Seite 548 von 563

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 00:16
von mdb82
Hier sehr häufig auch durch Mäharbeiten.
Eine ausgebrannte Traktorleiche mit Mähgerät hintendran steht seit zwei Wochen im Ort nebenan auf dem Feld.
Heute Mittag erst wieder Sirenen und ein kleiner Böschungsbrand an der Straße durch Mäharbeiten am Fahrbahnrand.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 07:53
von vanille_71
"Laut Waldbrandstatistik des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gab es im Jahr 2025 deutschlandweit 1.175 Waldbrände und die Brandfläche betrug insgesamt 2.626 Hektar (2024: 563 Brände auf 334 Hektar)...Die größten Flächen verbrannten in Sachsen (1.894 Hektar) und Brandenburg (252 Hektar)."
https://www.br.de/nachrichten/deutschla ... rt,VSF8qxm

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 07:59
von hobab
Das Bundesland mit den meisten einzelnen Waldbränden in Deutschland ist dauerhaft Brandenburg. Bei der verbrannten Gesamtfläche kann es in Jahren mit extremen Großbränden vereinzelt auch mal zu abweichenden Spitzenreitern wie Sachsen kommen, das sind aber Ausreißer

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 08:37
von Chica
hobab hat geschrieben: 13. Aug 2026, 20:22 Die Waldstruktur dagegen ist seit Jahren deutlich besser geworden, viel weniger Nadelholz, viel viel mehr Mischwald und Naturverjüngung.
Ich bin da total glücklich drüber. Ich kann mich von Kindheit an an ausgedehnte Waldbrände hier im Braunkohlerevier erinnern. Wenn es ganz schlimm wurde, musste die "Kampfgruppe" ausrücken. Ich musste das jetzt noch einmal nachlesen, ich war damals noch zu jung, es war die Betriebskampfgruppe des Gaskombinats „Schwarze Pumpe“. Und ich dachte schon immer, dass nur diese unsäglichen Kiefernmonokulturen der Grund dafür waren. In diesen Wäldern gibt es außer den im engen Raster gepflanzten Bäumen nichts. Von daher bin ich auch kein Feind des Borkenkäfers. So werden wir hier gezwungen großflächig ökologisch gesündere Wälder zu pflanzen.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 09:15
von Nox
hobab hat geschrieben: 13. Aug 2026, 20:22 Jetzt macht mal nicht so ein Tamtam: Deutschland hat vergleichsweise extrem wenige Waldbrände, die in der Regel sehr schnell gelöscht werden. Ein Großteil dieser Brände sind wie gesagt in Brandenburg mit den großen Kiefernwäldern dort. Der Brandschutz ist heute besser, als er es früher war, Brände werden viel früher erkannt. Und natürlich sind weniger Arbeitskräfte im Wald unterwegs, aber nicht, weil früher alles besser gemacht wurde, sondern weil heute auch der Wald kommerzialisiert ist und ein Harvester bestimmt fünf Mitarbeiter ersetzen kann. Die Waldstruktur dagegen ist seit Jahren deutlich besser geworden, viel weniger Nadelholz, viel viel mehr Mischwald und Naturverjüngung. Durch die Klimaverschiebung und die dadurch verursachte Trockenheit gibt es heute mehr Waldbrände, aber die Schadflächen waren früher größer, vor allem in der DDR. Ob das bisschen Totholz im Wald da eine Rolle spielt bei den jetzigen Bränden, wage ich zu bezweifeln. Da wird Trockenheit und Hitze wohl wichtiger sein.
Immerhin geht's in die richtige Richtung. Aber Totholz in Hitzesommern ist halt nicht das gleiche wie vor 30 Jahren.
Bei den Monsterbränden in Spanien und in Südfrankreich wurde ganz klar erkannt, dass das Aufgeben von extensiver Weidehaltung und die Landflucht den Bränden erst diese Wucht gegeben hat. Einzelne Gemeinden in Frankreich fördern inzwischen selber Schafhaltung, um einen Schutzring um ihren Ort zu unterhalten. Denn die EU hat die Unterstützung der Schafhalter auf 1/3 heruntergefahren und immer mehr geben auf.

