Seite 568 von 575
Re: Dürregejammer
Verfasst: 28. Aug 2026, 23:07
von Gersemi
Mediterraneus hat geschrieben: ↑28. Aug 2026, 19:04
Also ich bin weiter dabei.
Hab im Garten gearbeitet, nachdem ich die Regentonnen erst mal zum Einweichen auf die Beete schütten musste.
Die trockene Erde klebt besonders gut an nassen Handschuhen, Armen und Hosenbeinen.
Wahrend es östlich donnerte, hab ich alle verdorrten Pflanzen rausgerissen und durch dürrefestes ersetzt. Zumindest angefangen damit. Es reicht mir!
Medi, ws hast Du rausgerissen und mit was ersetzt ? Es interessiert mich, ich bin da derzeit auch dabei.
Von einer lieben Fori bekam ich verschiedene Sedum, Bergenien und noch was...gut zum weiteren aufstocken meiner Trockenkünstler. Ich denke auch grad nicht an Ausgefallenes oder Besonderes, Hauptsache nichts was frustet.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 02:16
von thuja thujon
Querkopf hat geschrieben: ↑28. Aug 2026, 22:29Übrigens waren die beiden Gewitter von der schnellen Sorte und sind Richtung Goworo abgezogen. Sie hatten noch ordentlich Wasser im Gepäck - ich hoffe, die rheinland-pfälzischen Dürrezonen haben davon profitiert

.
Hier an der Rheinfront zu Nord-BW waren es mit den Gewittern von der Nacht plus kompletter Tag 6mm im Regenmesser. Dreiviertel der Regenmenge vom ganzen August in ein paar Stunden, geht doch, warum nicht vorher so?
Südhessen Bäume entwurzelt, es steht noch die Spekulation im Raum, gegen 1:10 CEST ein Tornado, jedenfalls gibts um Darmstadt entwurzelte bzw zerfetzte Bäume, Stamm gespalten usw.
Im Garten recht harmlos, die Unkräuter von den falschen Saatbeeten laufen auf, dank Bewässerung, verschlämmt ist nix, Laub ist trocken. Es könnte mal wieder regnen, es fehlen 587,7mm Niederschlag auf den m² laut Station.
Positiver Nebeneffekt der Regenperiode: die Hecke, die Ende Juli geschnitten wurde, hat am Fuß Efeu, der war das ganze Frühjahr beschattet, hat sich nicht auf Licht einstellen können wegen dem jährlichen Zuwachs. Nach dem Schnitt gab es dort verbranntes Laub, nicht weiter schlimm, Phototox halt und Hitzeschaden, abgebrannt, weggelötet, aber jetzt gab es eine Woche feuchte Luft und knapp 10mm, das war genug um so viel Lebensgeister zu wecken, dass die Pflanze genug Kraft hat, um aktiv zu sterben. Die letzten 2 Tage hat sich das massiv verändert, es war mal wieder Stoffwechsel da. Wasserstoffblond ist das neue sterben. Pflanzenzellen von Sauerstoffradikalen von innen gebleicht. Das hatten wir die letzten 7 Dürrejahre seit 2018 nicht. Das ist neu.
Was mich überrascht sind die Bodenverhältnisse, quer über die verschiedenen Bodenarten in den jeweiligen Gärten hinweg, der bricht bei Bearbeitung wie aus dem Bilderbuch, es könnte nicht besser sein, eine perfekte Herbstbestellung könnte das werden. Wenn Wasser kommt...
Für die Statistik, im Frühjahr trocken, sehr gute Winterfeuchte und durch die Trockenheit beste Bodenbedienungen für die Aussaat, keine Verdichtungen, verschmieren usw, danach die gewohnte Frühjahrstrockenheit, später etwas Regen aber Hitzesommer mit austrocknenden Winden, keine Feuchtigkeit in den ersten 30cm Boden die über den Wassergehalt von trockenem Mehl hinausgeht, anschließend 10 Wochen praktisch nix von oben und immer noch Hochsommer. Deshalb ist das Jahr gelaufen, Herbst kann kommen.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 07:46
von Alva
Chica hat geschrieben: ↑26. Aug 2026, 21:44
Mein Witt ist da, Deiner auch? Er schwurbelt, köstlich. Seite 8: Er gießt sein Gründach nicht mehr, nach 1 1/2 Jahrzehnten, Dürre, alles Asche, Schmerz, doch dann, was keimt denn da nach dem Regen plötzlich? Alles grüner als je zuvor. Das ist die Stelle wie mit meinem
Geranium pusillum letztens

.
