Das Moos ist eigentlich immer hier im Garten, und es stört mich auch nicht, ich bilde mir sogar ein, dass es ein guter Bodendecker ist und so das Keimen von allerlei Wurzelunkräutern verhindert oder zumindest begrenzt. Es überwuchert hier auch regelmäßig Betonmauern, Steine, meine Gartentreppe usw., was letztere bei Dauernässe leider auch recht glitschig macht. Ich habe ja auch schon früh mit dem Staudenrückschnitt angefangen, irgendwann im November/Oktober, als es mal ein paar trockene Tage gab. Auch den Gehölzschnitt bin ich angegangen, als das Laub von Haselnuss und Co. unten war und ich die Zweige besser sehen konnte.
Früher dachte ich auch "dann schneide ich mal, bis ich einen Berg Rückschnitt habe, und häcksele später". Natürlich hat es dann immer auf den Rückschnitt draufgeregnet. Nächster Schritt: Eine Plane draufgelegt, um den Regen abzuhalten. Die hat der Wind dann heruntergerissen, oder sie war irgendwo undicht, weil verrutscht, und es war wieder alles nass. Unterm Vordach am Gartenhaus ist leider auch nur begrenzt Platz, irgendwann ist es halt voll. Es sind ja nicht nur zwei Säcke, sondern eher zwanzig. Klar, ich könnte auch das nasse Zeug schneiden, aber wohin damit? An der Wäscheleine aufhängen, damit es trocknet? Aufgeschichtet auf einen Haufen trocknet es leider nur oberflächlich ab.
Wir haben auch einen Grünschnittplatz im Ort, der ist im Dezember und Januar aber geschlossen. Zudem möchte ich meinen Rückschnitt ja häckseln, um Kompost zu gewinnen. Das Kompostwerk gibt leider keinen an Privatleute ab, sondern nur an Landwirte. Und meinen triefnassen Rückschnitt meine glitschigen Treppen nach oben tragen, irgendwie ins Auto stopfen und dann in die Stadt fahren, um Kompost in Säcken im Baumarkt zu kaufen, ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss, von der Arbeit und den Kosten mal ganz abgesehen. Fazit: Ich muss warten, bis es mal trocken ist, dann gehen alle Arbeiten leicht von der Hand.
Aber dieses Jahr wird es einfach nicht trocken, an 40 von 50 Tagen hat es geregnet oder geschneit, und kaum ist der Garten mal ein bisschen abgetrocknet, kommt der nächste Regenschauer und macht den minimalen Fortschritt wieder kaputt. Es ist wirklich zum Mäusemelken, in all den Jahren gab es im Januar oder Februar immer wieder mal eine Schönwetterperiode, in der man solche Arbeiten erledigen konnte. Dieses Jahr konnte ich ca. Mitte Januar mal drei, vier Tage im Garten arbeiten, da habe ich auch etliche Quadratmeter geschafft. Mittlerweile ärgere ich mich, dass ich das sonnige Wetter nach Weihnachten nicht genutzt habe, da war's zwar kalt, aber so eine Stunde hätte ich jeden Tag arbeiten können. Aber ich dachte halt, dass ich im Herbst ja schon ganz vorgelegt hatte und mir auch mal eine Pause gönnen könnte...
Wie dem auch sei, ich hatte gar nicht die Absicht, meine Beiträge zu einem Rant werden zu lassen, ich wollte eigentlich nur illustrieren, dass im Garten nicht immer nur alles eitel Sonnenschein ist, quasi als Kontrastprogramm zu Eueren wunderbar verschneiten Gärten, teil sogar mit strahlend blauem Himmel. Tatsächlich gab es den hier auch an sehr wenigen Tagen, meist nur für wenige Minuten, so dass ich meine Kamera schnappte und in den Garten hinunter rannte, und nach wenigen Minuten war der Himmel wieder dicht. Einen einzigen richtig schönen Sonnentag gab es am 7. Februar, aber da hat meine Mutter ihren 75. Geburtstag gefeiert - wirklich ein schönes Geschenk von Petrus.

Ansonsten war das Tal hier selbst im Februar oft nebelverhangen wie sonst nur im November, da kann wirklich so gar nichts abtrocknen...
