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Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 00:06
von pearl
die Wahrheit über die Primula elatior 'Gold Laced' oder 'Silver Laced' ist, dass sie einfach viel näseempfindlicher sind als die Primula elatior. Obiges Bild von meinem großen Tuff Himmelsschlüssel (post #53) ist unter den gleichen Bedingungen kultiviert wie die 'Silver Laced' (post #50). Das sind die Reste von Pflanzen, die sehr unter der Winternässe gelitten haben.Meine Theorie über manche der Kultivare von Primeln ist, dass sie sich bestimmten Kulturbedingungen angepasst haben, indem sie auf die Gewohnheiten englischer Gärtner reagiert haben. Ich werde die heiklen Sorten mal versuchen im unbeheizten Wintergarten zu halten, möglich ist, dass solche Pflanzen keine Nässe von oben vertragen, sondern nur über das Befeuchten des Substrates gewässert werden sollten.Meine Pflanzen sind schon ein paar Jahre alt. Hier noch ein Bild.

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 00:18
von zwerggarten
komisch - meine lace-primeln blühen seit einigen jahren und trotz des gartenumzugs kommen sie gerade fröhlich überall wieder. :) ich gebe zu, dass die wilde elatior dabei tatsächlich auch noch richtig zuwachs macht, das tun diese hybriden tatsächlich deutlich weniger...

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 00:19
von pearl
es sind keine Hybriden. Es sind Auslesen, meiner Ansicht nach.

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 00:21
von pumpot
Woher kommen bei elatior denn dann diese antischwefelgelben Farbtöne? ::) ;)

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 00:21
von Hellebora
Das würde erklären, warum es bei mir mit Gold Laced nicht klappt. Die Waldprimeln wachsen ja mehr oder weniger im Sumpf, sie siedeln sich direkt am Bach an und bilden dort riesige Horste. Vor denen haben sogar die Finken Respekt, während sie bei den kleineren Horsten das hier tun. >:( Warum eigentlich?

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 00:29
von pearl
Woher kommen bei elatior denn dann diese antischwefelgelben Farbtöne? ::) ;)
Es gibt Arten, die eine gewisse Vielgestaltigkeit aufweisen und das ist bei Primeln in Bezug auf die Farbe der Fall.Es ist für niemanden überraschend jedes Frühjahr einer Flut von wilden Farben zu begegnen, wo unsere einheimische Primula vulgaris doch eher mehr hellgelb oder sogar weiß ist. Selten fleischfarben rosarot.Dass Polyanthus Hybriden sogar dunkel samtige Rottöne haben, wo ihre Eltern doch beide äußerst blass sind, ist auch niemandem ein Rätsel.In Kultur, so heißt es, werden Farben seit Generationen ausgelesen.

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 00:31
von pearl
Hellebora, ich habe schon eine Amsel beobachtet, die ganz wütend Moos aus der Regenrinne gepickt hat. Mich erinnerte sie sehr an gewisse ältere Herren, die mit diesen Dampfstrahlern unterwegs sind und ihre betonierten was auch immer von Moos zu "reinigen".Amseln sind eben S....er.

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 00:35
von pearl
was ich gerade lese bei Rix, dass es Primula elatior Subspezies gibt, die nur "für sorgfältige Kultur in feuchtem Torfboden in der Sonne bei gutem Wasserabzug" sind. Also eher was für Fließgewässer?! Oder kriegen das nur die Engländer hin?Erstaunlich was es alles gibt.

