Abends.
Heute früh nachgesehen: alle noch da, völlig unbeeindruckt, noch mal nachgewässert.
Löwenmäuler sind etwas ganz Feines! :D

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 10:41
von Chica
Mufflon hat geschrieben: 30. Jul 2026, 09:00 Es wirkt auf mich weder empathisch noch zielführend, wenn dann jemand kommt und,schreibt "ach, wir im Osten wissen das schon lange besser, macht einfach Wiesenblumen, dann braucht ihr nicht mehr gießen".
Es funktioniert hier nicht.
Ich will auch nicht empathisch rüberkommen, denn das hilft Euch nicht. Wenn man keinen Einfluss auf eine Sache hat, nützt es nichts sie zu bejammern. Kennst Du das Gelassenheitsgebet, man kann da auch den großen Geist einsetzen?: "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.". Es macht auf Dauer krank, da in der Depression zu bleiben. Deshalb: Es muss auch bei Euch eine Spontanvegetation geben, die mit der Dürre klarkommt. Solche Pflanzen würde ich versuchen im Garten zu intergrieren. Dass das nicht die gleichen sind wie hier im Lausitzer Sand ist mir völlig klar. Mir sind hier auch schon 10 Jahre alte Bäume umgekippt, mindstens zwei von meinen wertvollen Spillingen, da von verschiedenen Herkünften mit Spaten ausgegraben, nicht fertig gekauft. Aber, ich kann es nicht ändern. Die Spree hat extremes Niedrigwasser. Es wurden im Einzugsbereich nur 70% der jahreszeittypischen Niederschlagsmenge erreicht. Ich könnte jetzt weiterjammern aber wozu? Mir fallen dann die Menschen ein, die nur 801 km weiter östlich leben. Das ist nicht sooo weit. Die haben jeden Tag Bombenalarm und Wasser sowieso nur noch aus dem Wasserwagen.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 10:43
von Chica
RosaRot hat geschrieben: 30. Jul 2026, 09:55 Löwenmäuler sind etwas ganz Feines! :D
Fein RosaRot :D :-* .

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 10:49
von Chica
hobab hat geschrieben: 29. Jul 2026, 15:05 Scabiosa ochroleuca dagegen ist hier eine üble Samenschleuder, definitiv nur was für reine Naturgärten - ich weiß nicht wieviele Jungpflanzen die mich schon gekostet hat….
Noch ein samenschleuderdurchsetztes Foto zur Aufmunterung :D . I like it!

Bild

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 10:52
von thuja thujon
Immer-Grün, warum wässerst du die Farne wenn gießen verboten ist bei euch?
Wenn man so Risse sieht wie bei Gartenplaner und es stehen alte Bäume drumrum, sollte man langsam überlegen, ob der Baum nicht mal ein paar Liter Wasser wert ist.
Ich würde jedenfalls nicht beim vertrocknen zugucken. Spätestens wenn der ganze Unterarm in die Risse passt, sollte man langsam handeln. Sonst brauchen wir auch die Diskussion mit pflanzt Stadtbäume nicht.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 10:53
von oile
hobab hat geschrieben: 29. Jul 2026, 15:05 Cephalaria gigantea hat sich bei mir noch nie ausgesät, in lehmigeren Eckrn macht sie das aber schon, wenn auch selten. Scabiosa ochroleuca dagegen ist hier eine üble Samenschleuder, definitiv nur was für reine Naturgärten - ich weiß nicht wieviele Jungpflanzen die mich schon gekostet hat….
Ich habe keinen Naturgarten ums Haus (allerdings etliche naturhafte Ecken). Scabiosa ochroleuca hält sich eigentlich nur an einem sehr sonnigen und trockenen Streifen unterm südlichen Dachüberhang. Sonst konnte ich sie noch nirgends entdecken.
Was mache ich falsch?
IMG_20260730_105845.jpg

Re: Dürregejammer

Verfasst: 30. Jul 2026, 10:56
von oile
thuja thujon hat geschrieben: 30. Jul 2026, 10:52 Immer-Grün, warum wässerst du die Farne wenn gießen verboten ist bei euch?
Wenn man so Risse sieht wie bei Gartenplaner und es stehen alte Bäume drumrum, sollte man langsam überlegen, ob der Baum nicht mal ein paar Liter Wasser wert ist.
Ich würde jedenfalls nicht beim vertrocknen zugucken. Spätestens wenn der ganze Unterarm in die Risse passt, sollte man langsam handeln. Sonst brauchen wir auch die Diskussion mit pflanzt Stadtbäume nicht.
Wenn ich Farne am Waldrand wässere, wässere ich die Bäume gleich mit. Ich habe übrigens kein schlechtes Gewissen, wenn ich bestimmte Bereiche im Garten in regelmäßigen Abständen wässere. Das Wasser sickert schnell ein, verloren ist es nicht.