Es wäre auch schade gewesen, im November/Dezember schon alles abzuschneiden, denn am 3. Januar hat es geschneit, und der Schnee blieb hier eine ganze Woche lang liegen. Das ist wirklich selten, zuletzt gab es sowas vor vielleicht zehn Jahren, ansonsten ist der nach ein, zwei Tagen schon wieder weg. Im verschneiten Garten sind die Staudenreste schöne Strukturgeber, ansonsten wäre es ja nur eine öde, leere Fläche, und selbst ohne Sonne sieht alles deutlich schöner aus als das braune Einerlei, was hier ansonsten über Wochen und Monate zu sehen ist.
Beim Fotografieren an diesem Morgen kam auch mal ganz kurz die Sonne heraus, so konnte ich ein Stückchen blauen Himmel über dem Haus ablichten, und die Nachbarhäuser leuchten im goldenen Licht der Morgensonne, die zu dieser Zeit erst gegen 9:30 Uhr hinterm Hügel aufsteigt und um 15:00 Uhr schon wieder verschwindet. Aber es war eben nur ein kurzer Moment, schon bald verschluckten dicke Wolken wieder die Sonnenstrahlen.
Wunderbar finde ich jedes Mal die Schneehäubchen auf den Staudenstängeln, wie hier den Rudbeckien, oder auf dem kleinen Acer palmatum 'Dissectum Garnet' am Teich, oder auch auf den Zweigen von Acer palmatum 'Orange Dream' neben dem Gartenhaus, der nach neun Jahren mittlerweile die 2 m-Marke geknackt hat. Auf jedem der feinen Zweige liegt ein bisschen Schnee, jetzt fehlt wie gesagt nur noch ein bisschen Sonne, die alles zum Glitzern bringt.
Auch auf den hoch aufgeschossenen, dann aber regengebeugten Stängeln der Chrysantheme haben die Schneeflocken kleine "Mäuerchen" gebaut, ebenso auf der Scheinhasel, und die gerade aufgeblühte Hamamelis 'Jelena' scheint richtig von innen heraus zu glühen, so dass man geradezu meint, das Leuchten der orangegelben Blüten würde Anstalten machen, den Schnee zu schmelzen.
Im Vorgarten leuchten die blutroten Zweige von Cornus sanguinea 'Annie's Winter Orange' unter der Schneehaube hervor, die anderen Sträucher beugen sich unter der Schneelast bis fast auf den Boden. Vor allem am Abend sah der Vorgarten mit Weihnachtsbeleuchtung an den Sträuchern und auf der Oberseite der Gartenmauer entlang wirklich bezaubernd aus. Beim Blick vom Eingang in den Garten hinunter kann man schon ein bisschen vom Wintermärchen hinterm Haus erhaschen.
Einen Tag später gab es am Morgen auch noch einmal etwas Sonnenschein, also habe ich noch ein paar Details des verschneiten Gartens eingefangen, die restlichen Tage bis zum Schmelzen des Schnees waren dann leider wieder ziemlich trüb. Aber im Streiflicht der morgendlichen Sonnenstrahlen leuchteten die schneebedeckten Halme von Hakonechloa, die Farne und Seggen ganz wunderbar. Leider sind Schnee und Sonnenschein hier eine unglaublich rare Kombination, die man nur für wenige Stunden im Jahr, wenn überhaupt, erleben kann.
Auch die vom ständigen Regen gebeutelten Christrosen mit ihren fleckigen, vergammelten Blüten hat der Schnee gnädig abgedeckt, und die im Frost nach Weihnachten braun gewordenen und abgeknickten Wedel des Wurmfarns leuchten für einen Moment kupferfarben aus der weißen Schneedecke. Im Schattenbeet unter meiner Kolkwitzie und dem Runzelblättrigen Schneeball spitzen bereits die Schneeglöckchen, hier sorgen Gräser, Farne und schwarzer sowie grüner Schlangenbart für Struktur. Die Bruchsteine sind teilweise schon dick mit Moos überzogen, hier sieht das natürlich besonders hübsch aus.
Auch die umgekippten Staudenstängel am Hangbeet deckt der Schnee gnädig zu, leider sind die Aufräumarbeiten in so einem Gewirr dann immer sehr aufwändig, wobei ich jetzt, sieben Wochen später, noch kein Stück weitergekommen bin. Aber für diesen kurzen Moment mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel erfreue ich mich an der Szenerie, wohlwissend, dass sie nur von kurzer Dauer ist. Bisher gab es dann nur Mitte/Ende Januar noch ein paar trockene Tage, an denen ich alle Stellen freigeschnitten habe, wo Schneeglöckchen und Märzenbecher wachsen. Im Februar konnte ich bisher so gut wie nichts machen, weil es bis auf diesen einen sonnigen Tag am 8. wirklich immer schlechtes Wetter war...