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 19:34
von pumpot
pearl, hast du schon mal die heimische P. elatior mit eigenen Augen gesehen? Ich glaube nicht! Die Blüten der Wildform hängen immer auf einer Seite nach unten. Niemals stehen die allesamt aufrecht. Und das bei keiner der verschiedenen Unterarten, die zudem allesamt schwefelgelb blühen. Neuerdings wird P. amoena zu P. elatior gerechnet. Nur diese alpine P. elatior ssp. meyeri besitzt dunkelpurpurviolette Blüten und ist auf Dauer nahezu unkultivierbar. Kein Wunder bei ihren Standortansprüchen.Auch unsere heimische P. vulgaris ssp. vulgaris besitzt nur schwefelgelbe und in geringerem Prozentsatz cremeweiße Blüten. Die unterschiedlichen Fartöne im gärtnerischen Sortiment steuerten die anderen Unterarten von P. vulgaris bei. Nur sind diese von Griechenland entlang den Schwarzen Meeres bis in den Nordiran beheimatet. So liefert P. vulgaris ssp. sibthorpii rosapurpurne Farbtöne. Die P. vulgaris ssp. iberica überrascht mit rein weißen, über zartrosa zu dunkelroten Blüten und blau verdanken wir P. vulgaris ssp. heterochroma. Erst als diese in die Gartenkultur eingeführt wurden, begann die Primelzüchtung so richtig. Da P. elatior, P. veris und P. vulgaris in Kultur sehr leicht miteinander bastardieren, wird bei diesen nur noch von Polyantha-Hybriden gesprochen. Die Gold Laced werden deshalb auch zu den P. x polyantha gerechnet. Entstanden sind sie etwa Mitte des 18. Jahrhunderts aus P. elatior und P. vulgaris.

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 19:51
von trudi
Gerade heute habe ich von der heimischen Schlüsselblume ein Foto gemacht. Ich habe im Wald Samen gesammelt...

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 23:11
von pearl
pumpot, abgesehen, dass es etwas unverschämt ist, dass du behauptest ich hätte noch nie einen Wildtyp von P.elatior gesehen muss ich dich in Bezug auf die P. x polyantha korrigieren. Wobei mir egal ist wie du deine Primeln nennst, aber im Sinne der Sache möchte ich doch sagen, dass die Engländer alle Primeln, die eine Dolde haben Polyanthas (Poly- = viele; anthos = Blumen) nennen. Dann dazu übergegangen sind auch die P.acaulis Syn. P.vulgaris so zu nennen. Die Kultivare der Polyantha-Hybriden und die der Primrose Hybriden unterscheiden sich nun allerdings darin, dass die einen eine Dolde haben, also Doldenprimeln sind, die anderen sind Kissenprimeln.Das Wort Hybride für die oben genannten Kultivare berücksichtigt nur Gärtnerische Notwendigkeiten aber unterscheidet nicht zwischen Auslesen und Kreuzungen. Leider.Die mit den nickenden Blüten war übrigens P.veris. In Post #51 und #52 auf Seite 4 zeige ich Bilder von P.veris 'Sunset Shades'. Die haben nickende Blüten. Die P.elatior in Post #53 lässt keinen Zweifel über ihren Namen aufkommen.P.elatior zeigen in Kultur gelbrote Blumen während bei P.veris selten auch bei wilden Pflanzen rote Blumen vorkommen. In Kultur treten bei P.veris bunte Blumen und kronenartige Kelche auftreten.Dass Unterarten an dem Farbenspiel beteiligt sein könnten, diese Idee hatte ich auch, daher hatte ich ja diese mir abstrus vorkommende Kulturanleitung, die für P. amoena (Syn. P. elatior subsp. amoena) gilt, beschrieben. Feuchter Torfboden bei gutem Wasserabzug.Ich halte es allerdings wie bei anderen Gattungen auch, für sehr unwahrscheinlich, dass Pflanzen, die erst sehr spät in Deutschland unter Botanikern bekannt geworden sind oder kultiviert wurden, an der Vielfalt unserer seit Jahrhunderten kultivierten und ausgelesenen Pflanzen beteiligt sind.

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 23:35
von Susanne
Ich habe heute mal ein paar Aufnahmen meines Primelsammelsuriums gemacht... man kann ganz gut erkennen, daß es alles Sämlinge mit unterschiedlichen Eltern sind.

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 23:36
von Susanne
Hier mal ein feuriges Exemplar.

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 23:40
von Susanne
Vor ein paar Tagen habe ich in einem Gartencenter noch ein paar Primeln vom Ramschtisch gerettet. Hier sind die drei - links eine dunkelrote mit Goldrand, rechts eine nachtblaue mit Silberrand und in der Mitte eine Überraschung.

Re:Primeln 2008

Verfasst: 17. Apr 2008, 23:41
von Susanne
Die Überraschungsprimel nochmal von nah. Für mich sieht es so aus, als habe dabei Primula malacoides mitgemischt. Was sagen die Spezialisten dazu?