Der hat aber vermutlich keine Obstbäume auf seinem Gründach. Extensiv oder intensiv?
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 07:58
von Chica
Hast Du Obstbäume auf Deinem Gründach

? Ich war erst auf Seite 8 und da schreibt er über sein Gründach. Das ist mit Wildpflanzen ausgestattet, die sich über die Jahre nach jeder Dürre wieder neu aussäen, in immer anderer Zusammensetzung.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 09:11
von Lou-Thea
Ich bin erst zur Hälfte durch mit dem Witt, aber er stellt natürlich auch fest, was alle hier wissen - Stauden, die sich aussäen oder aus dem Wurzelstock wieder austreiben können, beleben sich auch nach mehreren Rückschlägen wieder gut, Sträucher eher nur teilweise und bei Bäumen funktioniert das alles natürlich nicht. Ein toter Baum ist ein toter Baum. Da gibt's auch keine tollen Geheimtipps. Außer eben bei Neupflanzung auf passendere Arten zu setzen und diese länger als früher üblich in der Jugendphase zu gießen.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 09:23
von Alva
Zwei Feigenbäume, ein Kaki- und ein Weichselbaum, eine Haselnuss. Eine Kornelkirsche.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 09:42
von Immer-grün
Lou-Thea hat geschrieben: ↑29. Aug 2026, 09:11
Außer eben bei Neupflanzung auf passendere Arten zu setzen und diese länger als früher üblich in der Jugendphase zu gießen.
Ich würde noch hinzufügen, je kleiner, desto einfacher wird es. Was wohl auch die meisten wissen.
Wenn es ein Hausbaum werden soll, ist das natürlich nicht so geeignet, wir haben ja nur das eine Leben.

Eher für Flächen, die nicht so gut betreut werden können und wo das Tempo nicht so die Rolle spielt.
Ich habe dieses Jahr gestaunt über einen kleinen Feldahornsämling, das 2.Jahr im Garten. Im 1.Jahr wurde er ab und an gegossen. Diesen Sommer hat er nie angezeigt, dass er Wasser bräuchte. Das hat mich irritiert, und er hat dann doch 2x je 10 Liter bekommen.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 10:13
von Chica
Ein Feldahornsämling ist ein Wildstrauch, einheimische Arten kommen besser mit Extremwetter klar, die haben eine höhere genetische Vielfalt und wer am besten passt setzt sich durch.
Alva hat geschrieben: ↑29. Aug 2026, 09:23
Zwei Feigenbäume, ein Kaki- und ein Weichselbaum, eine Haselnuss. Eine Kornelkirsche.
Ach, ich bin baff, so groß ist das Gründach? Du schriebst da schon mal drüber aber ich kann mich nicht mehr an Details erinnern.
Witt weist auch darauf hin, dass die Samenbank im Boden extrem wichtig ist, damit nach Dürren immer wieder blühende Wildpflanzen keimen können und nicht Neophyten oder ungewünschte Wildkräuter. Das finde ich auch wesentlich.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 10:39
von Immer-grün
Chica hat geschrieben: ↑29. Aug 2026, 10:13
einheimische Arten kommen besser mit Extremwetter klar,
Viburnum opulus hatte grosse Mühe, ist halb weggedürrt. Der ist hier sehr wild, ich habe nur zwei gepflanzt, kommt auch natürlich vor. Ich würde das nicht so verallgemeinernd sagen.
Bei Sämlingsbäumen kommt es natürlich darauf an, wer es ist. Aber vom Prinzip, je kleiner desto einfacher wird es durch trocken-heisse Sommer, ich denke, das stimmt.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 11:18
von hobab
Das einheimische Arten besser mit Extremwetter zurecht kommen, ist leider überhaupt nicht so. In einigen Ecken Deutschlands gibt es schon kaum noch einheimische, stattdessen nur noch Robinia und Prunus serotina. Birken, Buchen und Kiefern sind vertrocknet.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 12:31
von Isatis blau
Gestern sind hier nochmal 20l runtergekommen, das war wirklich ein Segen. Wenn man die Baumwiesen anschaut, sehen die Bäume, die regelmäßig gepflegt werden viel besser aus, als die, die schon seit Jahren sich selbst überlassen sind.