Wir geben sehr viel Geld aus für CO2-Einsparungen durch moderne Technik. Waldbrände zu vermeiden sollte an erster Stelle unserer Bemühungen stehen, denn laut dieser Quelle sind sie schlimmere Klimakiller als der Verkehr:
"Die Menge an Emissionen ist größer als die, die der globale Verkehr ausstößt. Sie entspricht knapp der Hälfte der globalen Emissionen aus der Kohle-Verbrennung und heizt massiv den Klimawandel an."

Und dieser Artikel ist von 2021, inzwischen sieht es schlimmer aus.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 09:20
von Tempel-Hof-Gärtner
mdb82 hat geschrieben: 14. Aug 2026, 00:16 Hier sehr häufig auch durch Mäharbeiten.
Gibt's dazu ne vermittelbare logische Zuordnung?
(durch Mäharbeiten, weil...?) Das "Fällen" von Gräsern erzeugt ja von Natur aus keinen Funkenflug...!?)

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 09:26
von Chica
;D ...auch das "Fällen" mit dem Laserschwert nicht :-X .

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 09:28
von hobab
Da hast du recht Nox, hier sind halt komplett andere Bedingungen als im Süden. Dort sind vor allem die sehr leicht brennbaren Eukalyptus - die zudem den Boden extrem austrocknen - ein Problem. Neben den nicht mehr bewirtschaften Wiesen und Hängen natürlich. Für den schnell wachsenden Australier wurden einheimische Wälder gerodet. Holz von lokalen Gehölzen hat spezifische Pilze und Bakterien, die diese zersetzen können, so dass dasTotholz nicht lange brennbar bleibt. Ganz anders bei importierten Gehölzen wie Eukalyptus oder harzhaltige nicht einheimische Kiefern, da ist tatsächlich das Totholz ein Problem, dass lange brennbar bleibt und sich nicht zersetzt.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 09:30
von oile
Feldbrände sind doch schon lange ein Thema. Es kann ein Funken reichen, wenn ein Messer auf einen Stein trifft oder sonst etwas Hartes. Es kann reichen, wenn der Motor schön heiß ist und über trockenem Gras/Getreidestoppeln steht.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 09:32
von hobab
Funkenschlag durch Aufschlag Metallmesser auf Stein oder Müll verursacht Brände. Oder erhitzte Motoren, wer mal ne Verbrennung durch den Stihl Kombimotor hatte, weiß wovon ich rede. Hat mich dazu schon zwei Vliesjacken gekostet …

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 09:33
von hobab
Ah! Synchronantwort! Wir sollten vielleicht noch die Wortwahl abstimmen oile….

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 09:35
von oile
Nö. So kommt es authentischer rüber. ;D

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 09:36
von Nox
Ja Hobab, und ich habe die Hoffnung, dass wir alle dazulernen. Wälder an die neue Realität anzupassen läuft halt in anderen Zeiträumen und im Moment geht alles rasant schnell.

Hinzu kommen die geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, sieht aus als wäre unsere Handlungsfähigkeit gerade über dem Limit.

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 09:37
von Gartenplaner
Tja.
Hätten “wir” der Politik und uns selbst schon vor 30…oder 20…..oder 15….oder 10 Jahren den klaren Auftrag gegeben….
Die Prognosen gibts schon lange.

Etwas Regen sagt Wetter.com bei mir für den 21. Und 24. August voraus :-X

Re: Dürregejammer

Verfasst: 14. Aug 2026, 09:42
von Tempel-Hof-Gärtner
Chica hat geschrieben: 14. Aug 2026, 09:26 ;D ...auch das "Fällen" mit dem Laserschwert nicht :-X .
Ahnte ich doch, dass das ein Fake ist... ;)
Aber der Klarheit dient der "Tarnname" für die sti(h)l-istische Schere nicht gerade... 8)

@Oile: Thanks! Ja, das macht natürlich Sinn, insbesondere der (unkontrollierbare) Funkenschlag durch Metall-/Stein-"Matches"...
Die Sache mit heißen Motoren sollte ja durch Lernfortschritte gegrenzt sein / begrenzbar (ausschließbar) sein; wäre ja sonst sowas wie mutwillige Sabotage, wenn das nicht ingenieurtechnisch eingefangen wäre...