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baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 28. Okt 2006, 19:32
von Shivas Little Helper
hallo,kenne da 2 meinungen :1. klar, überall druff solange trockenes wetter herrscht oder eben2. nö, bloß nicht, nirgends, bei ordentlichem schnitt ohne stummel macht der baum das alleine, unter dem zeug schimmelt's auf jeden fall...anders kannst du die wunde jederzeit beobachten und eingreifen falls sich was tut..so, was'n nu ?!? sollte man die wundverheilung dem baum überlassen und notfalls eingreifen ? oder versiegelt ihr eure schnittflächen ? gruß GF
Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 28. Okt 2006, 23:06
von Caracol
Ich kenn das so, dass früher No. 1 galt und heute No. 2. Ich hab's mir daher auch abgewöhnt, bin aber etwas skeptisch, ob die Wahrheit wirklich so pauschal ist und man jetzt erst richtig voll Bescheid weiß.
Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 29. Okt 2006, 08:34
von Susanne
versiegelt ihr eure schnittflächen ?
Das kommt drauf an,- wie groß die Schnittstelle ist- um welche Pflanze es sich handelt- ob das Eindringen von Schädlingen zu erwarten ist- ob ästhetische Überlegungen greifenSo gebe ich mir zum Beispiel die Mühe, Schnittstellen an Johannisbeeren zu versiegeln, weil sonst sofort der hier sehr verbreitete Johannisbeerglasflügler in den Zweigen einzieht.
Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 29. Okt 2006, 09:02
von Staudenzauber
1. klar, überall druff solange trockenes wetter herrscht oder eben
So habe ich es wärend meiner Lehrzeit als Zierpflanzengärtner noch gelernt. Einige Jahre danach in der Gala Bau Meisterschule war die Meinung schon so
nö, bloß nicht, nirgends, bei ordentlichem schnitt ohne stummel macht der baum das alleine, unter dem zeug schimmelt's auf jeden fall...anders kannst du die wunde jederzeit beobachten und eingreifen falls sich was tut..
Ich selbst verwende Wundverschlußmittel trotz richtiger Schnittführung nur mehr bei großflächigen Wunden.m.f.GStaudenzauber
Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 29. Okt 2006, 10:38
von Shivas Little Helper
moin,also, grade bei großen wunden habe ich gemerkt das diese darunter gerne faulen, trotz trockener witterung und sauberer schnittführung...habe im letzen jahr alte äpfel (ontario-buschbäume, naja, wohl eher kleine bäume)und einen kirschen-hochstamm nach 20 jahren ohne pflege angefangen zu verjüngen.jetzt, beim fortsetzen der verjüngungsmaßnahmen habe ich dann festgestellt das bei den äpfeln fast alle größeren wunden unter dem l..-balsam zu schimmeln anfingen, also alles nochmal nachgeschnitten...geschnitten und versiegelt wurde im zeitigen frühjahr, also ende januar ungefähr. meine vermutung ist, das der baum kurz vor den heftigen frosteinbrüchen im frühjahr 06 schonmal bisschen saft geschoben hat und sich dieser an den schnittstellen unter der versiegelung angesammelt hat (waren schöne "blasen" zu erkennen) und dort dann moderte...anders bei der kirsche : durch den gummifluß hat sich der baum größtenteils wohl selbst abgeschottet, selbst 10cm große schnitte, nah am stamm, sind schon gute 1-2cm vom rand her überwallt...nun habe ich alle versiegelten schnitte wieder sauber gemacht, bei bedarf nochmal bis auf's gesunde holz nachgeschnitten und offen gelassen.die wunden werden jetzt sporadisch kontrolliert und mehr nicht.ich denke das ist noch das beste, obwohl die methode mit "nur den rand einstreichen" damit das kambium geschützt ist auch sehr einleuchtend und logisch klingt...der baum kann weiter "säften", es kommt luft dran und die überwallende zone ist auf jeden fall geschützt...haben wir denn keine professionellen "baumdoktoren" hier ? wie ist denn so der momentan aktuellste stand in obstbau-forschungsanstalten o.ä. ? bei koniferen und anderen, sehr harzreichen hölzern kann man sich wohl auf die versiegelung durch den harz alleine verlassen, oder ?!?eins noch : die kirsche war vorher schonmal gekappt aber danach wohl nie kontrolliert worden, also gute 50 cm in den stamm von oben faul...aber komplett abgeschottet, selbst die seitenäste die sehr nah an dem fäulnisherd saßen (10cm von oben) waren bis ins kernholz gesund und weiß...gruß SLHEDIT : bei beerensträuchern versiegeln ? das ist aber wirklich mal arbeit für "jemanden der vater und mutter erschlagen hat"

ich stelle mir das grade bei 10, 15 jahre alten sträuchern vor bei denen nie irgendwelche leittriebe erzogen wurden sondern immer auf bildung neuer bodentriebe gesetzt wurde...AHHH, 1001 Schnittstellen

Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 29. Okt 2006, 11:41
von Ginestra
Die Wundverschlusspaste die ich verwende, muss man aufpinseln und die zieht sogar etwas ins Holz ein. Dass darunter etwas passiert, habe ich noch nie festgestellt, nach 2 - 3 Jahren verwittert sie je nach Exposition so, dass ich die Reste wo nötig abkratze und neu streiche. Ich versuche natürlich wenn möglich so zu schneiden, dass sich kein Regen auf grösseren Schnittflächen sammeln kann. Ich bin aber Laie und die Meinung von Profis zu diesem Thema interessiert mich ebenfalls! Gruss Essbar?
Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 29. Okt 2006, 14:03
von Elro
Ich versiegle keine Schnittstellen, bin auch der Meinung daß es so besser ist. Die Wunden können so schneller abtrocknen. Wenn ich da an meinen kranken Maronenbaum denke wo sogar der Stamm in 30cm Höhe abgesägt ist und offen ist. Dieser Baum hat im Laufe des Sommers schon ein Drittel überwallt.Baumwachs verwende ich nur zum veredeln damit die Verbindung nicht eintrocknet.
Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 29. Okt 2006, 18:51
von Susanne
bei beerensträuchern versiegeln ?
Ganz so schlimm ist es nicht - es sind Beerenstämmchen, die Arbeit liegt in angenehmer Höhe.Gerade bei den Beerenbäumchen ist ein lockerer Kronenaufbau wichtig, damit die Köpfe nicht zu schwer werden. Da nehme ich eher mal einen ganzen Ast zur Verjüngung heraus, als daß ich an x Stellen klein-klein schnibbele...
Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 30. Okt 2006, 00:43
von Elro
Glasflügler legen die Eier vielleicht auch an Schnittstellen ab, meistens aber an Rindenritzen in der Nähe von Knospen oder Seitentrieben, die Larven fressen sich durch die Rinde in den Trieb. Am besten wenig Schnittstellen verursachen und keine Zapfen stehen lassen.
Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 30. Okt 2006, 07:34
von Susanne
Glasflügler legen die Eier vielleicht auch an Schnittstellen ab...
Früher habe ich die Schnittstellen von Johannisbeeren nicht versiegelt, da konnte man schon am nächsten Tag das aufgebohrte Mark bewundern. Seit ich die Schnittstellen verschmiere, hat das ein Ende. Wahrscheinlich würde aber auch ein wenig Lehmpampe ausreichen, dafür braucht's nicht unbedingt Baumwachs.
Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 14. Feb 2011, 15:19
von Gartenentwickler
Ist es nicht am sinnvollsten, ein Wundverschlussmittel mit Fungizid zu verwenden als ein normales (Lac Balsam o.ä.) ? Mit Fungizid ist doch besser. Was meint ihr ? Ich möchte im Frühjahr noch Apfelbäume schneiden. Sollte ich dabei ein Wundverschlussmittel verwenden oder lieber nicht ? Es könnte sich ja auch Schimmel bilden wenn der Baums chon austreibt. Wie siehts bei Amelanchier aus ?LG
Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 14. Feb 2011, 15:29
von Gänselieschen
Hm, wäre mir neu, dass man bei normalem Baumschnitt die Wunden verschließt, da würde man nicht fertig werden.L.G.
Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 14. Feb 2011, 16:17
von troll13
Ist es nicht am sinnvollsten, ein Wundverschlussmittel mit Fungizid zu verwenden als ein normales (Lac Balsam o.ä.) ? Mit Fungizid ist doch besser. Was meint ihr ? Ich möchte im Frühjahr noch Apfelbäume schneiden. Sollte ich dabei ein Wundverschlussmittel verwenden oder lieber nicht ? Es könnte sich ja auch Schimmel bilden wenn der Baums chon austreibt. Wie siehts bei Amelanchier aus ?LG
Bei Felsenbirnen sollte man lieber darauf achten, saubere, scharfe Schnitte zu fabrizieren und keine langen Stummel stehen lassen, die dann absterben. Das sind ideale Eintrittstellen für den Rotpustelpilz.Da hilft nach meiner Meinung auch kein Wundveschlußmittel.
Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 14. Feb 2011, 16:23
von Paulownia
Gartenentwickler,Wundverschlussmittel nimmt man heute quasi gar nicht mehr. Man hat festgestellt, daß der Baum besser alleine damit zurecht kommt. Wie Troll ja schon schrieb, wichtig ist der saubere,scharfe Schnitt.
Re:baumwachs, wundverschlußmittel o.ä. verwenden ?
Verfasst: 14. Feb 2011, 16:23
von gartenfex999
HalloSoweit ich weiss, ist die neuste erkenntnis, das ein gesunder Baume nach dem Schnittan den Wunden ein Fungizid wirkendes Enzym einlagert und dadurch schützt.Durch den verschluss mit Harz wird dieser Vorgang gestört.Bei einem sehr alten Apfelbaum, an dem vor 20 Jahren ein grosser Ast abgeschnitten wurde (ca 25-30 cm), hatt jetzt wieder einmal mein Gartner geschnitten und dabei haben wir uns diese Wunde angesehen. In den vergangenen 20 Jahren wurde der Baum nicht geschnitten. Aber es auch ein alter Saftapfel. Die Wunde war gut überwallt, im Kern ein paar cm verwittert, aber ansonsten gesund,obwohl damals kein Wundverschluss verwendet wurde.