Vor einiger Zeit wurde hier die Walnuss als trockenheitsverträglich beschrieben, stimmt, viele Walnussbäume sahen und sehen gut aus. Mir ist 2022 eine 1993 gepflanzte und bis dahin sehr gut gewachsene Nr. 120 eingegangen. Bis jetzt habe ich das Frühjahr 2017 als Ursache angesehen, damals war es im März vier Wochen lang sehr warm, Ende April kam dann ein Spätfrost, der den Austrieb erwischte. Das war der erste Spätfrostschaden, den die Walnuss hatte, weil die Sorte sehr spät austreibt.
Die Trockenheit 2018 und 19 hatte ich nicht so auf dem Schirm. Nachbars Walnuss krüppelt seit 2018. Das war mal ein sehr schöner großer Baum, der genauso hoch wie die Eichen vom Waldrand war. Bis auf ein paar Blätter weiter unten sieht er inzwischen ziemlich tot aus.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 16:53
von Nox
Schade um den schönen Walnussbaum.
Walnüsse haben Pfahlwurzeln, auch hier überstehen sie die Dürre gut. Einer von früher hat seit 1-2 Wochen alles Laub unten. Ich weiss noch gut, wie ich mich beim Pflanzen geärgert hatte, dass die Pfahlwurzel abgebrochen war.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 17:19
von Mediterraneus
Gersemi hat geschrieben: ↑28. Aug 2026, 23:07
Mediterraneus hat geschrieben: ↑28. Aug 2026, 19:04
Also ich bin weiter dabei.
Hab im Garten gearbeitet, nachdem ich die Regentonnen erst mal zum Einweichen auf die Beete schütten musste.
Die trockene Erde klebt besonders gut an nassen Handschuhen, Armen und Hosenbeinen.
Wahrend es östlich donnerte, hab ich alle verdorrten Pflanzen rausgerissen und durch dürrefestes ersetzt. Zumindest angefangen damit. Es reicht mir!
Medi, ws hast Du rausgerissen und mit was ersetzt ? Es interessiert mich, ich bin da derzeit auch dabei.
Von einer lieben Fori bekam ich verschiedene Sedum, Bergenien und noch was...gut zum weiteren aufstocken meiner Trockenkünstler. Ich denke auch grad nicht an Ausgefallenes oder Besonderes, Hauptsache nichts was frustet.
Ist noch nicht fertig.
Ich musste mich auf wenige qm beschränken, weil ich vorher alles wässern musste. Sonst wäre der Boden nicht bearbeitbar gewesen.
Hier hab ich rausgerissen
Clematis 'Arabella', kam an schattigeren Platz.
Gepflanzt habe ich, was übrig geblieben ist.
An der Stelle
Agapanthus weiß
Ballonblume (Sämlinge)
Allium 'Millenium' oder 'Summer Beauty'
komischerweise Heuchera 'Caramel'
Die Chrysanthemum waren schon dort (irgendeine Artkreuzung aus China), ebenso Gypsophila'Rosenschleier' und Sedum 'Euphorbioides'
Dazu an den Rand Schnittlauchsämlinge, die hab ich aus den Pflasterfugen gepult.
Zum Schluss noch mit meinem feinen Mineralmulch abgedeckt, der hält gut eine milde Feuchtigkeit.
...
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 17:20
von Mediterraneus
Oben waren vorher die Agapanthus, an der Südwestmauer sind die Blätter verbrannt.
Jetzt ist Bartiris dort, und Nerinen.
An der Trockenmauer hab ich Zauschneria nachgepflanzt, Iris und wieder Sommerallium. A. senescens und die höhere Summer Beauty.
Raus kamen Chrysanthemum, Coreopsis verticillata, Fuchsia und Heleborus.
Re: Dürregejammer
Verfasst: 29. Aug 2026, 17:36
von Mufflon
hobab hat geschrieben: ↑29. Aug 2026, 11:18
Das einheimische Arten besser mit Extremwetter zurecht kommen, ist leider überhaupt nicht so. In einigen Ecken Deutschlands gibt es schon kaum noch einheimische, stattdessen nur noch Robinia und Prunus serotina. Birken, Buchen und Kiefern sind vertrocknet.
Das stimmt hier.
Wir sind mit einem der Stadtförster bekannt und der wurde nach 18/19 angewiesen, nur noch heimische Bäume nachzupflanzen, weil die angeblich ja besser klar kommen.
Er hat uns dann seine Baumzählung gezeigt, welche Bäume sterben.
Definitiv sind da auch Ahorn, Buchen, Eichen, darunter.
Ich denke, die heimischen Bäume kommen mit Extremwetter im Rahmen des unveränderten Klimas klar, aber so wie bei uns, wo es über jedes bereits aufgezeichnete Jahr in jedwede Richtung geht, das können heimische Bäume auch nicht abfangen.