Hallo, Pinguin,wirklich Tanne (Abies)? Dann müsstest du dich kaum sorgen, dass Rambler sie evtl. kippen könnten: Tannen sind Tiefwurzler, also ziemlich sturm- und kletterrosenfest

. Sollte es freilich eine Fichte (Picea) sein, kann's nicht schaden, wenn du dir deren Wuchs-Umstände genau anguckst: geschützt oder windexponiert, in Haupt- oder Nebenwindrichtung, auf schwerem, feuchtem Boden (da produzieren Fichten oft nur flache Wurzelteller) oder auf leichterem, luftigem Boden (da gehen die Wurzeln meist tiefer). Und bei beiden Baumarten wäre zu bedenken, wie stark es bei euch normalerweise schneit: Rosen am Baum vergrößern die Oberfläche, auf der Schnee liegen bleiben kann, multiplizieren so mögliche Schneelasten für die Baumäste. Doch so oder so habe ich Schwierigkeiten mit der Vorstellung, dass Rambler an & für sich einem so großen Baum ernsthaft was antun könnten (20 Meter Höhe packen ja nicht mal die Monster!). Klar, Stürme schaffen es, Koniferen dieses Formats und auch größere flach zu legen - ich habe nach diversen Orkanen (Fichten-)Windwurfflächen im Kaufunger Wald und in SW-Deutschland gesehen, bei deren Anblick ich bloß noch geschluckt habe

. Im Vergleich zu den Kräften, die ein Orkan freisetzt, sind Rosen-Gewichte freilich Peanuts.Aber zweierlei würde ich an deiner Stelle vorm Rosenpflanzen gut überlegen. Erstens haben Koniferen größere Buddeleien im direkten Wurzelraum (=in Stammnähe) nicht sonderlich gerne, und die Wege von Koniferenwurzeln sind unerforschlich

. Also sinnvoll, vorher vorsichtig mit der Grabegabel zu stochern, um einen halbwegs baumwurzelfreien Kletterer-Pflanzplatz zu finden. Evtl. braucht der respektvollen Abstand zum Stamm. Damit ist "zweitens" im Spiel: Rosen finden ihren Kletterhilfebaum nicht allein. Und sie kommen nicht von selbst in die Höhe. Man muss sie zunächst leiten und später aufbinden, wenigstens auf den ersten 5, 6 Höhenmetern, besser noch weiter. Du musst also à la longue eine Leiter sehr hoch ins Geäst praktizieren können. Stelle ich mir bei einer großen, breiten Solitär-Tanne (-Fichte?), die rundum und bis zum Boden beastet ist, verflixt schwierig vor. Das 'Kiftsgate'-Monster, das ich im eigenen Garten an eine Kiefer gesetzt habe, kann ich nur deshalb halbwegs lenken, weil die Kiefer durch zeitweiligen Schattendruck untenrum schief beastet gewachsen ist; so lässt sich von zwei Himmelsrichtungen aus eine Steigtanne am Stamm anlehnen. Ohne diese Baum-Asymmetrie könnte ich den Rosenwuchs oberhalb von 3, 4 Metern Baumhöhe nicht beeinflussen, und dann gäbe es ab dieser Höhe wohl bloß nach unten hängende Rosentriebe, nicht lustig

. Die Fichten nebenan haben aus diesem Grund nur niedrigere rosige Kletterer im Geäst bzw. Kletterer, die meine Hilfe nicht brauchen (Geißblatt)...Mein Tipp wäre deshalb: zuallererst Pflanzplätze erkunden & festlegen. Dann spätere Leiter-Positionen planen und gucken, ob die eigene Leiter hoch genug reicht. Schließlich die eigene Schwindelfreiheit und Fitness für die nächsten zehn Jahre kalkulieren. Und wenn sich dabei irgendwo Abgründe auftun, lieber die Finger von der Ramblerei lassen und statt dessen die Konifere mit einer großen Clematis oder Lonicera beblühen

... Das ist jetzt natürlich keine Sache des Baumschutzes mehr, sondern eine des Selbstschutzes

.Schöne GrüßeQuerkopf